In der aktuellen Ausgabe der Computerzeitschrift c’t wird über mobile Anwendungen berichtet, die Barcodes und Produktlogos scannen. Als grundsätzlich an neuer Technik interessierter Mensch ließ ich es mir nicht nehmen, einmal die beiden dort getesteten apps “barcoo” und “Goggles”, beide im Android Market verfügbar, zu testen.
Dabei gehen beide Anwendungen völlig unterschiedliche Wege. Während barcoo, wie der Name schon andeutet, auf das Lesen und Auswerten von Barcodes (diese lustigen Strichmuster auf so Sachen aus dem Laden) spezialisiert ist, versucht Goggles, alles nur Erdenkliche, was dem Benutzer vor die Kamera gerät, zu scannen. Vorweg: Alle Bildschirmfotos für diesen Beitrag wurden unter Android 2.3.3 angefertigt, es kann durchaus sein, dass einiges unter anderen Systemen anders aussieht.
1. barcoo
Nach der Installation — für jedes unterstützte Gerät gibt es eine eigene Version zum Download, selbst für iPhones und anderen Schrott — lässt barcoo keine Fragen offen, was es kann und wie es geht:
Ein Druck auf “Code Scannen” aktiviert die Kamerafunktionen des jeweiligen Gerätes. “Entdeckt” die Anwendung nun einen Barcode, stellt sie das Bild scharf und betätigt den Auslöser. Was dann folgt, dürfte vor allem Schnäppchenjäger interessiert gucken lassen, denn die Onlinedatenbank von barcoo “kennt” mehr als nur den Namen der erkannten Produkte:
barcoo ist somit sozusagen ein mobiler Preisvergleich und ein umfangreicher Produktkatalog in einem. Keinesfalls beschränkt sich die Funktionalität dabei auf Lebensmittel, Computerzubehör wird ebenso erkannt wie Bücher und vermutlich jedes andere Produkt, das in einem Haushalt so herumliegt. Die angezeigte “Lebensmittelampel” ist dann natürlich hinfällig. Überdies können Benutzer der app das jeweilige Produkt bewerten, und mitunter ist es erfreulich zu sehen, dass offenbar keinerlei Moderation dieser Kommentare erfolgt …
…, selbst dann, wenn mancher Kommentar noch etwas unbeholfen wirkt:
Zu folgern bleibt, dass barcoo ein sehr lobenswertes Programm und auf jeden Fall einen Blick wert ist.
2. Goggles
“Goggles”, zu Deutsch etwa “Schutzbrille” oder “Schwimmbrille” (beides passt nicht so recht), von (leider) Google geht da einen etwas anderen Weg. Die app, die ebenfalls für Android und iOS verfügbar ist, macht sich den Umstand zunutze, dass sich im Internet vielerlei Fotografien und Markennamen angesammelt haben. Anstatt nämlich auf Barcodes vertraut Goggles auf Algorithmen zur Text- und Bilderkennung. Ein Bild vom Eiffelturm etwa würde, so die Ankündigung, Informationen zum Eiffelturm anzeigen.
Nun habe ich allerdings gerade keinen Eiffelturm herumstehen, daher wich ich auf die Produkte aus, mit denen ich barcoo getestet hatte.
Die Bedienoberfläche von Goggles ist noch etwas aufgeräumter als die von barcoo, denn es gibt keine, hat man erst einmal das anfängliche “Weiter — Weiter — … — Fertig” hinter sich gebracht: Der Benutzer sieht nur mehr das Kamerabild und zwei Schaltflächen zum Fokussieren und “Fertigstellen” des Bildes. Obwohl Goggles mit dem Erkennen des Bildmotivs grundsätzlich mehr Schwierigkeiten zu haben scheint als barcoo, ist die vielseitige Erkennung doch schon recht ausgereift, bedenkt man, dass Goggles nicht auf eindeutige Informationen wie Barcodes, sondern vor allem darauf angewiesen ist, dass es in seiner großen Datenbank — ich vermute die Google-Suche als technischen Hintergrund — ähnliche Bilder findet:
Zwar erkennt Goggles auch Barcodes und QR-Codes:
Es verfolgt jedoch eine andere Strategie als barcoo: Bei Goggles geht es nicht um Produktsuche, sondern um allgemeine Informationen. QR-Codes etwa führen in der Regel auf die dort “gespeicherte” Webseite, Produktfotos zu einer “normalen” Google-Suche nach diesem Produkt:
Damit Goggles funktioniert, benötigt man augenscheinlich kein Google-Konto, was ein großes Plus ist, aber als Manko bleibt die unzuverlässige Motiverkennung, die aufgrund der Funktionsweise jedoch leider unvermeidlich scheint.
Fazit und Ausblick
Jede der beiden hier getesteten apps erfüllt einen vollkommen anderen Zweck, ihnen gemein ist indes, dass sie eindrucksvoll die Möglichkeiten einer mobil vernetzten Gesellschaft aufzeigen. Der nächste Schritt und eines der buzzwords in den aktuellen Debatten über die Zukunft der mobilen Vernetzung ist die erweiterte Realität, die augmented reality, also das Einblenden von Informationen zum aktuellen Bild. Navigationsgeräte funktionieren so ähnlich, viele moderne Mobiltelefone haben auch bereits apps an Bord, die genau dies tun: Sie erfassen das (bewegte) Kamerabild und versuchen, anhand dessen Informationen über den aktuellen Standpunkt oder das Gesehene aus dem Internet abzurufen.
Über Pro und Kontra dieser Entwicklung sind schon viele Diskussionen geführt worden, und allzu bald werden diese Diskussionen auch nicht verstummen. Es ist in jedem Fall ratsam, sie aufmerksam zu verfolgen, und sei es mit Argwohn, denn so faszinierend die technischen Möglichkeiten auch sind, so viele Gefahren bergen sie doch. Aber das ist ein anderes Thema, dem ich mich gegebenenfalls später ausführlicher widmen werde.
Ich hoffe, einigen von euch, liebe Leser, konnte ich mit diesem Beitrag dennoch hilfreiche Informationen vermitteln.
Habe ich etwas wichtiges übersehen? Ich freue mich über eure Kommentare.








du hättest dir beim Aprilscherz ein wenig mehr Mühe geben können…
Wieso Aprilscherz?
Nachtrag: Ich fand es eigentlich ganz lustig. Besser als den aktuellen heise.de-“Scherz”.
Schmähkritik negierst Du nicht mit Streichungen.
eine Domainänderung hättest du dir schon leisten und vorallem den ganzen 1. April durchziehen müssen :C
Ansonsten fand ich das tuffrosa recht toll, solltest du dauerhaft machen.
im übrigen stinken “Aprilscherze” von so heise, computerbase, winfuture, chip und Konsorten eh immer völlig ab, das stimmt
barcoo gibts btw auch im Market…
Dann bin ich zu blöd zum Suchen. :oops: Danke für den Hinweis, ich fand es nicht.
Suchen, mhh, der von dir jetzt entfernte Web-Link leitet auch zum Market weiter (bei den Downloads)
Ich habs im Android selbst über die Suche der market-app angeboten bekommen. (programm selbst funzt leider nicht, weil meine kamera nicht geht (androidport))
Appbrain listete es bei mir nicht auf, daher meine Vermutung. Aber es stimmt, der Market hat es tatsächlich.