Dr. Antje Mey, Sozialpädiatrisches Zentrum, Städtisches Klinikum Braunschweig, schlägt vor (Archivversion):
Das Wichtigste sind Rituale und ein immer gleichbleibender Tagesablauf, möglichst ohne irgendwelche störenden oder besonderen Einflüsse. Dann lässt sich ein Mensch mit Autismus wirklich sehr gut führen.
Der erste Satz stimmt. Der zweite Satz ist eine Unverschämtheit. Wer das nicht versteht, den führe ich gern mal sehr gut. Welche Leine darf es sein?
Beim Scheißdreckverzapfen lässt sich Artikelautorin Anja Braunwarth von MEINEN Gebühren!!1! freilich nicht lumpen und setzt selbst noch einen drauf:
Der Umgang mit Gleichaltrigen kann schon im Vorschulalter geübt werden.
Wo‘s doch die Gleichaltrigen sind, die den Umgang mit Autisten üben sollten. Für‘s Protokoll vielleicht noch Folgendes: Ich halte Gleichaltrige für gruselig, Jüngere für anstrengend und Ältere für schwierig. Mit anderen Autisten geht’s aber meist. Das wird mit mehr Übung keinesfalls „besser“. Nur anders schlimm.
Sie therapieren die Falschen.

Das ist eben eine Führungskraft. Die muss führen können. Führung ist gut, sie darf nur eben nicht in die Irre führen. Die Leine ist vermutlich ein Band, das niemand sehen kann.
Autismus FTW
Naja.
Das muss die Offenheit gegenüber „der Diversität“ sein, von der die Leinenträgerin da schreibt.
Man fühlt sich doch gleich viel wohler und ist viel entspannter, wenn einem vorgeschrieben wird, dass man sich verdammtnochmal nur anzupassen hat, oder?
„Nur mit Seinesgleichen“: Einer meiner Enkel gehört zum Stamm der „Prinzessinnen auf der Erbse“ (springt immer anderthalb Meter zurück, wenn man auf ihn zugeht, so lange bis man endlich stehenbleibt und dann nochmal anderthalb Meter, nervt total, wenn man es nicht kennt – weil man sich immer reflexhaft abgelehnt vorkommt, so als hätte man Körpergeruch in Buttersäurequalität). Auf sein heiliges Bett sich an den Bettrand zu setzen, war auch Grund für extrem schlechte Laune und hysterische Szenen, denn man sitzt ja dann mit dem Po auf der Bettkante (ich nur einmal, dann nie wieder, aber andere!). Sein bester Freund über die gesamte Schulzeit war ein Klassenkamerad mit Asperger-Syndrom, den wir auch mal für 5 Wochen mit in Urlaub genommen haben: Der eine hat 4 Geschwister, der andere 7 – nur um das Ausmaß anzudeuten, wie oft und in welchem Umfang im Karree gesprungen und Regeln in Battalionsstärke umgeworfen werden mussten, tagtäglich. Die beiden kamen damit aber immer nicht nur gut klar, man hat auch nie wirklich herausgefunden, was genau sie machen, wenn sie im Zimmer stundenlang nur für sich alleine waren. Sonderbegabungen spielten aber sehr wohl eine Rolle, was ja angeblich nach diesem Artikel nur in Hollywood vorkommen soll.
Der eine ist jetzt Baumkletterer geworden (nach Gärtnerlehre) und liebt die einsamen Höhen in den Lüften durch die sich elegant schwingt, der andere Bauingenieur – und alle rätseln, warum sie noch nicht in den festen Händen sind. Josi P.S.: das mit der Sprache halte ich in dem verlinkten Artikel auch für sehr, sehr waghalsig – hier auf TuxOr ist ja Sprache wie Musik das zentrale Element und nie höre ich beim Lesen einen falschen Ton.
Es ging vermutlich beim Zurückweichen eher um das Vermeiden von Berührungen. Dieser Sinneseindruck kommt einem Stromschlag gleich, hat man sich hierfür nicht ausreichend vorbereitet. Man muss daher immer Fragen, grundsätzlich eigentlich, ob Handlungen vorgenommen werden dürfen. Aber alles in allem, scheinen die beiden ja gut durch die Turbolenzen gekommen zu sein.
Bei vielen Autisten stimmt was die Dame schreibt. Du bist ja bei weitem nicht nur ein Autist. Du bist ein Menschenfeind.
Schön, mal wieder von dir zu lesen. Und direkt herzlich wie eh und je!
Rituale, wenn sie gelängen, währen gutt für mich!