In den NachrichtenMontagsmusik
Aesthesys — Decipimur Specie Recti // Sportnichtnachrichten.

Fußball (Symboleule)Es ist Mon­tag. Kamele sind keine Haustiere. So trau­rig begin­nt eine Woche nur sel­ten. Was wollen die da oben wohl noch alles ver­bi­eten — etwa Haus­pan­das?

Wenig­stens führte das vielle­icht zu angemessen­er Aufmerk­samkeit. Dieselbe wird, wirft man einen Blick in die Medi­en, momen­tan nur irgendwelchem Sportkram zuteil, als passierte auf der Welt son­st ger­ade nichts von Belang, als würde in keinem Krieg gemordet, als sei die Bun­desregierung im Urlaub und die der EU sowieso. Dabei ist es offen­sichtlich völ­lig egal, wie gut gespielt wird; ein 0:1 gegen irgen­deine Quatschmannschaft wird da schon mal als “his­torische Nieder­lage” (Aylin Güler) beze­ich­net. Dabei lädt doch der Umstand, dass Deutsch­land in Rus­s­land ver­liert, zu viel lustigeren Ver­gle­ichen ein! Aber das ist Sport-“Journalismus”, da wird nicht viel gescherzt. “Thomas Müller fand offen­siv nicht wie gewohnt statt” bil­dun­ter­schrieb ein Unmen­sch auf “WELT ONLINE” ein Foto von einem Wass­er trink­enden Fußballer, auf “FAZ.net”, ein­er ehe­ma­li­gen Nachricht­en­seite, die 2018 für die von ihr “kuratierten Tweets” über densel­ben Quatsch wirbt, heißt es gle­ichzeit­ig, hin­ter dem Tor­wart “standen einige Frageze­ichen”. Man empfind­et an dieser Stelle großes Unbe­ha­gen und würde auch lieber nicht stat­tfind­en, bis der Unsinn vor­bei ist. Einzig Chris­t­ian Spiller von “ZEIT ONLINE” fand die richti­gen Worte (“Selb­st­ge­fäl­lig, behäbig und fast ein wenig dumm”), meinte damit aber augen­schein­lich lei­der irgendwelche über­bezahlten Sportkasper und nicht etwa die Jour­naille. In Mexiko-Stadt gab es zum Tor ein Erd­beben. Ich hätte lieber Erd­beeren gehabt.

Von der Frak­tion aus CDU und CSU ist allerd­ings zumin­d­est kurzfristig nicht viel Unheil zu erwarten, denn ein “erbit­tert­er Stre­it” (“WELT ONLINE”) über die Dublin-III-Verord­nung und ihre Fol­gen ist, glaubt man den Medi­en, derzeit ihre größte Sorge und damit im Fokus der Medi­en. Wer braucht Poli­tik, wenn er stattdessen auch solchen Fir­lefanz haben kann?

Was ein Mon­tag auf jeden Fall braucht, ist zumin­d­est keine Poli­tik, son­dern Musik. Zum Beispiel diese:

Aes­thesys — Decip­imur Specie Rec­ti (Live)

Guten Mor­gen.