Netzfundstücke
Wie man Netzneutralität nicht erklärt

Ein Teil der ver­meintlich tech­niker­freuten Blog­ge­ria freut sich: Vor dem Gebäude der US-amerikanis­chen Rund­funkkom­mis­sion hat ein Aktivist den Verkehr aufge­hal­ten und Geld dafür ver­langt, den Weg freizugeben. Die Inten­tion dahin­ter sei es gewe­sen, aufzuzeigen, wieso Net­zneu­tral­ität wichtig sei, weshalb er fehlende Net­zneu­tral­ität vom Inter­net- auf den Straßen­verkehr abbilde.

So weit, so lustig, die Reak­tio­nen der Betrof­fe­nen sind auch aus­re­ichend entzück­end. Das Blöde an der Sache ist aber, dass sie dem guten und richti­gen Anliegen, Net­zneu­tral­ität durchzuset­zen, im Prinzip einen Bären­di­enst erweist, denn der Ver­gle­ich, den Rob Bliss hier zu ziehen ver­sucht, ist ein falsch­er. Fehlende Net­zneu­tral­ität besagt eben nicht, dass irgen­dein Paket den ganzen Verkehr aufhält, bis man noch ein paar Groschen in den Schlitz wirft: Die anderen Pakete (hier: die Fahrzeuge hin­ter ihm) kämen näm­lich nicht langsamer, son­dern vor ihm an.

Real­is­tis­ch­er wäre es, würde stattdessen Geld dafür ver­langt, über­holen zu dür­fen, denn darum geht es bei der Net­zneu­tral­ität: Bes­timmte Dien­ste wür­den ohne sie Vor­rang vor anderen bekom­men. Mir scheint fast, das Prob­lem der Ver­fechter freier Kom­mu­nika­tion sei ihre fehlende Exper­tise.

Aber Haupt­sache, der Witz funk­tion­iert.