{"id":6774,"date":"2012-07-26T22:52:15","date_gmt":"2012-07-26T20:52:15","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=6774"},"modified":"2016-07-13T15:27:35","modified_gmt":"2016-07-13T13:27:35","slug":"sie-fragment-6-1-unvollendet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2012\/07\/sie-fragment-6-1-unvollendet\/","title":{"rendered":"Sie. (Frag\u00adment 6.1, unvoll\u00adendet)"},"content":{"rendered":"<p>\u2026 Er hat\u00adte nicht mit ihr gerech\u00adnet.<\/p>\n<p>Unz\u00e4h\u00adli\u00adge Male schon war er in die\u00adser klei\u00adnen Stadt gewe\u00adsen, hat\u00adte einen Teil der, wie die Ande\u00adren sag\u00adten, besten Jah\u00adre sei\u00adnes Lebens dort zuge\u00adbracht und letzt\u00adlich ver\u00adschwen\u00addet. Er sah Freun\u00adde wie Fein\u00adde kom\u00admen und gehen, lie\u00df sei\u00adne Lei\u00adden\u00adschaf\u00adten auf\u00adbl\u00fc\u00adhen und ver\u00adwel\u00adken, wie sie ihm gera\u00adde gescha\u00adhen. Es war bequem, aber es f\u00fcll\u00adte ihn nicht aus. Die Lee\u00adre hat\u00adte ihn beglei\u00adtet, seit er sei\u00adne Jugend hin\u00adter sich gelas\u00adsen hat\u00adte, und so oft er sich auch der Fei\u00ader und der Lust hin\u00adgab, so oft kehr\u00adte sie zur\u00fcck. Er dach\u00adte an Sisy\u00adphos, den grie\u00adchi\u00adschen Sagen\u00adhel\u00adden, und an des\u00adsen Los, eine schwe\u00adre Last ver\u00adge\u00adbens einen Hang hin\u00adauf\u00adzu\u00adstem\u00admen.<\/p>\n<p>Als in ihm die neue Lei\u00adden\u00adschaft auf\u00adflamm\u00adte, war er noch immer ruhe\u00adlos. Er woll\u00adte Ant\u00adwor\u00adten, doch jede Ant\u00adwort warf neue Fra\u00adgen auf, und jede Fra\u00adge war ein wei\u00adte\u00adrer Schnitt. Er w\u00e4hn\u00adte sich ver\u00adlo\u00adren in dem Dickicht, das er selbst immer wie\u00adder auf\u00adfor\u00adste\u00adte, um der Lee\u00adre zu ent\u00adge\u00adhen. Auch des\u00adhalb nahm er die Gele\u00adgen\u00adheit wahr. Er brach die Br\u00fccken ab, die ihn bis dahin \u00fcber die Lee\u00adre gelei\u00adtet hat\u00adten, und gab sich dem hin, was, wie er ein\u00admal gele\u00adsen hat\u00adte, man\u00adche Men\u00adschen als \u201eneu\u00ades Leben\u201c bezeich\u00adnen. Er moch\u00adte die\u00adse Wor\u00adte nicht.<\/p>\n<p>Tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich aber f\u00fchl\u00adte es sich f\u00fcr ihn wie ein Neu\u00adan\u00adfang an. Er sch\u00e4tz\u00adte es, in den Krei\u00adsen derer zu ver\u00adkeh\u00adren, die sei\u00adne Begei\u00adste\u00adrung teil\u00adten, und sich mit ihnen aus\u00adzu\u00adtau\u00adschen. Bis zu die\u00adsem Tag hat\u00adte sich hier\u00adbei nie etwas Ein\u00adschnei\u00adden\u00addes ereig\u00adnet.<\/p>\n<p>Die\u00adses Mal war etwas anders.<\/p>\n<p>Es hat\u00adte harm\u00adlos begon\u00adnen. Als er den Treff\u00adpunkt erreich\u00adte, traf er auf vie\u00adle alte und neue Bekann\u00adte. Er scherz\u00adte mit ihnen und ging auf in den Gespr\u00e4\u00adchen, die er f\u00fchr\u00adte, und ver\u00adga\u00df hier\u00ad\u00fcber end\u00adlich, wes\u00adhalb er so weit gekom\u00admen war und war\u00adum er <em>\u00fcber\u00adhaupt<\/em> hier war; er ver\u00adga\u00df, wovor er geflo\u00adhen war, und es inter\u00ades\u00adsier\u00adte ihn auch nicht mehr. Ver\u00adges\u00adsen waren die Jah\u00adre, die sich f\u00fcr ihn anf\u00fchl\u00adten wie eine end\u00adlos schei\u00adnen\u00adde Visua\u00adli\u00adsie\u00adrung des St\u00fcckes \u201eDomed\u201c von And Also The Trees.<\/p>\n<p>Dann sah er sie.<\/p>\n<p>Sie stand am ande\u00adren Ende der Schlan\u00adge, in der er sich gera\u00adde befand, und strahl\u00adte ihn an. Ihr Blick war von einer Tie\u00adfe, die er bis dahin nicht kann\u00adte, und so wenig er die\u00adses Wort auch sch\u00e4tz\u00adte, so kam er doch nicht umhin, ihre Erschei\u00adnung (<em>\u201ewie eine Mari\u00aden\u00ader\u00adschei\u00adnung\u201c<\/em> dach\u00adte er) ins\u00adge\u00adsamt als s\u00fc\u00df zu emp\u00adfin\u00adden, und sch\u00e4m\u00adte sich f\u00fcr die\u00adses Wort. Er kann\u00adte ihren Namen, immer\u00adhin (stand er auf ihrer Brust und) hat\u00adten sie sich in der Ver\u00adgan\u00adgen\u00adheit schon aus\u00adge\u00adtauscht. Nicht ein\u00admal im Traum aller\u00addings h\u00e4t\u00adte er ver\u00admu\u00adtet, dass sich hin\u00adter die\u00adsem ein L\u00e4cheln wie ihres ver\u00adber\u00adgen w\u00fcr\u00adde.<\/p>\n<p>Je l\u00e4n\u00adger er sich wider\u00adsetz\u00adte, je mehr er ver\u00adsuch\u00adte, das Unaus\u00adweich\u00adli\u00adche zur\u00fcck\u00adzu\u00addr\u00e4n\u00adgen, desto lau\u00adter spiel\u00adte der l\u00e4ngst ver\u00adges\u00adse\u00adne Plat\u00adten\u00adspie\u00adler in sei\u00adnem Kopf Lie\u00adder aus ver\u00adgan\u00adge\u00adnen Zei\u00adten. <em>In ano\u00adther land I try to find some\u00adbo\u00addy.<\/em> L\u00e4ngst stand er nicht mehr in der Schlan\u00adge, er fiel. Die Men\u00adschen, die vor und hin\u00adter ihm spra\u00adchen und lach\u00adten, bemerk\u00adten es nicht.<\/p>\n<p>Nein, er hat\u00adte nicht mit ihr gerech\u00adnet. \u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026 Er hat\u00adte nicht mit ihr gerech\u00adnet. Unz\u00e4h\u00adli\u00adge Male schon war er in die\u00adser klei\u00adnen Stadt gewe\u00adsen, hat\u00adte einen Teil der, wie die Ande\u00adren sag\u00adten, besten Jah\u00adre sei\u00adnes Lebens dort zuge\u00adbracht und letzt\u00adlich ver\u00adschwen\u00addet. Er sah Freun\u00adde wie Fein\u00adde kom\u00admen und gehen, lie\u00df sei\u00adne Lei\u00adden\u00adschaf\u00adten auf\u00adbl\u00fc\u00adhen und ver\u00adwel\u00adken, wie sie ihm gera\u00adde gescha\u00adhen. Es war \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2012\/07\/sie-fragment-6-1-unvollendet\/\" class=\"more-link\">\u2018Sie. 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