{"id":6235,"date":"2012-04-08T07:02:02","date_gmt":"2012-04-08T05:02:02","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=6235"},"modified":"2012-04-08T07:02:02","modified_gmt":"2012-04-08T05:02:02","slug":"talk-talk-spirit-of-eden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2012\/04\/talk-talk-spirit-of-eden\/","title":{"rendered":"Talk Talk \u2013 Spi\u00adrit of Eden"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Talk-Talk-Spirit-of-Eden.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Talk-Talk-Spirit-of-Eden-120x120.jpg\" alt title=\"Talk Talk - Spirit of Eden\" width=\"120\" height=\"120\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-6237\" srcset=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Talk-Talk-Spirit-of-Eden-120x120.jpg 120w, https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Talk-Talk-Spirit-of-Eden-300x300.jpg 300w, https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Talk-Talk-Spirit-of-Eden.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\"><\/a>Und schon ist wie\u00adder Ostern, die Zeit der Super\u00adson\u00adder\u00adspe\u00adzi\u00adal\u00adak\u00adtio\u00adnen im Inter\u00adnet. Vor lau\u00adter Eiern fin\u00addet man zur\u00adzeit nur wenig ver\u00adwert\u00adba\u00adre Infor\u00adma\u00adtio\u00adnen. Das fin\u00adde ich gut und rich\u00adtig, denn immer nur Poli\u00adtik ist auf Dau\u00ader doch ein wenig ein\u00adt\u00f6\u00adnig.<\/p>\n<p>Wie Weih\u00adnach\u00adten ist Ostern im west\u00adlich-christ\u00adli\u00adchen Kul\u00adtur\u00adkreis vor allem eine \u201ebesinn\u00adli\u00adche\u201c Zeit. Zeit, um in sich zu gehen; und dazu passt Musik. Aber was f\u00fcr Musik soll\u00adte man w\u00e4h\u00adlen? Ein \u201eLast Easter\u201c haben Wham! ja <em>lei\u00adder<\/em> nie auf\u00adge\u00adnom\u00admen, und so muss man sich anders behel\u00adfen. Da trifft es sich gut, dass, wie aus\u00adnahms- und lobens\u00adwer\u00adter\u00adwei\u00adse <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/musik\/0,1518,825947,00.html\">SPIEGEL Online<\/a> berich\u00adtet, das 24 Jah\u00adre alte Album \u201eSpi\u00adrit of Eden\u201c \u2013 \u201eder Geist des Para\u00addie\u00adses\u201c, ein gera\u00adde\u00adzu bibli\u00adscher und somit f\u00fcr die \u00f6ster\u00adli\u00adche Beschal\u00adlung geeig\u00adne\u00adter Titel \u2013 der New-Wave-For\u00adma\u00adti\u00adon Talk Talk j\u00fcngst sich <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Spirit-Eden-Talk\/dp\/B0076WFVRC\/?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">einer Neu\u00adauf\u00adla\u00adge erfreu\u00aden<\/a> durf\u00adte, sofern ein Musik\u00adal\u00adbum das \u00fcber\u00adhaupt zu tun ver\u00admag.<\/p>\n<p>Talk Talk war eine bri\u00adti\u00adsche Musik\u00adgrup\u00adpe, die Anfang der 1980er Jah\u00adre gr\u00e4ss\u00adli\u00adchen Kau\u00adgum\u00admi\u00adpop (\u201eIt\u2019s My Life\u201c, \u201eSuch a Shame\u201c) f\u00fcr schaf\u00adfens\u00adwert hielt und auf dem letz\u00adten Album (\u201eLaug\u00adhing Stock\u201c, 1991), etwa zur glei\u00adchen Zeit wie Slint (\u201eSpi\u00adder\u00adland\u201c), das mit\u00ader\u00adfand, was heu\u00adte von eti\u00adket\u00adtier\u00adw\u00fc\u00adti\u00adgen Rezen\u00adsen\u00adten \u201ePost\u00adrock\u201c genannt wird. Dazwi\u00adschen liegt das ein\u00adma\u00adli\u00adge \u201eSpi\u00adrit of Eden\u201c.<\/p>\n<p>Die Ein\u00adma\u00adlig\u00adkeit gilt nicht nur inner\u00adhalb des Schaf\u00adfens von Talk Talk, die nie zuvor und auch danach nie wie\u00adder ein der\u00adart <em>per\u00adfek\u00adtes<\/em> Album auf\u00adge\u00adnom\u00admen haben, sie gilt f\u00fcr das gan\u00adze Gen\u00adre des New Wave. Aber ist das \u00fcber\u00adhaupt noch New Wave? <em>Das Inter\u00adnet<\/em> ver\u00adneint das.<\/p>\n<p>Lei\u00adse beginnt es mit Strei\u00adchern und Trom\u00adpe\u00adte, nach etwa zwei\u00adein\u00adhalb Minu\u00adten set\u00adzen Gitar\u00adre, ver\u00adzerrt-ver\u00adst\u00e4rk\u00adte Mund\u00adhar\u00admo\u00adni\u00adka, Bass und Schlag\u00adzeug ein. Die Rei\u00adse nimmt ihren Anfang, schon das 23-min\u00fc\u00adti\u00adge und drei\u00adtei\u00adli\u00adge \u201eThe Rain\u00adbow \/ Eden \/ Desi\u00adre\u201c l\u00e4sst den H\u00f6rer eine ande\u00adre Gef\u00fchls\u00adebe\u00adne erle\u00adben. Die Stim\u00admung ist <em>floydig<\/em>, Mark Hol\u00adlis singt ein wenig undeut\u00adlich, dazu ein wenig Kla\u00advier. Nach vier\u00adein\u00adhalb Minu\u00adten ist man sich zum ersten Mal seit Lan\u00adgem dem emo\u00adtio\u00adna\u00adlen Poten\u00adzi\u00adal von Musik bewusst, und w\u00e4h\u00adrend der Ver\u00adstand den sur\u00adrea\u00adlen Rufen wie aus wei\u00adter Fer\u00adne folgt, dr\u00fcckt irgend\u00adet\u00adwas <em>ganz tief drin<\/em> auf Gef\u00fch\u00adle, die man l\u00e4ngst ver\u00adges\u00adsen <em>(oder ver\u00addr\u00e4ngt?)<\/em> hat\u00adte.<\/p>\n<blockquote><p>Well, how can that be fair at all?<br>\nRep\u00aden\u00adted, chan\u00adged,<br>\nawa\u00adre whe\u00adre I have wron\u00adged.<\/p><\/blockquote>\n<p>Tief durch\u00adat\u00admen, wei\u00adter geht es. Die Melan\u00adcho\u00adlie weicht behut\u00adsa\u00admer Hoff\u00adnung, \u201eEden\u201c beginnt. <em>Ever\u00ady\u00adbo\u00addy needs someone to live by<\/em>, ja, und dann pl\u00f6tz\u00adlich, so kurz wie kaum greif\u00adbar, The Vel\u00advet Under\u00adground; kr\u00e4chz, jaul, n\u00e4ch\u00adste Stro\u00adphe. Mark Hol\u00adlis klagt jetzt nicht mehr, er ruft, die Stim\u00adme fast noch sehn\u00ads\u00fcch\u00adti\u00adger als der Text, den er spricht. Die Kli\u00admax? \u201eDesi\u00adre\u201c. Kamm\u00ader\u00adkl\u00e4n\u00adge, sp\u00e4r\u00adlich instru\u00admen\u00adtiert.<\/p>\n<blockquote><p>Desi\u00adre, whispe\u00adred, spo\u00adken, in time, rivers, oce\u00adans.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Moment, in dem man am lieb\u00adsten schrei\u00aden w\u00fcr\u00adde, ist schon l\u00e4ngst \u00fcber\u00adschrit\u00adten. Aber man kann dann doch nicht von der Stim\u00admung las\u00adsen und l\u00e4sst sich wei\u00adter trei\u00adben; und pl\u00f6tz\u00adlich bricht das instru\u00admen\u00adta\u00adle Infer\u00adno \u2013 gemes\u00adsen immer am Gewe\u00adse\u00adnen \u2013 los. Den S\u00e4n\u00adger h\u00e4lt es jetzt auch nicht mehr zur\u00fcck: <em>That ain\u2019t me, babe, I\u2019m just con\u00adtent to relax than drown within mys\u00adelf<\/em>, und h\u00e4t\u00adte man gera\u00adde ein Text\u00adbuch zur Hand, man w\u00fcr\u00adde den Refrain mit\u00adbr\u00fcl\u00adlen, aber so bleibt nur das Br\u00fcl\u00adlen <em>ganz tief drin<\/em>. Irgend\u00adet\u00adwas dort <em>tief drin<\/em> fleht um Gna\u00adde, und man w\u00fcr\u00adde es gern ohr\u00adfei\u00adgen, um den Schmerz zu sp\u00fc\u00adren.<\/p>\n<p>Das mit merk\u00adw\u00fcr\u00addi\u00adgen elek\u00adtro\u00adni\u00adschen Effek\u00adten ver\u00adzier\u00adte \u201eI Belie\u00adve In You\u201c hat es aus irgend\u00adwel\u00adchen Gr\u00fcn\u00adden (zwei Jah\u00adre nach \u201eI Don\u2019t Belie\u00adve In You\u201c, wer erkennt das Muster?) geschafft, als Ein\u00adzel\u00adst\u00fcck <em>aus\u00adge\u00adkop\u00adpelt<\/em> zu wer\u00adden. Gegen Ende der 1980er Jah\u00adre war sol\u00adcher\u00adlei durch\u00adaus beliebt. \u00c4hn\u00adlich wie \u201eInhe\u00adri\u00adtance\u201c und \u201eWealth\u201c ori\u00aden\u00adtiert sich die\u00adses Lied eher am Art-Pop, erste\u00adres l\u00e4sst den Rezen\u00adsen\u00adten sich mit\u00adun\u00adter gar an die weni\u00adgen guten Momen\u00adte der sp\u00e4\u00adten Gene\u00adsis erin\u00adnern, ohne jemals deren Ober\u00adfl\u00e4ch\u00adlich\u00adkeit zu errei\u00adchen.<\/p>\n<p>\u201eWealth\u201c ist, wie sonst nur sel\u00adten, ein pas\u00adsen\u00adder Abschluss des Albums: Fast nur von der Orgel beglei\u00adtet fleht Mark Hol\u00adlis ein letz\u00adtes Mal nach dem \u201eReich\u00adtum der Lie\u00adbe\u201c, dem <em>wealth of love<\/em>, und ver\u00adspricht daf\u00fcr sei\u00adne Frei\u00adheit zu geben.<\/p>\n<blockquote><p>Crea\u00adte upon my fle\u00adsh,<br>\ncrea\u00adte a home within my head,<br>\nTake my free\u00addom for giving me a sacred love.<\/p><\/blockquote>\n<p>W\u00e4h\u00adrend die Musik lang\u00adsam ver\u00adklingt, sinkt der H\u00f6rer in sei\u00adnen Ses\u00adsel, noch immer weit ent\u00adfernt von sich selbst. Das Album ist l\u00e4ngst zu Ende, die Rei\u00adse noch lan\u00adge nicht vor\u00adbei.<\/p>\n<p>Es gibt nur weni\u00adge Musikal\u00adben, die es schaf\u00adfen, gleich\u00adzei\u00adtig Herz und Hirn zu ent\u00adf\u00fch\u00adren, also psy\u00adche\u00adde\u00adlisch und melan\u00adcho\u00adlisch zugleich zu sein. Dear John Let\u00adter ver\u00adste\u00adhen sich auf die\u00adse Kunst, Talk Talk haben sie schon 1988 per\u00adfek\u00adtio\u00adniert.<\/p>\n<p>Ganz gro\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und schon ist wie\u00adder Ostern, die Zeit der Super\u00adson\u00adder\u00adspe\u00adzi\u00adal\u00adak\u00adtio\u00adnen im Inter\u00adnet. Vor lau\u00adter Eiern fin\u00addet man zur\u00adzeit nur wenig ver\u00adwert\u00adba\u00adre Infor\u00adma\u00adtio\u00adnen. Das fin\u00adde ich gut und rich\u00adtig, denn immer nur Poli\u00adtik ist auf Dau\u00ader doch ein wenig ein\u00adt\u00f6\u00adnig. 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