{"id":4642,"date":"2011-05-24T00:00:49","date_gmt":"2011-05-23T22:00:49","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=4642"},"modified":"2011-05-23T18:57:33","modified_gmt":"2011-05-23T16:57:33","slug":"zum-70-geburtstag-bob-dylans","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2011\/05\/zum-70-geburtstag-bob-dylans\/","title":{"rendered":"Zum 70. Geburtstag Bob Dylans"},"content":{"rendered":"<p>Heute wird Bob Dylan 70 Jahre alt, und zwar den ganzen Tag lang. Tr\u00f6t, Tusch, hur\u00adra! Ein\u00admal abge\u00adse\u00adhen davon, dass er seit dem Ende der \u201cRolling Thun\u00adder Revue\u201d (u.a. beim SPIEGEL <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/musik\/0,1518,225515,00.html\">berichtete man<\/a>) nur mehr schnulzige Liebeslieder in \u00f6der Coun\u00adtry\u00adform zu schreiben scheint, erachte ich es als unn\u00f6tig, ihn hier noch ein\u00admal geson\u00addert vorzustellen, obschon die Ein\u00adf\u00fchrung sein\u00ader seit 1988 laufend\u00aden \u201cNev\u00ader End\u00ading Tour\u201d sein bish\u00aderiges Schaf\u00adfen jedes Mal aus\u00adf\u00fchrlich zusam\u00admen\u00adfasst, aber wir sind hier ja nicht als Ver\u00adanstal\u00adter t\u00e4tig, son\u00addern schn\u00f6de Schreiber\u00adlinge, und bei dem annehm\u00adbaren Wet\u00adter drau\u00dfen fassen wir uns mit Vor\u00adliebe kurz.<\/p>\n<p>Bob Dylan also, dessen in rasch\u00ader Folge aufgenommene Alben <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Bringing-All-Back-Home-Dylan\/dp\/B0001M0KF2\/?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Bring\u00ading It All Back Home<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Highway-61-Revisited-Bob-Dylan\/dp\/B0001M0KEI\/?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">High\u00adway 61 Revis\u00adit\u00aded<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Blonde-Bob-Dylan\/dp\/B0001M0KES\/?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Blonde on Blonde<\/a> eine beina\u00adhe schon radikale Abkehr von den zwar oft geh\u00f6rten, aber let\u00adztlich musikalisch doch eher anspruch\u00adslosen Volk\u00adsweisen der Vor\u00adjahre bedeuteten und heute im All\u00adge\u00admeinen zu den Alben gez\u00e4hlt wer\u00adden, die man zumin\u00add\u00adest mal geh\u00f6rt haben sollte, bevor man dere\u00adinst ins Gras bei\u00dft, kann auf eine abwech\u00adslungsre\u00adiche Kar\u00adriere zur\u00fcck\u00adblick\u00aden, sofern ihm denn danach ist.<\/p>\n<p>Diese Kar\u00adriere ist immer\u00adhin vor\u00adbildlich, hat er sich doch zumin\u00add\u00adest jahrzehn\u00adte\u00adlang nicht nur auf seinem Erfolg aus\u00adgeruht, son\u00addern immer dann eine v\u00f6l\u00adlig neue Rich\u00adtung eingeschla\u00adgen, wenn seine Pop\u00adu\u00adlar\u00adit\u00e4t ihn zum Idol der Massen zu machen dro\u00adhte. Wir ler\u00adnen: Um Druck von au\u00dfen zu ver\u00adhin\u00addern, muss man ver\u00adsuchen, den Leuten so wenig zu gefall\u00aden wie es m\u00f6glich ist. Ein H\u00f6hep\u00adunkt dieser Entwick\u00adlung ist das Album \u201cSelf Por\u00adtrait\u201d von 1970, das aus Neuauf\u00adnah\u00admen eigen\u00ader St\u00fccke und eini\u00adgen Cov\u00aderver\u00adsio\u00adnen, etwa \u201cThe Box\u00ader\u201d, urspr\u00fcnglich von Simon &amp; Gar\u00adfunkel (genauer: von Paul Simon), beste\u00adht und von der Kri\u00adtik sein\u00aderzeit ver\u00adwun\u00addert aufgenom\u00admen wurde; Greil Mar\u00adcus etwa, Autor und Musikjour\u00adnal\u00adist, fragte, was <em>dieser Schei\u00df<\/em> denn solle. Tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich scheint sich Bob Dylan hier gr\u00f6\u00dfte M\u00fche zu geben, m\u00f6glichst schief zu klin\u00adgen, aber wer dieses Album ernst nimmt und deshalb einen Ver\u00adriss schreibt, der hat bes\u00adtimmt auch CDs von Muse und Radio\u00adhead im Schrank und h\u00e4lt Lady Gaga f\u00fcr den Inbe\u00adgriff der Inno\u00adva\u00adtion.<\/p>\n<p>Ich kenne nun keine konkrete Aus\u00adsage seit\u00adens Bob Dylans zur Bedeu\u00adtung von \u201cSelf Por\u00adtrait\u201d, aber w\u00fcrde es, fragte man mich, schon auf\u00adgrund des Titels als Par\u00ado\u00addie anse\u00adhen. Und in der Tat d\u00fcrfte es schw\u00ader sein, Bob Dylan bess\u00ader zu par\u00ado\u00addieren als Bob Dylan selb\u00adst, unter anderem The Vel\u00advet Under\u00adground (\u201cPromi\u00adnent Men\u201d) sind daran gescheit\u00adert; wenn man nicht ger\u00adade \u201cWeird Al\u201d Yankovic hei\u00dft, denn <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Nej4xJe4Tdg\">der kann das<\/a>.<\/p>\n<p>Nat\u00fcr\u00adlich muss die Stimme nicht jedem gefall\u00aden, und sie ist f\u00fcr Leute, die noch nie Bob Dylan geh\u00f6rt haben, wohl auch das Ungew\u00f6hn\u00adlich\u00adste an sein\u00ader Musik, die, fehlte der Gesang, zwar aus\u00addruck\u00ads\u00adlos w\u00e4re, aber wohl nie\u00adman\u00addem deut\u00adlich miss\u00adfiele, aber sie ist doch ein pr\u00e4\u00adgen\u00addes Ele\u00adment ger\u00adade der genan\u00adnten drei Alben. W\u00e4hrend immer\u00adhin \u201cAll Along the Watch\u00adtow\u00ader\u201d sich in Jimi Hen\u00addrix\u2019 Cov\u00aderver\u00adsion bis heute gr\u00f6\u00dfer\u00ader Beliebtheit erfreut als die ver\u00adgle\u00adich\u00adsweise spar\u00adtanis\u00adche Urver\u00adsion Bob Dylans und kon\u00adse\u00adquenter\u00adweise die Inspi\u00adra\u00adtion f\u00fcr sp\u00e4tere Livev\u00ader\u00adsio\u00adnen darstellte, sind etwa der \u201cSub\u00adter\u00adre\u00adnean Home\u00adsick Blues\u201d \u2014 f\u00fcr die VIVA-Klien\u00adtel: das ist das Lied mit dem bekan\u00adnten Video \u2014 oder \u201cOne Of Us Must Know (Soon\u00ader Or Lat\u00ader)\u201d nur schw\u00ader\u00adlich von Drit\u00adten inter\u00adpretiert vorstell\u00adbar, ohne ihren Charak\u00adter zu ver\u00adlieren.<\/p>\n<p>Den Charak\u00adter sein\u00ader, Bob Dylans, Musik macht aber nicht nur seine Stimme aus, ger\u00adade auch die Texte ver\u00addi\u00adenen Aufmerk\u00adsamkeit und Anerken\u00adnung, nicht umson\u00adst hat ihn die Presse stel\u00adlvertre\u00adtend zum <em>poeta lau\u00adre\u00ada\u00adtus<\/em>, zum lor\u00adbeer\u00adbekr\u00e4nzten Dichter, ernan\u00adnt, und das sich\u00ader nicht nur aus Verse\u00adhen, son\u00addern f\u00fcr die kryp\u00adtis\u00adche Bild\u00adsprache von Liedern wie \u201cStuck Inside of Mobile with the Mem\u00adphis Blues again\u201d (\u00fcbri\u00adgens eben\u00adfalls von \u201cBlonde on Blonde\u201d):<\/p>\n<blockquote><p>Grand\u00adpa died last week and now he\u2019s buried in the rocks<br>\nBut every\u00adbody still talks about how bad\u00adly they were shocked<br>\nBut me, I expect\u00aded it to hap\u00adpen, I knew he\u2019d lost con\u00adtrol<br>\nWhen he built a fire on Main Street and shot it full of holes<\/p><\/blockquote>\n<p>20 Jahre nach Loudon Wain\u00adwright III nun und somit, wie \u00fcblich, als ein\u00ader der Let\u00adzten erhebe ich meine Tasse Kaf\u00adfee und sage, schreibe und w\u00fcn\u00adsche:<br>\nAlles Gute, Bob Dylan!<\/p>\n<p>Auf weit\u00adere 70 Jahre. Min\u00addestens.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute wird Bob Dylan 70 Jahre alt, und zwar den ganzen Tag lang. Tr\u00f6t, Tusch, hur\u00adra! Ein\u00admal abge\u00adse\u00adhen davon, dass er seit dem Ende der \u201cRolling Thun\u00adder Revue\u201d (u.a. beim SPIEGEL berichtete man) nur mehr schnulzige Liebeslieder in \u00f6der Coun\u00adtry\u00adform zu schreiben scheint, erachte ich es als unn\u00f6tig, ihn hier noch ein\u00admal geson\u00addert vorzustellen, obschon \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2011\/05\/zum-70-geburtstag-bob-dylans\/\" class=\"more-link\">\u2018Zum 70. Geburt\u00adstag Bob Dylans\u2019 weit\u00ader\u00adlesen \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[2,14],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-4642","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musikalisches","category-kaufbefehle"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":null,"server":null,"url":null},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4642","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4642"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4642\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4642"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4642"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4642"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/series?post=4642"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}