{"id":9342,"date":"2014-03-19T20:49:50","date_gmt":"2014-03-19T19:49:50","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=9342"},"modified":"2014-03-23T20:24:58","modified_gmt":"2014-03-23T19:24:58","slug":"sie-fragment-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2014\/03\/sie-fragment-9\/","title":{"rendered":"Sie. (Frag\u00adment 9)"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWe can\u2019t afford the time to sit and cry or to won\u00adder why.<br>\nWe\u2019\u00adve got so many things star\u00adted to say, we have to get through.\u201c<br>\n<em>\u2013 Tin\u00adder\u00adsticks: Ren\u00adted Rooms<\/em><\/p>\n<hr>\n<p>\u2026 Sie waren zu weit gegan\u00adgen.<\/p>\n<p>Es spiel\u00adte kei\u00adne Rol\u00adle mehr, wer sie waren oder was sie ein\u00adan\u00adder bedeu\u00adte\u00adten. Es hat\u00adte sich viel getan, seit sie damals in den Wir\u00adren der neu\u00aden Zeit auf\u00adein\u00adan\u00adder\u00adtra\u00adfen, fest ver\u00adwur\u00adzelt in ihrem eige\u00adnen Geflecht, das sie nie\u00admals auf\u00adge\u00adge\u00adben h\u00e4t\u00adten.<\/p>\n<p>Die Zeit aber blieb nicht ste\u00adhen. W\u00e4h\u00adrend ihr Wur\u00adzel\u00adwerk sich immer fei\u00adner ver\u00adflocht, l\u00f6ste er sich aus sei\u00adnen Ket\u00adten und schweb\u00adte davon, ob er woll\u00adte oder nicht; und manch\u00admal blieb er auf sei\u00adnem Flug h\u00e4n\u00adgen an den auf\u00adstei\u00adgen\u00adden Bal\u00adlons, ver\u00adfing sich in den Lia\u00adnen sei\u00adner Unzu\u00adl\u00e4ng\u00adlich\u00adkeit. Sie hat\u00adte ihn durch die Wir\u00adren beglei\u00adtet, nie als sein Schat\u00adten, jedoch, wenn er wie so oft strau\u00adchel\u00adte, als jemand, der ihm das Mes\u00adser lieh, das ihn befrei\u00adte. Trotz allem, was sie trenn\u00adte: Nie h\u00e4t\u00adte er das mis\u00adsen wol\u00adlen.<\/p>\n<p>Eine unacht\u00adsa\u00adme Ber\u00fch\u00adrung war es, die ihn aus sei\u00adnen Tag\u00adtr\u00e4u\u00admen hoch\u00adschrecken lie\u00df, ver\u00adsun\u00adken im Gedan\u00adken an eine Zeit ohne Sor\u00adgen, an den letz\u00adten Tag, an dem er gl\u00fcck\u00adlich gewe\u00adsen war, an dem Ort, an dem er sich leben\u00addig f\u00fchl\u00adte. Ob es der selt\u00adsam ver\u00adtrau\u00adte Ort war, der Alko\u00adhol oder die Melan\u00adcho\u00adlie, die ihn vom Hori\u00adzont aus umweh\u00adte? Er wuss\u00adte es nicht und er wei\u00adger\u00adte sich, dar\u00ad\u00fcber nach\u00adzu\u00adden\u00adken.<\/p>\n<p>Er muss\u00adte flie\u00adhen.<\/p>\n<p>Als sie dar\u00ad\u00fcber spra\u00adchen, schien es ihm noch unwirk\u00adli\u00adcher als je zuvor. War sie immer noch die, die er zu ken\u00adnen glaub\u00adte? Je mehr er \u00fcber sie erfuhr, desto unsi\u00adche\u00adrer wur\u00adde er. Bis dahin war es wie selbst\u00adver\u00adst\u00e4nd\u00adlich erschie\u00adnen, ihr zu begeg\u00adnen. Je \u00f6fter sie sich fort\u00adan begeg\u00adne\u00adten, desto ver\u00adr\u00fcck\u00adter wur\u00adde es f\u00fcr sie, die gebo\u00adte\u00adne Distanz zu wah\u00adren, da ein Schritt zur\u00fcck t\u00e4g\u00adlich schwe\u00adrer erschien und ein Schritt nach vorn immer auch ein Schritt n\u00e4her zur Zer\u00adst\u00f6\u00adrung gewe\u00adsen w\u00e4re. Sie woll\u00adten ein\u00adan\u00adder nicht ver\u00adlet\u00adzen und schei\u00adter\u00adten an sich selbst.<\/p>\n<p>Nun, da sie ein\u00adan\u00adder atem\u00adlos gegen\u00ad\u00fcber sa\u00dfen, berauscht von\u00adein\u00adan\u00adder und doch betr\u00fcbt von der Gewiss\u00adheit, dass sie ein\u00adan\u00adder zum Grei\u00adfen nah, aber letzt\u00adlich uner\u00adreich\u00adbar waren, sann er sich zur\u00fcck an den Ort, an dem er sich gebor\u00adgen f\u00fchl\u00adte. \u201eWas\u201c, dach\u00adte er, \u201eist Lie\u00adbe eigent\u00adlich?\u201c, w\u00e4h\u00adrend er in ihren Armen lag und wuss\u00adte, dass nichts mehr von dem, was er jetzt sagen oder tun w\u00fcr\u00adde, von Bedeu\u00adtung sein w\u00fcr\u00adde.<\/p>\n<p>Der Mond schwieg, als die Erin\u00adne\u00adrung sei\u00adnen Sinn tr\u00fcb\u00adte. Wie sch\u00f6n sie doch war; wie sch\u00f6n es doch gewe\u00adsen war. Er f\u00fchl\u00adte sich frei und war sich gewiss, dass die\u00adse Frei\u00adheit ihren Tri\u00adbut for\u00addern w\u00fcr\u00adde. Er ahn\u00adte nicht, wie hoch der Preis sein w\u00fcr\u00adde. \u2026<\/p>\n<hr>\n<p>\u201eWe\u2019\u00adre alo\u00adne and I\u2019m listening;<br>\nI\u2019m listening so hard that it hurts.\u201c<br>\n<em>\u2013 Leo\u00adnard Cohen: Amen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWe can\u2019t afford the time to sit and cry or to won\u00adder why. We\u2019\u00adve got so many things star\u00adted to say, we have to get through.\u201c \u2013 Tin\u00adder\u00adsticks: Ren\u00adted Rooms \u2026 Sie waren zu weit gegan\u00adgen. Es spiel\u00adte kei\u00adne Rol\u00adle mehr, wer sie waren oder was sie ein\u00adan\u00adder bedeu\u00adte\u00adten. Es hat\u00adte sich viel getan, seit \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2014\/03\/sie-fragment-9\/\" class=\"more-link\">\u2018Sie. 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