„Kartoffel mal anders“ steht auf dem Glas im Supermarkt, aber es sind dann — keineswegs blau oder rautenförmig oder durch Bier ersetzt oder sonstwie „mal anders“ — bloß in Scheiben geschnittene und irgendwie gewürzte Kartoffeln mit normaler Konsistenz und nicht ungewöhnlicher Farbe drin.
Wäre ich Vermarktungsheini, ich verkaufte stattdessen „Kartoffeln wie immer“. „Kartoffeln normal“. „Kartoffeln halt, Digga“. Das wäre interessant und würde vielleicht sogar mich zum Kauf animieren. Die Idee schenke ich euch.

Mach Dir doch ein Kartoffelfladenbrot. Dann sehen die Dinger auch anders aus.
Kartoffeln mal anders:
Lagerfeuer runterbrennen, Kartoffeln in Glut garen, dazu eine Streichfett-/Kräuterbutter aus Gundelrebe, Taubnessel, Knoblauchsrauke, Beifuß, Salz und Pfeffer
Wasser aus der Feldflasche ( Zeitenwende )
Im modernen Stalinismus werden
Kartoffelscheiben in Gläsern, wegen stark erhöhtem Entfremdungsrisiko verboten.
Mein Rezept: Ostfriesisches Kartoffelfondue. Pellkartoffeln in Kartoffelpüree eingestippt.
Analogie zum Opener. “Ich hätte gern 6 normale Brötchen!” Verkäuferin: “Heute haben wir leider nur die perversen und abartigen!”
Nix über ein paar Pellkartoffeln, und da ein Hühnerfolter-Ei drüber. Schmeckt und macht nachhaltig satt. Etwas anderes brauche ich meist gar nicht…
Das rohe Ei wird doch von der Kartoffel gar nicht gänzlich aufgenommen. Sollte man das nicht besser dazu aus der Schale schlürfen?
[…] oder durch Bier ersetzt […]
Kam danach noch etwas Wichtiges? Mein Hirn ist an dieser zauberhaften Vorstellung hängen geblieben.
Bei mir ist nie etwas wichtig.
Dieser Beitrag bekommt einen erstaunlichen Dreh, wenn man das titelgebende Ding nicht botanisch, sondern ethnisch — wie sagen die — konnotiert.
Das wäre sogar unter meinem Niveau.