{"id":7856,"date":"2013-04-08T18:43:57","date_gmt":"2013-04-08T16:43:57","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=7856"},"modified":"2013-04-08T18:43:57","modified_gmt":"2013-04-08T16:43:57","slug":"feindbild-jugend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2013\/04\/feindbild-jugend\/","title":{"rendered":"Feindbild Jugend"},"content":{"rendered":"<p>Die au\u00dfer\u00adhalb von Mil\u00adit\u00e4r, Aktivis\u00admus und Sport seit jeher pop\u00adul\u00e4re These, die Jugend sei von Grund auf ver\u00addor\u00adben, zieht immer noch weite Kreise.<\/p>\n<p>Ich kann ja ver\u00adste\u00adhen, dass man als <em>pars pro toto<\/em> gern diejeni\u00adgen als Beispiel her\u00adanzieht, die aus der Menge her\u00adausstechen. Recht h\u00e4u\u00adfig werde ich etwa Ohren\u00adzeuge von Gespr\u00e4chen zwis\u00adchen Jugendlichen, die von j\u00fcng\u00adsten Geschehnis\u00adsen bericht\u00aden und jed\u00ader gle\u00adich wie \u00f6den Teil\u00aderz\u00e4h\u00adlung ein \u201cvor allem, das Geil\u00adste war\u201d voranstellen. F\u00e4llt diese Phrase, so kann man get\u00adrost davon aus\u00adge\u00adhen, dass irgen\u00addein lah\u00admer Pups- oder ver\u00adgle\u00adich\u00adbar\u00ader Witz fol\u00adgt.<\/p>\n<p>Let\u00adzte Woche stand ich an ein\u00ader Bushal\u00adtestelle herum, an der Namen wie \u201cSchweiger\u00adstra\u00dfe\u201d von unge\u00adlenker Hand mit \u201cTill-Schweiger-Stra\u00dfe\u201d \u00fcber\u00adschrieben wur\u00adden, \u201cLin\u00adden\u201d etwa mit \u201cIndi\u00aden\u201d. Um den Hal\u00adtestel\u00adlenpfos\u00adten mit diesen Auf\u00adschriften herum standen Lesean\u00adf\u00e4nger, die (l\u00f6blich!) ver\u00adsucht\u00aden, die Schrift zu iden\u00adti\u00adfizieren. Ein\u00ader von ihnen stellte fest, dass das gar nicht die kor\u00adrek\u00adten Namen waren, son\u00addern dass da jemand was Falsches hingeschrieben hat. Nein, nicht jemand: \u201cDas waren Juu\u00adu\u00adu\u00adgendliche!\u201d (Beto\u00adnung nachemp\u00adfun\u00adden). Warum nur Jugendliche schwarze Leucht\u00ads\u00adtifte sowie die bierselige Laune, \u201cLin\u00adden\u201d mit \u201cIndi\u00aden\u201d zu \u00fcber\u00adschreiben, besitzen soll\u00adten, ist mir schleier\u00adhaft. Auszuschlie\u00dfen ist zumin\u00add\u00adest, dass es eventuell nicht allzu au\u00dfergew\u00f6hn\u00adliche Frauen in ihren Zwanzigern waren, denn die wis\u00adsen nor\u00admaler- wie \u00fcber\u00adfl\u00fcs\u00adsiger\u00adweise, wie man Til Schweiger richtig schreibt.<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel: In ein\u00ader hier nicht weit\u00ader bedeut\u00adsamen Kle\u00adin\u00adstadt wer\u00adden gele\u00adgentlich wiederum die Glasw\u00e4nde ein\u00ader bes\u00adtimmten Bushal\u00adtestelle zer\u00adst\u00f6rt und\/oder beschmiert. Die Stadtpfleger hat\u00adten das irgend\u00adwann der\u00adma\u00dfen satt, dass sie einen <em>offe\u00adnen Brief<\/em> aush\u00e4ngten, in dem sin\u00adngem\u00e4\u00df etwa stand, dass die <em>lieben Jugendlichen<\/em> doch bitte damit aufh\u00f6ren soll\u00adten. Nur Jugendliche k\u00e4men auf die Idee, Glass\u00adcheiben zu zerst\u00f6ren!!1 Kindliche Mut\u00adproben, alko\u00adholin\u00adduziertes Fehlver\u00adhal\u00adten ver\u00admeintlich Erwach\u00adsen\u00ader? Gibt es nicht, darf es nicht geben. Das w\u00e4re doch schade um die Stereo\u00adtyp\u00adisierung. (Merk\u00adw\u00fcrdig, dass trotz\u00addem noch so viele von der <em>ewigen Jugend<\/em> tr\u00e4u\u00admen. Das Finan\u00adzamt f\u00e4nde das auch nicht gut.)<\/p>\n<p>Nicht, dass ich ein nen\u00adnenswertes Prob\u00adlem damit h\u00e4tte, dass mir \u00e4ltere Men\u00adschen immer noch mit erschrock\u00aden\u00adem Blick auswe\u00adichen, wenn ich ihnen in der Stadt ent\u00adge\u00adgenkomme; nicht, dass ich ein nen\u00adnenswertes Prob\u00adlem damit h\u00e4tte, dass ich im \u00f6ffentlichen Per\u00adso\u00adnen\u00adnahverkehr meist Platz habe, um mich auszubre\u00adit\u00aden, weil \u00e4ltere Mitreisende einen gro\u00dfen Bogen um mich machen und ihren Ehep\u00adart\u00adnern, die sie fra\u00adgend anse\u00adhen, leise erk\u00adl\u00e4ren, dass dort schon <em>ein junger Mann sitze<\/em> und man deswe\u00adgen also nicht den freien Platz neben ihm ein\u00adnehmen k\u00f6nne. Im Gegen\u00adteil, ich begr\u00fc\u00dfe dies, denn es kommt mein\u00ader Freude an aus\u00adre\u00adichend Bein\u00adfrei\u00adheit oft sehr ent\u00adge\u00adgen. Eben\u00adso st\u00f6rt es mich nicht im Ger\u00ading\u00adsten, f\u00fcr einen Jugendlichen gehal\u00adten zu wer\u00adden. Was mich aber st\u00f6rt, sind Pauschal\u00adisierun\u00adgen auf <em>meine Kosten<\/em>, obwohl ich diese Kosten liebend gern zahle.<\/p>\n<p>Dass die Pro\u00adtag\u00ado\u00adnis\u00adten in Wer\u00adbekam\u00adpag\u00adnen gegen Alko\u00adholis\u00admus <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2010\/05\/oberflachliche-kritik-an-der-kenn-dein-limit-kampagne-ii\/\">meist jugendlich sind<\/a>, ist sich\u00ader auch nur Zufall.<\/p>\n<p>Ich war nie so.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die au\u00dfer\u00adhalb von Mil\u00adit\u00e4r, Aktivis\u00admus und Sport seit jeher pop\u00adul\u00e4re These, die Jugend sei von Grund auf ver\u00addor\u00adben, zieht immer noch weite Kreise. Ich kann ja ver\u00adste\u00adhen, dass man als pars pro toto gern diejeni\u00adgen als Beispiel her\u00adanzieht, die aus der Menge her\u00adausstechen. 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