{"id":8261,"date":"2013-08-07T16:22:00","date_gmt":"2013-08-07T14:22:00","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=8261"},"modified":"2013-08-07T16:22:00","modified_gmt":"2013-08-07T14:22:00","slug":"liedzeilenkritik-1-die-aerzte-wilde-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2013\/08\/liedzeilenkritik-1-die-aerzte-wilde-welt\/","title":{"rendered":"Liedzeilenkritik (1): Die \u00c4rzte \u2014 Wilde Welt"},"content":{"rendered":"<p><em>(Vorbe\u00admerkung: Um den kul\u00adturellen und klugschei\u00dferischen Anspruch dieser Web\u00adsite zu wahren, fange ich aber\u00admals eine neue Artikelserie an. In dieser Serie werde ich exem\u00adplar\u00adisch qua\u00adsi willk\u00fcr\u00adlich einzelne Zeilen aus mehr oder weniger bekan\u00adnten Liedern inhaltlich zerpfl\u00fcck\u00aden. Ob es weit\u00adere Teile geben wird, wei\u00df ich noch nicht.)<\/em><\/p>\n<p>Die \u00c4rzte sind wie etwa auch die Fan\u00adtastis\u00adchen Vier f\u00fcr ihre tief\u00adsin\u00adni\u00adgen, gele\u00adgentlich auch kindlich-ver\u00adspiel\u00adten (\u201cmein Gen\u00adi\u00adtal tut furcht\u00adbar weh \/ immer dann, wenn ich pisse\u201d, <em>Onpranger\u00ading<\/em>) Reime bekan\u00adnt. Nur sel\u00adten bege\u00adhen sie verse\u00adhentlich einen logis\u00adchen Faux\u00adpas.<\/p>\n<div class=\"lyte-wrapper-audio\" style=\"width:1280px;max-width:100%;overflow:hidden;height:38px;margin:5px;\"><div class=\"lyMe lyte-audio\" id=\"WYL_PLT1w6dpkcw\"><div id=\"lyte_PLT1w6dpkcw\" data-src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/plugins\/wp-youtube-lyte\/lyteCache.php?origThumbUrl=%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2FPLT1w6dpkcw%2Fhqdefault.jpg\" class=\"pL\"><div class=\"tC\"><div class=\"tT\"><\/div><\/div><div class=\"play\"><\/div><div class=\"ctrl\"><div class=\"Lctrl\"><\/div><div class=\"Rctrl\"><\/div><\/div><\/div><noscript><a href=\"https:\/\/youtu.be\/PLT1w6dpkcw\" rel=\"nofollow\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/plugins\/wp-youtube-lyte\/lyteCache.php?origThumbUrl=https%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2FPLT1w6dpkcw%2F0.jpg\" alt=\"YouTube video thumbnail\" width=\"1280\" height=\"18\"><\/a><\/noscript><\/div><\/div><div class=\"lL\" style=\"max-width:100%;width:1280px;margin:5px;\"> <a href=\"https:\/\/youtu.be\/PLT1w6dpkcw\" target=\"_blank\">Dieses Video auf YouTube anse\u00adhen<\/a>.<\/div>\n<p>So hei\u00dft es etwa im Refrain von \u201cWilde Welt\u201d auf dem Album \u201cDas ist nicht die ganze Wahrheit\u2026\u201d (1988):<\/p>\n<blockquote><p>Ich hab\u2019 das Spiele spie\u00adlen satt;<br>\nich bin am Zug, ihr seid schachmatt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dies d\u00fcrfte das inhaltlich schw\u00e4ch\u00adste Zeilen\u00adpaar sein, das Bela B. je gesun\u00adgen hat.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst ein\u00admal das Offen\u00adsichtliche: \u201cIch hab\u2019 das Spiele spie\u00adlen satt\u201d. Kon\u00adse\u00adquent w\u00e4re es, das Spiel also zu been\u00adden, stattdessen gibt Herr B. hochm\u00fctig bekan\u00adnt, in dem Spiel, das er satt hat, nun\u00admehr am Zug zu sein.<\/p>\n<p>Um welch\u00ades Spiel es sich han\u00addelt, geht aus der zweit\u00aden Zeile (der let\u00adzten im Refrain) her\u00advor, n\u00e4m\u00adlich anscheinend um Schach. Beacht\u00adenswert ist hier\u00adbei die Rei\u00adhen\u00adfolge, die durch die Beto\u00adnung deut\u00adlich wird: Das Schachmatt ist keine Folge des Umstands, dass der Ich-Erz\u00e4h\u00adler am Zug ist, son\u00addern seine Voraus\u00adset\u00adzung. In den <a href=\"http:\/\/www.schachbund.de\/intern\/ordnung\/FIDE_Regeln05.pdf\">seit 2005 g\u00fclti\u00adgen Schachregeln<\/a> hei\u00dft es aber unter Artikel 5.1a:<\/p>\n<blockquote><p>Die Par\u00adtie ist von dem Spiel\u00ader gewon\u00adnen, der den geg\u00adner\u00adischen K\u00f6nig mattge\u00adset\u00adzt hat. Damit ist die Par\u00adtie sofort been\u00addet, voraus\u00adge\u00adset\u00adzt, dass der Zug, der die Mattstel\u00adlung her\u00adbeige\u00adf\u00fchrt hat, regel\u00adgem\u00e4\u00df war.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn bere\u00adits ein Spiel\u00ader regelkon\u00adform schachmatt geset\u00adzt wurde, ist nie\u00admand mehr <em>am Zug<\/em>. Eine Aus\u00adnahme stellt der Regel\u00adbruch dar. Sofern aber ein solch\u00ader began\u00adgen wurde, ist eben\u00adfalls nie\u00admand mehr <em>am Zug<\/em>. Artikel 12.8 der Schachregeln n\u00e4m\u00adlich besagt:<\/p>\n<blockquote><p>Andauernde Weigerung eines Spiel\u00aders, sich an die Schachregeln zu hal\u00adten, wird mit Par\u00adtiev\u00ader\u00adlust bestraft.<\/p><\/blockquote>\n<p>Bela B. hat also entwed\u00ader das Spiel per Strafe ver\u00adloren oder sein <em>Gegen\u00adspiel\u00ader<\/em> (in diesem Fall \u201cihr\u201d, also die H\u00f6r\u00ader des Liedes, mithin sein Pub\u00adlikum) wurde von ihm besiegt, was jew\u00adeils nicht unbe\u00add\u00adingt ein Grund zu prahlen ist.<\/p>\n<p>Die bei\u00adden Zeilen im Refrain soll\u00adten also wenig\u00adstens so laut\u00aden:<\/p>\n<blockquote><p>Wir hab\u2019n das Spiel zu End\u2019 gebracht,<br>\nihr habt gewon\u00adnen \u2014 gute Nacht!<\/p><\/blockquote>\n<p>Da ich im \u00dcbri\u00adgen davon aus\u00adge\u00adhe, dass diese Zeilen noch nie in einem Lied ver\u00adwen\u00addet wur\u00adden, bleibt das Ver\u00adw\u00ader\u00adtungsrecht bis auf Wider\u00adruf bei mir. Heutzu\u00adtage wei\u00df man ja nie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Vorbe\u00admerkung: Um den kul\u00adturellen und klugschei\u00dferischen Anspruch dieser Web\u00adsite zu wahren, fange ich aber\u00admals eine neue Artikelserie an. In dieser Serie werde ich exem\u00adplar\u00adisch qua\u00adsi willk\u00fcr\u00adlich einzelne Zeilen aus mehr oder weniger bekan\u00adnten Liedern inhaltlich zerpfl\u00fcck\u00aden. Ob es weit\u00adere Teile geben wird, wei\u00df ich noch nicht.) Die \u00c4rzte sind wie etwa auch die Fan\u00adtastis\u00adchen Vier \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2013\/08\/liedzeilenkritik-1-die-aerzte-wilde-welt\/\" class=\"more-link\">\u2018Liedzeilenkri\u00adtik (1): Die \u00c4rzte \u2014 Wilde Welt\u2019 weit\u00ader\u00adlesen \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-8261","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musikalisches"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":null,"server":null,"url":null},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8261","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8261"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8261\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8261"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8261"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8261"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/series?post=8261"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}