Weggetreten wird so mancher Unbescholtene bisweilen von Jugendlichen, und Wolfgang Röhl hat Verständnis dafür, dass Jens Jessen, Feuilleton-Verantwortlicher der Hamburger “Zeit”, laut Röhl der bekannt sensible Versteher ausgegrenzter junger Menschen, die manchmal gezwungen sind, ältere, mit ausgeprägter Rentnermentalität behaftete Personen ins Koma zu befördern, mit der Situation auch nicht ganz einverstanden sein dürfte:
Zwei Jugendliche trampelten [in einem Metrobus] den 19jährigen Marcel F. um ein Haar tot. Schnell kam heraus, dass die angeblichen „Täter“ vom „Opfer“ dreist provoziert worden waren. Hatte doch der 19jährige — innerlich wohl schon ein faschistoider Rentnertyp im Jessen´schen Sinn — die beiden aufgefordert, ihre nervenden Handyklingeltöne leiser zu stellen!
Er laberte sie einfach so an! Frühmorgens im Bus!
Die folgende Tracht Prügel mit anschließendem Schädel-Hirn-Trauma sowie Gelegenheit, die Intensivstation der Asklepios-Klinik in Altona kennen zu lernen, hatte sich der Jungspießer natürlich selbst zuzuschreiben.
Nicht allzu ironieresistente Zeitgenossen dürfen sich bei der Achse des Guten über den Rest der Analyse amüsieren. Wie wahr!
Apropos “wahr”, Abteilung “is’ doch nich’ ”: Wer noch nicht völlig weggetreten ist, der könnte angesichts der ständigen Datenschutzprobleme mit dem Gedanken spielen, ebenfalls zu treten, und zwar aus den diversen sozialen Netzwerken. Unterstützung hierbei bietet, hihi, ausgerechnet eine Webseite, die unter anderem Anleitungen bietet, wie man sich einfach aus den Fängen des “Mitmachnetzes” befreien kann; natürlich mit einem auffäligen Verweis oben rechts, der es erlaubt, den Link zu dieser Webseite mittels diverser sozialer Netzwerke zu verteilen.
Aber manche Ausstiegsbegründungen, die ebenfalls auf dieser Seite aufgelistet werden, sind wahrlich lesenswert:
Ferdi ist von Facebook am 17.02.2010 ausgestiegen, weil “weil mich meine ex freundin aus ihrer freundesliste gelöscht hat die dumme kuh!!! voll gemein :-(“
Wie gesagt: Hihi.

Man kann über soziale Netzwerke wie über Google u. a.sicherlich trefflich streiten. Ich bin froh, dass es Facebook gibt. Gerade in letzter Zeit konnte ich durch Facebook nicht nur neue (echte) soziale Kontakte herstellen, sondern auch einige alte, die über Jahrzehnte wegen großer Distanzen zwar verloren gegangen waren, die mir jedoch sehr viel wert geblieben sind, wiederherstellen.
Der Preis, den ich dafür zahle, ist dagegen lächerlich.
Ich bin recht froh darüber, bislang noch keinen allzu weit verteilten Freundeskreis um mich zu scharen. Eines Tages interessiert sich auch für Facebook kaum noch jemand, dann ist längst das nächste “kommende Ding” da. So lange kann ich, meine ich, noch warten.
Für mich sind soziale Kontakte (neben Gesundheit) das Wichtigste überhaupt. Wenn ich dafür Facebook oder das “kommende Ding” nutzen kann, soll es recht sein.
Diesen Bericht müsstest Du doch mit einem lachenden und einem weinenden Auge lesen: http://goo.gl/srUd
Google-Links lese ich immer weinend.