{"id":6437,"date":"2012-05-19T22:58:48","date_gmt":"2012-05-19T20:58:48","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=6437"},"modified":"2012-05-19T22:58:48","modified_gmt":"2012-05-19T20:58:48","slug":"delusion-squared-interessantes-aus-frankreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2012\/05\/delusion-squared-interessantes-aus-frankreich\/","title":{"rendered":"Delusion Squared: Interessantes aus Frankreich"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Delusion-Squared.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Delusion-Squared-120x120.jpg\" alt title=\"Delusion Squared\" width=\"120\" height=\"120\" style=\"padding-left:0.7em\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-6438\" srcset=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Delusion-Squared-120x120.jpg 120w, https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Delusion-Squared-300x300.jpg 300w, https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Delusion-Squared.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\"><\/a>Durch Zufall stie\u00df ich vor eini\u00adgen Tagen auf das franz\u00f6\u00adsis\u00adche Trio Delu\u00adsion Squared, zu Deutsch etwa \u201cT\u00e4uschung zum Quadrat\u201d. In diesem Jahr haben die drei Musik\u00ader mit eini\u00adgen musikalis\u00adchen G\u00e4sten ein eher durchwach\u00adsenes Album namens \u201cII\u201d ver\u00f6f\u00adfentlicht, das namen\u00adlose \u2014 oder selb\u00adst\u00adbetitelte \u2014 Deb\u00fct von 2010 ist aber spitze.<\/p>\n<p>Zu h\u00f6ren ist eine Melange aus Neo-Prog und New Artrock ohne Qui\u00adetschkey\u00adboards und allzu viel Elek\u00adtron\u00adikquatsch, daf\u00fcr mit reich\u00adlich Akustikgi\u00adtarre, gespielt von S\u00e4n\u00adgerin Lor\u00adraine Young und Steven Fran\u00adcis, der neben\u00adbei auch Kay\u00adboards und Schlagzeug bedi\u00adent, ersteres wiederum gemein\u00adsam mit Emmanuel de Saint Meen. Zumin\u00add\u00adest ersteren Namen sollte man sich merken, denn sin\u00adgen \u2014 und sprechen, etwa gegen Ende des St\u00fcck\u00ades \u201cRemem\u00adbrance \u2014 In my time of dying\u201d \u2014 kann Frau Young ziem\u00adlich pri\u00adma.<\/p>\n<p>Stilis\u00adtisch ist man flex\u00adi\u00adbel. W\u00e4hrend einige St\u00fccke mit ihrem Auf\u00adbau (akustis\u00adche Gitarre, Steigerung, Kli\u00admax) an \u201cTrains\u201d der gesch\u00e4tzten Por\u00adcu\u00adpine Tree erin\u00adnern, geht es in \u201cDelu\u00adsion \u2014 The Betray\u00adal\u201d in Rich\u00adtung Indus\u00adtri\u00adal Rock, zwar von Ramm\u00adstein und Laibach noch weit ent\u00adfer\u00adnt, aber doch schon recht d\u00fcster. Das abschlie\u00dfende \u201cLega\u00adcy \u2014 A cre\u00adation myth\u201d ist trotz sein\u00ader fast acht Minuten Spielzeit eine radio\u00adtaugliche Bal\u00adlade, die f\u00fcr Frau Youngs Stimme allerd\u00adings etwas zu hoch geset\u00adzt ist (das einzige Mal w\u00e4hrend der knap\u00adpen Stunde nervt der Gesang hier ein wenig), was aber sich\u00ader nicht der Grund daf\u00fcr ist, dass die Radiosender auf dieses St\u00fcck wie auch auf den Rest des Albums offen\u00adbar keinen gro\u00dfen Wert leg\u00aden \u2014 Justin Bieber kann ja eben\u00adfalls nicht \u00fcber\u00adra\u00adgend gut sin\u00adgen.<\/p>\n<p>\u00dcber\u00adhaupt w\u00e4re es ein Fehler, einzelne St\u00fccke dem Kon\u00adtext zu entrei\u00dfen. \u201cDelu\u00adsion Squared\u201d \u2014 das Album \u2014 hat ein <a href=\"http:\/\/www.babyblaue-seiten.de\/index.php?content=review&amp;albumId=11022\">geschlossenes Konzept<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Wir befind\u00aden uns in ein\u00ader fin\u00adsteren Zukun\u00adft, in der das nat\u00fcr\u00adliche \u00d6kosys\u00adtem der Erde nach ver\u00adheeren\u00adden Kriegen weit\u00adge\u00adhend zer\u00adst\u00f6rt wurde. Als Folge musste man die sog. Arkolo\u00adgien bauen, um das Fortbeste\u00adhen der Men\u00adschheit zu sich\u00adern. (Arkolo\u00adgie ist ein von der Aussen\u00adwelt weit\u00adge\u00adhend abgeschot\u00adtetes \u00d6kosys\u00adtem, das durch architek\u00adtonis\u00adche Ma\u00df\u00adnah\u00admen wie eine riesige Stadt gestal\u00adtet wird). In den Arkolo\u00adgien leben durch Gen\u00adtech\u00adnolo\u00adgie per\u00adfek\u00adtion\u00adierte, durch virtuelle Unter\u00adhal\u00adtung und medi\u00adal erzeugtes Kon\u00adsumver\u00adhal\u00adten gl\u00fcck\u00adlich gemachte und ruhig gestellte Men\u00adschen. Eine junge Frau find\u00adet ein solch\u00ades Leben weniger prick\u00adel\u00adnd und begin\u00adnt dage\u00adgen zu rebel\u00adlieren. Ihr Wun\u00adsch auf nat\u00fcr\u00adliche Weise Mut\u00adter zu wer\u00adden passt nicht zu den fest\u00adgelegten Abl\u00e4ufen in der Arkolo\u00adgie, also greift sie auf Hil\u00adfe eines genetis\u00adchen Hack\u00aders zur\u00fcck und wird daraufhin festgenom\u00admen, unfrucht\u00adbar gemacht und aus\u00adge\u00adset\u00adzt.<\/p>\n<p>Die junge Dame wird von den draussen unter st\u00e4ndi\u00adger Lebens\u00adbedro\u00adhung existieren\u00adden Indi\u00adviduen in einem Zus\u00adtand gefun\u00adden, in dem sie offen\u00adbar glaubt gle\u00adich ster\u00adben zu m\u00fcssen. Die Frau wird liebevoll aufgenom\u00admen und schliesst sich dem \u00dcber\u00adleben\u00adskampf der Gemein\u00adschaft in der feindlichen Umwelt an. Irgend\u00adwann begin\u00adnen sich die Arkolo\u00adgie-Bewohn\u00ader mit riesi\u00adgen Raum\u00adschif\u00adf\u00aden abzuset\u00adzen. Die draussen Leben\u00adden sehen das als Ans\u00adporn ihr Schick\u00adsal weit\u00ader\u00adhin zu meis\u00adtern.<\/p>\n<p>Mit der Zeit eignet sich die namen\u00adlose Frau betr\u00e4chtlich\u00ades Wis\u00adsen durch das Studi\u00adum der Arte\u00adfak\u00adte an und wird durch ihr Ein\u00adfall\u00adsre\u00adich\u00adtum und soziale Intel\u00adli\u00adgenz zu ein\u00ader beliebten Autorit\u00e4t. Sie hil\u00adft den \u00dcber\u00adleben\u00adden ihre Gene in der feindlichen Umwelt zu st\u00e4rken und als sie 97-j\u00e4hrig stirbt wird sie von vie\u00adlen wie eine Got\u00adtheit verehrt. \u2026und sie nan\u00adnten sie Moth\u00ader-of-all-peo\u00adple\u2026<\/p><\/blockquote>\n<p>Nat\u00fcr\u00adlich ist diese Geschichte (noch) nicht unbe\u00add\u00adingt leben\u00adsnah, aber doch ziem\u00adlich gute Fik\u00adtion und mal was anderes als das ewige \u201cBaby, Baby, I love you\u00aduu\u201d aus dem Radio. Wer auf die Texte achtet, der kann sich an so manch\u00ader Zeile erfreuen, die er for\u00adt\u00adan in die Rei\u00adhe sein\u00ader Lebens\u00admot\u00adtos aufnehmen sollte. <em>\u201cIf you don\u2019t know how to fix it, please stop break\u00ading it.\u201d<\/em><\/p>\n<p>Kauf \u2014 ob virtuell oder auf tat\u00ads\u00e4ch\u00adlichem Ton\u00adtr\u00e4ger \u2014 und vorheriges Hinein\u00adh\u00f6ren erm\u00f6glicht <a href=\"http:\/\/delusionsquared.bandcamp.com\/album\/delusion-squared-2\">bandcamp.com<\/a>, und wer noch auf der Suche nach guter <em>main\u00adstream\u00adtauglich\u00ader<\/em>, aber doch anspruchsvoller Musik ist, der sollte davon reich\u00adlich Gebrauch machen.<\/p>\n<p>Eines jeden\u00adfalls ste\u00adht fest: Dieses Album ist mit Sicher\u00adheit keine T\u00e4uschung. W\u00e4rm\u00adstens emp\u00adfohlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch Zufall stie\u00df ich vor eini\u00adgen Tagen auf das franz\u00f6\u00adsis\u00adche Trio Delu\u00adsion Squared, zu Deutsch etwa \u201cT\u00e4uschung zum Quadrat\u201d. In diesem Jahr haben die drei Musik\u00ader mit eini\u00adgen musikalis\u00adchen G\u00e4sten ein eher durchwach\u00adsenes Album namens \u201cII\u201d ver\u00f6f\u00adfentlicht, das namen\u00adlose \u2014 oder selb\u00adst\u00adbetitelte \u2014 Deb\u00fct von 2010 ist aber spitze. Zu h\u00f6ren ist eine Melange aus \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2012\/05\/delusion-squared-interessantes-aus-frankreich\/\" class=\"more-link\">\u2018Delu\u00adsion Squared: Inter\u00ades\u00adsantes aus Frankre\u00adich\u2019 weit\u00ader\u00adlesen \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[14,17],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-6437","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kaufbefehle","category-musikkritik"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":null,"server":null,"url":null},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6437","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6437"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6437\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6437"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6437"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6437"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/series?post=6437"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}