{"id":2824,"date":"2010-08-02T18:09:17","date_gmt":"2010-08-02T16:09:17","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=2824"},"modified":"2010-08-02T18:09:17","modified_gmt":"2010-08-02T16:09:17","slug":"relative-halbwertszeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2010\/08\/relative-halbwertszeit\/","title":{"rendered":"Relative Halbwertszeit"},"content":{"rendered":"<p>Betra\u00adchtet man die Musikgeschichte der let\u00adzten 60 Jahre, so stellt man schnell einen Zusam\u00admen\u00adhang zwis\u00adchen der \u201cLebens\u00addauer\u201d ein\u00ader Musik\u00adgruppe und ihrem Ein\u00adfluss auf sp\u00e4tere Musik\u00ader fest. Nicht jedoch bedeutet, wie man meinen sollte, eine l\u00e4n\u00adgere erstere auch eine gr\u00f6\u00dfere zweit\u00adere, vielmehr ist das Gegen\u00adteil der Fall.<\/p>\n<p>Nehmen wir das Beispiel die Comets, seit 1948 im Gesch\u00e4ft, mithin die dien\u00adst\u00e4l\u00adteste Rock\u00adband: Einst lan\u00adde\u00adten sie Erfolge mit Bill Haley (\u201cRock Around the Clock\u201d), aber hat das nach\u00adhaltig Ein\u00addruck bei sp\u00e4teren K\u00fcn\u00adstlern hin\u00adter\u00adlassen? Eben\u00adso die Rolling Stones: Seit 1962 mit wech\u00adsel\u00adn\u00addem kom\u00admerziellem Erfolg aktiv, als musikalis\u00adches Vor\u00adbild jedoch nie in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfe in Erschei\u00adn\u00adung getreten. Eine Chance, trotz lan\u00adgen Zusam\u00admen\u00adspiels bleiben\u00adden Ein\u00addruck zu hin\u00adter\u00adlassen, hat man eigentlich nur, wenn man nach drei oder vier wirk\u00adlich ern\u00adsthaften Alben in die Beliebigkeit abdriftet, so etwa Yes nach \u201cGoing For The One\u201d und Bob Dylan nach \u201cBlonde On Blonde\u201d. (Oder kann ein\u00ader von euch, liebe Leser, spon\u00adtan ein Bob-Dylan-St\u00fcck aus den 70-ern sum\u00admen? Ich kann es nicht.)<\/p>\n<p>Wie anders dage\u00adgen die Bea\u00adt\u00adles (1960 bis 1970), The Vel\u00advet Under\u00adground (1965 bis 1971) und Gen\u00adtle Giant (1970 bis 1980)! Ohne sie keine Oasis, keine Blur, keine High Wheel, keine Flower Kings, keine Strokes, keine The Fall, keine Son\u00adic Youth, keine Bauhaus, nicht zulet\u00adzt auch: Kein Goth\u00adic Rock und keine Brit\u00adpop-Welle. Ob das in jedem Fall ein Ver\u00adlust ist, lasse ich offen, aber auch hier: Paul McCart\u00adney, Ringo Starr, Ker\u00adry Min\u00adn\u00adear, Lou Reed, Mau\u00adreen Tuck\u00ader und John Cale sind alle\u00adsamt seit dem Ende ihrer jew\u00adeili\u00adgen Stamm\u00adband solo aktiv, wen jedoch haben sie selb\u00adst musikalisch bee\u00adin\u00adflusst?<\/p>\n<p>Schnell leben, jung ster\u00adben als Formel f\u00fcr unsterblichen Ruhm. Was verg\u00e4nglich ist, bleibt.<br>\nMusikalis\u00adche Vor\u00adbilder als Sta\u00adtussym\u00adbol.<\/p>\n<p>Und so hei\u00dft das neue <span style=\"font-style:italic\">kom\u00admende Ding<\/span> derzeit anscheinend <a href=\"http:\/\/www.schallgrenzen.de\/the-review-arcade-fire-the-suburbs\/\">Arcade Fire<\/a>, seit acht Jahren exis\u00adtent und an jeden\u00adfalls mir bis\u00adlang spur\u00adlos vor\u00adbeig\u00ader\u00adauscht. <a href=\"http:\/\/thetriffids.com\/forum\/index.php?topic=1520.0\">Ein\u00adfl\u00fcsse<\/a>: The Beach Boys (immer\u00adhin 1961 gegr\u00fcn\u00addet), anson\u00adsten der \u00fcbliche verquaste Main\u00adstream. R.E.M., Joy Divi\u00adsion, Bruce Spring\u00adsteen. Eine Band, die der Welt also mal so gar nichts mitzuteilen hat. Gut zu wis\u00adsen \u2014 spart Geld.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Betra\u00adchtet man die Musikgeschichte der let\u00adzten 60 Jahre, so stellt man schnell einen Zusam\u00admen\u00adhang zwis\u00adchen der \u201cLebens\u00addauer\u201d ein\u00ader Musik\u00adgruppe und ihrem Ein\u00adfluss auf sp\u00e4tere Musik\u00ader fest. Nicht jedoch bedeutet, wie man meinen sollte, eine l\u00e4n\u00adgere erstere auch eine gr\u00f6\u00dfere zweit\u00adere, vielmehr ist das Gegen\u00adteil der Fall. 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