Von rechts kommende Autofahrer schön und gut, aber welcher der folgenden Verkehrsteilnehmer, die heute binnen kurzer Zeit in derselben Großstadt unterwegs waren, hätte tatsächlich Vorrang?
- Ein Pärchen, das die alte Regel, dass es offensichtlich illegal ist, ab dem Zeitpunkt der ersten Zusammenkunft nicht nebeneinander auf zu schmalen Fußwegen unterwegs zu sein, in Ehren hält und daher erwartet, dass alle anderen gefälligst auf den Radweg ausweichen,
- ein Radfahrer auf diesem Radweg, der, weil Verkehrsschilder offensichtlich nicht für Radfahrer gelten, einem entgegenkommenden Radfahrer ausweicht und sich dabei in Erinnerung ruft, dass „Gehweg“ offensichtlich und zweifellos etwas mit „geh weg!“ zu tun hat, was er demzufolge beim Brettern auf selbigen Gehweg auch verkündet,
- ein Autofahrer, der der Ansicht ist, das Wort „Fußgängerüberweg“ bedeute, dass es sich um einen Weg handelt, der über Fußgänger führt, und daher selbstverständlich wild gestikulierend an einer Kreuzung, in der er schon, doch Fußgänger noch „Grün haben“, schwungvoll abbiegen und etwaige menschliche Hindernisse als solche begreifen darf,
- ich?
(Sie wollen „mehr Eigenverantwortung“ und meinen damit „einfach stärkere Motoren kaufen und schon hat man Recht“, oder?)

Der Transporter des scheinselbständigen Paketfahrers. Offensichtlich.
Man sollte stets die Ursachen beachten.
Autofahrer werden ohne Ende verwöhnt. Sie dürfen vergasen, verlärmen, verletzen und fast alle Kosten externalisieren.
Radfahrer hingegen werden zu Fußgängern auf Einrichtungen zugunsten des Kfz-Verkehrs gezwungen, auf denen keine einklagbaren Regeln gelten.
Die Folgen derartiger Erziehung kann man auf nahezu jeden Meter beobachten.