Montagsmusik
Katie Von Schleicher — Move Through

Eines Tages.Es ist Mon­tag. Laut ein­er Eilmel­dung, die wohl lei­der nicht noch ein paar Minuten warten kon­nte, muss jeden­falls Jer­ry Lewis das nicht mehr miter­leben, während man selb­st gern den Tag erleben würde, an dem nur noch das eine Eilmel­dung ist, was unverzüglich­es Han­deln erfordert. Sowieso im Verzug: Man selb­st. Mon­tags ist die Melan­cholie meist am lautesten.

Apro­pos Zweisamkeit — es gibt gute Nachricht­en für alle, die gefährdet sind, den Glauben an die Ver­nun­ft des Men­schen zurück­zubekom­men: Es gibt jet­zt Sexro­bot­er, die man so ein­stellen kann, dass sie über­haupt keinen Sex wollen, jubelt das Gen­der­por­tal “ze.tt”; so lebensecht waren die Dinger ver­mut­lich noch nie.

Weniger lebensecht: Google lässt jet­zt “kün­stliche Intel­li­genz” auf “Has­sver­brechen” (also unhöfliche Onlinekom­mu­nika­tion) los, denn Com­put­er sind bekan­ntlich unfehlbar. Das har­moniert prächtig mit der Forderung der Umweltwissenschaft­lerin Jen­nifer Jacquet, die in der “Süd­deutschen Zeitung” (möchte aus Leis­tungss­chutz­grün­den nicht ver­linkt wer­den) für das US-amerikanis­che Ver­ständ­nis von sozialer Gerechtigkeit, näm­lich die namentliche öffentliche Bloßstel­lung (“Pranger”) von Mis­setätern, wirbt, einge­bet­tet in ein “Gespräch” darüber, warum Don­ald Trump so ist, wie er zu sein scheint, lei­der jedoch ohne Ref­erenz darauf, dass seine bish­erige poli­tis­che Bilanz noch immer mehr ver­spricht als sein Vorgänger zu hal­ten ver­mochte. Die Bew­er­tung aus­ländis­ch­er Präsi­den­ten in aus­gerech­net deutschen Medi­en, ander­er­seits, ist des Man­tels des Schweigens schon immer würdig gewe­sen. Wie lächer­lich “der Typ” eigentlich sei, fragt Timur Ver­mes auf “SPIEGEL ONLINE” und lässt mich plöt­zlich genau die gle­iche Frage stellen. Zufälle gibt’s!

Ganz und gar nicht lächer­lich ist und bleibt: Musik.

Katie Von Schle­ich­er | Blue Room | Thrd­Coast

Guten Mor­gen.