Nerdkrams
Muss man haben: Swype Beta (und andere Tastaturen) für Android

(Vorbe­merkung: Es fol­gt ein beina­he humor­freier Beitrag über Android-“apps”. Wer hier lieber die üblichen schlecht­en Witze lesen möchte, der möge sich bitte noch ein wenig gedulden.)

Ich bin nun seit etwa zwei Jahren (ich berichtete) Nutzer der Android-Plat­tform. In diesen zwei Jahren habe ich die Vor- und Nachteile von Android weit­ge­hend erforschen kön­nen und habe dabei einige Unzulänglichkeit­en bemerkt. Wie die meis­ten freien Betrieb­ssys­teme ist Android stan­dard­mäßig zwar mit vie­len, aber eben doch nur rudi­men­tären apps aus­ges­tat­tet. Eine davon ist die einge­baute “Tas­tatur”.

Wer sich ein Android-Gerät zulegt, der ist meist Besitzer eines Gerätes mit touch­screen. Das Ver­bauen ein­er echt­en Hard­ware-Tas­tatur würde ja das design ruinieren, und das iPhone hat ja auch keine, also wer würde so etwas haben wollen? Auf einem Tablet hat man immer­hin die Möglichkeit, auf das grandiose Hacker’s Key­board zurück­zu­greifen, aber auf einem Smart­phone-Bild­schirm (ger­ade im Hochfor­mat) ist es doch beschw­er­lich, die Vielzahl an Tas­ten zu bedi­enen, ohne sich ständig zu ver­tip­pen. (Wer gele­gentlich auch unter­wegs mit SSH oder ähn­lichen Anwen­dun­gen arbeit­en muss, dem bleibt allerd­ings nicht viel anderes übrig.)

Die nor­male Tas­tatur von Android gibt sich eher bieder:

Für die Schar an kleinen, dick­en Mäd­chen, die keine halbe Stunde ohne das Tip­pen von SMS-Nachricht­en auskom­men, ist diese Tas­tatur ver­mut­lich zumin­d­est zweck­di­en­lich, simuliert sie doch in ihrer Schlichtheit die gängi­gen alten Mobil­tele­fone: Nicht viel Schnickschnack, keine kün­stliche Intel­li­genz, man drückt auf einen Buch­staben und er erscheint, und Son­derze­ichen wie das Aus­rufeze­ichen, das den gewöhn­lichen Punkt mit­tler­weile abzulösen begonnen hat, sind mit einem Druck erre­ich­bar.

Wenn man aber des Öfteren län­gere Texte (und seien’s nur mehrteilige SMS-Nachricht­en) schreiben muss und sich partout nicht damit anfre­un­den kann, ein­fach mal einen Notizblock mitzunehmen, ist man natür­lich froh, wenn die Tas­tatur ver­sucht mitzu­denken. Zum Glück kann man die Android-Tas­tatur-app ein­fach aus­tauschen, zum Beispiel gegen Spracheingabe oder eben eine andere Tas­tatur — die Ein­stel­lung “Sprache & Eingabe” macht es möglich:

Außer dem Hacker’s Key­board sind SwiftKey und Swype Alter­na­tiv­en, die man sich mal anse­hen sollte.

SwiftKey ist im Wesentlichen eine um sto­chastis­che Funk­tio­nen erweit­erte nor­male Tas­tatur. Bei der Ein­rich­tung kann sie auf Wun­sch die bish­eri­gen Mails, Tweets, Face­book-Beiträge und der­gle­ichen ein­le­sen, um zu ermit­teln, welche Wörter man oft hin­tere­inan­der ver­wen­det. Das klappt erschreck­end gut, auch in mehreren Sprachen, und sieht mit sein­er wech­sel­baren Ober­fläche auf Wun­sch sog­ar einiger­maßen erträglich aus (Bild aus­nahm­sweise gefun­den auf n‑droid.de):

Eigentlich sind es nur zwei Dinge, die mich an SwiftKey stören: Es gibt keine sep­a­rat­en Umlaut­tas­ten, wie andere Tas­tatur-apps sie besitzen, und nach Ablauf der 30-tägi­gen Test­phase sind 3,99 Euro fäl­lig, wenn man die app weit­er­hin benutzen möchte. (Die 3,99 Euro sind indes gut angelegtes Geld.)

Bei­de Mankos besitzt die jew­eils jüng­ste Betaver­sion von Swype (ich ver­wende bewusst die Betaver­sio­nen, da sie oft höchst willkommene Neuerun­gen bieten) nicht, weshalb es seit über einem Jahr meine Stan­dard-Tas­tatur-app ist. Um am Betapro­gramm teilzunehmen, muss man lediglich auf beta.swype.com eine valide E‑Mail-Adresse hin­ter­legen und dem Ver­weis aus der E‑Mail fol­gen, der zum Instal­la­tion­spro­gramm führt. (Falls die Instal­la­tion aus Drit­tan­bi­eterquellen auf dem eige­nen Gerät deak­tiviert ist, wird dies erkan­nt und der Benutzer automa­tisch auf die Ein­stel­lungs­seite geführt, auf der er das beheben kann — sehr gut gemacht.)

Die Instal­la­tion ver­läuft hier­bei in drei Schrit­ten: Der Beta-Account, den man anfangs angelegt hat, muss angegeben wer­den (Mailadresse und Pass­wort), danach wird Swype instal­liert. Zum Schluss ist die Ein­rich­tung notwendig, denn mit den Stan­dard­e­in­stel­lun­gen (Englisch und Spanisch als unter­stützte Sprachen) kann man hierzu­lande oft nicht viel anfan­gen. Das Instal­la­tion­spro­gramm führt den Benutzer bis zur Aktivierung von Swype im Android-Sys­tem, danach ist es sofort ein­satzbere­it.

Im Ein­satz sieht es so aus:

Das Swype-Sym­bol unten links dient dem Schnel­lzu­griff auf die Swype-Ein­stel­lun­gen, der Rest sieht weit­ge­hend unauf­fäl­lig aus.

Sieht aber eben nur so aus: Swype basiert auf dem Prinzip des “Wis­chens”. Möchte man etwa “Hal­lo” tip­pen, tippt man auf das “H”, belässt den Fin­ger auf der Tas­tatur und wis­cht zu “a”, “l” und “o”. Groß- und Klein­schrei­bung beachtet Swype hier­bei eben­so wie Mehrfach­buch­staben; bei Mehrdeutigkeit­en (Halo — Hal­lo) kann man auch das “l”, etwa durch Kreisen, mehrfach über­mit­teln, um einen weit­eren Schritt zu ers­paren. Im Gegen­satz zu SwiftKey rät Swype nicht, welch­es Wort als näch­stes gewün­scht wer­den kön­nte, jedoch, welch­es Wort man ger­ade tip­pen wollte. Je präzis­er die Erken­nung eingestellt ist, desto präzis­er muss man zwar “wis­chen”, aber desto genauer ist auch die Erken­nung.

Swype merkt sich manuell eingetippte Wörter automa­tisch, das “per­sön­liche Wörter­buch” kann in den Swype-Ein­stel­lun­gen von verse­hentlichen Ver­tip­pern bere­inigt wer­den. Son­derze­ichen sind über die Taste “+!=” unten links erre­ich­bar.

Auf neue Ver­sio­nen kann Swype inzwis­chen selb­st prüfen, in den Swype-Ein­stel­lun­gen unter “Aktu­al­isierun­gen” kann dies aber auch händisch erfol­gen. Übri­gens: Viele Sam­sung-Geräte sind ab Werk mit ein­er nicht ganz aktuellen Ver­sion von Swype aus­ges­tat­tet — auch unter ihnen ist die Betaver­sion prob­lem­los lauf­fähig. Eine Beschäf­ti­gung mit dieser app wird wärm­stens emp­fohlen.


Nach­trag vom 20. Feb­ru­ar 2013: Mit­tler­weile besitzt SwiftKey (Ver­sion 4) eine “Flow” genan­nte Funk­tion, die Swypes Wis­chtech­nik nach­bildet. Somit ist SwiftKey auch für diejeni­gen inter­es­sant gewor­den, die sich an Swype gewöh­nt haben.

Senfecke:

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