{"id":7885,"date":"2013-04-17T21:13:46","date_gmt":"2013-04-17T19:13:46","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=7885"},"modified":"2013-04-17T21:13:46","modified_gmt":"2013-04-17T19:13:46","slug":"kinder-statt-jugend-ein-nachtrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2013\/04\/kinder-statt-jugend-ein-nachtrag\/","title":{"rendered":"Kinder statt Jugend? (Ein Nachtrag.)"},"content":{"rendered":"<p>Let\u00adzte Woche <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2013\/04\/feindbild-jugend\/\">mut\u00adma\u00dfte ich<\/a>, es gebe ein <em>Feind\u00adbild Jugend<\/em>. So weit, so begr\u00fcn\u00addet. Heute nun schrieb Nutzerin \u201c07elfe\u201d <a href=\"https:\/\/twitter.com\/07elfe\/status\/324454196998971392\">fol\u00adgen\u00adden Tweet:<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Solange ich nicht Mut\u00adter bin, darf ich selb\u00adst das Kind bleiben, so seh ich das.<\/p><\/blockquote>\n<p>W\u00e4hrend mir nicht ganz klar ist, wie viel Humor in diesem Tweet steckt, l\u00e4sst er mich doch nach\u00adden\u00adklich wer\u00adden. Ist das Selb\u00adst\u00adbild wer\u00adden\u00adder Eltern tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich, dass die Zeit f\u00fcr Jux nun vor\u00fcber ist? Wie trost\u00adlos muss es sein, nicht mehr Kind sein zu d\u00fcr\u00adfen, weil man voll aufge\u00adht in der Rolle des Vor\u00adbilds! Nat\u00fcr\u00adlich ist es f\u00fcr die Entwick\u00adlung eines Kindes als nicht kom\u00adpat\u00adi\u00adbel mit <em>gesellschaftlichen Nor\u00admen<\/em> anzuse\u00adhen, wenn die Eltern bedr\u00f6h\u00adnt durch den Tag wan\u00addeln und gele\u00adgentlich fluchen und\/oder unsch\u00f6ne Dinge tun, zum Beispiel alte Men\u00adschen schub\u00adsen oder BILD \u201clesen\u201d.<\/p>\n<p>Aber warum sollte man den Nor\u00admen stets entsprechen?<\/p>\n<p>Das staatliche Ide\u00adal\u00adbild eines Men\u00adschen ist der Jasager, der sein spie\u00dfiges kleines Leben unter dem Damok\u00adless\u00adchw\u00adert der Nor\u00admen ver\u00adbringt. Wer sich <em>daneben\u00adben\u00adimmt<\/em>, bege\u00adht damit sozialen Selb\u00adst\u00admord oder beg\u00adibt sich zumin\u00add\u00adest frei\u00adwillig in die Quar\u00adan\u00adt\u00e4ne. In diesen Trott gilt es nicht zu ver\u00adfall\u00aden. Warum sich selb\u00adst den Spa\u00df nehmen lassen?<\/p>\n<p>So ungern ich das auch an dieser Stelle zugebe, aber die Serie \u201cGilmore Girls\u201d habe ich kurzzeit\u00adig ver\u00adfol\u00adgt. Eine allein\u00aderziehende Mut\u00adter in ein\u00ader <em>sit\u00adcom<\/em> f\u00fchrt zwar wahrschein\u00adlich ein meist etwas anderes Leben als die deutsche Haus\u00adfrau mit vor\u00fcberge\u00adhend voll\u00adst\u00e4ndi\u00adger Fam\u00adi\u00adlie, aber es gilt zu erken\u00adnen, wo die \u00dcber\u00adschnei\u00addun\u00adgen liegen k\u00f6n\u00adnen. Wem ist geholfen, wenn der eigene Nach\u00adwuchs seine Vor\u00adfahren f\u00fcr lang\u00adweilig, f\u00fcr wenig nachah\u00admenswert h\u00e4lt? Let\u00adz\u00adtendlich m\u00f6chte man in ein\u00ader Phase seines Lebens oft <em>anders<\/em> sein als seine Eltern, denn die sind nor\u00admaler\u00adweise nicht <em>cool<\/em>. Warum nicht pos\u00adi\u00adtiv \u00fcber\u00adraschen?<\/p>\n<p>Der Hedo\u00adnis\u00admus ist wahrlich kein schlechter Rat\u00adge\u00adber, wenn die Lebens\u00adf\u00fchrung selb\u00adst einen F\u00fchrer braucht. Das Leben ist zu kurz f\u00fcr Kom\u00adpro\u00admisse mit sich selb\u00adst. Wenn man <em>anders<\/em> sein, seine Kinder <em>bess\u00ader<\/em> erziehen will als man es selb\u00adst in der Kind\u00adheit erfahren hat, warum dann nicht mit Kon\u00adse\u00adquenz? \u2014 Tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich sollte man stets ein Kind bleiben, um seine eige\u00adnen Kinder zu ver\u00adste\u00adhen. Nur wenig ver\u00adf\u00fchrt mehr zu Mis\u00adse\u00adtat\u00aden als der Reiz des Ver\u00adbote\u00adnen und das Bewusst\u00adsein, dass das, was man tut, die Eltern ziem\u00adlich ver\u00e4rg\u00adern w\u00fcrde, w\u00e4ren sie dabei.<\/p>\n<p>So ist auch erk\u00adl\u00e4rt, warum <em>die Jugendlichen<\/em>, die <em>lieben Jugendlichen<\/em>, aus erw\u00e4h\u00adn\u00adtem Vor\u00adbeitrag stets die B\u00f6sewichte sind, deren Treiben es Ein\u00adhalt zu gebi\u00adeten gilt. Nat\u00fcr\u00adlich n\u00e4m\u00adlich waren <em>die Erwach\u00adse\u00adnen<\/em>, die Spie\u00dfer unter dem Schw\u00adert, niemals jung, hat\u00adten niemals Spa\u00df. Spa\u00df war damals unter Strafe ver\u00adboten. Beat\u00admusik wurde nat\u00fcr\u00adlich nicht geh\u00f6rt, die R\u00f6cke blieben immer unten, die Schuhe an den F\u00fc\u00dfen, und an Dro\u00adgen war damals nicht zu denken; der anst\u00e4ndi\u00adge Jugendliche <em>von fr\u00fcher<\/em> trank nat\u00fcr\u00adlich nur Kr\u00e4uter\u00adtee und hat\u00adte Spa\u00df mit B\u00fcch\u00adern und Wan\u00addern. In wessen Dro\u00adgen\u00adhal\u00adluz\u00adi\u00adna\u00adtion diese Wirk\u00adlichkeit sich einst befand, ist mir jedoch nicht bekan\u00adnt.<\/p>\n<p>Wer ein Vor\u00adbild f\u00fcr ein Kind sein will, muss zun\u00e4chst ein\u00admal in der Lage sein, selb\u00adst Kind zu sein; wer will schon ein Kind haben, das sich ben\u00adimmt wie seine Erzieher?<\/p>\n<p>Wenn es oben\u00addrein wohler\u00adzo\u00adgen ist und im Bus und in der Bahn auch mal die Klappe h\u00e4lt, f\u00e4nde ich das ziem\u00adlich spitze. Es w\u00e4re mir eine gro\u00dfe Freude, hier\u00adf\u00fcr den Aus\u00adl\u00f6s\u00ader geliefert zu haben. Die Bla\u00adgen gehen mir n\u00e4m\u00adlich wirk\u00adlich enorm auf die Ner\u00adven.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Let\u00adzte Woche mut\u00adma\u00dfte ich, es gebe ein Feind\u00adbild Jugend. So weit, so begr\u00fcn\u00addet. Heute nun schrieb Nutzerin \u201c07elfe\u201d fol\u00adgen\u00adden Tweet: Solange ich nicht Mut\u00adter bin, darf ich selb\u00adst das Kind bleiben, so seh ich das. W\u00e4hrend mir nicht ganz klar ist, wie viel Humor in diesem Tweet steckt, l\u00e4sst er mich doch nach\u00adden\u00adklich wer\u00adden. Ist \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2013\/04\/kinder-statt-jugend-ein-nachtrag\/\" class=\"more-link\">\u2018Kinder statt Jugend? (Ein Nach\u00adtrag.)\u2019 weit\u00ader\u00adlesen \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-7885","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-persoenliches"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":null,"server":null,"url":null},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7885","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7885"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7885\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7885"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7885"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7885"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/series?post=7885"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}