{"id":4580,"date":"2011-05-08T20:42:36","date_gmt":"2011-05-08T18:42:36","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=4580"},"modified":"2011-05-19T14:37:15","modified_gmt":"2011-05-19T12:37:15","slug":"kurz-verlinkt-xliii-auf-sie-mit-gebrau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2011\/05\/kurz-verlinkt-xliii-auf-sie-mit-gebrau\/","title":{"rendered":"Kurz verlinkt XLIII: Auf sie mit Gebr\u00e4u!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/einestages.spiegel.de\/static\/topicalbumbackground\/22675\/auf_sie_mit_gebraeu.html\">Neues von der Coca-Cola-Front:<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Das einst von John S. Pem\u00adber\u00adton gemixte Gebr\u00e4u gegen Kopf\u00adschmerz, M\u00fcdigkeit und Frauen\u00adlei\u00adden, das [am 6. Mai] vor genau 125 Jahren erst\u00admals \u00fcber die Laden\u00adtheke ging, avancierte im Zweit\u00aden Weltkrieg zum Sym\u00adbol der amerikanis\u00adchen Heimat par excel\u00adlence.<\/p><\/blockquote>\n<p>W\u00e4re heute nicht Mut\u00adtertag und ich somit moralisch zu ein wenig Zur\u00fcck\u00adhal\u00adtung <em>verpflichtet<\/em>, schriebe ich jet\u00adzt zum Beispiel, dass das beste \u201cGebr\u00e4u gegen Frauen\u00adlei\u00adden\u201d noch immer aus Tschechien kommt; denn wer unter Frauen lei\u00addet, f\u00fcr den ist seliger Bierkon\u00adsum noch immer ein pro\u00adbates Mit\u00adtel.<\/p>\n<p>Allerd\u00adings hat sich in den let\u00adzten 125 Jahren die beab\u00adsichtigte Wirkung von Coca-Cola in den Augen der Welt\u00f6f\u00adfentlichkeit gewan\u00addelt. Als Medi\u00adz\u00adin\u00adpro\u00addukt wird sie \u2014 wohl auch auf\u00adgrund des mit\u00adtler\u00adweile fehlen\u00adden Koka-Gehalts \u2014 nicht mehr ange\u00adpriesen, und schon im 2. Weltkrieg war ihr <em>Genuss<\/em> stattdessen ein ger\u00adadezu hero\u00adis\u00adch\u00ader Akt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201cWenn uns jemand fragte, wof\u00fcr wir k\u00e4mpfen, w\u00fcrde ver\u00admut\u00adlich die H\u00e4lfte von uns antworten, f\u00fcr das Recht, wieder Coca-Cola zu trinken\u201d, schrieb ein\u00ader der GIs von den Tr\u00fcm\u00admer\u00adfeldern nach Hause (\u2026).<\/p><\/blockquote>\n<p>Dass den US-Amerikan\u00adern kein Grund zu bl\u00f6d ist, Krieg spie\u00adlen zu d\u00fcr\u00adfen, ist ja bekan\u00adnt. (Insofern kommt es ihnen ganz gele\u00adgen, dass al-Qai\u00adda <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/panorama\/nach-bin-ladens-tod-obama-jagt-osamas-nachfolger-1682357.html\">die Ermor\u00addung Osama bin Ladens nicht guthei\u00dfen kann<\/a>, denn so ist der Fortbe\u00adstand der Kriegs\u00adgr\u00fcnde vor\u00aderst gew\u00e4hrleis\u00adtet. Arschl\u00f6ch\u00ader.) Die optis\u00adche \u00c4hn\u00adlichkeit von Coca-Cola und Erd\u00f6l l\u00e4sst mich \u00fcbri\u00adgens ger\u00adade \u00fcber etwaige Zusam\u00admen\u00adh\u00e4nge sin\u00adnieren.<\/p>\n<p>\u201cWir k\u00e4mpfen f\u00fcr das Recht, wieder Coca-Cola zu trinken\u201d; sehr sch\u00f6n, das hat was von \u201cwir k\u00e4mpfen f\u00fcr die Frei\u00adheit Deutsch\u00adlands am Hin\u00addukusch\u201d, ist genau so bek\u00adloppt, denn, immer\u00adhin:<\/p>\n<blockquote><p>Dem US-Colonel Robert L. Scott wiederum half der Gedanke an \u201cAmeri\u00adka, Demokratie und Coca-Cola\u201d, seinen \u201cersten Japsen abzuschie\u00dfen\u201d, wie er seinem Best\u00adseller \u201cGott ist mein Co-Pilot\u201d schrieb.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich grat\u00aduliere bei der Gele\u00adgen\u00adheit dann \u00fcbri\u00adgens auch all den Deutschen, die Coca-Cola als \u201cTeil des <em>Amer\u00adi\u00adcan way of life<\/em>\u201d preisen und allein deshalb f\u00fcr ein lobenswertes Getr\u00e4nk hal\u00adten, zu ihrem sor\u00adglosen Welt\u00adbild. Zucker\u00adbrause als Aus\u00addruck eines Lebensstils? Das mag ein Lebensstil sein, der sich au\u00dfer\u00adhalb mein\u00ader Wahrnehmung abspielt.<\/p>\n<p>Be\u00e4ngsti\u00adgend f\u00e4nde ich dann \u00fcbri\u00adgens auch dies, predigte ich es nicht schon seit Jahren:<\/p>\n<blockquote><p>\u201cCoca-Cola\u201d avancierte, gemein\u00adsam mit \u201co.k.\u201d, zur bekan\u00adntesten Vok\u00ada\u00adbel der Welt, \u00fcber\u00adall leck\u00adten sich die Men\u00adschen, Sieger eben\u00adso wie Besiegte, die Fin\u00adger danach.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Leben der Deutschen wird auch heute noch wesentlich davon bes\u00adtimmt, dass sie 1944 und 1945 von den US-Amerikan\u00adern bom\u00adbardiert, besiegt und for\u00adt\u00adan unter\u00adjocht wor\u00adden waren. Keines\u00adfalls m\u00f6chte ich hier den Siegeszug der Rock\u00admusik kri\u00adtisieren, ging doch ihre Rev\u00ado\u00adlu\u00adtion stets von Gro\u00dfbri\u00adtan\u00adnien aus, aber der Sprach- und Kul\u00adturver\u00adfall her\u00adanwach\u00adsender Gen\u00ader\u00ada\u00adtio\u00adnen deckt sich mit der Entwick\u00adlung der US-amerikanis\u00adchen Jugend. (In Film\u00adform empfehle ich zum Beispiel die Kom\u00f6die \u201cMatil\u00adda\u201d, deren Haupt\u00addarstel\u00adlerin in ein\u00ader <em>typ\u00adisch amerikanis\u00adchen<\/em> Fam\u00adi\u00adlie aufw\u00e4chst, ohne Cola zwar, gle\u00adich\u00adfalls aber ohne Kul\u00adtur.)<\/p>\n<p>\u201cSprache entwick\u00adelt sich <em>halt<\/em> weit\u00ader\u201d, ich mein\u00ader\u00adseits verbinde mit Weit\u00ader\u00aden\u00adtwick\u00adlung aber Fortschritt und nicht Liq\u00adui\u00adda\u00adtion.<\/p>\n<p>Den\u00adnoch, um zum The\u00adma zur\u00fcck\u00adzukehren, halte ich das Sch\u00fcren von Vorurteilen gegen Coca-Cola f\u00fcr deut\u00adlich \u00fcber\u00adzo\u00adgen:<\/p>\n<blockquote><p>In Ital\u00adien ver\u00adbre\u00adit\u00adeten anti\u00adamerikanis\u00adche Genossen, dass der Cola-Kon\u00adsum \u00fcber Nacht die Haare schlo\u00adhwei\u00df wer\u00adden l\u00e4sst, in Japan wiederum kur\u00adsierte das Ger\u00fccht, Cola w\u00fcrde die Frauen unfrucht\u00adbar machen. Und w\u00e4hrend ein mus\u00adlim\u00adis\u00adch\u00ader Dem\u00ada\u00adgoge in \u00c4gypten aus Wut \u00fcber die Unter\u00adst\u00fctzung Israels durch die USA die The\u00ado\u00adrie auf\u00adstellte, Cola sei aus Schweineblut gebraut, beschimpfte Mao das Prick\u00adel\u00adwass\u00ader gar als \u201cOpi\u00adum f\u00fcr die Rennhunde des revan\u00adchis\u00adtis\u00adchen Kap\u00adi\u00adtal\u00adis\u00admus\u201d.<\/p><\/blockquote>\n<p>Deutsche Eltern haben \u00e4hn\u00adliche Ideen: Als Kind wurde mir gesagt, von Cola bek\u00e4me ich schwarze F\u00fc\u00dfe. Wie viel Cola ich daf\u00fcr trinken muss, wurde allerd\u00adings nicht erl\u00e4utert, bis jet\u00adzt hat es nur f\u00fcr schwarze N\u00e4gel gen\u00fcgt. Aber wie das mit Kindern so ist, machte Cola\u00adtrinken dann erst recht Spa\u00df, der Geschmack war beina\u00adhe schon Neben\u00adsache. \u201cIch nehm Cola, weil Mama das ger\u00adade nicht sieht.\u201d<\/p>\n<p>Nun ist das alles schon ein paar Jahre her, und aller Nachkriegsre\u00advues zum Trotz hat es sich gezeigt, dass die <em>Welt\u00admacht Coca-Cola<\/em> nicht unange\u00adfocht\u00aden in ein\u00ader Monopol\u00adstel\u00adlung ver\u00adhar\u00adrt, son\u00addern sich zahlre\u00adich\u00ader Konkur\u00adrenz erfreuen kann. Konkur\u00adrenz belebt bekan\u00adntlich den Markt.<\/p>\n<p>Darauf erhebe ich ein Konkur\u00adren\u00adzpro\u00addukt!<\/p>\n<p><em>(Danke an C.)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neues von der Coca-Cola-Front: Das einst von John S. Pem\u00adber\u00adton gemixte Gebr\u00e4u gegen Kopf\u00adschmerz, M\u00fcdigkeit und Frauen\u00adlei\u00adden, das [am 6. Mai] vor genau 125 Jahren erst\u00admals \u00fcber die Laden\u00adtheke ging, avancierte im Zweit\u00aden Weltkrieg zum Sym\u00adbol der amerikanis\u00adchen Heimat par excel\u00adlence. W\u00e4re heute nicht Mut\u00adtertag und ich somit moralisch zu ein wenig Zur\u00fcck\u00adhal\u00adtung verpflichtet, schriebe \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2011\/05\/kurz-verlinkt-xliii-auf-sie-mit-gebrau\/\" class=\"more-link\">\u2018Kurz ver\u00adlinkt XLIII: Auf sie mit Gebr\u00e4u!\u2019 weit\u00ader\u00adlesen \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[4,13],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-4580","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik","category-in-den-nachrichten"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":null,"server":null,"url":null},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4580","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4580"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4580\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4580"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4580"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4580"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/series?post=4580"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}