{"id":9042,"date":"2014-01-08T18:06:05","date_gmt":"2014-01-08T17:06:05","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=9042"},"modified":"2014-01-14T00:05:34","modified_gmt":"2014-01-13T23:05:34","slug":"so-was-von-out","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2014\/01\/so-was-von-out\/","title":{"rendered":"So was von out!"},"content":{"rendered":"<p>Ich spare mir einen Link, da\u2019s ohne\u00adhin jede so genan\u00adnte \u201cZeitung\u201d momen\u00adtan \u00fcber ihre Web\u00adsite (man\u00adnig\u00adfach vervielf\u00e4ltigt per Twit\u00adter und der\u00adgle\u00adichen) in heller Aufre\u00adgung bekan\u00adnt\u00adgibt: Thomas \u2014 hehe \u2014 \u201cHam\u00admer\u201d Hit\u00adzlsperg\u00ader, ehe\u00adma\u00adliger deutsch\u00ader Fu\u00dfball\u00adna\u00adtion\u00adal\u00adspiel\u00ader, habe nicht ein\u00adfach verk\u00fcn\u00addet, dass er M\u00e4n\u00adner als Lebenspart\u00adner bevorzugt; nein, er habe sein <em>com\u00ading-out<\/em>, sein <em>out\u00ading<\/em> gehabt, kurz: er habe sich <em>geoutet<\/em>. Mir als Fre\u00adund wohl\u00fcber\u00adlegter Wort\u00adwahl ver\u00adschl\u00e4gt es mir da aus\u00adnahm\u00adsweise mal nicht wegen der Ver\u00adwen\u00addung eines Lehn\u00adworts die Sprache.<\/p>\n<p>Was diese Begriffe n\u00e4m\u00adlich eigentlich aus\u00adsagen, ist, dass man sich als Men\u00adsch mit nicht het\u00adero\u00adsex\u00aduellen Vor\u00adlieben ver\u00adsteck\u00aden <em>m\u00fcsse<\/em>, bis man sich <em>raus<\/em> traue aus der Deck\u00adung. Das <em>com\u00ading-out<\/em> \u2014 hehe \u2014 als \u201cBefreiung\u201d \u2014 <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/sport\/2014-01\/thomas-hitzlsperger-homosexualitaet-fussball\">wovon?<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Hit\u00adzlsperg\u00ader sagt: \u201cIch habe mich nie daf\u00fcr gesch\u00e4mt, dass ich nun mal so bin\u201d.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wovon hat er sich dann <em>befre\u00adit<\/em>? Das \u201cerk\u00adl\u00e4rt\u201d <a href=\"http:\/\/spektrallinie.de\/2014\/01\/08\/solange-wir-uns-outen-muessen-sind-wir-nicht-frei\/\">Jan Schnor\u00adren\u00adberg:<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Klas\u00adsis\u00adche \u201cM\u00e4n\u00adner\u00addom\u00e4\u00adnen\u201d wie der Fu\u00dfball skizzieren die M\u00e4nnlichkeit und tun dies auch \u00fcber den Auss\u00adchluss von Homo\u00adsex\u00adu\u00adal\u00adit\u00e4t, auch wenn dies gar nicht der Leben\u00adsre\u00adal\u00adit\u00e4t der Beteiligten entspricht.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Der Fu\u00dfball<\/em> schlie\u00dft Homo\u00adsex\u00adu\u00adal\u00adit\u00e4t genau wie aus? M\u00fcssen Fu\u00dfball\u00adspiel\u00ader regelm\u00e4\u00dfig zum Schwu\u00adlen\u00adtest? Richtig: Sie wer\u00adden schlicht nicht gefragt. M\u00fcssen sie ja auch nicht, auf dem Fu\u00dfballfeld ist es ja einiger\u00adma\u00dfen egal, ob der Typ im geg\u00adner\u00adischen Tor vor dem Spiel homo\u2011, het\u00adero- oder pan\u00adsex\u00aduellen Spa\u00df hat\u00adte. Und weil es auf die Spielqual\u00adit\u00e4t keinen Ein\u00adfluss hat, in welch\u00ader Art von Lebe\u00adwe\u00adsen die Mit\u00adspiel\u00ader nor\u00admaler\u00adweise ihren jew\u00adeili\u00adgen Penis versenken, wird dar\u00fcber auch in der Mannschaft eher sel\u00adten gesprochen. In Thomas Hit\u00adzlsperg\u00aders Fall wur\u00adden \u00edn der Mannschaft ange\u00adblich h\u00e4u\u00adfig Schwu\u00adlen\u00adwitze gemacht; dass diese Witze ver\u00admut\u00adlich unterblieben w\u00e4ren, wenn er, statt mitzu\u00adlachen, seine Sex\u00adu\u00adal\u00adit\u00e4t bekan\u00adnt\u00adgegeben h\u00e4tte, ist ihm offen\u00adbar nicht ein\u00admal in den Sinn gekom\u00admen.<\/p>\n<p>Jan Schnor\u00adren\u00adberg zitiert einen weit\u00aderen Fu\u00dfballer:<\/p>\n<blockquote><p>Der Preis f\u00fcr meinen gelebten Traum von der Bun\u00addesli\u00adga ist hoch. Ich muss t\u00e4glich den Schaus\u00adpiel\u00ader geben und mich selb\u00adst ver\u00adleug\u00adnen. (\u2026) Ich wei\u00df nicht, ob ich den st\u00e4ndi\u00adgen Druck zwis\u00adchen dem het\u00adero\u00adsex\u00aduellen Vorzeige\u00adspiel\u00ader und der m\u00f6glichen Ent\u00addeck\u00adung noch bis zum Ende mein\u00ader Kar\u00adriere aushal\u00adten kann.<\/p><\/blockquote>\n<p>Er spricht im Weit\u00aderen von der \u201ch\u00e4ssliche Fratze der Het\u00adero\u00adnor\u00adma\u00adtiv\u00adit\u00e4t\u201d, die Men\u00adschen \u201czwinge\u201d, ihre Iden\u00adtit\u00e4t und ihre Gef\u00fch\u00adle zu ver\u00adleug\u00adnen; von ein\u00ader Gesellschaft, in der Homo\u00adsex\u00adu\u00adal\u00adit\u00e4t etwas <em>Unnat\u00fcr\u00adlich\u00ades<\/em> ist. Selb\u00adst aufer\u00adlegte Het\u00adero\u00adnor\u00adma\u00adtiv\u00adit\u00e4t ist keine. Jemand, der von \u201cBeken\u00adnt\u00adnis\u00adsen\u201d oder \u201ccom\u00ading-outs\u201d redet, wenn es um Men\u00adschen geht, die nicht het\u00adero\u00adsex\u00aduell sind, verurteilt diese Eigen\u00adschaft allerd\u00adings schon durch seine Wort\u00adwahl als etwas <em>Un\u00fcblich\u00ades<\/em>, <em>Unnat\u00fcr\u00adlich\u00ades<\/em>.<\/p>\n<p>Ein homo\u00adsex\u00adueller Fu\u00dfballer wird von nicht benan\u00adnten Per\u00adso\u00adn\u00aden zum \u201chet\u00adero\u00adsex\u00aduellen Vorzeige\u00adspiel\u00ader\u201d stil\u00adisiert und <em>muss<\/em> dieses Bild aufrechter\u00adhal\u00adten, weil son\u00adst <em>was<\/em> passieren w\u00fcrde? Angst davor, f\u00fcr etwas aus\u00adgelacht zu wer\u00adden, haben Men\u00adschen mit entwed\u00ader geringem Selb\u00adst\u00adbe\u00adwusst\u00adsein oder pein\u00adlichen Tal\u00aden\u00adten. Drit\u00adten daf\u00fcr die Schuld zu geben ist eine m\u00f6gliche, aber nicht die beste L\u00f6sung. <em>Die Gesellschaft ist schuld.<\/em> Die Sex\u00adu\u00adal\u00adit\u00e4t eines Men\u00adschen wird f\u00fcr den Gro\u00dfteil <em>der Gesellschaft<\/em> allerd\u00adings erst dann rel\u00ade\u00advant, wenn er sie aus irgendwelchen Gr\u00fcn\u00adden (die auch noch zu kl\u00e4ren sind) pub\u00adlik macht.<\/p>\n<p>Andere Medi\u00aden sparen sich \u00fcbri\u00adgens W\u00f6rter mit \u201cout\u201d, die sie ja doch selb\u00adst nicht ver\u00adste\u00adhen, und reden stattdessen von einem \u201cBeken\u00adnt\u00adnis\u201d. <em>Vergib mir, Vater, ich habe ges\u00fcndigt.<\/em> Gibt es \u00fcber\u00adhaupt eine wenig affige Wort\u00adwahl f\u00fcr diese Nicht\u00admel\u00addung? Nat\u00fcr\u00adlich: \u201cThomas Hit\u00adzlsperg\u00ader ist homo\u00adsex\u00aduell\u201d. Eine solche Schlagzeile lie\u00dfe allerd\u00adings den fehlen\u00adden Nachricht\u00aden\u00adwert der sex\u00aduellen Vor\u00adlieben eines ehe\u00adma\u00adli\u00adgen Profis\u00adportlers noch deut\u00adlich\u00ader wer\u00adden. \u00dcber die Sex\u00adu\u00adal\u00adit\u00e4t der Bun\u00addeskan\u00adz\u00adlerin h\u00e4tte ich ja zum Beispiel auch lieber kein\u00ader\u00adlei Infor\u00adma\u00adtio\u00adnen. <em>Seht her, Per\u00adson x hat gern Sex mit Per\u00adso\u00adn\u00aden aus Gruppe y!<\/em><\/p>\n<p>Qual\u00adit\u00e4t\u00adsjour\u00adnal\u00adis\u00admus, wis\u00adsenschon.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich spare mir einen Link, da\u2019s ohne\u00adhin jede so genan\u00adnte \u201cZeitung\u201d momen\u00adtan \u00fcber ihre Web\u00adsite (man\u00adnig\u00adfach vervielf\u00e4ltigt per Twit\u00adter und der\u00adgle\u00adichen) in heller Aufre\u00adgung bekan\u00adnt\u00adgibt: Thomas \u2014 hehe \u2014 \u201cHam\u00admer\u201d Hit\u00adzlsperg\u00ader, ehe\u00adma\u00adliger deutsch\u00ader Fu\u00dfball\u00adna\u00adtion\u00adal\u00adspiel\u00ader, habe nicht ein\u00adfach verk\u00fcn\u00addet, dass er M\u00e4n\u00adner als Lebenspart\u00adner bevorzugt; nein, er habe sein com\u00ading-out, sein out\u00ading gehabt, kurz: er habe \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2014\/01\/so-was-von-out\/\" class=\"more-link\">\u2018So was von out!\u2019 weit\u00ader\u00adlesen \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-9042","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-in-den-nachrichten"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":null,"server":null,"url":null},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9042","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9042"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9042\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9042"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9042"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9042"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/series?post=9042"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}