{"id":7989,"date":"2013-05-17T23:20:36","date_gmt":"2013-05-17T21:20:36","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=7989"},"modified":"2013-05-17T23:21:52","modified_gmt":"2013-05-17T21:21:52","slug":"mein-problem-mit-dem-feminismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2013\/05\/mein-problem-mit-dem-feminismus\/","title":{"rendered":"Mein Problem mit dem Feminismus"},"content":{"rendered":"<p>Obwohl (oder ger\u00adade weil?) ich die <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2013\/04\/piratinnenkon\/\">#Piratin\u00adnenKon<\/a> besucht und mich dort sowie im Anschluss mit eini\u00adgen dur\u00adchaus diskus\u00adsions\u00adbere\u00adit\u00aden und auch \u00fcberzeu\u00adgen\u00adden Fem\u00adi\u00adnistin\u00adnen unter\u00adhal\u00adten habe, werde ich gele\u00adgentlich gefragt, worin eigentlich <em>mein Prob\u00adlem mit dem Fem\u00adi\u00adnis\u00admus<\/em> beste\u00adhe. Vorge\u00adwor\u00adfen wer\u00adden mir unter anderem meine nicht feind\u00adseli\u00adgen Kon\u00adtak\u00adte zu ver\u00admeintlichen <em>T\u00e4tern<\/em> sowie meine man\u00adgel\u00adnde Bere\u00aditschaft, mich an <em>nett gemein\u00adten<\/em>, ratio\u00adnal aber eher kon\u00adtrapro\u00adduk\u00adtiv\u00aden Aktio\u00adnen wie der \u201cIn-Woche\u201d, also ein\u00ader Woche, in der auss\u00adchlie\u00dflich das <em>gener\u00adische Fem\u00adi\u00adninum<\/em> ver\u00adwen\u00addet wird, zu beteili\u00adgen. Auch meine Kri\u00adtik daran, dass eigentlich unter\u00adst\u00fctzenswerte Aktio\u00adnen gegen sex\u00aduelle \u00dcber\u00adgriffe h\u00e4u\u00adfig stur <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2013\/01\/der-bessere-sexismus\/\">ein bes\u00adtimmtes T\u00e4ter-Opfer-Schema befol\u00adgen<\/a>, st\u00f6\u00dft nicht \u00fcber\u00adall auf Zus\u00adpruch. Offen\u00adbar wirke ich in meinem Habi\u00adtus wie ein Frauen\u00adfress\u00ader.<\/p>\n<p>Nat\u00fcr\u00adlich gibt es auch radikal agierende oder sich radikal \u00e4u\u00dfernde Vertreter der Ansicht, Frauen seien auf\u00adgrund ihres Geschlechts in der K\u00fcche noch immer am Besten aufge\u00adhoben. Dass viele Frauen dieses Spiel aktiv mit\u00adspie\u00adlen, sei es aus <a href=\"http:\/\/www.bibel-online.net\/buch\/luther_1912_apokr\/sirach\/26\/#17\">religi\u00f6sen<\/a>, sei es aus anderen wirren Gr\u00fcn\u00adden (recht beliebt ist das Bild der Frau als untergebene Gef\u00e4hrtin des Mannes zum Beispiel auch bei Fre\u00adun\u00adden des Mit\u00adte\u00adlal\u00adters), ist zumin\u00add\u00adest eine Randbe\u00admerkung wert, jedoch kein Grund anzunehmen, neg\u00ada\u00adtive Rol\u00adlen\u00adklis\u00adchees seien eine rein m\u00e4nnliche Eigen\u00adheit.<\/p>\n<p>\u201cWein soll flie\u00dfen, bren\u00adnen soll das Weib!\u201d<br>\n<em>\u2013 Lost Belief: Bischof\u00adswein<\/em><\/p>\n<p>Ver\u00admut\u00adlich ist es eher wenig f\u00f6rder\u00adlich f\u00fcr den Fem\u00adi\u00adnis\u00admus, wenn Fem\u00adi\u00adnistin\u00adnen in der Tra\u00addi\u00adtion von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Valerie_Solanas\">Valerie Solanas<\/a> das <em>Ende alles M\u00e4nnlichen<\/em> fordern. (<a href=\"http:\/\/www.emma.de\/index.php?id=913\">Einem Mag\u00ada\u00adzin gef\u00e4llt das.<\/a>) Dabei befinde ich Fem\u00adi\u00adnis\u00admus von sein\u00ader blo\u00dfen Inten\u00adtion her gar nicht f\u00fcr schlimm. Die Gle\u00adich\u00adbe\u00adhand\u00adlung aller drei Geschlechter, ohne ein Geschlecht (etwa, wie es oft erfol\u00adgt, das m\u00e4nnliche oder das weib\u00adliche) pos\u00adi\u00adtiv oder neg\u00ada\u00adtiv her\u00advorzuheben, ist eine dur\u00adchaus pro\u00adgres\u00adsive Idee und der \u201cPostgender\u201d-Idee, die die \u00dcber\u00adwin\u00addung von Geschlechterzuge\u00adh\u00f6rigkeit zum Inhalt hat, nicht un\u00e4hn\u00adlich. Nicht sch\u00f6n wird es aber, wenn man sich auf dem Weg dor\u00adthin radikaler Meth\u00ado\u00add\u00aden bedi\u00adent.<\/p>\n<p>Ein konkretes Beispiel: Vor recht kurz\u00ader Zeit wurde in Berlin das \u201cBar\u00adbie Dream\u00adhouse\u201d er\u00f6ffnet. Nat\u00fcr\u00adlich waren viele Kinder und Eltern dort. Nahe liegend ist, dass man als ratio\u00adnaler Men\u00adsch eine Kundge\u00adbung abh\u00e4lt, um medi\u00adal desin\u00adter\u00adessierten Besuch\u00adern zu ver\u00adste\u00adhen zu geben, dass das Frauen\u00adbild, das Bar\u00adbie ver\u00admit\u00adtelt, nicht unbe\u00add\u00adingt opti\u00admal ist. (Dabei ist die Kri\u00adtik an dem Frauen\u00adbild nicht immer klar ver\u00adst\u00e4ndlich: Geht es um die <a href=\"http:\/\/www.amica.de\/liebe-psychologie\/plastic-nicht-fantastic-wie-barbie-proportionen-an-echten-frauen-aussehen_aid_14093.html\">unge\u00adsun\u00adden Pro\u00adpor\u00adtio\u00adnen<\/a> der Puppe, um das Klis\u00adchee von der kich\u00adern\u00adden Haus\u00adfrau, die st\u00e4ndig nur mit ihren Fre\u00adundin\u00adnen Urlaub macht und son\u00adst nichts auf die Rei\u00adhe bekommt, oder um die heutzu\u00adtage allzu welt\u00adfremde Vorstel\u00adlung, die erste richtige Beziehung [\u201cKen\u201d] w\u00e4re die \u201cLiebe des Lebens\u201d?)<\/p>\n<p>Etwas weniger nahe liegend ist <a href=\"http:\/\/pinkstinks.de\/das-drama-am-dreamhouse\/\">das:<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Klara Martens tauchte als Bar\u00adbie auf, ent\u00adbl\u00f6\u00dfte ihre per\u00adfek\u00adten Br\u00fcste (\u201eLife in plas\u00adtic is not fan\u00adtas\u00adtic!\u201c) und hielt ein bren\u00adnen\u00addes Kreuz hoch.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nun w\u00fcrde ich ja behaupten, die For\u00admulierung \u201cper\u00adfek\u00adte Br\u00fcste\u201d sei hier nicht klug gew\u00e4hlt und wirke eher nei\u00addisch als sp\u00f6t\u00adtisch, aber mich fragt nat\u00fcr\u00adlich wieder kein\u00ader. Inter\u00ades\u00adsant ist aber auch das mit dem bren\u00adnen\u00adden Kreuz, an das im \u00dcbri\u00adgen \u2014 ein hier nicht ganz unwichtiges Detail \u2014 <a href=\"http:\/\/www.general-anzeiger-bonn.de\/news\/vermischtes\/Protest-mit-brennendem-Kreuz-vor-dem-Barbie-Haus-in-Berlin-article1051472.html\">eine Bar\u00adbie-Puppe gebun\u00adden<\/a> wor\u00adden war. Da hat jemand zu viel Geld.<\/p>\n<p>Ein\u00admal ganz abge\u00adse\u00adhen von dem recht d\u00e4m\u00adlichen Umstand, dass man als fem\u00adi\u00adnis\u00adtis\u00adche Frau gegen Geschlechterk\u00adlis\u00adchees heutzu\u00adtage offen\u00adbar bevorzugt halb\u00adnackt demon\u00adstri\u00adert (\u201cSex\u00adis\u00admus ist schei\u00dfe, aber guckt mal, wie toll meine Br\u00fcste sind!\u201d), denn von voll bek\u00adlei\u00adde\u00adten Demon\u00adstran\u00adtinnen bekommt man in <em>den Medi\u00aden<\/em> nur wenig zu sehen, ziehen sich durch die \u201cFemen\u201d-Proteste \u2014 \u201cFemen\u201d nen\u00adnen sich die bar\u00adbusi\u00adgen Radikalfem\u00adi\u00adnistin\u00adnen, deren einzige Emo\u00adtion anscheinend Aggres\u00adsion ist \u2014 auch Stilmit\u00adtel ganz ander\u00ader Grup\u00adpen wie ein rot\u00ader Faden. Bren\u00adnende Kreuze? <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ku-Klux-Klan#Zeichen_und_Symbole\">Haben andere schon gemacht.<\/a> <em>Ver\u00adharm\u00adlo\u00adsung<\/em> von NSDAP-Sym\u00adbol\u00aden? <a href=\"http:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/panorama\/EM-Frauen-demonstrieren-halbnackt-gegen-Sex-Tourismus-id20521661.html\">L\u00e4uft.<\/a> Die Zurschaustel\u00adlung des weib\u00adlichen K\u00f6r\u00adpers als Objekt erfol\u00adgt ja als Grup\u00adpenkon\u00adsens ohne\u00adhin. Eine kreative Femen\u00adgruppe, die irgen\u00addet\u00adwas Uner\u00adfreulich\u00ades machen m\u00f6chte, was noch nicht <em>jed\u00ader<\/em> gemacht hat, um aufz\u00adu\u00adfall\u00aden, m\u00fcsste also eventuell irgend\u00adwas mit aktiv\u00ader P\u00e4dophilie machen. Oder mit F\u00e4kalien. Oder bei\u00addes.<\/p>\n<p>\u201cBren\u00adnen, sie soll bren\u00adnen!\u201d<br>\n<em>\u2013 Sub\u00adway to Sal\u00adly: Die Hexe<\/em><\/p>\n<p>Bemerkenswert ist, dass sowohl der Ku-Klux-Klan als auch die NSDAP prim\u00e4r Vere\u00adine waren beziehungsweise sind, in denen das ver\u00adhas\u00adste <em>Patri\u00adar\u00adchat<\/em> den Ton angab beziehungsweise angibt. Man macht also Gebrauch von den Meth\u00ado\u00add\u00aden des <em>Fein\u00addes<\/em>, eben des ver\u00admeintlichen Patri\u00adar\u00adchats, um zu zeigen, dass es falsch liegt. Ich bin unwil\u00adlens, mich einen Patri\u00adarchen zu nen\u00adnen, aber ich bin der fes\u00adten \u00dcberzeu\u00adgung, dass M\u00e4n\u00adner, die gegen eine <em>Vorherrschaft des Weib\u00adlichen<\/em>, sofern diese eines Tages ein\u00adtritt, demon\u00adstri\u00aderen gehen wollen, daf\u00fcr keine Nazisym\u00adbo\u00adl\u00adik ben\u00f6ti\u00adgen. Allerd\u00adings ist mir auch kein solch\u00ader Fall bekan\u00adnt. Man schelte mich einen Nar\u00adren, so er denn eines Tages ein\u00adtritt und ich soeben irrte.<\/p>\n<p>Bl\u00f6d am Fem\u00adi\u00adnis\u00admus ist auch, dass er in Beh\u00f6r\u00adden und \u00e4hn\u00adlichen Ein\u00adrich\u00adtun\u00adgen allzu oft mit \u201cGen\u00addern\u201d ver\u00adwech\u00adselt wird. Daf\u00fcr kann der Fem\u00adi\u00adnis\u00admus indes nichts. \u201cGen\u00addern\u201d ist \u2014 so mein bish\u00aderiger Ken\u00adnt\u00adnis\u00adstand \u2014 die furcht\u00adbare Marotte, <em>geschlechterg\u00aderechte<\/em> Sprache zu benutzen, also jedem gener\u00adischen Maskulinum ein gener\u00adisches Fem\u00adi\u00adninum zur Seite zu stellen. (Trans\u00adsex\u00aduelle d\u00fcr\u00adfen nat\u00fcr\u00adlich auch weit\u00ader\u00adhin <em>sprach\u00adlich unter\u00addr\u00fcckt<\/em> wer\u00adden, sind ja nicht so viele.) Mir als Mann ist es ja v\u00f6l\u00adlig wurscht, ob ich nun \u201cder Men\u00adsch\u201d, \u201cdie Men\u00adschin\u201d oder \u201cdas Men\u00adsch\u201d bin, und ich habe bish\u00ader auch nur wenige Stu\u00addentin\u00adnen ken\u00adnen gel\u00adernt (ich k\u00f6n\u00adnte spon\u00adtan nicht mal einen Namen nen\u00adnen), die eine Anrede als \u201cliebe Stu\u00adden\u00adten\u201d als tiefe Belei\u00addi\u00adgung emp\u00adfun\u00adden h\u00e4t\u00adten, schon, weil es im Regelfall um den Stand und nicht um das Geschlecht geht; aber bitte, ein jed\u00ader m\u00f6ge seine eige\u00adnen Prob\u00adleme zur L\u00f6sung ein\u00adre\u00adichen. Per\u00ads\u00f6n\u00adlich bin ich ein Fre\u00adund des <em>gener\u00adischen Neu\u00adtrums<\/em>, und wenn man schon W\u00f6rter wie \u201cPirat\u00aden\u201d mit irgendwelchen Aus\u00adlas\u00adsungsas\u00adterisken <em>erg\u00e4nzen<\/em> muss, weil es das <em>gener\u00adische Neu\u00adtrum<\/em> f\u00fcr Per\u00adso\u00adn\u00aden\u00adbeze\u00adich\u00adnun\u00adgen in der Prax\u00adis gar nicht gibt, dann doch bitte \u201cPirat*en\u201d und nicht \u201cPirat*innen\u201d, da let\u00adzteres bere\u00adits eine geschlecht\u00adsein\u00addeutige Endung impliziert; das \u201cGen\u00adder\u00adsternchen\u201d ste\u00adht ja, entlehnt aus der EDV-Welt, daf\u00fcr, dass man an sein\u00ader Stelle <em>Beliebiges<\/em> ein\u00adf\u00fc\u00adgen kann, und solch\u00ades <em>Beliebiges<\/em>, das aus \u201cPirat*innen\u201d m\u00e4nnliche oder trans\u00adsex\u00aduelle \u201cPirat\u00aden\u201d \u2014 let\u00adztere bevorzu\u00adgen sowieso oft das Wort \u201cQueer\u00adat\u00aden\u201d \u2014 macht (offizieller Sprachge\u00adbrauch: \u201cmit\u00admeint\u201d), ist jeden\u00adfalls mir nicht gel\u00e4u\u00adfig.<\/p>\n<p>Man sollte nat\u00fcr\u00adlich auch weit\u00ader\u00adhin geson\u00addert von \u201csehr geehrten Damen und Her\u00adren\u201d, \u201csehr geehrten M\u00e4n\u00adnern und Frauen\u201d oder \u00e4hn\u00adlichen Teilun\u00adgen sprechen, sofern man etwa als Red\u00adner ein Pub\u00adlikum, das rest\u00adlos aus Vertretern bei\u00adder\u00adlei Geschlechts beste\u00adht, anzure\u00adden beliebt; \u201csehr geehrte Men\u00adschen\u201d klingt doch etwas hol\u00adprig und \u201csehr geehrte Teil\u00adnehmer\u201d passt l\u00e4ngst nicht immer. Warum es aber unzu\u00admut\u00adbar erscheint, auch in der Schrift\u00adsprache alle ange\u00adsproch\u00adenen Per\u00adso\u00adn\u00aden mit\u00adsamt ihrem Geschlecht, sofern als notwendig erachtet, <a href=\"http:\/\/www.bruehlmeier.info\/sprachfeminismus.htm\">voll\u00adst\u00e4ndig auszuschreiben<\/a>, erschlie\u00dft sich mir nicht. (Der Autor des soeben ver\u00adlink\u00adten Textes ver\u00adwech\u00adselt jedoch \u201czuse\u00adhends\u201d und den meines Eracht\u00adens frag\u00adw\u00fcrdi\u00adgen Anglizis\u00admus \u201czunehmend\u201d, ich empfehle also, seine Erg\u00fcsse nicht ein\u00adfach als gegeben hinzunehmen.) Die Zeit, in der ein ein\u00adfach\u00ader Text noch zu Kapaz\u00adit\u00e4t\u00adsen\u00adg\u00adp\u00e4ssen f\u00fchrte, soll\u00adten seit eini\u00adgen Jahren l\u00e4ngst \u00fcber\u00adwun\u00adden sein. Ich per\u00ads\u00f6n\u00adlich lege hinge\u00adgen gar keinen Wert darauf, W\u00f6rter nach ihrem gram\u00admatikalis\u00adchen Geschlecht zu beurteilen. Bin ich ein Frauen\u00adfeind, weil es mich nicht st\u00f6rt, wenn <em>der<\/em> Baum pr\u00e4chtig gedei\u00adht? Zugegeben, der Ver\u00adgle\u00adich hinkt. Ziehen wir einen anderen her\u00adan: Bin ich ein Frauen\u00adfeind, wenn ich nach der Kon\u00adsul\u00adta\u00adtion eines \u00c4rztepaares, von dem ein Teil m\u00e4nnlich, ein Teil weib\u00adlich ist, sage, ich sei <em>beim Arzt<\/em> oder <em>bei \u00c4rzten<\/em> und nicht <em>beim Arzt und bei der \u00c4rztin<\/em> gewe\u00adsen? Ich ver\u00adsuche wirk\u00adlich zu begreifen, warum das notwendig sei, um sich <em>vom Patri\u00adar\u00adchat zu dis\u00adtanzieren<\/em>, aber es gelingt mir ein\u00adfach nicht. Ich sehe mich ohnedies \u2014 ich erw\u00e4h\u00adnte es bere\u00adits \u2014 nicht als einen Patri\u00adarchen. Herrschaft qua Geschlecht ist keine gute Herrschaft, Herrschaft qua Kom\u00adpe\u00adtenz gilt es zu f\u00f6rdern. Mit dem Wort \u201cHerrschaft\u201d rate ich in ein\u00ader Demokratie \u00fcbri\u00adgens \u00e4u\u00dferst vor\u00adsichtig umzuge\u00adhen, meine Herrschaften. <em>(Hat eigentlich schon jemand den Begriff der \u201c<b>weib<\/b>lichen <b>Herr<\/b>schaft\u201d angeprangert?)<\/em><\/p>\n<p>\u201cIch bin nicht unter dir, ich bin nicht \u00fcber dir, ich bin neben dir.\u201d<br>\n<em>\u2013 Ton Steine Scher\u00adben: Komm schlaf bei mir<\/em><\/p>\n<p>Dass eines der Ziele des Fem\u00adi\u00adnis\u00admus\u2019 auch eine Gle\u00adich\u00adbe\u00adhand\u00adlung der Frau bei Bef\u00f6rderun\u00adgen, Anstel\u00adlun\u00adgen und Ent\u00adloh\u00adnung ist, finde ich des Weit\u00aderen gut und richtig. Die Ver\u00adfechter dieser Gle\u00adich\u00adbe\u00adhand\u00adlung schaden ihrer eige\u00adnen Sache jedoch allzu oft mit inko\u00adr\u00adrek\u00adter Wieder\u00adgabe tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich\u00ader Zahlen und (bewusster?) Unken\u00adnt\u00adnis der wirtschaftlichen Real\u00adit\u00e4t. Nat\u00fcr\u00adlich sind Per\u00adson\u00adalchefs, die bei Bewer\u00adbun\u00adgen einen Mann wegen seines Gliedes und nicht wegen sein\u00ader Kom\u00adpe\u00adtenz bevorzu\u00adgen, eine Fehlbe\u00adset\u00adzung. Wenn aber zum Beispiel eine Frau in <em>M\u00e4n\u00adner\u00adberufen<\/em> (zum Beispiel in der Infor\u00admatik\u00adbranche) abgelehnt wird, weil sie in ihrer Kind\u00adheit mit Pup\u00adpen statt wie ihre m\u00e4nnlichen Mit\u00adbe\u00adwer\u00adber mit Com\u00adput\u00adern gespielt hat, dann ist das eine Kom\u00adpe\u00adtenz- und keine Geschlechter\u00adfrage. Ich als Per\u00adson\u00adalchef w\u00fcrde \u00fcbri\u00adgens f\u00fcr Pro\u00adgram\u00admierung generell lieber eine Frau, die C++ beherrscht, als einen Mann, der den modis\u00adchen Null\u00adbe\u00adgriff \u201cWeb 2.0\u201d als Fachken\u00adnt\u00adnis angibt, ein\u00adstellen; mir sind sog\u00adar konkrete Beispiele f\u00fcr bei\u00adde genan\u00adnten Per\u00adso\u00adn\u00aden bekan\u00adnt. \u201cFrauen k\u00f6n\u00adnen nicht pro\u00adgram\u00admieren und M\u00e4n\u00adner sind Nerds\u201d ist also aus\u00adgemachter Schwachsinn. Ich bin aber kein Per\u00adson\u00adalchef. \u2014 Ander\u00adsherum bezweifelt wahrschein\u00adlich auch kaum jemand (gle\u00adich welchen Geschlechts), dass Frauen sich auf\u00adgrund ihrer Urin\u00adstink\u00adte als Kinderg\u00e4rt\u00adner, \u00e4h, Kinderg\u00e4rt\u00adner\u00adin\u00adnen generell bess\u00ader <em>eignen<\/em> als M\u00e4n\u00adner. (Eine per\u00ads\u00f6n\u00adliche Anek\u00addote in diesem Zusam\u00admen\u00adhang: Seit\u00adens der staatlichen Insti\u00adtu\u00adtion, bei der ich in Lohn, wenn auch nicht in Brot, ste\u00adhe, wird in Stel\u00adlenauss\u00adchrei\u00adbun\u00adgen gegen\u00adw\u00e4r\u00adtig aus\u00addr\u00fcck\u00adlich angegeben, dass Bewer\u00adbun\u00adgen von M\u00e4n\u00adnern auf\u00adgrund der Bes\u00adtim\u00admungen des <a href=\"http:\/\/www.lexsoft.de\/cgi-bin\/lexsoft\/justizportal_nrw.cgi?xid=4195885,1\">nieder\u00ads\u00e4ch\u00adsis\u00adchen Gle\u00adich\u00adberech\u00adti\u00adgungs\u00adge\u00adset\u00adzes (NGG)<\/a> beson\u00adders erw\u00fcn\u00adscht seien. Anscheinend ist der Frauenan\u00adteil stel\u00adlen\u00adweise inzwis\u00adchen so gro\u00df gewor\u00adden, dass der Geset\u00adzge\u00adber inter\u00adve\u00adnieren musste. Das k\u00f6n\u00adnte daran liegen, dass einen m\u00e4nnlichen, kinder\u00adlosen Akademik\u00ader mit abgeschlossen\u00adem Studi\u00adum die hier \u00fcblichen 50-Prozent-Stellen meist nicht son\u00adder\u00adlich reizen. \u2014 Wer jeden\u00adfalls in \u00fcber\u00adst\u00fcrztem Aktion\u00adis\u00admus trotz guter Absicht\u00aden pauschal eine <em>Frauen\u00adquote<\/em> im \u00f6ffentlichen Dienst fordert und keine Aus\u00adnah\u00admen vor\u00adsieht, \u00fcber\u00adsieht dabei offen\u00adsichtlich etwas Grundle\u00adgen\u00addes.)<\/p>\n<p>Nein, ich habe kein Prob\u00adlem mit dem Fem\u00adi\u00adnis\u00admus. Ich habe ein Prob\u00adlem damit, dass <em>die Men\u00adschen<\/em> ihn per\u00advertieren. Das Ende von geschlechter\u00adbe\u00adzo\u00adgen\u00ader Diskri\u00adm\u00adinierung mit\u00adtels der \u00dcber\u00adwin\u00addung der Kat\u00ade\u00adgorisierung nach (mithin: der impliziten oder expliziten Bevorzu\u00adgung von) Mann, Frau oder unklarem Drit\u00adten (in beh\u00f6rdlichen For\u00admu\u00adla\u00adren tauchen diese Drit\u00adten oft nicht ein\u00admal auf, sie haben also ein zus\u00e4t\u00adzlich\u00ades Diskri\u00adm\u00adinierung\u00adsprob\u00adlem), sollte gegebe\u00adnen\u00adfalls poli\u00adtis\u00adches, prim\u00e4r aber gesellschaftlich\u00ades Ziel eines pro\u00adgres\u00adsiv denk\u00adenden Men\u00adschen sein.<\/p>\n<p>Das ist eigentlich auch schon alles.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl (oder ger\u00adade weil?) ich die #Piratin\u00adnenKon besucht und mich dort sowie im Anschluss mit eini\u00adgen dur\u00adchaus diskus\u00adsions\u00adbere\u00adit\u00aden und auch \u00fcberzeu\u00adgen\u00adden Fem\u00adi\u00adnistin\u00adnen unter\u00adhal\u00adten habe, werde ich gele\u00adgentlich gefragt, worin eigentlich mein Prob\u00adlem mit dem Fem\u00adi\u00adnis\u00admus beste\u00adhe. Vorge\u00adwor\u00adfen wer\u00adden mir unter anderem meine nicht feind\u00adseli\u00adgen Kon\u00adtak\u00adte zu ver\u00admeintlichen T\u00e4tern sowie meine man\u00adgel\u00adnde Bere\u00aditschaft, mich an nett \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2013\/05\/mein-problem-mit-dem-feminismus\/\" class=\"more-link\">\u2018Mein Prob\u00adlem mit dem Fem\u00adi\u00adnis\u00admus\u2019 weit\u00ader\u00adlesen \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[1,13,37],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-7989","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-persoenliches","category-in-den-nachrichten","category-mir-wird-geschlecht"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":"3dc842a5e0c44d9e990aabaf1325ab6e","server":"vg07.met.vgwort.de","url":"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/3dc842a5e0c44d9e990aabaf1325ab6e"},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7989","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7989"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7989\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7989"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7989"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7989"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/series?post=7989"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}