{"id":6869,"date":"2012-08-21T18:21:25","date_gmt":"2012-08-21T16:21:25","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=6869"},"modified":"2012-08-21T18:21:25","modified_gmt":"2012-08-21T16:21:25","slug":"de-sententiolis-praeconialibus-non-comprobatis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2012\/08\/de-sententiolis-praeconialibus-non-comprobatis\/","title":{"rendered":"De sen\u00adten\u00adtio\u00adlis prae\u00adco\u00adnia\u00adli\u00adbus non com\u00adpro\u00adba\u00adtis"},"content":{"rendered":"<p>Offen\u00adbar sind vie\u00adle Wer\u00adber hier\u00adzu\u00adlan\u00adde mit ihrem Latein bereits am Ende.<\/p>\n<p>Zu einem neu\u00aden Pro\u00addukt geh\u00f6rt (dazu wei\u00adter unten mehr) in aller Regel auch ein ein\u00adpr\u00e4g\u00adsa\u00admer Wahl\u00adspruch. Im nord\u00addeut\u00adschen Raum bekannt sind etwa die jovia\u00adlen <em>slo\u00adgans<\/em> der Getr\u00e4n\u00adke <em>fritz-kola<\/em> (\u201eviel\u00adviel Kof\u00adfe\u00adin\u201c) und <em>Kal\u00adte Muschi<\/em> (\u201eRot\u00adwein Cola Zeugs <em>(sic!)<\/em>. Schmeckt.\u201c).<\/p>\n<p>Dabei haben nicht alle Fir\u00admen so ein gl\u00fcck\u00adli\u00adches H\u00e4nd\u00adchen. \u201eVolks\u00adwa\u00adgen \u2013 das Auto\u201c etwa ist zwar ein\u00adpr\u00e4g\u00adsam, aber auch reich\u00adlich bescheu\u00adert, denn was au\u00dfer einem Auto soll so ein Volks\u00adwa\u00adgen denn sonst sein? Und was ist dann zum Bei\u00adspiel ein Por\u00adsche? Kon\u00adse\u00adquent sind immer\u00adhin die Ver\u00adant\u00adwort\u00adli\u00adchen f\u00fcr Bur\u00adger King, die ihr \u201eHave it your way!\u201c, also \u201eBekommt es, wie ihr es wollt!\u201c, vor eini\u00adgen Jah\u00adren kon\u00adse\u00adquent ver\u00adfolgt und in den Filia\u00adlen selbst die Stu\u00adfen zum Mit\u00adar\u00adbei\u00adter\u00adklo sinn\u00adge\u00adm\u00e4\u00df so beschrif\u00adtet haben: \u201eVor\u00adsicht, Stu\u00adfe! Sie k\u00f6n\u00adnen die\u00adse War\u00adnung auch igno\u00adrie\u00adren, dann k\u00f6nn\u00adten Sie stol\u00adpern und sich weh tun, und das wol\u00adlen wir nicht. Ent\u00adschei\u00addend ist aber, was <em>Sie<\/em> wol\u00adlen!\u201c<\/p>\n<p>Das war wenig\u00adstens noch lustig.<\/p>\n<p>In der Spi\u00adri\u00adtuo\u00adsen\u00adab\u00adtei\u00adlung eines mir geneh\u00admen Lebens\u00admit\u00adtel\u00adfach\u00adge\u00adsch\u00e4fts erblick\u00adte ich heu\u00adte Getr\u00e4n\u00adke der Mar\u00adke Stein\u00adh\u00e4\u00adger. Eines von ihnen \u2013 nicht der bekann\u00adte Schin\u00adken\u00adh\u00e4\u00adger \u2013 besitzt offen\u00adbar, glaubt man dem Wort\u00adlaut sei\u00adnes Eti\u00adketts, einen eige\u00adnen <em>slo\u00adgan<\/em> in vor\u00adneh\u00admem Latein: \u201ebibi\u00adte quod bonum est\u201c.<\/p>\n<p>Nun hat das latei\u00adni\u00adsche Wort \u201equod\u201c die Eigen\u00adschaft, sowohl ein Pro\u00adno\u00admen als auch eine Sub\u00adjunk\u00adti\u00adon zu sein, wobei die Ver\u00adwen\u00addung als Sub\u00adjunk\u00adti\u00adon alter\u00adna\u00adtiv auch mit\u00adtels des Wor\u00adtes \u201equia\u201c m\u00f6g\u00adlich w\u00e4re, was zumin\u00addest eine ein\u00addeu\u00adti\u00adge Fest\u00adle\u00adgung erm\u00f6g\u00adli\u00adchen w\u00fcr\u00adde. Der Satz \u201ebibi\u00adte quod bonum est\u201c hat in vor\u00adlie\u00adgen\u00adder Form jeden\u00adfalls zwei m\u00f6g\u00adli\u00adche Bedeu\u00adtun\u00adgen:<\/p>\n<ol>\n<li>Trinkt, was gut ist!<\/li>\n<li>Trinkt, weil es gut ist!<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wel\u00adche Bedeu\u00adtung hier zutrifft, ist f\u00fcr den ein\u00adfa\u00adchen Kun\u00adden schwer her\u00adaus\u00adzu\u00adfin\u00adden, viel\u00adleicht gen\u00fcgt es bereits, eine E\u2011Mail an den Her\u00adstel\u00adler bezie\u00adhungs\u00adwei\u00adse des\u00adsen \u00d6ffent\u00adlich\u00adkeits\u00adar\u00adbeits\u00adab\u00adtei\u00adlung zu sen\u00adden. Das habe ich bis\u00adher nicht aus\u00adpro\u00adbiert. Inter\u00ades\u00adsant ist jeden\u00adfalls, dass bei\u00adde Bedeu\u00adtun\u00adgen von frag\u00adw\u00fcr\u00addi\u00adger Qua\u00adli\u00adt\u00e4t sind.<\/p>\n<p>\u201eTrinkt, was gut ist!\u201c l\u00e4dt den Scherz\u00adfreund dazu ein, <em>genau des\u00adhalb<\/em> lie\u00adber auf ein gutes Pils zur\u00fcck\u00adzu\u00adgrei\u00adfen. Ich ma\u00dfe mir an zu behaup\u00adten, dass ich <em>aus\u00adschlie\u00df\u00adlich<\/em> trin\u00adke, was gut ist; Wachol\u00adder\u00adschnaps ist indes gegen\u00adw\u00e4r\u00adtig nicht dar\u00adun\u00adter. Die Albern\u00adheit die\u00adser Vari\u00adan\u00adte wird deut\u00adlich, wenn man sie auf ande\u00adre Berei\u00adche \u00fcber\u00adtr\u00e4gt. Man stel\u00adle sich vor, der Fern\u00adseh\u00adsen\u00adder n\u2011tv w\u00fcr\u00adde bewor\u00adben mit: \u201eGucken Sie, was gut ist\u201c. Die\u00adsen Sen\u00adder w\u00fcr\u00adde doch nie\u00admand mehr ernst neh\u00admen. (Damit w\u00fcr\u00adde er sich ein\u00adrei\u00adhen in die Rie\u00adge derer, die es auch nicht bes\u00adser k\u00f6n\u00adnen, man den\u00adke nur an \u201eMein RTL\u201c.)<\/p>\n<p>\u201eTrinkt, weil es gut ist!\u201c ist zwar per se eine kor\u00adrek\u00adte Beschrei\u00adbung, denn wer kei\u00adne Fl\u00fcs\u00adsig\u00adkeit zu sich nimmt, wird in abseh\u00adba\u00adrer Zeit ster\u00adben, zwei\u00adfel\u00adhaft ist aber der Umstand, dass aus\u00adge\u00adrech\u00adnet das Trin\u00adken von Stein\u00adh\u00e4\u00adger-Erzeug\u00adnis\u00adsen nen\u00adnens\u00adwert gut sein soll. (Und auch hier freut sich der Scherz\u00adfreund an der Vor\u00adstel\u00adlung, ein obdach\u00adlo\u00adser Trin\u00adker w\u00fcr\u00adde sein Dasein damit begr\u00fcn\u00adden, dass ihm gesagt wur\u00adde, es sei gut.)<\/p>\n<p>Wie man die\u00adses Pro\u00adblem l\u00f6st? Nun, man k\u00f6nn\u00adte ver\u00adsu\u00adchen, einen guten Wahl\u00adspruch auf Deutsch zu erdenken, denn im Deut\u00adschen merkt man als Deutsch spre\u00adchen\u00adder Zeit\u00adge\u00adnos\u00adse nor\u00adma\u00adler\u00adwei\u00adse eher als im Latei\u00adni\u00adschen, wenn man tota\u00adlen Quatsch schreibt. (Wenn ich ande\u00adrer\u00adseits lese, was Leu\u00adte wie Julia Schramm so in die Medi\u00aden rein\u00adkot\u00adzen, bit\u00adte ich die\u00adse Behaup\u00adtung mit Vor\u00adsicht zu genie\u00ad\u00dfen; obwohl ich ehr\u00adlich gern w\u00fcss\u00adte, ob Frau Schramm wenig\u00adstens in Fremd\u00adspra\u00adchen klu\u00adge Din\u00adge schrei\u00adben kann.) Man k\u00f6nn\u00adte aber auch ein\u00adfach dar\u00adauf ver\u00adzich\u00adten, f\u00fcr jedes jemals erh\u00e4lt\u00adli\u00adche Ges\u00f6ff einen Wahl\u00adspruch zu for\u00admu\u00adlie\u00adren. Pl\u00f6r\u00adre schmeckt auch dann nicht bes\u00adser, wenn man ihr einen lusti\u00adgen Auf\u00addruck ver\u00adpasst.<\/p>\n<p>Bei Musik klappt das doch auch. Oder kennt irgend\u00adje\u00admand den <em>slo\u00adgan<\/em> von Madon\u00adna?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Offen\u00adbar sind vie\u00adle Wer\u00adber hier\u00adzu\u00adlan\u00adde mit ihrem Latein bereits am Ende. Zu einem neu\u00aden Pro\u00addukt geh\u00f6rt (dazu wei\u00adter unten mehr) in aller Regel auch ein ein\u00adpr\u00e4g\u00adsa\u00admer Wahl\u00adspruch. Im nord\u00addeut\u00adschen Raum bekannt sind etwa die jovia\u00adlen slo\u00adgans der Getr\u00e4n\u00adke fritz-kola (\u201eviel\u00adviel Kof\u00adfe\u00adin\u201c) und Kal\u00adte Muschi (\u201eRot\u00adwein Cola Zeugs (sic!). Schmeckt.\u201c). Dabei haben nicht alle Fir\u00admen so \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2012\/08\/de-sententiolis-praeconialibus-non-comprobatis\/\" class=\"more-link\">\u2018De sen\u00adten\u00adtio\u00adlis prae\u00adco\u00adnia\u00adli\u00adbus non com\u00adpro\u00adba\u00adtis\u2019 wei\u00adter\u00adle\u00adsen \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"activitypub_content_warning":"","activitypub_content_visibility":"","activitypub_max_image_attachments":3,"activitypub_interaction_policy_quote":"anyone","activitypub_status":"","footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-6869","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sonstiges"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":null,"server":null,"url":null},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6869","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6869"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6869\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6869"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6869"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6869"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/series?post=6869"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}