Mich erreichte folgende E‑Mail (ohne Zeilenumbruch, aber auch ohne Betreff), ausnahmsweise am Spamfilter vorbei:
Aufmerksamkeit !!!
Hände hoch! Äh, zu Befehl!
Mein Name ist Edwin Castro, ich habe den Jackpot der Powerball-Lotterie in Höhe von 2,04 Milliarden US-Dollar gewonnen.
Den wahren Kern der E‑Mail möchte ich gar nicht bestreiten, aber die Frage sei gestattet: Powerball klingt nach einer Mangaserie von vor zwanzig Jahren. Kommen da Tiere drin vor oder wenigstens ein Typ mit einem Schwanz (hinten)? Und wie kommt man auf die seltsam schräge Summe von 2,04 Milliarden US-Dollar — sind da Zinsen drin oder draußen?
Ich habe beschlossen, Menschen in Not mit der Summe von 500.000 USD für 50 Menschen zu helfen.
50 mal 500.000 US-Dollar sind immer noch nur 25 Millionen US-Dollar. Typisch Großkapitalist. Sofort enteignen!
Wenn Sie diese E‑Mail erhalten haben, beachten Sie, dass Sie von der Stiftung Edwin Castro Foundation ausgewählt wurden.
Ja, äh, gut. Dann beachte ich das jetzt mal. Aber wofür genau ausgewählt? Was soll ich tun? Werde ich demnächst erschossen und/oder gegessen, damit es nur noch 49 Menschen sind?
Leider war für solche Details das E‑Mail-Briefpapier zu früh ausgegangen, daher versetzt mich Edwin Castro in eine vermeintliche Holschuld:
Für weitere Informationen wenden Sie sich per E‑Mail an Yavin James { Dispatch Agent}.
Selbst unter der Annahme, dass ich bekloppt genug wäre, da mal nachzufragen: Geht nicht. Eine Mailadresse ist nicht beigefügt.
Die Abwesenheit jeglicher Adressangabe ist zwar vermutlich der Grund, dass diese E‑Mail es durch den Spamfilter geschafft hat, aber so recht hilfreich beim Geldsammelversuch dürfte es nicht sein. Aber was weiß ich schon? Ich bin ja nur ausgewählt.
GrüßeEdwin Castro-Stiftung
Immerhin: Es grüßt der Herr, es verabschiedet die Stiftung; oder die Gattin heißt Stiftung und Edwin Castro hat einen dieser feschen Doppelnamen angenommen. Unklar, ob die “Edwin-Castro-Stiftung” mit oder ohne Bindestrich jetzt dasselbe ist wie die “Stiftung Edwin Castro Foundation”. Keine Sorge, der Agent ist dispatcht.

Manche Angler und Fischer sind erfolgreich, manche sind es nicht. Ich beiße da eigentlich auch nie an und gehe niemandem gezielt ins Netz. Mich stören eigentlich nur diese späteren Weh-Klagen, wenn man feststellt, dass man ausgenommen wurde.