{"id":2928,"date":"2010-08-16T18:22:16","date_gmt":"2010-08-16T16:22:16","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=2928"},"modified":"2010-08-16T18:24:26","modified_gmt":"2010-08-16T16:24:26","slug":"mein-musikfaschismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2010\/08\/mein-musikfaschismus\/","title":{"rendered":"Mein Musik\u00adfa\u00adschis\u00admus"},"content":{"rendered":"<p>\u201eIch w\u00fcr\u00adde mich als einen Musik\u00adfa\u00adschi\u00adsten bezeich\u00adnen.\u201c<\/p>\n<p>Dies ist mei\u00adne Ant\u00adwort, wenn in gesel\u00adli\u00adger Run\u00adde das eigent\u00adlich unver\u00admeid\u00adli\u00adche The\u00adma der musi\u00adka\u00adli\u00adschen Vor\u00adlie\u00adben aufs Tapet kommt. Und obgleich nie\u00admand bis\u00adlang die\u00adse Ant\u00adwort zum Anlass nahm, mir einen gef\u00e4hr\u00adli\u00adchen Hang zu Gr\u00f6\u00ad\u00dfen\u00adwahn, Welt\u00adkrie\u00adgen und V\u00f6l\u00adker\u00admord zu unter\u00adstel\u00adlen, m\u00f6ch\u00adte ich dem doch an die\u00adser Stel\u00adle ein wenig Erl\u00e4u\u00adte\u00adrung zuteil wer\u00adden las\u00adsen.<\/p>\n<p>Mei\u00adne musi\u00adka\u00adli\u00adsche Sozia\u00adli\u00adsie\u00adrung fand \u00fcber vie\u00adle Umwe\u00adge statt. Ich wuchs auf in einer Welt zwi\u00adschen NDR 1 Radio Nie\u00adder\u00adsach\u00adsen, das im Auto mei\u00adnes Opas lief, wenn ich dort mit\u00adfuhr, und das war recht oft der Fall, und NDR 2, das die mor\u00adgend\u00adli\u00adche Fr\u00fch\u00adst\u00fccks\u00adbe\u00adschal\u00adlung bil\u00adde\u00adte, lan\u00adge, bevor es das anfangs lobens\u00adwer\u00adte Radio 21 und \u00e4hn\u00adli\u00adche Kon\u00adkur\u00adrenz gab. So gern ich auch als Kind schr\u00e4g mit\u00adsang (\u201e<a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qCVQpcY1au4\">Palo\u00adso\u00adma Gei\u00ader, oh oh oh oh oh<\/a>\u201c), so wenig w\u00fcr\u00adde ich die Akzep\u00adtanz die\u00adser Beschal\u00adlung als \u201eMusik\u00adge\u00adschmack\u201c bezeich\u00adnen. Die Titel\u00adme\u00adlo\u00addie des Sand\u00adm\u00e4nn\u00adchens ist ja eben\u00adfalls sel\u00adten Bestand\u00adteil irgend\u00adei\u00adnes \u201eMusik\u00adge\u00adschmacks\u201c.<\/p>\n<p>Im Alter von etwa 13 Jah\u00adren ent\u00addeck\u00adte ich, mehr durch Zufall, dass es noch mehr Sen\u00adder gibt. Das, was man gemein\u00adhin als \u201eJugend\u00adkul\u00adtur\u201c bezeich\u00adnet, drang in Form von N\u2011Joy Radio an mein Ohr. Dass die Mode\u00adra\u00adto\u00adren sich selbst f\u00fcr <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2010\/08\/neunundachtzig-null\/\" title=\"Neunundachtzig Null\">unglaub\u00adlich lustig<\/a> hiel\u00adten, erschien mir damals zwar auch schon eher bizarr, aber hat kaum gest\u00f6rt; der Musik\u00adan\u00adteil war aus\u00adrei\u00adchend gro\u00df, und es wur\u00adde nicht st\u00fcnd\u00adlich der glei\u00adche Unrat gespielt. (Im Ver\u00adlauf mei\u00adner sp\u00e4\u00adte\u00adren Jugend schaff\u00adte es nur noch BFBS 1, als Radio\u00adsen\u00adder von mir f\u00fcr h\u00f6rens\u00adwert befun\u00adden zu wer\u00adden.) Von N\u2011Joy Radio zu dum\u00admen Ideen ver\u00adlei\u00adtet kauf\u00adte ich mir etwa zu die\u00adser Zeit auch mei\u00adne ersten bei\u00adden Ton\u00adtr\u00e4\u00adger, die Sin\u00adgle \u201eIt\u2019s Like That\u201c von Run\u2011D.M.C. \u201evs\u201c Jason Nevins \u2013 das \u201evs\u201c ver\u00adste\u00adhe ich bis heu\u00adte nicht \u2013 und eine der \u201eJust The Best\u201c-Kompilationen, gleich\u00adsam mein Ein\u00adstieg in die Welt der BRA\u00adVO-Hits-CDs. H\u00e4t\u00adte man mich zu die\u00adser Zeit nach mei\u00adnem \u201eMusik\u00adge\u00adschmack\u201c befragt, ich h\u00e4t\u00adte ver\u00admut\u00adlich \u201eRadio\u201c geant\u00adwor\u00adtet. In dem Alter war ich so schreck\u00adlich leicht zu beein\u00addrucken. Ich wur\u00adde tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich eines Tages, eini\u00adge Jah\u00adre sp\u00e4\u00adter, nach mei\u00adnen Lieb\u00adlings\u00admu\u00adsi\u00adkern gefragt. Mei\u00adne Ant\u00adwort \u201eOtto und J\u00fcr\u00adgen von der Lip\u00adpe\u201c, \u00fcber deren von der Gitar\u00adre beglei\u00adte\u00adte Bl\u00f6\u00adde\u00adlei\u00aden ich mich noch scheckig lachen konn\u00adte, wur\u00adde mit einem Blick, der mich sicht\u00adlich als Spin\u00adner titu\u00adlier\u00adte, und Kopf\u00adsch\u00fct\u00adteln bedacht. Obwohl ich also durch\u00adaus schon f\u00fcr Musik im wei\u00adte\u00adren Sin\u00adne zu begei\u00adstern war, fehl\u00adte mir noch immer ein eigent\u00adli\u00adcher Musik\u00adge\u00adschmack. Ich \u201emoch\u00adte\u201c vie\u00adles, hat\u00adte auch schon man\u00adcher\u00adlei schreck\u00adli\u00adche Ton\u00adtr\u00e4\u00adger im Regal ste\u00adhen, jedoch war der \u201eAha\u201c-Moment bis dahin aus\u00adge\u00adblie\u00adben.<\/p>\n<p>Die\u00adser Moment kam mit mei\u00adner ersten Lebens\u00adab\u00adschnitts\u00adpart\u00adne\u00adrin, die nicht nur ver\u00adge\u00adbens ver\u00adsuch\u00adte, mich zu einem halb\u00adwegs nor\u00adma\u00adlen Men\u00adschen zu machen, son\u00addern mir auch die Welt der Musik jen\u00adseits stu\u00adpi\u00adder Unter\u00adhal\u00adtungs\u00admu\u00adsik erschloss. Am Tele\u00adfon spiel\u00adte sie mir \u201eVenus in Furs\u201c oder \u201eHero\u00adin\u201c \u2013 ich wei\u00df es nicht mehr so genau \u2013 von The Vel\u00advet Under\u00adground vor, was mich schau\u00addern lie\u00df, weil die, wie der ver\u00adsier\u00adte Musik\u00adfreund l\u00e4ngst wei\u00df, Weg wei\u00adsen\u00adden Kl\u00e4n\u00adge am Tele\u00adfon wahr\u00adlich nicht nach Musik klan\u00adgen. \u00dcber mein Miss\u00adfal\u00adlen war sie recht ent\u00adt\u00e4uscht. Nun war es die Zeit von KaZaA und Audio\u00adga\u00adla\u00adxy, und so gew\u00e4hr\u00adte ich The Vel\u00advet Under\u00adground sp\u00e4\u00adter eine zwei\u00adte Chan\u00adce, die dann auch zum gew\u00fcnsch\u00adten Erfolg f\u00fchr\u00adte; das Deb\u00fct\u00adal\u00adbum der Band war der Ein\u00adstieg in die Welt der wirk\u00adlich guten Musik. Aber war es ein \u201eMusik\u00adge\u00adschmack\u201c? Sioux\u00adsie and the Bans\u00adhees fin\u00adde ich nach wie vor \u00f6de, Sonic Youth nur in eini\u00adgen Momen\u00adten wirk\u00adlich gran\u00addi\u00ados (etwa auf ihrem Album \u201eGoo\u201c), und auch all die ande\u00adren Grup\u00adpen, die The Vel\u00advet Under\u00adground als ihre Vor\u00adbil\u00adder bezeich\u00adnen und mit\u00adun\u00adter immer\u00adhin \u00e4hn\u00adlich klin\u00adgen wol\u00adlen, haben mich bis\u00adlang, anders als die\u00adse, nicht in blin\u00adden Kauf\u00adrausch ver\u00adset\u00adzen k\u00f6n\u00adnen.<\/p>\n<p>Von The Vel\u00advet Under\u00adground f\u00fchr\u00adte der Weg durch das Inter\u00adnet mich \u00fcber die sp\u00e4\u00adten Beat\u00adles zum Pro\u00adgres\u00adsi\u00adve Rock; The Vel\u00advet Under\u00adground waren ja auch bereits pro\u00adgres\u00adsiv, nur eben anders, da sind die Ver\u00adbin\u00addun\u00adgen trotz des doch recht ande\u00adren musi\u00adka\u00adli\u00adschen Prin\u00adzips erstaun\u00adlich schnell gekn\u00fcpft. Erst stie\u00df ich auf die eigent\u00adlich unver\u00admeid\u00adli\u00adchen Yes, dann alles, was wie Yes klang (Yez\u00adda Urfa, Star\u00adcast\u00adle, \u2026), dann Gent\u00adle Giant und Van der Graaf Gene\u00adra\u00adtor, King Crims\u00adon folg\u00adte schlie\u00df\u00adlich mit eini\u00adger Ver\u00adz\u00f6\u00adge\u00adrung. Nur Gene\u00adsis fand ich immer schon ein wenig ner\u00advig. Ist Pro\u00adgres\u00adsi\u00adve Rock ein \u201eMusik\u00adge\u00adschmack\u201c? Als Sam\u00admel\u00adbe\u00adgriff nur schwer\u00adlich taug\u00adlich, zumal mir vie\u00adle Prot\u00adago\u00adni\u00adsten des Pro\u00adgres\u00adsi\u00adve Rock (The Flower Kings, The Mars Vol\u00adta, \u2026) bis heu\u00adte schlicht\u00adweg auf die Ner\u00adven gehen. Also blieb mir auch in der Yes-Sam\u00admel\u00adpha\u00adse ein eige\u00adner Musik\u00adge\u00adschmack ver\u00adwehrt. Was sich statt\u00addes\u00adsen ent\u00adwickel\u00adte, war eine Aver\u00adsi\u00adon gegen die Hel\u00adden mei\u00adner Jugend. Die neue Klang\u00adwelt, in die ich t\u00e4g\u00adlich ein\u00adtauch\u00adte und die mich mit\u00adnahm auf eine Rei\u00adse durch sur\u00adrea\u00adle Land\u00adschaf\u00adten (immer\u00adhin habe ich so letzt\u00adlich viel Geld f\u00fcr hal\u00adlu\u00adzi\u00adno\u00adge\u00adne Dro\u00adgen gespart), hielt mich der\u00adma\u00ad\u00dfen gefan\u00adgen, dass mich der Gru\u00adsel\u00adpop etwa eines Elton John und eines Meat Loaf tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich zu schmer\u00adzen begann. Ich hielt gew\u00f6hn\u00adli\u00adche Mas\u00adsen\u00admu\u00adsik <span style=\"font-style:italic\">nicht mehr aus<\/span>. Irgend\u00adein Quatsch\u00adblatt hat ein\u00admal sinn\u00adge\u00adm\u00e4\u00df gefragt: Kann Musik eine Dro\u00adge sein? Nun: Sie kann.<\/p>\n<p>(Da Musik mehr ist als Melo\u00addie und Kon\u00adgru\u00adenz, soll an die\u00adser Stel\u00adle nicht uner\u00adw\u00e4hnt blei\u00adben, dass ich trotz der wun\u00adder\u00adba\u00adren Gef\u00fchls\u00adwelt, die sich mir mit den Klang\u00adwel\u00adten erschloss, auch wei\u00adter\u00adhin Neben\u00adpfa\u00adde beschritt, etwa in Gesell\u00adschaft von Damen, die nicht immer offen waren f\u00fcr mei\u00adne skur\u00adri\u00adlen musi\u00adka\u00adli\u00adschen Vor\u00adlie\u00adben. Dien\u00adten die\u00adse von Beginn an der Erkun\u00addung neu\u00ader Pfa\u00adde, so blieb noch Platz f\u00fcr Musik zur Bew\u00e4l\u00adti\u00adgung eher welt\u00adli\u00adcher Gef\u00fch\u00adle. Mit dem \u201eSound\u00adtrack mei\u00adnes Lebens\u201c \u2013 so etwas soll\u00adte eigent\u00adlich jeder Mensch besit\u00adzen \u2013 untrenn\u00adbar ver\u00adbun\u00adden sind und blei\u00adben so die Tex\u00adte der \u00c4rz\u00adte, der Toten Hosen und der Fan\u00adta\u00adsti\u00adschen Vier. Aber das ist eine ande\u00adre Geschich\u00adte.)<\/p>\n<p>Der n\u00e4ch\u00adste und bis\u00adlang letz\u00adte Schritt auf dem Weg durch pro\u00adgres\u00adsi\u00adve Traum\u00adwel\u00adten f\u00fchr\u00adte mich zum <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2009\/11\/resumee-einer-konzertnacht\/\" title=\"Res\u00fcmee einer Konzertnacht\">Post\u00adrock<\/a> von Mog\u00adwai, Oce\u00adan\u00adsi\u00adze und Dear John Let\u00adter, qua\u00adsi als Erg\u00e4n\u00adzungs\u00addro\u00adge: Sind The Vel\u00advet Under\u00adgrounds und Yes\u2018 Stu\u00addio\u00adwer\u00adke f\u00fcr den schnel\u00adlen Schuss auf dem Sofa geeig\u00adnet, so muss es bei den Postrockern ein Kon\u00adzert oder min\u00adde\u00adstens eine Live\u00adauf\u00adnah\u00adme sein. Es ist weni\u00adger ein Trip, mehr eine inten\u00adsi\u00adve Trance; doch auch die\u00adse Dro\u00adgen\u00adme\u00adta\u00adpher soll nicht davon ablen\u00adken, dass es letzt\u00adlich auch <span style=\"font-style:italic\">nur Musik<\/span> bleibt. Ist nun also Post\u00adrock end\u00adlich ein \u201eMusik\u00adge\u00adschmack\u201c, mit dem ich mich iden\u00adti\u00adfi\u00adzie\u00adren kann? Wie\u00adder\u00adum muss ich die\u00adse Fra\u00adge ver\u00adnei\u00adnen; zu viel\u00adschich\u00adtig ist der Post\u00adrock, zu sel\u00adten wei\u00df mich eine bis dahin unge\u00adh\u00f6r\u00adte Musik\u00adgrup\u00adpe aus dem Gen\u00adre zu begei\u00adstern.<\/p>\n<p>Die Suche nach einem Musik\u00adge\u00adschmack blieb somit bis\u00adlang erfolg\u00adlos, brach\u00adte aber einen neu\u00aden Wesens\u00adzug mit sich: Der Spa\u00df an einem gem\u00fct\u00adli\u00adchen Bei\u00adsam\u00admen\u00adsein stell\u00adte sich bei mir nicht mehr ein, wenn schreck\u00adli\u00adche Musik lief. Vor ein paar Jah\u00adren nahm ich an einer Abschluss\u00adfei\u00ader teil. Es war eine herr\u00adli\u00adche Ver\u00adan\u00adstal\u00adtung, bis ein Teil\u00adneh\u00admer beschloss, es sei eine gute Idee, uns alle mit Rap\u00admu\u00adsik (kei\u00adnes\u00adfalls die oben erw\u00e4hn\u00adten Fan\u00adta\u00adsti\u00adschen Vier, viel\u00admehr stand einer der niveau\u00adlo\u00adsen Ver\u00adtre\u00adter zur Dis\u00adkus\u00adsi\u00adon) zu erfreu\u00aden. Ich h\u00f6r\u00adte mich sagen: \u201eMach das an und ich bin weg.\u201c Sicher, ich war zu vor\u00adge\u00adr\u00fcck\u00adter Stun\u00adde bereits nicht mehr unein\u00adge\u00adschr\u00e4nkt n\u00fcch\u00adtern und somit noch weni\u00adger anst\u00e4n\u00addig als dies \u00fcbli\u00adcher\u00adwei\u00adse der Fall ist, aber die\u00adse Erin\u00adne\u00adrung wirft die Fra\u00adge nach dem eigent\u00adli\u00adchen Beweg\u00adgrund auf. Inzwi\u00adschen mei\u00adne ich eine wenig absur\u00adde Erkl\u00e4\u00adrung gefun\u00adden zu haben: Wer ein\u00admal die Bedeu\u00adtung der Musik erkannt hat, der sieht die L\u00e4rm\u00adbe\u00adl\u00e4\u00adsti\u00adgung durch die so genann\u00adte \u201eJugend\u00adkul\u00adtur\u201c fort\u00adan mit ande\u00adren Augen bzw. h\u00f6rt sie mit ande\u00adren Ohren. Eine qua\u00adsi\u00admi\u00adli\u00adtan\u00adte Ableh\u00adnung von Kl\u00e4n\u00adgen, die nicht dem eige\u00adnen Qua\u00adli\u00adt\u00e4ts\u00adstan\u00addard ent\u00adspre\u00adchen: Ich w\u00fcr\u00adde dies als Musik\u00adfa\u00adschis\u00admus bezeich\u00adnen.<\/p>\n<p>\u201eIch \u00fcber\u00adge\u00adbe dem Feu\u00ader die Kl\u00e4n\u00adge von Bushi\u00addo, DJ Mot\u00adte und Han\u00adnah Mon\u00adta\u00adna!\u201c<\/p>\n<p>Mei\u00adne Geschwi\u00adster haben inzwi\u00adschen ein Alter erreicht, in dem auch sie auf der Suche sind nach dem \u201eAha\u201c-Moment, dem <span style=\"font-style:italic\">Ohr\u00adgas\u00admus<\/span> sozu\u00adsa\u00adgen. Der\u00adzeit irren sie zwi\u00adschen BRA\u00adVO-Titel\u00adfi\u00adgu\u00adren und Deutsch\u00adrock her\u00adum und las\u00adsen mich mit\u00adun\u00adter dar\u00adan teil\u00adha\u00adben. Ich bin zwar dar\u00adob nur sel\u00adten unge\u00adhal\u00adten, stel\u00adle aber doch fest, dass eben der Musik\u00adfa\u00adschis\u00admus kei\u00adne zeit\u00adwei\u00adli\u00adge Erschei\u00adnung blieb. Im Grun\u00adde ist er die Kon\u00adse\u00adquenz aus mei\u00adnen Erleb\u00adnis\u00adsen w\u00e4h\u00adrend mei\u00adner ersten Geh\u00adver\u00adsu\u00adche mit The Vel\u00advet Under\u00adground, aus der von dem Gru\u00adsel\u00adpop etwa eines Elton John und eines Meat Loaf erlit\u00adte\u00adnen Pein. So neu war der Wesens\u00adzug also nicht ein\u00admal; er hat\u00adte sich nur gefe\u00adstigt.<\/p>\n<p>Ich habe noch immer kei\u00adnen \u201eMusik\u00adge\u00adschmack\u201c. Es w\u00e4re mit\u00adun\u00adter ange\u00adnehm und ver\u00admut\u00adlich deut\u00adlich preis\u00adwer\u00adter, h\u00e4t\u00adte ich einen.<br>\nSo aber blei\u00adben mir die gesun\u00adde Aver\u00adsi\u00adon gegen\u00ad\u00fcber man\u00adcher\u00adlei Ton\u00adauf\u00adnah\u00admen und der st\u00e4n\u00addi\u00adge Durst nach Neu\u00adem. Der\u00adzeit im Zen\u00adtrum mei\u00adnes Inter\u00ades\u00adses ste\u00adhen Live\u00adauf\u00adnah\u00admen von Bob Dylan aus der Zeit um 1966.<\/p>\n<p>Fort\u00adset\u00adzung folgt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIch w\u00fcr\u00adde mich als einen Musik\u00adfa\u00adschi\u00adsten bezeich\u00adnen.\u201c Dies ist mei\u00adne Ant\u00adwort, wenn in gesel\u00adli\u00adger Run\u00adde das eigent\u00adlich unver\u00admeid\u00adli\u00adche The\u00adma der musi\u00adka\u00adli\u00adschen Vor\u00adlie\u00adben aufs Tapet kommt. Und obgleich nie\u00admand bis\u00adlang die\u00adse Ant\u00adwort zum Anlass nahm, mir einen gef\u00e4hr\u00adli\u00adchen Hang zu Gr\u00f6\u00ad\u00dfen\u00adwahn, Welt\u00adkrie\u00adgen und V\u00f6l\u00adker\u00admord zu unter\u00adstel\u00adlen, m\u00f6ch\u00adte ich dem doch an die\u00adser Stel\u00adle ein wenig Erl\u00e4u\u00adte\u00adrung \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2010\/08\/mein-musikfaschismus\/\" class=\"more-link\">\u2018Mein Musik\u00adfa\u00adschis\u00admus\u2019 wei\u00adter\u00adle\u00adsen \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"activitypub_content_warning":"","activitypub_content_visibility":"","activitypub_max_image_attachments":3,"activitypub_interaction_policy_quote":"anyone","activitypub_status":"","footnotes":""},"categories":[2,1],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-2928","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musikalisches","category-persoenliches"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":null,"server":null,"url":null},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2928","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2928"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2928\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2928"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2928"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2928"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/series?post=2928"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}