{"id":20677,"date":"2023-03-11T20:36:38","date_gmt":"2023-03-11T19:36:38","guid":{"rendered":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=20677"},"modified":"2023-03-11T20:36:38","modified_gmt":"2023-03-11T19:36:38","slug":"unter-fussballfans-wie-ich-aus-versehen-eine-fussballmannschaft-gut-fand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2023\/03\/unter-fussballfans-wie-ich-aus-versehen-eine-fussballmannschaft-gut-fand\/","title":{"rendered":"Unter Fu\u00dfballfans: Wie ich aus Versehen eine Fu\u00dfballmannschaft gut fand."},"content":{"rendered":"<p>Das hat\u00adte ich nun davon, dass mir nach nur weni\u00adgen Jahren des Hier\u00adwohnens zuf\u00e4l\u00adlig aufge\u00adfall\u00aden war, dass sich direkt um die Ecke meines Wohnge\u00adb\u00e4udes au\u00dfer einem fre\u00adundlichen Fu\u00dfbal\u00adlkiosk, wo man Bier kaufen kann, au\u00dfer\u00addem eine Trinkhalle, wo man es trinken kann, befind\u00adet, wovon ich \u00fcber\u00adrascht anderen Men\u00adschen erz\u00e4hlte: \u201cIch m\u00f6chte\u201d, para\u00adphrasiere ich einen anson\u00adsten meist angenehmen Men\u00adschen, \u201cFu\u00dfball guck\u00aden und du kommst mit\u201d. Also kam ich mit.<\/p>\n<p><!--more-->Es spielte der lokale Zweitligist gegen einen anderen Zweitligis\u00adten. Fu\u00dfball, wie regelm\u00e4\u00dfige Leser mein\u00ader Ver\u00adlaut\u00adbarun\u00adgen wis\u00adsen, ist mir egaler als vieles andere und an ihm st\u00f6rt mich im Wesentlichen das Gle\u00adiche wie an zeit\u00adgen\u00f6s\u00adsis\u00adchen Wel\u00adtre\u00adli\u00adgio\u00adnen: Es ist das Boden\u00adper\u00adson\u00adal, das mir jeden wenig\u00adstens poten\u00adziellen Spa\u00df raubt. Dass ich die \u201cFankul\u00adtur\u201d mit\u00adsamt ihren l\u00e4cher\u00adlichen Ges\u00e4n\u00adgen mit Non\u00adsen\u00ads\u00adtex\u00adten und Antimelo\u00addi\u00aden, dieser gro\u00dfen Freude daran, ganzj\u00e4hrig den eige\u00adnen Fre\u00adun\u00addeskreis auszur\u00e4uch\u00adern (\u201cPyro\u201d), sowie dem angesichts der Vere\u00adin\u00adstrans\u00adfers mit nichts mehr sin\u00adnvoll begr\u00fcnd\u00adbaren Lokalpa\u00adtri\u00ado\u00adtismus (\u201cich wohne hier, also ist die Mannschaft, deren Heim\u00adsta\u00addion hier ist, automa\u00adtisch auch meine Lieblings\u00adman\u00adnschaft\u201d ist schon ein biss\u00adchen knapp) f\u00fcr besten\u00adfalls albern halte, ver\u00advoll\u00adst\u00e4ndigt meine Bew\u00ader\u00adtung dies\u00adbez\u00fcglich. M\u00fcsste ich Sport\u00adguck\u00aden irgend\u00adwie inter\u00ades\u00adsant find\u00aden, ich inter\u00adessierte mich doch vor allem f\u00fcr die Geschicke der\u00adjeni\u00adgen Teil\u00adnehmer, deren Leis\u00adtung mich \u00fcberzeugt. Die hiesige Mannschaft, das sei zwecks <em>Einord\u00adnung<\/em> beige\u00adf\u00fcgt, ist nicht dieser Teil\u00adnehmer.<\/p>\n<p>Die Stadt, in der ich zu wohnen das (doch, doch, es ist ja nicht Berlin) Vergn\u00fc\u00adgen habe, ist auf ihre Fu\u00dfball\u00admannschaft stolz\u00ader als es sin\u00adnvoll w\u00e4re. Noch vor weni\u00adgen Jahren erschienen in Super\u00admark\u00adtre\u00adgalen gar Bier\u00addosen, auf denen der bish\u00ader let\u00adzte Meis\u00adter\u00adschaft\u00adsti\u00adtel der Her\u00adren\u00admannschaft in den 1960ern schriftlich frenetisch <em>abge\u00adfeiert<\/em> wurde. <em>Hur\u00adra, vor langer Zeit waren \u201cwir\u201d mal gut!<\/em> Schon auf\u00adgrund mein\u00ader Hoff\u00adnung darauf, ich h\u00e4tte als Anwohn\u00ader einen entspan\u00adnteren Abend, wenn die <em>andere<\/em> Mannschaft gewin\u00adnt, besch\u00e4ftigte ich mich ober\u00adfl\u00e4ch\u00adlich mit ihr, ihrer Geschichte und ihrer Fankul\u00adtur. Wie sich her\u00adausstellte, traf der lokale Zweitligist keineswegs auf eine Erfol\u00adgs\u00adman\u00adnschaft mit laut\u00adstark\u00ader Anh\u00e4ngerkul\u00adtur, son\u00addern vielmehr auf \u2014 in jed\u00ader Hin\u00adsicht \u2014 Mit\u00adtel\u00adma\u00df, zudem ist die andere Stadt <em>weit weg<\/em> und ich bin dort bis\u00adlang, trotz der sch\u00f6\u00adnen Innen\u00adstadt, recht sel\u00adten gewe\u00adsen. Das waren gute Voraus\u00adset\u00adzun\u00adgen f\u00fcr das, was ich aus dem Abend zu machen ver\u00adsuchte (n\u00e4m\u00adlich: das Beste).<\/p>\n<p>Obwohl der anson\u00adsten meist angenehme Men\u00adsch, den ich begleit\u00adete, schon beim Betreten des erschreck\u00adend vollen Guck\u00adetab\u00adlisse\u00adments allen Anwe\u00adsenden erz\u00e4hlte, dass ich ja gar keinen Fu\u00dfball m\u00f6ge, bekam ich nicht direkt auf die Fresse, son\u00addern ein Bier. Das war ziem\u00adlich willkom\u00admen, denn in besagtem Etab\u00adlisse\u00adment tum\u00admelten sich vor\u00adrangig Her\u00adren, die augen\u00adschein\u00adlich schon zum Fr\u00fch\u00adst\u00fcck mit dem Bier\u00adtrinken begonnen hat\u00adten. Die Kom\u00adbi\u00adna\u00adtion aus einem wirk\u00adlich lang\u00adweili\u00adgen Hob\u00adby ander\u00ader Leute und einem Raum voller Betrunk\u00aden\u00ader ist auch f\u00fcr mich nur schw\u00ader ohne Min\u00addest\u00adbet\u00e4ubung zu ertra\u00adgen. Ich sa\u00df also da, trank einige Biere (keineswegs genug, um mich dem sprach\u00adlichen Niveau der\u00ader anzu\u00adpassen, die schon l\u00e4nger da waren) und ver\u00adfol\u00adgte das schlep\u00adpende Spiel. Als die von allen anderen Anwe\u00adsenden bevorzugte Mannschaft in der zweit\u00aden Hal\u00adbzeit erst knapp, dann deut\u00adlich zur\u00fcck\u00adlag, nach\u00addem ich <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2023\/02\/eulenspiegel-und-ich\/\">eulen\u00adspiegel\u00adnd<\/a> gewitzelt hat\u00adte, 2:0 \u201cgehe da auch noch\u201d, kam ich nicht umhin, diese Sit\u00adu\u00ada\u00adtion \u2014 <em>aus\u00adgerech\u00adnet ich<\/em> hat\u00adte <em>aus\u00adgerech\u00adnet zynisch<\/em> einen kor\u00adrek\u00adten Fu\u00dfballtipp abgegeben \u2014 lachend wahrzunehmen. Das zweite Tor sah \u00fcberdies <em>selb\u00adst f\u00fcr mich<\/em> bemerkenswert gelun\u00adgen aus. Ich mag Laie sein und nicht an Fu\u00dfball inter\u00adessiert, aber ich fand Gefall\u00aden an dieser <em>durch\u00adschnit\u00adtlichen<\/em> Mannschaft, und das nicht ein\u00admal nur deshalb, weil sie f\u00fcr erfreuliche Stille in der Trinkhalle gesorgt hat\u00adte, in der ich jet\u00adzt weit weniger unzufrieden sa\u00df.<\/p>\n<p>Beim Gehen scherzte ich, die Frage, wie es mir denn trotz mein\u00ader Abnei\u00adgung gefall\u00aden habe, beant\u00adwor\u00adtend, es sei so inter\u00ades\u00adsant gewe\u00adsen, dass ich gle\u00adich mor\u00adgen Mit\u00adglied des geg\u00adner\u00adischen Vere\u00adins wer\u00adden wolle, denn der habe mich wirk\u00adlich \u00fcberzeugt. Auch weit\u00ader\u00adhin ver\u00adpr\u00fcgelte mich nie\u00admand, stattdessen bekam ich noch ein Bier spendiert und nicht mal Hausver\u00adbot. So war das nicht gedacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das hat\u00adte ich nun davon, dass mir nach nur weni\u00adgen Jahren des Hier\u00adwohnens zuf\u00e4l\u00adlig aufge\u00adfall\u00aden war, dass sich direkt um die Ecke meines Wohnge\u00adb\u00e4udes au\u00dfer einem fre\u00adundlichen Fu\u00dfbal\u00adlkiosk, wo man Bier kaufen kann, au\u00dfer\u00addem eine Trinkhalle, wo man es trinken kann, befind\u00adet, wovon ich \u00fcber\u00adrascht anderen Men\u00adschen erz\u00e4hlte: \u201cIch m\u00f6chte\u201d, para\u00adphrasiere ich einen anson\u00adsten meist \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2023\/03\/unter-fussballfans-wie-ich-aus-versehen-eine-fussballmannschaft-gut-fand\/\" class=\"more-link\">\u2018Unter Fu\u00dfball\u00adfans: Wie ich aus Verse\u00adhen eine Fu\u00dfball\u00admannschaft gut fand.\u2019 weit\u00ader\u00adlesen \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-20677","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-persoenliches"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/social.tchncs.de\/@hirnfick_20\/110006330869044804","error":""},"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":"dad97ad7d0a747a995971ebbe38d6b13","server":"vg02.met.vgwort.de","url":"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/dad97ad7d0a747a995971ebbe38d6b13"},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20677","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20677"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20677\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20677"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20677"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20677"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/series?post=20677"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}