{"id":3245,"date":"2010-10-23T19:26:39","date_gmt":"2010-10-23T17:26:39","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=3245"},"modified":"2010-11-06T22:20:05","modified_gmt":"2010-11-06T21:20:05","slug":"dear-john-letter-part-fragment","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2010\/10\/dear-john-letter-part-fragment\/","title":{"rendered":"Dear John Letter \u2014 Part &amp; Fragment"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Part-and-Fragment.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Part-and-Fragment-150x150.jpg\" alt title=\"Dear John Letter: Part and Fragment\" width=\"120\" height=\"120\" style=\"padding-left:0.3em\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-3246\" srcset=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Part-and-Fragment-150x150.jpg 150w, https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Part-and-Fragment-92x92.jpg 92w\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\"><\/a>Lange genug hat\u2019s gedauert, jet\u00adzt halte ich es ehrf\u00fcrchtig in meinen flugs desin\u00adfizierten H\u00e4n\u00adden, lausche der in Ton gegosse\u00adnen Kun\u00adst, getra\u00adgen von Rhyth\u00admus, wabern\u00adden Melo\u00addi\u00aden und der immer ein wenig bek\u00adifft wirk\u00adenden Stimme von Mar\u00adtin Fis\u00adch\u00ader und bekomme wg. Trance nur wenig mehr als drei W\u00f6rter am St\u00fcck her\u00adaus, was das Schreiben nicht ein\u00adfach\u00ader macht.<\/p>\n<p>Es stand zu bef\u00fcrcht\u00aden, dass der Plat\u00adten\u00adver\u00adtrag, den das Quin\u00adtett nach der Ver\u00f6f\u00adfentlichung des Deb\u00fcts <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2008\/06\/dear-john-letter-between-leaves-forestal\/\" title=\"dear john letter: Between Leaves \u2013 Forestal\">Between Leaves | Fore\u00adstal<\/a> unterze\u00adich\u00adnet hat, neg\u00ada\u00adtive Kon\u00adse\u00adquen\u00adzen f\u00fcr die fol\u00adgen\u00adden Ver\u00f6f\u00adfentlichun\u00adgen haben w\u00fcrde, zumal via YouTube eine aus\u00addr\u00fcck\u00adlich als \u201cradio edit\u201d, also \u201cRadiover\u00adsion\u201d, betitelte <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=dwnMBE0Fwfw\">Ver\u00adsion des er\u00f6ff\u00adnen\u00adden \u201cYou Remain Unshake\u00adably Calm\u201d<\/a> ver\u00adbre\u00adit\u00adet wurde, wen\u00adngle\u00adich mir die Band nach Bekan\u00adntwer\u00adden des Ver\u00adtragsab\u00adschlusses h\u00f6ch\u00adst\u00adselb\u00adst ver\u00adsicherte, dass sie sich weit\u00ader\u00adhin auf ihre ure\u00adige\u00adnen Qual\u00adit\u00e4ten konzen\u00adtri\u00aderen w\u00fcrde; aber man wei\u00df es ja nie so genau. (F\u00fcr die \u00fcber\u00adm\u00e4\u00dfige und ver\u00admut\u00adlich nicht immer allzu pr\u00e4zise Ver\u00adwen\u00addung des Wortes \u201cw\u00fcrde\u201d bitte ich den zeit\u00adgle\u00adichen Kon\u00adsum psy\u00adche\u00addelis\u00adchen Lauschgifts ver\u00adant\u00adwortlich zu machen.)<\/p>\n<p>Zu mein\u00ader per\u00ads\u00f6n\u00adlichen Erbau\u00adung sollte sie Recht behal\u00adten:<br>\nDas Album \u201cPart &amp; Frag\u00adment\u201d mein\u00ader trotz <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2009\/11\/resumee-einer-konzertnacht\/\" title=\"Res\u00fcmee einer Konzertnacht\">Nihiling<\/a> noch immer nicht vom Thron gesto\u00dfe\u00adnen Lieblings-Postrock\u00ader Dear John Let\u00adter ist, band\u00adtyp\u00adisch und zur Musik passend f\u00fcr den Herb\u00adst des Jahres angek\u00fcndigt, seit ver\u00adgan\u00adgenem Fre\u00aditag zu bekom\u00admen und lag bis heute aus Zeit\u00adman\u00adgel noch in meinem Post\u00adfach herum.<\/p>\n<p>Und es ist klasse.<\/p>\n<p>Fil\u00adigran wie gewohnt begin\u00adnt es mit dem <span style=\"font-style:italic\">art\u00adwork<\/span>, das eine eigen\u00adst\u00e4ndi\u00adge W\u00fcrdi\u00adgung ver\u00addi\u00adent. Auf bedruck\u00adter Pappe oder jeden\u00adfalls etwas, was sich anf\u00fchlt wie bedruck\u00adte Pappe, ist au\u00dfen- und innen\u00adseit\u00adig die Fas\u00adsade ein\u00ader bay\u00aderischen Alt\u00adstadt gemalt, und wer jemals in Augs\u00adburg war, der wei\u00df, dass es jeden\u00adfalls nicht Augs\u00adburg ist. Dass die Szener\u00adie indes in Bay\u00adern anzusiedeln ist, fol\u00adgere ich daraus, dass eines der Schaufen\u00adster mit \u201cBrezen\u201d beschriftet ist. Wie \u00fcber\u00adhaupt recht viel zu ent\u00addeck\u00aden ist, etwa zwei Per\u00adso\u00adn\u00aden, die einen Fl\u00fcgel an einem Seilzug eine H\u00e4user\u00adfas\u00adsade ent\u00adlang bewe\u00adgen, an deren unterem Ende eine weit\u00adere Per\u00adson ste\u00adht und inter\u00adessiert nach oben blickt. Ich bescheinige dieser Szene Amuse\u00adment-Qual\u00adit\u00e4t. Zu bem\u00e4n\u00adgeln ist allen\u00adfalls: Obwohl die jew\u00adeils dre\u00adit\u00adeilige Szene in Dreiecks\u00adform gefal\u00adtet wer\u00adden kann, so schlie\u00dfen recht\u00ades und linkes Ende doch nicht aneinan\u00adder an, ver\u00admut\u00adlich ist es allerd\u00adings auch nicht so gedacht. In dem papier\u00adnen Streifen, der das Album umfasst, ist ein Gedicht zu lesen. Ob es sich um einen Tex\u00adtauss\u00adchnitt han\u00addelt, bleibt mir ver\u00adschlossen. Ihr wisst ja: Die Trance. <span style=\"font-style:italic\">(Nach\u00adtrag vom 6.11.: Es han\u00addelt sich tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich um den Anfang von \u201cYou remain unshake\u00adably calm\u201d.)<\/span><\/p>\n<p>In der h\u00fcb\u00adschen Ver\u00adpack\u00adung steck\u00aden ein Poster mit den \u00fcblichen Infor\u00adma\u00adtio\u00adnen, unter anderem den beteiligten Musik\u00adern, aber ohne Lied\u00adtexte, sowie nat\u00fcr\u00adlich der Ton\u00adtr\u00e4ger selb\u00adst, bedruckt mit einem stil\u00adisierten Zodi\u00adak, der anstelle der Tierkreisze\u00adichen jedoch Dreiecke, Vierecke und Sterne aufweist, und ein\u00ader Liste der enthal\u00adte\u00adnen St\u00fccke.<\/p>\n<p>Aber jet\u00adzt habe ich viel zu lange \u00fcber \u00c4u\u00dfer\u00adlichkeit\u00aden referiert, entschei\u00addend ist bei einem Musikalbum doch meist, was auf ihm zu h\u00f6ren ist; also wende ich mich der Musik zu. Wie das, was zu h\u00f6ren ist, unge\u00adf\u00e4hr klingt, demon\u00adstri\u00adert oben erw\u00e4h\u00adnte Radiover\u00adsion schon recht anschaulich. Und obwohl Dear John Let\u00adter sich unverkennbar wie Dear John Let\u00adter anh\u00f6rt, ist \u201cPart &amp; Frag\u00adment\u201d doch weit mehr als nur ein zweites \u201cBetween Leaves | Fore\u00adstal\u201d. Eine Abwen\u00addung vom Postrock <a href=\"http:\/\/www.musikansich.de\/review.php?id=8966\">wurde attestiert<\/a>, und auch, wenn sich das Album nicht blo\u00df in die Worte \u201cklingt wie Postrock mit pri\u00adma Gesang\u201d klei\u00adden l\u00e4sst, so ist doch keines\u00adfalls eine Abkehr zu h\u00f6ren, son\u00addern vielmehr eine Erg\u00e4nzung. Zu den gewohn\u00adten T\u00f6nen (Mog\u00adwai, Ocean\u00adsize, Ampli\u00adfi\u00ader, eine Prise Pink Floyd) sto\u00dfen neue Ein\u00adfl\u00fcsse, der dies f\u00fcr mich am beein\u00addruck\u00adend\u00adsten demon\u00adstri\u00aderende Part ist das abschlie\u00dfende Gitar\u00adren\u00adso\u00adlo in \u201cHouse of Leaves\u201d, das mir auch endlich erk\u00adl\u00e4rt, wieso <a href=\"http:\/\/www.schallgrenzen.de\/the-review-dear-john-letter-parts-fragment\/\">Peter<\/a> Led-Zep\u00adpelin-Rem\u00adi\u00adneszen\u00adzen aus der Ver\u00adgle\u00adichss\u00adchublade kramte, die ander\u00ader\u00adseits trotz wun\u00adder\u00adbar\u00ader Momente wie etwa \u201cAchilles\u2019 Last Stand\u201d nie so detail\u00adver\u00adliebt zu Werke gin\u00adgen.<\/p>\n<p>Das Ungeschlif\u00adf\u00adene der Vorg\u00e4nger\u00adw\u00aderke (\u201cLai\u00adka\u201d, \u201cTow\u00aders | Trees\u201d) ist aus dem Reper\u00adtoire der Gruppe zwar nicht gestrichen, aber doch deut\u00adlich zur\u00fcck\u00adge\u00adfahren wor\u00adden, und obwohl es ger\u00adade diese Lo-Fi-Attit\u00fcde war, die mich vor drei Jahren die <span style=\"font-style:italic\">EP2007<\/span> immer wieder h\u00f6ren lie\u00df, wird sie auf \u201cPart &amp; Frag\u00adment\u201d in keinem Takt ver\u00admisst.<\/p>\n<p>Nie zuvor war ein Dear-John-Let\u00adter-Werk so facetten\u00adre\u00adich, nie klang eines so aus\u00adgereift. Die zwei Jahre, die seit \u201cBetween Leaves | Fore\u00adstal\u201d ver\u00adgan\u00adgen sind, haben die f\u00fcnf Augs\u00adburg\u00ader offen\u00adbar nicht damit ver\u00adbracht, unt\u00e4tig herumzusitzen, und k\u00f6n\u00adnen nun\u00admehr zum drit\u00adten Mal zeigen, dass sie jen\u00adseits von Etiket\u00adten \u00fcber Gen\u00adre\u00adgren\u00adzen hin\u00adweg die eigene Klang\u00adwelt am Leben erhal\u00adten k\u00f6n\u00adnen, ohne Kom\u00adpro\u00admisse einge\u00adhen zu m\u00fcssen, und allein der Umstand, dass sie in ihrer Kreativ\u00adit\u00e4t und auf\u00adgrund der Eigen\u00adheit, sich st\u00e4ndig selb\u00adst neu (und bess\u00ader) zu erfind\u00aden, unnachahm\u00adlich sind, wird auch auf lange Sicht effizient ver\u00adhin\u00addern, dass Mag\u00ada\u00adzine wie etwa VISIONS ihren CD-Kri\u00adtiken das Genre \u201cdear\u00adjohn\u00adlet\u00adteresk\u201d beif\u00fc\u00adgen.<\/p>\n<p>Sofern Dear John Let\u00adter jemals auf diesen Text sto\u00dfen, rufe ich ihnen zu: Cha\u00adpeau!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lange genug hat\u2019s gedauert, jet\u00adzt halte ich es ehrf\u00fcrchtig in meinen flugs desin\u00adfizierten H\u00e4n\u00adden, lausche der in Ton gegosse\u00adnen Kun\u00adst, getra\u00adgen von Rhyth\u00admus, wabern\u00adden Melo\u00addi\u00aden und der immer ein wenig bek\u00adifft wirk\u00adenden Stimme von Mar\u00adtin Fis\u00adch\u00ader und bekomme wg. Trance nur wenig mehr als drei W\u00f6rter am St\u00fcck her\u00adaus, was das Schreiben nicht ein\u00adfach\u00ader macht. \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2010\/10\/dear-john-letter-part-fragment\/\" class=\"more-link\">\u2018Dear John Let\u00adter \u2014 Part &amp; Frag\u00adment\u2019 weit\u00ader\u00adlesen \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[14,17],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-3245","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kaufbefehle","category-musikkritik"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":null,"server":null,"url":null},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3245","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3245"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3245\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3245"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3245"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3245"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/series?post=3245"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}