Musik
J***** B***** ist doof.

Die (ver­mut­lich) Twit­tererin @Regendelfin ist aus den ein­schlägi­gen Medi­en vielle­icht eini­gen von euch bekan­nt. Ich folge dem Regen­delfin auf Twit­ter schon deshalb, weil es dort gele­gentlich wirk­lich unfass­bar flache Wort­spiele zu lesen gibt. Flache Wort­spiele mag ich.

Nun machte der Regen­delfin gestern den Fehler, einen kri­tis­chen Kom­men­tar, Justin Bieber betr­e­f­fend, zu twit­tern (sagt man das noch, “twit­tern”?). Das rief natür­lich die beliebers auf den Plan, eine Art fun­da­men­tal­is­tis­che Sek­te, die sich der bedin­gungslosen Verehrung Justin Biebers hin­gibt; das durch­schnit­tliche Alter dabei reicht nicht ansatzweise an das Alter des Verehrten her­an, der nun auch nicht ger­ade zu den alten Leuten zählt.

Und so ließ etwa Twit­ter­mit­glied @1997MariaBiebs — “Biebs” klingt so lächer­lich wie es wohl auch gemeint ist, soll jedoch offen­bar eine Kurz­form von “Bieber” sein, denn zwei Sil­ben über­fordern den durch­schnit­tlichen belieber bere­its deut­lich — ver­laut­en:

du bist eine Kleine hässliche F**** @Regendelfin Pass auf was du gegen Justin sagst sonnst bekommst du Stress Glaub mir du N***

Die Sterne entstam­men dem Orig­inaltweet; was ein “N***” sein soll, erschließt sich mir selb­st dann beim besten Willen nicht, wenn ich annehme, dass ein “*” für exakt 1 Zeichen ste­ht. “Nuss”? “Nase”? “Napf”? “Null”?

Zum Glück ist selb­st 1997MariaBiebs aufge­fall­en, dass da etwas nicht ganz stim­mig ist, und so schob sie einen zweit­en Tweet hin­ter­her:

@Regendelfin du Kleine Hässliche Fo*** belei­di­ge noch ein­mal meinen Justin dann bekommst du Hässlichkeit Stress -.-

Na gut, unter “Fo***” kann ich mir dann immer­hin was vorstellen. Dass 1997MariaBiebs als Avatar­bild einen halb­nack­ten Justin Bieber (ver­stößt das eigentlich gegen irgendwelche Kinder­pornografiege­set­ze?) anstelle eines Porträt­fo­tos von sich selb­st ver­wen­det, lässt mich über ihre Def­i­n­i­tion von “Hässlichkeit” nur mut­maßen; zusam­men­fassend lässt sich zumin­d­est sagen, dass es Stress geben wird. Ich bitte an dieser Stelle das Pos­ses­sivpronomen “meinen” zu beacht­en, das der Däm­lichkeit des Tweets sozusagen die Kro­ne auf­set­zt. Däm­liche Tweets lasse ich ungern unbeachtet:

Die kleine @1997MariaBiebs möchte aus dem Kinder­paradies abge­holt wer­den.

Ich hielt spätestens nach der Wieder­hol­ung der Stres­san­dro­hung indes die Span­nung nicht mehr aus; ich kon­nte nicht wider­ste­hen und musste ein­fach her­aus­find­en, was passiert, wenn man Justin Bieber öffentlich für nicht sehr gut befind­et:

@1997MariaBiebs Justin ist das untal­en­tierteste Würstchen, das ich je gese­hen habe. Freue mich schon auf deinen “Stress”. :-) @Regendelfin

Hil­fre­ich eilte @Jackiebieebs (Namen­skon­strukt siehe oben, dies­mal jedoch mit der Extra­por­tion Qui­etschigkeit; dem Pro­fil­bild nach etwa @2001Jackiebieebs) her­bei und lieferte sich ein Wort­ge­fecht mit mir, in dem ver­sucht wurde, mir klarzu­machen, dass ich kindisch sei:

@tux0r @1997MariaBiebs @Regendelfin Und trz. Ist sowas zu schreiben Kinder­garten , weil du sie damit öffentlich etwas bloßstellst oder so.

Wir ler­nen:

  • Kindergarten/Bloßstellen oder so:
    “_NICKNAME_ ben­immt sich heute ziem­lich kindisch und ihr Lieblingsmusik­er hat kein Tal­ent.”
  • vol­lkom­men in Ord­nung:
    “_NICKNAME_, ich werde dir Stress machen, weil du meinen Lieblingsmusik­er nicht magst, du _SCHIMPFWORT_!”

Puh, Twit­ter hat schon kom­plizierte Regeln.

Aber ich sei ja auch selb­st schuld, wenn mir Justins Fan­schar Stress macht, pflichtete 1997MariaBiebs wiederum bei:

@tux0r @Regendelfin last ein­fach Justin in ruhe da brauchst du dich nicht wun­dern wenn ich auss­raste !!!

“Tut mir Leid, Herr Wacht­meis­ter, ich hat­te keine Wahl — er hat meinen Lieblingsmusik­er untal­en­tiert genannt!11eins”; stimmt, wun­dern würde mich das spätestens jet­zt auch nicht mehr. Und natür­lich sei dieses Aus­ras­ten kindisch, aber ich eben auch:

@tux0r @Regendelfin ihalt ein­fach deine klappe okay -.- du bist doch Kindisch ;) aber auch egal !!

Denn selb­stver­ständlich sei jemand, der anderen mit blu­mi­gen Worten Stress andro­ht, nicht kindis­ch­er als jemand, der darüber ungläu­big den Kopf schüt­telt; und “du bist kindisch” sei natür­lich eine keines­falls sach­di­en­lichere Äußerung als “ALTER ICH HAU DICH!!1”.

Lei­der wurde auf meine Frage, worin denn der angekündigte Stress beste­he, auch nach mehrma­liger Nach­frage nicht einge­gan­gen. Sollte ich also dem­nächst eines bluti­gen Todes ster­ben und meine Leiche mit geplatztem Trom­melfell aufge­fun­den wer­den, so ist die Wahrschein­lichkeit nicht ger­ing, dass ich an ein­er Über­do­sis grauen­vollen Pops dahingeschieden bin. In diesem Fall bitte ich darum, meinen Tod möglichst grausam zu rächen. Besten Dank!

“Music makes the bour­geoisie and the rebel.”
– Madon­na: Music

Senfecke:

  1. Wieso ist Music der näch­ste Titel in mein­er Playlist? Dinge geschehen *kopp­kratz Muss mal kuck­en wer vor der Tür ste­ht m(

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