{"id":8332,"date":"2013-08-21T04:28:13","date_gmt":"2013-08-21T02:28:13","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=8332"},"modified":"2013-08-21T04:28:13","modified_gmt":"2013-08-21T02:28:13","slug":"doubt-mercy-pity-peace-love","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2013\/08\/doubt-mercy-pity-peace-love\/","title":{"rendered":"douBt \u2014 Mercy, Pity, Peace &amp; Love"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/douBt-Mercy-Pity-Peace-Love.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/douBt-Mercy-Pity-Peace-Love-120x120.jpg\" alt=\"douBt - Mercy, Pity, Peace &amp; Love\" width=\"120\" height=\"120\" style=\"padding-left:1em\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-8333\" srcset=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/douBt-Mercy-Pity-Peace-Love-120x120.jpg 120w, https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/douBt-Mercy-Pity-Peace-Love-144x144.jpg 144w, https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/douBt-Mercy-Pity-Peace-Love.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\"><\/a>Ja, das Con\u00adti\u00adnen\u00adtal-Album wartet immer noch darauf, dass ich es mal h\u00f6re. Eins nach dem anderen! Weit\u00ader oben auf meinem Stapel n\u00e4m\u00adlich liegt douBts Zweitling \u201cMer\u00adcy, Pity, Peace &amp; Love\u201d von Ende 2012 (lei\u00adder also etwas zu fr\u00fch f\u00fcr die Jahres\u00adliste 2013) und ist wirk\u00adlich nicht schlecht.<\/p>\n<p>\u201cMer\u00adcy, Pity, Peace &amp; Love\u201d (zu Deutsch etwa \u201cBarmherzigkeit, Mitleid, Fried\u00adfer\u00adtigkeit und Liebe\u201d) beze\u00adich\u00adnet laut William Blake vier der sieben christlichen Kar\u00addinal\u00adtugen\u00adden. Was mit den anderen drei Kar\u00addinal\u00adtugen\u00adden ist, wei\u00df ich nicht. Vielle\u00adicht kom\u00admen die auf dem n\u00e4ch\u00adsten Album. douBt jeden\u00adfalls ist ein Jaz\u00adzrock-Trio, das auf seinem Deb\u00fc\u00adtal\u00adbum \u201cNev\u00ader Pet A Burn\u00ading Dog\u201d die Can\u00adter\u00adbury-Leg\u00adende Richard Sin\u00adclair als Gast\u00admusik\u00ader engagieren kon\u00adnte und so die Mess\u00adlat\u00adte nat\u00fcr\u00adlich von vorn\u00adhere\u00adin recht hoch geh\u00e4ngt hat. \u201cMer\u00adcy, Pity, Peace &amp; Love\u201d sollte also daran gemessen wer\u00adden.<\/p>\n<p>Aber keines\u00adfalls f\u00fchrt eine solche Mes\u00adsung automa\u00adtisch zu einem Rangver\u00adlust, eher ist das Gegen\u00adteil der Fall. Dabei sollte man sich nicht vom Anfang des Albums t\u00e4uschen lassen: \u201cThere Is a War Going On\u201d ist eine von 70-er-Jahre-Orgelk\u00adl\u00e4n\u00adgen unter\u00adlegte auszugsweise Rede des US-amerikanis\u00adchen Sen\u00ada\u00adtors <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bernie_Sanders\">Bernie Sanders<\/a>, in der dieser \u00fcber die Unter\u00adschiede in den gesellschaftlichen Klassen referierte. Na gut, eigentlich sollte man sich schon t\u00e4uschen lassen, denn <em>abge\u00addrehte<\/em> Ideen sind auf \u201cMer\u00adcy, Pity, Peace &amp; Love\u201d reich\u00adlich zu h\u00f6ren. Mit Gesang sollte man zwar nicht rech\u00adnen, aber wer erwartet solchen schon auf einem Jaz\u00adzal\u00adbum?<\/p>\n<p>\u201cJazz\u201d ist dabei vielle\u00adicht etwas zu kurz gegrif\u00adf\u00aden. Hier wer\u00adden Psy\u00adche\u00addel\u00adic (\u201cThere Is A War Going On\u201d), Jazz und Funk (wenn auch weniger als noch auf dem Vorg\u00e4nger\u00adal\u00adbum) sowie Exper\u00adi\u00admentell-Elek\u00adtro\u00adn\u00adis\u00adches (\u201cMer\u00adcy, Pity, Peace and Love\u201d) eng miteinan\u00adder verzah\u00adnt. Schon das zweite St\u00fcck, \u201cJalal\u201d, ist groove\u00adlastiger Jaz\u00adzrock mit merk\u00adw\u00fcrdig schr\u00e4gem Rhyth\u00admus, der trotz\u00addem im Ohr <em>h\u00e4n\u00adgen bleibt<\/em>, will sagen: mitrei\u00dft. Eher an die j\u00fcn\u00adgeren King Crim\u00adson \u2014 wen\u00adngle\u00adich das Schlagzeugspiel auch Bill-Bru\u00adford-Fans gefall\u00aden d\u00fcrfte \u2014 erin\u00adnert das gitar\u00adren\u00adlastige \u201cNo More Quar\u00adrel with the Dev\u00adil\u201d, das gegen Ende unver\u00admit\u00adtelt in Kirmes\u00admusik \u00fcberge\u00adht. Skur\u00adril, aber inter\u00ades\u00adsant. Nach einem <em>irgend\u00adwie bedrohlichen<\/em> Lounge-Jazz-Inter\u00admez\u00adzo (\u201cRis\u00ading Upon Clouds\u201d) fol\u00adgt dann ein fast f\u00fcnfmin\u00fctiges Gitar\u00adrenge\u00adflim\u00admer namens \u201cPur\u00adple Haze\u201d. Pur\u00adple Haze? Nein, nicht Hen\u00addrix, aber ein ver\u00addammt ein\u00addrucksvolles Cov\u00ader des\u00adsel\u00adben. Gitar\u00adrist Michel Delville und Key\u00adboard\u00ader Alex Maguire liefern sich hier ein rasend schnelles Duett (wenn nicht gar Duell), das aufhorchen l\u00e4sst. Ist das noch Jazz? N\u00f6! Na und?<\/p>\n<p>Keine Sorge jedoch, denn der Jazz hat sich nur eine kurze Pause geg\u00f6n\u00adnt. Bere\u00adits im coltranesquen \u201cThe Invi\u00adta\u00adtion\u201d und deut\u00adlich\u00ader noch im vor\u00adlet\u00adzten St\u00fcck \u201cMer\u00adcury\u201d kehrt er zur\u00fcck und spielt ein weit\u00aderes Mal seine St\u00e4rken aus. Kon\u00adser\u00adv\u00ada\u00adtiv\u00aden Jaz\u00adzfre\u00adun\u00adden fehlen wom\u00ad\u00f6glich Bl\u00e4s\u00ader anstelle des (oder zus\u00e4t\u00adzlich zum) Pianoklimpern(s), aber als kon\u00adser\u00adv\u00ada\u00adtiv\u00ader Jaz\u00adzfre\u00adund h\u00f6rt man wahrschein\u00adlich sowieso nichts, was nicht von Coltrane oder Davis selb\u00adst ist. Schade drum. Aber zur\u00fcck zum gewohn\u00adten Pro\u00adgram\u00adma\u00adblauf: Das \u201cThe Invi\u00adta\u00adtion\u201d fol\u00adgende Titel\u00adst\u00fcck (\u201cMer\u00adcy, Pity, Peace and Love\u201d) \u2014 ich erw\u00e4h\u00adnte es ja schon \u2014 hat mit Jazz wiederum eher wenig zu tun, tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich ist nur die Lust an der freien Form von diesem geblieben. Auf knapp \u00fcber zw\u00f6lf Minuten wirft die Band hier Krautig-Spaciges, Doom-Jazz (also doch!) und Avant\u00adgarde-Ein\u00adsprengsel wie Kon\u00adfet\u00adti in die Luft und f\u00e4ngt das Durcheinan\u00adder wieder ein, nicht ohne ihm einen Sinn zu ver\u00adlei\u00adhen. Das St\u00fcck schwellt an und wieder ab wie Meeres\u00adrauschen, aber in dem Meer ist eine Menge los. Wem das gef\u00e4llt, der hat wenig sp\u00e4ter noch eine M\u00f6glichkeit, diesem Stil zu huldigen: \u201cThe Human Abstract\u201d ist eine wirr scheinende Instru\u00admen\u00adtal\u00adcol\u00adlage, die ich nur schw\u00ader\u00adlich zu beschreiben wei\u00df. Vielle\u00adicht so: Spielt drei Jaz\u00adzrock\u00adplat\u00adten und ein Space\u00adrock\u00adalbum mit unter\u00adschiedlichen Geschwindigkeit\u00aden, aber zur gle\u00adichen Zeit ab. So unge\u00adf\u00e4hr m\u00fcsst ihr euch \u201cThe Human Abstract\u201d vorstellen; und das Erstaunliche ist, dass es trotz\u00addem <em>funk\u00adtion\u00adiert<\/em>. So ungern ich mich hier auch wieder\u00adhole: Merk\u00adw\u00fcrdig.<\/p>\n<p>Das Album schlie\u00dft mit dem Neunein\u00adsech\u00adstelmin\u00fcter \u201cGood\u00adbye My Fel\u00adlow Sol\u00addier\u201d, das den etwas aufge\u00addreht\u00aden Stil von douBt mit dem Can\u00adter\u00adbury-Jazz von Soft Machine paart. Ganz vom Can\u00adter\u00adbury l\u00f6sen will man sich also nicht, und das ist gut. Ich mag den Can\u00adter\u00adbury-Sound. Von \u201cThere Is a War Going On\u201d (wie auch von \u201cNo More Quar\u00adrel with the Dev\u00adil\u201d) gibt es auf dem Album \u00fcbri\u00adgens auch ein <em>reprise<\/em>, das ohne Poli\u00adtik\u00ader\u00adstim\u00admen auskommt. Auch mal ganz sch\u00f6n.<\/p>\n<p>F\u00fcr H\u00f6r\u00adproben soll\u00adtet ihr <a href=\"http:\/\/myspace.com\/doubt3\/music\/songs\">MySpace<\/a> kon\u00adsul\u00adtieren und her\u00adnach umge\u00adhend <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B0097RF05C?ie=UTF8&amp;tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">das Album kaufen<\/a>. Es lohnt sich. Aber das soll\u00adtet ihr ja nun schon wis\u00adsen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja, das Con\u00adti\u00ad\u00adnen\u00ad\u00adtal-Album wartet immer noch darauf, dass ich es mal h\u00f6re. Eins nach dem anderen! 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