{"id":5196,"date":"2011-09-29T19:16:47","date_gmt":"2011-09-29T17:16:47","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=5196"},"modified":"2011-09-30T14:41:45","modified_gmt":"2011-09-30T12:41:45","slug":"broken-heart-collector-sammelt-gebrochene-herzen-und-stile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2011\/09\/broken-heart-collector-sammelt-gebrochene-herzen-und-stile\/","title":{"rendered":"broken.heart.collector: Sammelt gebrochene Herzen und Stile"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/broken.heart_.collector.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/broken.heart_.collector-120x111.jpg\" alt title=\"broken.heart.collector\" width=\"120\" height=\"111\" style=\"padding-left:0.7em\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-5197\" srcset=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/broken.heart_.collector-120x111.jpg 120w, https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/broken.heart_.collector.jpg 227w\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\"><\/a>W\u00e4hrend ich also eben ger\u00adade die Sta\u00adtis\u00adtiken f\u00fcr Sep\u00adtem\u00adber 2011 in einen akzept\u00adablen Text ein\u00adflie\u00dfen zu lassen ver\u00adsuchte, rotierte in der Musikan\u00adlage das Album \u201cbroken.heart.collector\u201d des \u00f6ster\u00adre\u00adichis\u00adchen Quin\u00adtetts sel\u00adben Namens, eigentlich ein um S\u00e4n\u00adgerin und Bassklar\u00adinet\u00adtistin erweit\u00adert\u00ader Abk\u00f6mm\u00adling des Trios Bul\u00adbul, von dem ich eben\u00adfalls nie zuvor geh\u00f6rt hat\u00adte; das Quin\u00adtett jeden\u00adfalls schaffte es auf den Baby\u00adblauen Seit\u00aden zum <a href=\"http:\/\/www.babyblaue-seiten.de\/index.php?content=review&amp;albumId=11548&amp;left=newReviews2&amp;top=reviews\">Tipp des Monats<\/a>, und das ist eigentlich meist ein gutes Zeichen. Die Musik\u00ader ste\u00adhen \u00fcbri\u00adgens bei Dis\u00adcor\u00adpo\u00adrate Records unter Ver\u00adtrag, regelm\u00e4\u00dfige Leser meines Geschwafels ken\u00adnen also einige ihrer St\u00fccke bere\u00adits vom <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2011\/09\/discorporate-records-querschnitt-2011\/\" title=\"Discorporate Records: Querschnitt 2011\">Discorporate-Records-\u201cSampler\u201d 2011<\/a>.<\/p>\n<p>Was mir da ger\u00adade gewalt\u00adfrei ins Ohr drang, war jeden\u00adfalls wirk\u00adlich beein\u00addruck\u00adend. (Erw\u00e4h\u00adnte ich schon, dass Gen\u00adres und gute Musik miteinan\u00adder nur sel\u00adten har\u00admonieren?) Bere\u00adits der er\u00f6ff\u00adnende \u201cLove Recla\u00adma\u00adtion Song\u201d, etwas mehr als elfein\u00adhalb Minuten lang, \u00fcber\u00adrascht: Kam\u00admer\u00admusikar\u00adtig set\u00adzen langsam und san\u00adft und aber auch ein biss\u00adchen bedrohlich die Instru\u00admente ein, S\u00e4n\u00adgerin Maja Oso\u00adjnik intoniert mit Bedacht und melodisch in solch\u00ader Form, dass man an die Stro\u00adphen im Meis\u00adter\u00adst\u00fcck \u201cThe End\u201d der leg\u00adend\u00e4ren Doors denkt, stimm\u00adlich dann auch an die deutsche Chanteuse Nico, die sel\u00adbiges Lied irgend\u00adwann mal gecovert hat\u00adte. Sch\u00f6n d\u00fcster und nur vorder\u00adgr\u00fcndig schlicht, denn die Instru\u00admente sind zwar zur\u00fcck\u00adhal\u00adtend, aber doch abwech\u00adslungsre\u00adich bedi\u00adent. Wer sich aber jet\u00adzt verse\u00adhentlich auf fast eine Stunde beschaulich\u00ader Hin\u00adter\u00adgrundbeschal\u00adlung ein\u00adstellt, der sollte seine Ner\u00adven\u00adpillen bere\u00adit hal\u00adten, denn bei etwa 9:00 Minuten erfol\u00adgt eine Z\u00e4sur und die f\u00fcnf \u2014 plus, in eini\u00adgen St\u00fcck\u00aden, Didi Kern als Gast am Klavier \u2014 rock\u00aden mit viel Bass und verz\u00ader\u00adrtem Gesang los. Ken\u00adnt noch jemand \u201cOpen Your Eyes\u201d von den Guano Apes? Ganz so l\u00e4r\u00admend wird es nicht, aber so \u00e4hn\u00adlich klingt es doch, bedenkt man, dass broken.heart.collector von denen, die auf Gen\u00adreschubladen Wert leg\u00aden, oft als \u201cRIO\/Avant\u201d, exper\u00adi\u00admentelle Avant\u00adgarde-Musik also, gef\u00fchrt wer\u00adden.<\/p>\n<p>Dabei geht es ihnen nicht nur um die Lust am Krach. Das zweite St\u00fcck, \u201cAnoth\u00ader Heart Bites The Dust\u201d, er\u00f6ffnet mit brum\u00admenden Tieft\u00f6\u00adnen, ist aber trotz des Titels keine Queen-Cov\u00aderver\u00adsion, son\u00addern fein\u00adster Alter\u00adna\u00adtive. Den Anfang habe ich schon mal irgend\u00adwo geh\u00f6rt; nur wo? Andreas Hof\u00admann unter\u00adstellt auf den Baby\u00adblauen Seit\u00aden klan\u00adgliche N\u00e4he zu Place\u00adbo, das infer\u00adnalis\u00adche Gejaule von Bri\u00adan Molko bleibt aber zum Gl\u00fcck fern, vielmehr kommt mir spon\u00adtan ein Ver\u00adgle\u00adich mit Belle &amp; Sebas\u00adt\u00adian in den Sinn.<\/p>\n<p>Die Band untern\u00adimmt auf dem Album sozusagen einen Streifzug durch die Gen\u00adres. Von den aufgel\u00f6sten Avant\u00adgarde-Met\u00adal-Kabaret\u00adtis\u00adten Sleep\u00ady\u00adtime Goril\u00adla Muse\u00adum (\u201cEisen\u00adwalz\u00ader\u201d) \u00fcber The Kills (\u201cGet The Dog\u201d) und Dono\u00advan (\u201cBoatwischmusik\u201d) bis hin zum Can\u00adter\u00adbury und zeuhlschwan\u00adgeren Jaz\u00adzrock (\u201cCes\u00adt\u00adni \u010drv\u201d) reicht die stilis\u00adtis\u00adche Band\u00adbre\u00adite. Das abschlie\u00dfende \u201cWolves\u201d (ein Wolf ziert als den Kurz\u00adfil\u00admen im DDR-\u201cSandm\u00e4nnchen\u201d nicht un\u00e4hn\u00adliche Zeich\u00adnung auch das Titel\u00adbild des Albums) run\u00addet das Album schlie\u00dflich ab: Der eing\u00e4ngige, unaufgeregte Pop steigert sich eben\u00adso wie der Gesang allm\u00e4h\u00adlich zu ein\u00ader ger\u00adadezu irren Kli\u00admax in Form eines impro\u00advisierten L\u00e4rms mit Gekreisch, sozusagen als eine nicht instru\u00admen\u00adtale Ver\u00adsion der let\u00adzten Sekun\u00adden von \u201cA Day In The Life\u201d der \u00fcber\u00adbe\u00adw\u00aderteten Bea\u00adt\u00adles und auch als eine Art Faz\u00adit, Zusam\u00admen\u00adfas\u00adsung des bis dahin Geh\u00f6rten. All das \u2014 alle 10 St\u00fccke \u2014 wird darge\u00adboten in einem eigen\u00adst\u00e4ndi\u00adgen Klangge\u00adwand aus Bass\u00adfl\u00f6te, Klar\u00adinette, Gitarre, Bass, Schlagzeug und der\u00adgle\u00adichen; wer also behauptet, das alles sei l\u00e4ngst ein alter Hut, dem unter\u00adstelle ich so lange Irrtum, bis er es belegt, denn mir ist es let\u00adztlich nicht wichtig, ob pri\u00adma Musik nun zum ersten oder zum hun\u00addert\u00adtausend\u00adsten Mal in dieser Form vor\u00adliegt. Die Haupt\u00adsache sollte doch, neben einem Min\u00addest\u00adma\u00df an Anspruch, immer sein, dass sie gef\u00e4llt. Und das tut sie f\u00fcr\u00adwahr.<\/p>\n<p>\u201cSchep\u00adpern \/ Raunen \/ Avant-Noise\u201d schreibt man <a href=\"http:\/\/www.intro.de\/platten\/kritiken\/23065151\/broken-heart-collector-brokenheartcollector\">im Mag\u00ada\u00adzin \u201cIntro\u201d<\/a> und hat damit vol\u00adlkom\u00admen Recht. broken.heart.collector machen dort weit\u00ader, wo Son\u00adic Youth l\u00e4ngst aufge\u00adh\u00f6rt haben. Und das ist auch gut so.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend ich also eben ger\u00adade die Sta\u00adtis\u00adtiken f\u00fcr Sep\u00adtem\u00adber 2011 in einen akzept\u00adablen Text ein\u00adflie\u00dfen zu lassen ver\u00adsuchte, rotierte in der Musikan\u00adlage das Album \u201cbroken.heart.collector\u201d des \u00f6ster\u00adre\u00adichis\u00adchen Quin\u00adtetts sel\u00adben Namens, eigentlich ein um S\u00e4n\u00adgerin und Bassklar\u00adinet\u00adtistin erweit\u00adert\u00ader Abk\u00f6mm\u00adling des Trios Bul\u00adbul, von dem ich eben\u00adfalls nie zuvor geh\u00f6rt hat\u00adte; das Quin\u00adtett jeden\u00adfalls schaffte es auf \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2011\/09\/broken-heart-collector-sammelt-gebrochene-herzen-und-stile\/\" class=\"more-link\">\u2018broken.heart.collector: Sam\u00admelt gebroch\u00adene Herzen und Stile\u2019 weit\u00ader\u00adlesen \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[14,17],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-5196","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kaufbefehle","category-musikkritik"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":null,"server":null,"url":null},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5196","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5196"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5196\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5196"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5196"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5196"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/series?post=5196"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}