{"id":6182,"date":"2012-03-26T15:25:38","date_gmt":"2012-03-26T13:25:38","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=6182"},"modified":"2012-03-26T15:26:13","modified_gmt":"2012-03-26T13:26:13","slug":"weil-er-lacht-weil-er-lebt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2012\/03\/weil-er-lacht-weil-er-lebt\/","title":{"rendered":"\u2026 weil er lacht, weil er lebt \u2026"},"content":{"rendered":"<p>Eines Tages kam der Men\u00adsch an einen Fluss, der seinen Weg kreuzte. \u201cEi\u201d, sprach der Men\u00adsch, \u201cvielle\u00adicht hil\u00adft mir der Fluss, meine Sor\u00adgen zu vergessen.\u201d Und so set\u00adzte sich der Men\u00adsch an den Fluss und nahm die gle\u00adich\u00adf\u00f6r\u00admi\u00adgen Bewe\u00adgun\u00adgen des Wassers in sich auf.<\/p>\n<p>Als er eine Weile so gesessen hat\u00adte, kam eine Ente des Weges geschwom\u00admen. Sie fragte den Men\u00adschen: \u201cAch, Men\u00adsch, warum schaust du so betr\u00fcbt drein?\u201d Der Men\u00adsch erschrak, von der uner\u00adwarteten Anrede \u00fcber\u00adrascht. \u201cEnte, warum kannst du sprechen?\u201d fragte er.<\/p>\n<p>Die Ente erwiderte: \u201cSind wir nicht alle\u00adsamt Lebe\u00adwe\u00adsen? W\u00e4re es nicht absurd, spr\u00e4chen wir keine gemein\u00adsame Sprache, wir Enten und ihr Men\u00adschen? Wir Enten k\u00f6n\u00adnen schon immer mit euch Men\u00adschen reden. Au\u00dfer\u00addem bist du betrunk\u00aden.\u201d<\/p>\n<p>\u201cAch so\u201d, sagte der Men\u00adsch. \u201cBetr\u00fcbt bin ich, weil ich mit dem Leben unzufrieden bin und dich nun hier sehe, wie du sor\u00adg\u00adlos -\u201d<\/p>\n<p>\u201cHalt!\u201d, unter\u00adbrach ihn die Ente. \u201cWieso sollte ich sor\u00adg\u00adlos sein, nur weil ich nicht jedem mein Leid klage?\u201d<\/p>\n<p>\u201cEntschuldige, Ente; wie du hier also ent\u00adlangschwimmst, als k\u00f6nne dich nichts ersch\u00fct\u00adtern, w\u00e4hrend mich die Sor\u00adgen pla\u00adgen.\u201d<\/p>\n<p>\u201cSor\u00adgen sind kein Grund, sich der Tr\u00fcb\u00adsal hinzugeben. Wichtig ist, dass man sein Leben lebt. Jed\u00ader ist seines Gl\u00fcck\u00ades Schmied, und wenn das Leben dir Mel\u00ado\u00adnen gibt, mach Marme\u00adlade daraus. Lass die Sonne rein!\u201d<\/p>\n<p>Nach kurzem Z\u00f6gern erhellte sich das Gesicht des Men\u00adschen. \u201cSo habe ich das noch gar nicht gese\u00adhen!\u201d rief er. \u201cIch danke dir viel\u00admals, Ente! Kommst du noch mit auf einen Kaf\u00adfee?\u201d<\/p>\n<p>\u201cNein, ich muss noch fahren\u201d, sprach die Ente, \u201caber ich danke dir f\u00fcr die Ein\u00adladung!\u201d<\/p>\n<p>\u201cSchade!\u201d bedauerte der Men\u00adsch die Ente. \u201cDen\u00adnoch danke ich dir f\u00fcr alles, mein Fre\u00adund!\u201d<\/p>\n<p>Und fro\u00adhen Mutes schritt er davon. Die Ente aber sah ihm noch lange nach und seufzte.<\/p>\n<p><em>(Nimm das, Antoine de Saint-Exup\u00e9ry!)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eines Tages kam der Men\u00adsch an einen Fluss, der seinen Weg kreuzte. \u201cEi\u201d, sprach der Men\u00adsch, \u201cvielle\u00adicht hil\u00adft mir der Fluss, meine Sor\u00adgen zu vergessen.\u201d Und so set\u00adzte sich der Men\u00adsch an den Fluss und nahm die gle\u00adich\u00adf\u00f6r\u00admi\u00adgen Bewe\u00adgun\u00adgen des Wassers in sich auf. 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