{"id":6970,"date":"2012-09-11T14:51:01","date_gmt":"2012-09-11T12:51:01","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=6970"},"modified":"2016-07-13T15:27:47","modified_gmt":"2016-07-13T13:27:47","slug":"sie-fragment-6-2-klimax","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2012\/09\/sie-fragment-6-2-klimax\/","title":{"rendered":"Sie. (Frag\u00adment 6.2, Kli\u00admax)"},"content":{"rendered":"<p>\u201eYou can get addic\u00adted to a cer\u00adtain kind of sad\u00adness,<br>\nlike resi\u00adgna\u00adti\u00adon to the end, always the end.\u201c<br>\n<em>\u2013 Gotye: Some\u00adbo\u00addy I used to know<\/em><\/p>\n<hr>\n<p>\u2026 Als er aus sei\u00adnem Traum erwach\u00adte, war sie fort.<\/p>\n<p>Es schien alles so aus\u00adsichts\u00adreich. Er hat\u00adte es nicht geschafft, sie davon zu \u00fcber\u00adzeu\u00adgen, dass er trotz sei\u00adnes \u00e4u\u00dfe\u00adren Erschei\u00adnungs\u00adbil\u00addes jemand war, von dem sie sich fern\u00adhal\u00adten soll\u00adte. Sie glaub\u00adte ihm nicht. Sie sah ihn f\u00fcr eine <em>gef\u00fchl\u00adte Ewig\u00adkeit<\/em> aus ihren gro\u00ad\u00dfen, jeden noch so star\u00adken Wider\u00adstand augen\u00adblick\u00adlich zer\u00adschla\u00adgen\u00adden Augen an und sag\u00adte, sie w\u00fcr\u00adde ihm eines Tages Schmer\u00adzen berei\u00adten.<\/p>\n<p>Er hat\u00adte kei\u00adne Ahnung, wor\u00adauf er sich ein\u00adlas\u00adsen w\u00fcr\u00adde.<\/p>\n<p>Einen Gro\u00df\u00adteil sei\u00adnes Lebens seit Ende sei\u00adner Jugend, die auch alles ande\u00adre als glor\u00adreich ver\u00adlau\u00adfen war, hat\u00adte er damit ver\u00adbracht, sich selbst zu ent\u00addecken. Immer wie\u00adder war er geschei\u00adtert und letz\u00adten Endes wie\u00adder und wie\u00adder zer\u00adbro\u00adchen an dem, was er f\u00fcr Halt hielt. Die fal\u00adschen Frau\u00aden, die fal\u00adschen Freun\u00adde, die fal\u00adschen Gele\u00adgen\u00adhei\u00adten lie\u00ad\u00dfen ihn kurz auf\u00adflam\u00admen und blie\u00adben doch nicht mehr als ein Fun\u00adke. Eine Beglei\u00adte\u00adrin fr\u00fc\u00adhe\u00adrer Jah\u00adre hat\u00adte ein\u00admal zu ihm gesagt, es sei erschreckend, wie ver\u00adbit\u00adtert er sei, und tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich f\u00fchl\u00adte er sich einer Exi\u00adstenz als gran\u00adteln\u00adder Greis n\u00e4her als der Jugend, die f\u00fcr ihn nur mehr wie eine ver\u00adblas\u00adsen\u00adde Erin\u00adne\u00adrung schien.<\/p>\n<p>F\u00fcr sie, das wuss\u00adte er, muss\u00adte er mehr sein als das; nein, er <em>woll\u00adte<\/em> es. In den weni\u00adgen Wochen, die seit ihrem ersten Auf\u00adein\u00adan\u00adder\u00adtref\u00adfen ver\u00adgan\u00adgen waren, hat\u00adte sie fast jeden sei\u00adner Feh\u00adler erkannt, auf\u00adge\u00adzeigt und zu sei\u00adner Behe\u00adbung bei\u00adgetra\u00adgen. Sie konn\u00adte ihm etwas geben, was ihm seit einem Jahr\u00adzehnt gefehlt hat\u00adte; sie konn\u00adte ihn auf\u00adbau\u00aden und ihm den Weg zei\u00adgen, den er so lan\u00adge gesucht hat\u00adte. Dass auch sie nicht frei von Makeln war, war ihm egal. Wer, dach\u00adte er, wol\u00adle schon per\u00adfekt und ohne Kan\u00adten sein?<\/p>\n<p>Die ange\u00adk\u00fcn\u00addig\u00adten Schmer\u00adzen lie\u00ad\u00dfen auf sich war\u00adten. Ihr L\u00e4cheln beglei\u00adte\u00adte ihn bis in sei\u00adne Tr\u00e4u\u00adme, die Tage, die zwi\u00adschen ihnen lagen, f\u00fchl\u00adten sich z\u00e4h an wie ein gekau\u00adter Kau\u00adgum\u00admi. L\u00e4ngst waren es mehr als nur die gemein\u00adsa\u00admen Inter\u00ades\u00adsen, die sie ver\u00adban\u00adden, obwohl er nur schwer leug\u00adnen konn\u00adte, dass die\u00adse pl\u00f6tz\u00adlich einen sp\u00fcr\u00adbar gr\u00f6\u00ad\u00dfe\u00adren Raum in sei\u00adnem Leben ein\u00adnah\u00admen als es bis dahin der Fall war.<\/p>\n<p>Als er sie zum ersten Mal ver\u00adab\u00adschie\u00addet hat\u00adte und frag\u00adte, wann er sie wie\u00adder\u00adse\u00adhen w\u00fcr\u00adde, ant\u00adwor\u00adte\u00adte sie aus\u00adwei\u00adchend. Des\u00adsen unge\u00adach\u00adtet muss\u00adte er nicht auf die n\u00e4ch\u00adste Ver\u00adsamm\u00adlung der Inter\u00ades\u00adsens\u00adge\u00admein\u00adschaft war\u00adten, die sie bei\u00adde letzt\u00adlich zusam\u00admen\u00adfin\u00adden lie\u00df. Sie tausch\u00adten noch am glei\u00adchen Wochen\u00aden\u00adde Kon\u00adtakt\u00adda\u00adten aus, und es ergab sich, dass er einer pri\u00adva\u00adten Fei\u00ader bei\u00adwoh\u00adnen soll\u00adte, an der auch sie teil\u00adnahm. Der Abend ver\u00adlief \u00fcber\u00adra\u00adschend, und obwohl kei\u00adner von ihnen das, was mit ihnen geschah, mit Wor\u00adten in G\u00e4n\u00adze zu erfas\u00adsen ver\u00admoch\u00adte, genoss er es, sich fal\u00adlen las\u00adsen zu k\u00f6n\u00adnen. So wenig sie bei\u00adde auch zu Lie\u00adbe bereit waren, so sehr ver\u00adsuch\u00adten sie doch, ein\u00adan\u00adder zu hal\u00adten.<\/p>\n<p>Aber obwohl sie sich in den Wochen danach immer wie\u00adder sahen, sei es auf gr\u00f6\u00ad\u00dfe\u00adren Ver\u00adsamm\u00adlun\u00adgen, sei es im klei\u00adnen Kreis, ging ihm doch ihre War\u00adnung vor ihr nicht aus dem Kopf.<\/p>\n<p>Dass der gro\u00ad\u00dfe Knall irgend\u00adwann kom\u00admen w\u00fcr\u00adde, erschien ihm immer unwahr\u00adschein\u00adli\u00adcher, je l\u00e4n\u00adger sein Weg ihn an ihrem Haus vor\u00adbei f\u00fchr\u00adte. Sie h\u00e4t\u00adte es l\u00e4ngst tun k\u00f6n\u00adnen. Sie h\u00e4t\u00adte ihn in den Gra\u00adben sto\u00ad\u00dfen und dort ver\u00adges\u00adsen k\u00f6n\u00adnen, wie es all die Frau\u00aden vor ihr irgend\u00adwann getan hat\u00adten. Aber sie war anders. Sie war <em>bes\u00adser<\/em> in allem, was sie tat und <em>wie sie war<\/em>. Sie gab ihm zu ver\u00adste\u00adhen, dass das, <em>was er war<\/em>, dem, was sie woll\u00adte, recht nahe kam; und obwohl es immer wie\u00adder Momen\u00adte gab, in denen er den Weg ver\u00adlie\u00df und sich in den Brenn\u00adnes\u00adseln am Weges\u00adrand ver\u00adfing, st\u00f6r\u00adte sie sich nicht an den Quad\u00addeln, die er davon\u00adtrug.<\/p>\n<p>Er h\u00e4t\u00adte ihre War\u00adnung nicht ver\u00addr\u00e4n\u00adgen sol\u00adlen. \u2026<\/p>\n<hr>\n<p>\u201eBut you did\u00adn\u2019t have to cut me off,<br>\nmake out like it never hap\u00adpen\u00aded<br>\nand that we were not\u00adhing.\u201c<br>\n<em>\u2013 Gotye: Some\u00adbo\u00addy I used to know<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eYou can get addic\u00adted to a cer\u00adtain kind of sad\u00adness, like resi\u00adgna\u00adti\u00adon to the end, always the end.\u201c \u2013 Gotye: Some\u00adbo\u00addy I used to know \u2026 Als er aus sei\u00adnem Traum erwach\u00adte, war sie fort. Es schien alles so aus\u00adsichts\u00adreich. Er hat\u00adte es nicht geschafft, sie davon zu \u00fcber\u00adzeu\u00adgen, dass er trotz sei\u00adnes \u00e4u\u00dfe\u00adren Erschei\u00adnungs\u00adbil\u00addes \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2012\/09\/sie-fragment-6-2-klimax\/\" class=\"more-link\">\u2018Sie. 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