{"id":20511,"date":"2023-01-01T00:01:29","date_gmt":"2022-12-31T23:01:29","guid":{"rendered":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=20511"},"modified":"2023-12-30T21:19:57","modified_gmt":"2023-12-30T20:19:57","slug":"musik-12-2022-favoriten-und-analyse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2023\/01\/musik-12-2022-favoriten-und-analyse\/","title":{"rendered":"Musik 12\/2022 \u2014 Favoriten und Analyse"},"content":{"rendered":"<div class=\"seriesmeta\">Dieser Artikel ist Teil 26 von 29 der Serie <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/artikelserien\/jahresrueckblick\/\" class=\"series-33\" title=\"Jahresr\u00fcckblick\">Jahres\u00adr\u00fcck\u00adblick<\/a><\/div><p>Lange nichts mehr \u00fcber Musik geschrieben.<\/p>\n<p>Es hat <em>endlich<\/em> ein neues Jahr begonnen. Der fr\u00fch\u00adeste Zeit\u00adpunkt f\u00fcr Jahres\u00adr\u00fcck\u00adblicke ist <b>jet\u00adzt<\/b>. Wer schon im Okto\u00adber seinen Jahres\u00adr\u00fcck\u00adblick fer\u00adtiggestellt hat\u00adte, dem fehlt in diesem ein Sech\u00adstel\u00adjahr. Noch bis Sil\u00advester h\u00e4t\u00adten the\u00ado\u00adretisch wun\u00adder\u00adbare Musikalben rauskom\u00admen k\u00f6n\u00adnen und die haben die anderen R\u00fcckschauer euch allen unter\u00adschla\u00adgen. Ich nicht! Daher bekommt ihr den ersten zuver\u00adl\u00e4s\u00adsi\u00adgen <span class=\"musik-intro-hervorhebung\">musikalis\u00adchen Jahres\u00adr\u00fcck\u00adblick 2022<\/span> der\u00adjeni\u00adgen Alben, die h\u00f6renswert sind, exk\u00adlu\u00adsiv hier auf dieser beza\u00adubern\u00adden Webpr\u00e4senz (und sp\u00e4ter vielle\u00adicht auch woan\u00adders). Ist das nicht nett von mir?<\/p>\n<p>Wie fast immer hat\u00adte ich mehrmals eine musik\u00adthe\u00ado\u00adretis\u00adche <em>eiac\u00adu\u00adla\u00adtio prae\u00adcox<\/em> (hehe, <em>cocks<\/em>) und kon\u00adnte hin\u00adsichtlich der jew\u00adeils aktuellen Alben von <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2022\/01\/kurzkritik-faust-daumenbruch\/\"><span class=\"musik-review-bandname\">Faust<\/span><\/a>, <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2022\/03\/kurzkritik-empath-visitor\/\"><span class=\"musik-review-bandname\">Empath<\/span><\/a>, <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2022\/04\/kurzkritik-jirm-the-tunnel-the-well-holy-bedlam\/\"><span class=\"musik-review-bandname\">JIRM<\/span><\/a>, <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2022\/05\/kurzkritik-ufomammut-fenice\/\"><span class=\"musik-review-bandname\">Ufo\u00admam\u00admut<\/span><\/a>, <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2022\/07\/kurzkritik-hiroe-wrought\/\"><span class=\"musik-review-bandname\">Hiroe<\/span><\/a>, <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2022\/09\/kurzkritik-motork-3\/\"><span class=\"musik-review-bandname\">Motor!k<\/span><\/a> und <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2022\/09\/kurzkritik-naenocybboerg-vberrholoekaeaevst\/\"><span class=\"musik-review-bandname\">N\u01fdn\u00f8\u0109\u00ffb\u00adb\u0152r\u011f Vb\u00eb\u0159\u0159\u0126\u014dl\u00f6k\u00e4\u00e4vs\u0166<\/span><\/a> (\u201cNanocy\u00adborg Uber\u00adholokaust\u201d) nicht an mich hal\u00adten. Der Rest fol\u00adgt unten. Das viel\u00adger\u00fchmte R\u00fcck\u00adkehral\u00adbum von <span class=\"musik-review-bandname\">Por\u00adcu\u00adpine Tree<\/span> \u2014 ihr \u201cIn Absen\u00adtia\u201d ist immer\u00adhin seit weit \u00fcber zehn Jahren mein bevorzugtes Avatar\u00adbild in manchen <em>sozialen Medi\u00aden<\/em> \u2014 wusste mich dabei nicht zu begeis\u00adtern, weshalb es hier nicht vorkommt. Das Leben ist zu kurz f\u00fcr (gle\u00adich\u00adwie gut gemacht\u00aden) Kuschel\u00adrock.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<hr>\n<ol>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/earthless-night-parade-of-one-hundred-demons.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Vorschau_earthless-night-parade-of-one-hundred-demons.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Earth\u00adless \u2014 Night Parade of One Hun\u00addred Demons<\/span>\n<p>Mit schw\u00aderen Gitar\u00adren\u00adkl\u00e4n\u00adgen begin\u00adnt es: Auf dem aktuellen Stu\u00addioal\u00adbum des US-amerikanis\u00adchen Psy\u00adche\u00addel\u00adic-Rock-Trios <span class=\"musik-review-bandname\">Earth\u00adless<\/span> klingt f\u00fcnf Minuten lang leichter Doom an, bevor sich das er\u00f6ff\u00adnende St\u00fcck \u201cNight Parade of One Hun\u00addred Demons (Part 1)\u201d in dun\u00adklen Blues aufl\u00f6st, schlie\u00dflich ganz ver\u00ads\u00adtummt und nach fast sieben Minuten pl\u00f6t\u00adzlich <em>explodiert<\/em>. Der Rest des St\u00fccks wird von ein\u00ader Art <em>heavy psy\u00adche\u00addel\u00adic<\/em> bes\u00adtimmt, die man sich wahrschein\u00adlich unge\u00adf\u00e4hr so vorstellen kann, als h\u00e4t\u00adten sich <span class=\"musik-review-bandname\">Pink Floyd<\/span> und <span class=\"musik-review-bandname\">Led Zep\u00adpelin<\/span> zusam\u00admengeschlossen und beschlossen, k\u00fcn\u00adftig Space\u00adrock zu spie\u00adlen. Der wesentliche Fak\u00adtor scheint die Gitarre zu sein: Mal darf sie ein aus\u00adgiebiges Solo sin\u00adgen, mal erg\u00e4nzt sie (mit viel Hall) das Treiben der anderen Instru\u00admente. Sind ja nicht so viele, sind nur Schlagzeug und Bass.<\/p>\n<p>\u201cPart 2\u201d des gle\u00adichen St\u00fccks wird mit <em>grooven\u00addem<\/em> Rhyth\u00admus aus Schlagzeug und Bass ein\u00adgeleit\u00adet, dazu ein elek\u00adtro\u00adn\u00adis\u00adches Blub\u00adbern, \u00fcber dem bald wieder eine <em>blue\u00adsige<\/em> Gitarre soliert. So \u00e4hn\u00adlich w\u00fcrde ich einen W\u00fcs\u00adten\u00adthriller ver\u00adto\u00adnen, glaube ich. Aber ich kenne mich nicht aus mit dem Ver\u00adto\u00adnen von W\u00fcs\u00adten\u00adthrillern. Es gab 2017 ein Album des fast gle\u00adichen Titels von ein\u00ader Hard\u00adcore\u00adpunkband. Damit haben <span class=\"musik-review-bandname\">Earth\u00adless<\/span> zum Gl\u00fcck nichts zu tun.<\/p>\n<p>Auf \u201cNight Parade of One Hun\u00addred Demons\u201d gibt es keinen Gesang, aber daf\u00fcr auch nur drei St\u00fccke. Keines davon ist unter 19 Minuten lang. Wieder eine Band ohne Radio\u00adtauglichkeit. Gl\u00fcck gehabt. Es <em>groovt<\/em> \u00fcber die gesamte Dauer von etwas \u00fcber ein\u00ader Stunde, ohne auch nur kurz das Gef\u00fchl auszul\u00f6sen, das habe man doch ger\u00adade erst geh\u00f6rt. Ein Album wie eine einzige lange Impro\u00advi\u00adsa\u00adtion dreier gut einge\u00adspiel\u00adter Musik\u00ader. Nicht \u00fcbel.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Night-Parade-Hundred-Demons-Vinyl\/dp\/B09LGW2WM6?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> (dort auch CD und Vinyl), <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/201014441\">TIDAL<\/a> (dort son\u00adst nichts).<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/author-punisher-krueller.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Vorschau_author-punisher-krueller.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Author &amp; Pun\u00adish\u00ader \u2014 Kr\u00fcller<\/span>\n<p>Kein Kn\u00fcller, aber zumin\u00add\u00adest ein Kr\u00fcller: Unter diesem <em>inter\u00ades\u00adsan\u00adten<\/em> Titel ver\u00f6f\u00adfentlichte der US-amerikanis\u00adche Solok\u00fcn\u00adstler und <a href=\"https:\/\/www.midi.org\/midi-articles\/heavy-metal-midi-by-author-and-punisher\">Erfind\u00ader<\/a> <span class=\"musik-review-bandname\">Tris\u00adtan Shone<\/span> im Feb\u00adru\u00adar 2022 ein wei\u00adthin als \u00fcber\u00addurch\u00adschnit\u00adtlich wahrgenommenes Album. Weil ich den Namen inter\u00ades\u00adsant fand, habe ich es mir ange\u00adh\u00f6rt und ich mag es.<\/p>\n<p>Bere\u00adits das erste St\u00fcck \u201cDrone Car\u00adry\u00ading Dread\u201d \u2014 mit 8:16 Minuten Laufzeit das l\u00e4ng\u00adste auf dem Album \u2014 pr\u00e4sen\u00adtiert die stilis\u00adtis\u00adche Band\u00adbre\u00adite nahezu in G\u00e4nze. Tief t\u00f6nende Drones (haha, daher der Name; nein, daran d\u00fcrft\u2019s nicht liegen), Indus\u00adtri\u00adal\u00adrhyth\u00admen und meist <em>clean\u00ader<\/em> Gesang \u2014 der im Ver\u00adlauf des Albums aber nicht immer so <em>san\u00adft<\/em> bleibt \u2014 sagen mir zu. Ich hab\u2019 so meine Momente. <em>Im Inter\u00adnet<\/em> las ich, \u201cKr\u00fcller\u201d sei stilis\u00adtisch im Wesentlichen <em>Alter\u00adna\u00adtive Rock<\/em>, und das k\u00f6n\u00adnte stim\u00admen. Ich h\u00f6re eine <em>h\u00e4rtere<\/em> Ver\u00adsion von <span class=\"musik-review-bandname\">Linkin Park<\/span>, eine <em>andere<\/em> Ver\u00adsion der <span class=\"musik-review-bandname\">Nine Inch Nails<\/span>. Dem Widerk\u00adlangfre\u00adund, der bei meinem Musik\u00adgenuss gele\u00adgentlich das dom\u00adi\u00adnante Ohr f\u00fchrt, gef\u00e4llt auch das eige\u00adnar\u00adtige elek\u00adtro\u00adn\u00adis\u00adche Fiepsen, das manche St\u00fccke (etwa das her\u00adrlich zer\u00adris\u00adsene \u201cBlack\u00adsmith\u201d) begleit\u00adet; aber <em>fade-out<\/em> (\u201cGlo\u00adry\u00adbox\u201d) ist doch immer ein bedauer\u00adlich\u00ader Abgang.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Gesamtwer\u00adtung sind solche <em>fehlen\u00adden Enden<\/em> aber let\u00adztlich nicht schm\u00e4lernd genug: \u201cKr\u00fcller\u201d gef\u00e4llt. Sch\u00f6n, es ent\u00addeckt zu haben, und sch\u00f6n, es weit\u00aderempfehlen zu k\u00f6n\u00adnen.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/authorandpunisher.bandcamp.com\/album\/kr-ller\">Bandcamp.com<\/a> (dort auch CD und Vinyl), <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Kr\u00fcller-Author-Punisher\/dp\/B00128UU0E?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> (dort auch CD), <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/202620750\">TIDAL<\/a> (dort als explizite Lyrik gekennze\u00adich\u00adnet).<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/animals-as-leaders-parrhesia.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Vorschau_animals-as-leaders-parrhesia.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Ani\u00admals as Lead\u00aders \u2014 Par\u00adrhe\u00adsia<\/span>\n<p>Ich mag ja keinen Met\u00adal, <em>aber<\/em>.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-bandname\">Ani\u00admals as Lead\u00aders<\/span>, ein US-amerikanis\u00adches Trio mit zwei Gitar\u00adren und einem Schlagzeug (wen\u00adngle\u00adich auf \u201cPar\u00adrhe\u00adsia\u201d <span class=\"musik-review-bandname\">Misha Man\u00adsoor<\/span>, derzeit bei <span class=\"musik-review-bandname\">Periph\u00adery<\/span>, als Bassist gastiert) und keinem Gesang. \u201cPar\u00adrhe\u00adsia\u201d, der Name ihres diesj\u00e4hri\u00adgen Stu\u00addioal\u00adbums, ist Englisch und hei\u00dft Par\u00adrhe\u00adsie. Das ist witzig, weil Rede\u00adfrei\u00adheit ohne Text gar nicht so ein\u00adfach funk\u00adtion\u00adiert wie mit Text.<\/p>\n<p>Lassen wir also die Musik f\u00fcr sich sprechen. Das erste St\u00fcck \u201cCon\u00adflict Car\u00adtog\u00adra\u00adphy\u201d l\u00e4sst mich w\u00e4hrend der gesamten f\u00fcnf Minuten sein\u00ader Dauer in wech\u00adsel\u00adnden Rhyth\u00admen neben dem Takt mit dem Kopf nick\u00aden, weshalb ich bere\u00adits sein <em>intro<\/em> zum Anlass nehme, dieses Album in diese Liste aufzunehmen. Die ineinan\u00adder verzwirbel\u00adten Instru\u00admente ver\u00addrehen dem geneigten H\u00f6r\u00ader (mir) indes bere\u00adits im zweit\u00aden St\u00fcck \u201cMon\u00ado\u00admyth\u201d geh\u00f6rig den Kopf. Die 80er-Alben von <span class=\"musik-review-bandname\">King Crim\u00adson<\/span> sind gele\u00adgentlich \u2014 etwa hier \u2014 nicht fern und die mag ich bei fortschre\u00adi\u00adt\u00aden\u00addem Alter auch immer lieber.<\/p>\n<p>Dass die US-Amerikan\u00ader am Deutschen so viel Gefall\u00aden find\u00aden wie ich an ihrer Musik, erkenne ich zumin\u00add\u00adest am Titel des St\u00fcck\u00ades \u201cGestaltzer\u00adfall\u201d. Ein sch\u00f6nes Wort. Das klaue ich mal f\u00fcr meine Auto\u00adbi\u00adografie. Das abschlie\u00dfende \u201cGor\u00addian Naught\u201d, das als dritte Sin\u00adgle ver\u00f6f\u00adfentlicht wor\u00adden ist (das musste ich nach\u00adle\u00adsen, Sin\u00adgles inter\u00adessieren mich seit \u00fcber zwanzig Jahren nur noch, wenn ich die B\u2011Seite mag), \u00fcber\u00adwindet qua\u00adsi im Vor\u00adbeige\u00adhen die Gen\u00adre\u00adgren\u00adzen zwis\u00adchen Pro\u00adgres\u00adsive Met\u00adal, Math Rock und \u2014 tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich \u2014 Funk. Inter\u00ades\u00adsant. H\u00f6r\u00adbar. Selt\u00adsam.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Parrhesia-Animals-As-Leaders\/dp\/B09M4R7DKZ?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> (dort auch CD und Vinyl), <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/250761740\">TIDAL<\/a> (dort nur H\u00f6ren).<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/green-asphalt.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Vorschau_green-asphalt.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Green Asphalt<\/span><br>\n<span class=\"musik-review-lyrics\">\u201cI know that we will meet again some day.\u201d<\/span> (She\u2019s a Cow)<br>\n<br>\nAbseits dessen, dass die meis\u00adten fr\u00fcheren Mit\u00adglieder von <span class=\"musik-review-bandname\">Gen\u00adtle Giant<\/span> w\u00e4hrend <em>der Pan\u00addemie<\/em> tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich mal wieder gemein\u00adsam einen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=NYjFP8gildU\">ihrer <em>hits<\/em> intonierten<\/a>, war in den let\u00adzten Jahren in ihrer musikalis\u00adchen Nis\u00adche \u2014 ich w\u00fcrd\u2019s <em>Barock-Prog<\/em> nen\u00adnen \u2014 eher wenig los, und auch der <em>Can\u00adter\u00adbury Style<\/em>, eine Zeit\u00adlang von (unter anderem) <span class=\"musik-review-bandname\">Argos<\/span> ver\u00adwal\u00adtet, schien sich ein wenig auszu\u00adruhen. Umso mehr freut mich, dass <span class=\"musik-review-bandname\">Green Asphalt<\/span> auf ihrem Deb\u00fc\u00adtal\u00adbum bei\u00addes miteinan\u00adder verbinden.\n<p><span class=\"musik-review-bandname\">Dan Borne\u00admark<\/span>, befre\u00adun\u00addet mit <span class=\"musik-review-bandname\">Ker\u00adry Min\u00adn\u00adear<\/span> und auch son\u00adst im <span class=\"musik-review-bandname\">Gen\u00adtle-Giant<\/span>-<em>Kos\u00admos<\/em> kein v\u00f6l\u00adlig Fremder, habe, erz\u00e4hlt das Inter\u00adnet, mit sechs weit\u00aderen Musik\u00adern (davon drei S\u00e4n\u00adgerin\u00adnen) ins\u00adge\u00adsamt siebzehn Jahre lang an diesem Album gear\u00adbeit\u00adet. Das Ergeb\u00adnis klingt tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich beein\u00addruck\u00adend reif: Mehrstim\u00admige Arrange\u00adments mit offen\u00adsichtlichen (\u201cSuit Your\u00adself\u201d) und weniger offen\u00adsichtlichen (\u201c&nbsp;\u2018Xcuse Me\u201d) Vernei\u00adgun\u00adgen vor dem gro\u00dfen Vor\u00adbild, zwar weniger Instru\u00admenten\u00addurcheinan\u00adder als das Orig\u00adi\u00adnal, daf\u00fcr mehr <em>jazz\u00adige<\/em> Can\u00adter\u00adbury\u00adpas\u00adsagen mit Fl\u00f6te (beachtlich in \u201cShe\u2019s a Cow\u201d, in dem \u00fcbri\u00adgens tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich gemuht wird), gele\u00adgentliche Anlei\u00adhen an <span class=\"musik-review-bandname\">David Bowie<\/span> und dazu eine dem Jahr 2022 angemessene Pro\u00adduk\u00adtion hin\u00adter\u00adlassen ein wis\u00adsendes L\u00e4cheln auf dem Gesicht der\u00ader, die diesen <em>alten Kram<\/em> m\u00f6gen, gegen ein wenig mod\u00aderne Rock\u00admusik mit Stre\u00adich\u00adern (\u201c200 Girls\u201d) aber auch nichts einzuwen\u00adden haben.<\/p>\n<p>Auf meinem zum Beispiel.<\/p>\n<p>Das \u00fcber zehn\u00admin\u00fctige \u201cTime in Your Face\u201d run\u00addet das Album schlie\u00dflich wie eine Zusam\u00admen\u00adfas\u00adsung des bis dahin Geh\u00f6rten \u2014 vielle\u00adicht mit einem zus\u00e4t\u00adzlichen L\u00f6f\u00adfel <span class=\"musik-review-bandname\">Emer\u00adson, Lake &amp; Palmer<\/span> in der Mis\u00adchung \u2014 ab und macht dabei <em>nichts<\/em> falsch. Das ist auch mal char\u00admant. Dieses Album macht Spa\u00df. Spa\u00df ist wichtig.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/greenasphalt.bandcamp.com\/album\/green-asphalt-2\">Bandcamp.com<\/a> (dort auch CD und Vinyl).<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/eunoia-psyop-of-the-year.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Vorschau_eunoia-psyop-of-the-year.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Eunoia \u2014 Psy\u00adop of the Year<\/span>\n<p><span class=\"musik-review-bandname\">Eunoia<\/span> \u2014 eigentlich: \u03b5\u1f54\u03bd\u03bf\u03b9\u1fb0 \u2014 ist Alt\u00adgriechisch und hei\u00dft so viel wie \u201csch\u00f6n denken\u201d. Der Name ist nicht unbe\u00add\u00adingt Pro\u00adgramm, denn wie Sch\u00f6n\u00addenken klingt das Album \u201cPsy\u00adop of the Year\u201d, das im April erschienen ist, eher nicht, son\u00addern vielmehr nach ein\u00ader selt\u00adsamen Mis\u00adchung aus Grunge, Math\u00adcore und beizeit\u00aden (\u201cLeather Lol\u00adlipop\u201d) Post\u00adpunk \u2014 auch gesprochene\/gerufene Sprachein\u00adsch\u00fcbe kom\u00admen vor \u2014 beziehungsweise, wie\u2019s wir Gen\u00adreag\u00adnos\u00adtik\u00ader zu for\u00admulieren pfle\u00adgen, <em>nach Krach.<\/em><\/p>\n<p>Mitunter instru\u00admen\u00adtal, oft aber mit meist extro\u00advertiertem Gesang (ins\u00adbeson\u00addere in der zweit\u00aden H\u00e4lfte des Albums wird auch gegrowlt, passt aber trotz\u00addem) gehen die drei Her\u00adren hier zu Werke. Ich denke an eine weniger ver\u00adspielte, daf\u00fcr <em>ziem\u00adlich w\u00fctende<\/em> Ver\u00adsion der jet\u00adzt auch schon seit f\u00fcnf Jahren ver\u00adschwun\u00adde\u00adnen <span class=\"musik-review-bandname\">The Dillinger Escape Plan<\/span>. Der Name und das Titel\u00adbild des Albums fol\u00adgen dem Konzept des Vorg\u00e4nger\u00adal\u00adbums \u201cYOU\u2019RE NOT PARANOID ENOUGH\u201d (2019), das ins\u00adge\u00adsamt das Band\u00adkonzept zu sein scheint. Das abschlie\u00dfende St\u00fcck \u2014 keines \u00fcber\u00adschre\u00adit\u00adet \u00fcbri\u00adgens f\u00fcnf Minuten Spiel\u00add\u00adauer \u2014 tr\u00e4gt den Titel \u201c&nbsp;\u2018Sad\u00addam Nev\u00ader Worked for the CIA\u2019 and Oth\u00ader Lies Your Father Told You\u201d.<\/p>\n<p>Das Album klinge von Anfang an nach Gefahr und Unruhe, las ich <em>im Inter\u00adnet<\/em> und ver\u00admag nicht argu\u00admen\u00adta\u00adtiv zu wider\u00adsprechen. Ich empfinde w\u00e4hrend des H\u00f6r\u00advor\u00adgangs eine Stim\u00admung wie auf ein\u00ader poli\u00adtis\u00adchen Demon\u00adstra\u00adtion in irgen\u00addein\u00ader Gro\u00dfs\u00adtadt, ein ener\u00adgis\u00adches <em>wir gegen die<\/em> in Musik\u00adform; ver\u00adtrack\u00adte Rhyth\u00admen inklu\u00adsive, weil so ein Stra\u00dfenkampf ja auch sel\u00adten abl\u00e4uft wie ein Bal\u00adlettst\u00fcck.<\/p>\n<p>\u201cPsy\u00adop\u201d ist ein fremd\u00adsprachiges Kurz\u00adwort f\u00fcr psy\u00adchol\u00ado\u00adgis\u00adche Kriegs\u00adf\u00fchrung. Passt.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B09TY4XL7X?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a>, <a href=\"https:\/\/eunoia513.bandcamp.com\/album\/psyop-of-the-year\">Bandcamp.com<\/a> (dort auch CD), <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/219336255\">TIDAL<\/a> (dort son\u00adst nichts).<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/shadow-universe-subtle-realms-subtle-worlds.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Vorschau_shadow-universe-subtle-realms-subtle-worlds.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Shad\u00adow Uni\u00adverse \u2014 Sub\u00adtle Realms, Sub\u00adtle Worlds<\/span>\n<p><span class=\"musik-review-bandname\">Shad\u00adow Uni\u00adverse<\/span> ist der Pro\u00adjek\u00adt\u00adname vier\u00ader slowenis\u00adch\u00ader Musik\u00ader. Auf ihrem drit\u00adten Album \u201cSub\u00adtle Realms, Sub\u00adtle Worlds\u201d ist inter\u00ades\u00adsant grooven\u00adder Instru\u00admen\u00adtal\u00adpostrock mit <em>wirk\u00adlich viel<\/em> Klavier, gespielt von <span class=\"musik-review-bandname\">Peter Dimnik<\/span> (auch: Gitarre und Syn\u00adthe\u00adsiz\u00ader), und hin und wieder auch Geige zu h\u00f6ren, zwei der sechs St\u00fccke haben Gast\u00admusik\u00ader. Es han\u00addelt sich um ein Konzep\u00adtal\u00adbum, das die Annahme ver\u00adto\u00adnen soll, dass jed\u00ader Men\u00adsch in sein\u00ader eige\u00adnen Welt lebt, weil er sie auf eine ein\u00adma\u00adlige Art wahrn\u00adimmt oder so.<\/p>\n<p>Das ist eine ziem\u00adlich eso\u00adter\u00adische Pr\u00e4misse, der ich nur auszugsweise fol\u00adgen kann, aber der Stim\u00admungswech\u00adsel zwis\u00adchen analog\u00admusikalis\u00adch\u00ader Beschaulichkeit, Bedrohlichkeit (\u201cLos\u00ading Home\u201d) und Post-Met\u00adal-Erup\u00adtio\u00adnen \u2014 \u201cFrieden und Chaos\u201d, wie\u2019s der Pres\u00adse\u00adtext nen\u00adnt \u2014 ist tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich erstaunlich fes\u00adsel\u00adnd (aber auf die gute Art) und l\u00e4sst mich <em>eigentlich<\/em> nur schade find\u00aden, dass das Album mit nur 38:10 Minuten Laufzeit viel zu kurz scheint, ohne dabei wirk\u00adlich kurz zu sein.<\/p>\n<p>Ich freue mich trotz\u00addem und genie\u00dfe sichtlich still.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Subtle-Realms-Worlds-Vinyl-LP\/dp\/B09QP3M92P?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> (dort auch CD und Vinyl), <a href=\"https:\/\/shadowuniverse.bandcamp.com\/album\/subtle-realms-subtle-worlds\">Bandcamp.com<\/a> (dort auch CD und Vinyl), <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/203761203\">TIDAL<\/a> (dort wed\u00ader CD noch Vinyl).<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/bruecken-innere-unruhen.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Vorschau_bruecken-innere-unruhen.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Brueck\u00aden \u2014 Innere Unruhen<\/span>\n<p>\u201cInnere Unruhen liegen dann vor, wenn zahlen\u00adm\u00e4\u00dfig nicht uner\u00adhe\u00adbliche Teile des Volkes in ein\u00ader die \u00f6ffentliche Ruhe und Ord\u00adnung st\u00f6ren\u00adden Weise in Bewe\u00adgung ger\u00adat\u00aden und Gewalt\u00adt\u00e4tigkeit\u00aden gegen Per\u00adso\u00adn\u00aden oder Sachen ver\u00fcben\u201d (Inter\u00adnet). Da freut man sich gle\u00adich noch ein wenig mehr, dass man den Genuss von \u201cInnere Unruhen\u201d der Old\u00aden\u00adburg\u00ader Postrock\u00adband <span class=\"musik-review-bandname\">Brueck\u00aden<\/span> halb\u00adwegs ohne Pr\u00fcgelei \u00fcber\u00adste\u00adhen kann, wenn man will.<\/p>\n<p>Dass dem Rezensen\u00adten (d.h.: mir) im zweit\u00aden St\u00fcck \u201cAbgrundtief\u201d, das insofern immer\u00adhin einen passenden Namen tr\u00e4gt, immer wieder der Refrain von \u201cEin Kom\u00adpli\u00adment\u201d der <span class=\"musik-review-bandname\">Sport\u00adfre\u00adunde Stiller<\/span> ins Ged\u00e4cht\u00adnis gerufen wird, spricht nicht f\u00fcr meinen <em>damals<\/em> kon\u00adse\u00adquent durchge\u00adhal\u00adte\u00adnen her\u00advor\u00adra\u00adgen\u00adden Musikgeschmack, ist aber auch ein\u00ader der sel\u00adte\u00adnen Momente auf \u201cInnere Unruhen\u201d, in denen mir irgend\u00adwas <em>bekan\u00adnt vorkommt<\/em>. Von wegen, Postrock klinge <em>immer gle\u00adich<\/em>.<\/p>\n<p>Schwach\u00ades gibt es eben\u00adfalls so gut wie nicht; vielle\u00adicht: Dem Sech\u00adsein\u00adhalb\u00admin\u00fcter \u201cAtax\u00adie\u201d haftet streck\u00aden\u00adweise ein gewiss\u00ader Demo-EP-Charme an. Aber ich mag Demo-EPs von Postrock\u00adgrup\u00adpen eigentlich fast immer. <em>Nat\u00fcr\u00adlich<\/em> lassen auch <span class=\"musik-review-bandname\">Brueck\u00aden<\/span> das alt\u00adbekan\u00adnte Laut-Leise-Spiel nicht unge\u00adspielt, aber sie ver\u00adsuchen nicht eine Spalte in der Rezen\u00adsion\u00adsrubrik \u201cklingt wie \u2026\u201d auszuf\u00fcllen. Das finde ich sehr nett von ihnen. Zu ihren Vor\u00adbildern, behauptet irgen\u00addein Pres\u00adse\u00adtext indi\u00adrekt, z\u00e4hlen unter anderem <span class=\"musik-review-bandname\">Red Sparowes<\/span>, diejenige Postrock\u00adband also, von der ich annehme, sie habe irgen\u00addeine Wette mit irgendwem laufen, wie lang die Titel ihrer St\u00fccke sein d\u00fcr\u00adfen, bevor jemand ein\u00adschre\u00adit\u00adet.<\/p>\n<p>Eine direk\u00adte Rela\u00adtion zwis\u00adchen Namen und <em>Stim\u00admungen<\/em> der auf \u201cInnere Unruhen\u201d enthal\u00adte\u00adnen Musik kann ich auch schemen\u00adhaft erken\u00adnen; \u201cLichter\u00adloh\u201d klingt so, wie es hei\u00dft, und \u201cImmer\u00adsion\u201d wirkt tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich immer\u00adsiv. Das Album sei inspiri\u00adert von den \u201cGef\u00fchlen des Unbe\u00adha\u00adgens\u201d, behaupten die Musik\u00ader, reden aber von \u201cSongs\u201d, obwohl gar kein\u00ader singt. Unbe\u00adhaglich ist \u201cInnere Unruhen\u201d jeden\u00adfalls nicht gewor\u00adden, aber ihnen das vorzuw\u00ader\u00adfen liegt mir fern. Stattdessen danke ich ihnen f\u00fcr ein gelun\u00adge\u00adnes St\u00fcck inneres Gle\u00adichgewicht spenden\u00adder Musik. \u00c4tsch.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/bruecken.bandcamp.com\/album\/innere-unruhen-2\">Bandcamp.com<\/a> (dort auch CD und Vinyl), <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/215339891\">TIDAL<\/a> (dort Stream).<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/dalek-precipice.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Vorschau_dalek-precipice.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">d\u00e4lek \u2014 Precipice<\/span><br>\n<span class=\"musik-review-lyrics\">\u201cTick, tock, moth\u00ader\u00adfuck\u00ader!\u201d<\/span> (A Heretic\u2019s Inher\u00adi\u00adtance)\n<p>Ohne deren Zusam\u00adme\u00adnar\u00adbeit mit <span class=\"musik-review-bandname\">Faust<\/span> (\u201cDerbe Respect, Alder\u201d, 2004) h\u00e4tte ich die Exis\u00adtenz von <span class=\"musik-review-bandname\">d\u00e4lek<\/span>, ein\u00ader US-amerikanis\u00adchen Hip-Hop-Gruppe um den Front\u00admann <span class=\"musik-review-bandname\">MC d\u00e4lek<\/span>, benan\u00adnt nach (aber falsch abgeschrieben von) Mutan\u00adten aus ein\u00ader britis\u00adchen Sci\u00adence-Fic\u00adtion-Serie, wahrschein\u00adlich gar nicht wahrgenom\u00admen. Wer mag schon Hip-Hop?<\/p>\n<p>\u201cPrecipice\u201d, ihr 2022er Album, begin\u00adnt aber auch gar nicht mit Hip-Hop, son\u00addern mit der \u201cLo-Fi-Sound\u00adwand\u201d (Dominik Stein\u00ader) \u201cLest We For\u00adget\u201d, die nicht im Ger\u00ading\u00adsten auf das vor\u00adbere\u00adit\u00adet, was kom\u00admen mag: Im fol\u00adgen\u00adden \u201cBoy\u00adcott\u201d wird druck\u00advoll und <em>sehr US-amerikanisch<\/em> ger\u00adappt, wobei die Ger\u00e4uschcol\u00adlage im Hin\u00adter\u00adgrund mich eher an <span class=\"musik-review-bandname\">Jam\u00adbi\u00adnais<\/span> \u201cAbyss\u201d als an typ\u00adis\u00adche Vertreter zeit\u00adgen\u00f6s\u00adsis\u00adchen Sprechge\u00adsangs erin\u00adnert. d\u00e4lek ver\u00admen\u00adgen Indus\u00adtri\u00adal- eben\u00adso wie krautige Elek\u00adtron\u00adikkl\u00e4nge mit <em>han\u00addel\u00ads\u00fcblichem<\/em> Hip-Hop, als h\u00e4t\u00adten sie eigentlich Berlin\u00ader Elek\u00adtron\u00adik aufnehmen wollen, dann aber <em>beats<\/em> und B\u00e4sse dr\u00fcbergesch\u00fct\u00adtet und pl\u00f6t\u00adzlich war\u2019s eine andere Art von Musik. Nicht schlecht.<\/p>\n<p>Diese Art klan\u00adglich\u00ader Her\u00advor\u00adbringun\u00adgen ohne L\u00e4n\u00adgen zu pro\u00adduzieren erscheint schwierig, und obwohl nur \u201cA Heretic\u2019s Inher\u00adi\u00adtance\u201d sechs Minuten Laufzeit \u00fcber\u00adschre\u00adit\u00adet, bemerke ich beim H\u00f6ren des Albums, dass es manch\u00admal ein paar Tak\u00adte weniger auch tun w\u00fcr\u00adden, etwa in \u201cGood\u201d; ander\u00ader\u00adseits l\u00e4sst sich so die melodis\u00adche Struk\u00adtur noch etwas l\u00e4nger genie\u00dfen, was ich ins\u00adbeson\u00addere in den <em>Indus\u00adtri\u00adal<\/em>-n\u00e4heren St\u00fcck\u00aden (etwa \u201cThe Har\u00adbin\u00adgers\u201d) gern annehme.<\/p>\n<p>Auf der Vor\u00adab\u00ads\u00adin\u00adgle \u201cA Heretic\u2019s Inher\u00adi\u00adtance\u201d gastiere <span class=\"musik-review-bandname\">Adam Jones<\/span> (unter anderem Gitar\u00adrist von <span class=\"musik-review-bandname\">Tool<\/span>), ver\u00admeldet der Pres\u00adse\u00adtext mit erkennbarem Stolz, und obwohl ich <span class=\"musik-review-bandname\">Tool<\/span> gar nicht mal beson\u00adders gern mag, m\u00f6chte ich diese fast sieben Minuten vor\u00adsichtig als den musikalis\u00adchen H\u00f6hep\u00adunkt auf \u201cPrecipice\u201d beze\u00adich\u00adnen: Kopfnick\u00adrhyth\u00admus, ein selt\u00adsam schr\u00e4ges Elek\u00adtron\u00adikfun\u00adda\u00adment, vier Minuten Instru\u00admen\u00adtal\u00adin\u00adtro und erst dann von anschwellen\u00addem Krautrock (Krautrock!) begleit\u00adeter Sprechge\u00adsang, danach ein san\u00adftes, aber schnelles Ausklin\u00adgen. Ich bin ange\u00adtan.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/dalek.bandcamp.com\/album\/precipice\">Bandcamp.com<\/a> (dort auch CD und Vinyl), <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Precipice-D\u00e4lek\/dp\/B09NS3KVV8?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> (dort auch CD und Vinyl), <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/226100037\">TIDAL<\/a> (dort son\u00adst nichts).<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/scoof-cdr003sa.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Vorschau_scoof-cdr003sa.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Sc\u2019\u00f6\u00f6f \u2014 CDR003SA<\/span>\n<p>Ich wei\u00df noch unge\u00adf\u00e4hr, was eine CD\u2011R ist, und ahne daher auch, warum das Album \u201cCDR003SA\u201d (das es indes nur auf Kas\u00adsette und als Down\u00adload gibt, nicht jedoch auf CD) so hei\u00dft, wie es hei\u00dft. Da endet mein Wis\u00adsen aber auch schon.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, was <span class=\"musik-review-bandname\">Sc\u2019\u00f6\u00f6f<\/span> \u2014 vier Her\u00adren aus der Schweiz und der Name der Band \u2014 hei\u00dfen soll (zumin\u00add\u00adest die Aussprache ist klar: in \u201cB\u201d und anderen Inter\u00adlu\u00addi\u00aden klingt es unge\u00adf\u00e4hr wie \u201cScurf\u201d), und ich wei\u00df auch nicht, was das hier genau ist. Musik, ver\u00admut\u00adlich, \u201cbru\u00adtal jazz\u201d, also \u201cbru\u00adtaler Jazz\u201d, kol\u00adportiert die Gruppe selb\u00adst bzw. l\u00e4sst die Gruppe ihre Plat\u00adten\u00adfir\u00adma kol\u00adportieren, das wei\u00df man ja heute nie so genau. Struk\u00adturen gibt es auf \u201cCDR003SA\u201d jeden\u00adfalls nicht zu h\u00f6ren und Rhyth\u00admen auch nicht. Kein St\u00fcck \u00fcber\u00adschre\u00adit\u00adet 3:16 Minuten Laufzeit, die meis\u00adten schaf\u00adfen nicht mal 2 Minuten, bis auf das 13. St\u00fcck \u201c10\u201d, das fast 22 Minuten lang ist.<\/p>\n<p>Das ist alles ein fabel\u00adhafter Krach auf \u201cCDR003SA\u201d, unter\u00adbrochen von Pseu\u00addo-Spo\u00adti\u00adfy-Wer\u00adbung f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/scoeoef.bandcamp.com\">Band\u00adcamp\u00adseite<\/a> von <span class=\"musik-review-bandname\">Sc\u2019\u00f6\u00f6f<\/span>. Ich finde das lustig. Alles klingt, als w\u00fcrde man leiernde Kas\u00adset\u00adten auf zerkratzte CDs \u00fcber\u00adspie\u00adlen, und zwar mit einem Bag\u00adger. Viele St\u00fccke h\u00f6ren abrupt auf. Das passt alles ins Konzept.<\/p>\n<p>In der Rubrik \u201cklingt wie\u201d kriegt \u201cCDR003SA\u201d bei mir zehn Punk\u00adte auf der Kopf\u00adschmerz- und immer\u00adhin acht auf der \u201casia\u201d-Skala. Langj\u00e4hrige Leser wis\u00adsen: \u201casia\u201d von <span class=\"musik-review-bandname\">boris<\/span> ist bis heute ein von mir gern zitiertes Album, wenn es um fabel\u00adhaften Krach geht. Mal was anderes als Gitarre.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> Bandcamp.com wurde ja bere\u00adits ver\u00adlinkt, mehr gibt es anscheinend nicht. Qual\u00adit\u00e4t muss man halt manch\u00admal auf unge\u00adwohn\u00adten Pfaden suchen. Ver\u00addammter Kap\u00adi\u00adtal\u00adis\u00admus.<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/julie-tippetts-martin-archer-illusion.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Vorschau_julie-tippetts-martin-archer-illusion.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Julie Tip\u00adpetts &amp; Mar\u00adtin Archer \u2014 Illu\u00adsion<\/span>\n<p>Im Jahr 1969 nahm die junge S\u00e4n\u00adgerin <span class=\"musik-review-bandname\">Julie Driscoll<\/span> ihr erstes Soloal\u00adbum auf, das den Titel \u201c1969\u201d trug. Bere\u00adits auf diesem gastierten unter anderem Mit\u00adglieder von <span class=\"musik-review-bandname\">Soft Machine<\/span> sowie der mit\u00adtler\u00adweile ver\u00adstor\u00adbene Jaz\u00adzpi\u00adanist <span class=\"musik-review-bandname\">Kei\u00adth Tip\u00adpett<\/span>, der eigentlich Tip\u00adpetts hie\u00df und sp\u00e4ter ihr Ehe\u00admann wurde. In der Folge tauchte <span class=\"musik-review-bandname\">Julie Driscoll<\/span> als <span class=\"musik-review-bandname\">Julie Tip\u00adpetts<\/span> in zahlre\u00adichen Beset\u00adzungslis\u00adten von Pro\u00adjek\u00adten von und mit let\u00adzterem auf, darunter auf dem empfehlenswerten Album \u201cSep\u00adto\u00adber Ener\u00adgy\u201d des 55-k\u00f6p\u00adfi\u00adgen Ensem\u00adbles <span class=\"musik-review-bandname\">Cen\u00adtipede<\/span>.<\/p>\n<p>Seit eini\u00adgen Jahren arbeit\u00adet sie vor allem mit <span class=\"musik-review-bandname\">Mar\u00adtin Archer<\/span> zusam\u00admen, seines Zeichens Jaz\u00adzsax\u00ado\u00adphon\u00adist und Key\u00adboard\u00ader. Bei\u00adde ver\u00f6f\u00adfentlicht\u00aden im Jahr 2022 gemein\u00adsam \u201cIllu\u00adsion\u201d, was ein fast zweiein\u00adhalb\u00adst\u00fcndi\u00adges Dop\u00adpelal\u00adbum ist, das aus zwei <em>eigentlich<\/em> sep\u00ada\u00adrat\u00aden Alben beste\u00adht, namentlich aus der avant\u00adgardis\u00adtis\u00adchen \u201cIllu\u00adsion Suite\u201d, die aus sieben Teilen beste\u00adht, die aber wiederkehrende The\u00admen aufweisen und insofern als <em>einzelnes St\u00fcck<\/em> begrif\u00adf\u00aden wer\u00adden soll\u00adten, sowie dem \u201cCir\u00adcle of Whis\u00adpers\u201d, der 13 einzelne, \u00fcber\u00adwiegend in Jazz und Jaz\u00adzrock anzusiedel\u00adnde St\u00fccke umfasst. \u201cCir\u00adcle of Whis\u00adpers\u201d begin\u00adnt dabei mit einem kraftvoll vor\u00adge\u00adtra\u00adge\u00adnen Lied namens \u201cIllu\u00adsion\u201d, schlie\u00dft somit zumin\u00add\u00adest the\u00adma\u00adtisch an die \u201cIllu\u00adsion Suite\u201d an.<\/p>\n<p>Der kraftvolle Vor\u00adtrag ist tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich ein\u00ader der st\u00e4rk\u00adsten Aspek\u00adte dieses ohne\u00adhin starken Albums. <span class=\"musik-review-bandname\">Julie Tip\u00adpetts<\/span> ist im Juni 2022 75 Jahre alt gewor\u00adden, aber ihre Stimme \u2014 Alt, behauptet <em>das Inter\u00adnet<\/em> zugun\u00adsten von Hol\u00adzohren wie mir \u2014 scheint das noch nicht gemerkt zu haben; da ist <em>ordentlich Feuer<\/em> drin. \u00dcber\u00adhaupt ist ihr wesentlich\u00ades Instru\u00adment seit Jahrzehn\u00adten ihre Stimme und sie wei\u00df sie einzuset\u00adzen (hierzu beachtlich\u00ades St\u00fcck: \u201cNev\u00ader As They Seem\u201d). Finde ich gut. <span class=\"musik-review-bandname\">James Archer<\/span>, der ver\u00admut\u00adlich irgend\u00adwie mit <span class=\"musik-review-bandname\">Mar\u00adtin Archer<\/span> ver\u00adwandt ist oder auch nicht, streute \u00fcber das Album eine Por\u00adtion <em>beats<\/em> und <em>loops<\/em>, manch\u00admal lugt also etwas Dis\u00adco\u00admusik (mit Stampf\u00adbeat) vor\u00adsichtig um die Ecke, wird dabei aber niemals auf\u00addringlich und bleibt nie lange. Die Aufmerk\u00adsamkeit des H\u00f6r\u00aders hat auch genug anderes zu tun; der ver\u00admeintlich leicht\u00adf\u00fc\u00dfige Jazz weicht an inter\u00ades\u00adsan\u00adten Stellen (sehr, sehr gutes Teil\u00adst\u00fcck: \u201cPan\u00adde\u00admo\u00adni\u00adum\u201d) ein\u00ader RIO-Det\u00ado\u00adna\u00adtion mit eskalieren\u00adden Blasin\u00adstru\u00admenten, find\u00adet aber stets zur\u00fcck in die Spur.<\/p>\n<p>Das let\u00adzte St\u00fcck der \u201cIllu\u00adsion Suite\u201d hei\u00dft \u201cTurn It Around\u201d, also \u201cdreh es um\u201d. Zum Zeit\u00adpunkt der Nieder\u00adschrift dieser Rezen\u00adsion \u2014 18. Juni 2022 \u2014 gibt es \u201cIllu\u00adsion\u201d (noch?) nicht auf Vinyl, son\u00adst w\u00e4re das ein guter Abschluss mein\u00ader Aus\u00adf\u00fchrun\u00adgen. Schade.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Illusion-Julie-Archer-Martin-Tippetts\/dp\/B09V318H6B?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> (dort auch CD), <a href=\"https:\/\/discusmusic.bandcamp.com\/album\/illusion-131cd-2022\">Bandcamp.com<\/a> (dort auch Down\u00adload und CD), <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/221410016\">TIDAL<\/a> (dort son\u00adst nix).<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/j-peter-schwalm-stephan-thelen-transneptunian-planets.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Vorschau_j-peter-schwalm-stephan-thelen-transneptunian-planets.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">J. Peter Schwalm &amp; Stephan The\u00adlen \u2014 Transnep\u00adtun\u00adian Plan\u00adets<\/span>\n<p><span class=\"musik-review-bandname\">Stephan The\u00adlen<\/span> ist ein in Z\u00fcrich leben\u00adder Kom\u00adpon\u00adist, Musik\u00ader und Math\u00ade\u00admatik\u00ader, den wieder\u00adholte Leser mein\u00ader Rezen\u00adsio\u00adnen vielle\u00adicht bere\u00adits als Mit\u00adglied der Gruppe <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2018\/02\/kurzkritik-sonar-black-light\/\"><span class=\"musik-review-bandname\">Sonar<\/span><\/a> ken\u00adnen, <span class=\"musik-review-bandname\">J. Peter Schwalm<\/span> wiederum ist ein deutsch\u00ader Kom\u00adpon\u00adist und Musikpro\u00adduzent, der um das Jahr 2000 herum erst\u00admals in hin\u00adre\u00adichend pop\u00adul\u00e4rem Umfeld, n\u00e4m\u00adlich in mehreren Gemein\u00adschaft\u00adsar\u00adbeit\u00aden mit <span class=\"musik-review-bandname\">Bri\u00adan Eno<\/span>, von sich h\u00f6ren lie\u00df. Gemein\u00adsam mit drei weit\u00aderen, an der Kom\u00adpo\u00adsi\u00adtion jedoch nur wenig beteiligten Musik\u00adern, darunter dem Schlagzeuger <span class=\"musik-review-bandname\">Manuel Pasquinel\u00adli<\/span> (eben\u00adfalls f\u00fcr <span class=\"musik-review-bandname\">Sonar<\/span> t\u00e4tig), haben die bei\u00adden in elek\u00adtro\u00adn\u00adis\u00adch\u00ader Avant\u00adgarde bewan\u00adderten Her\u00adren unter dem Titel \u201cTransnep\u00adtun\u00adian Plan\u00adets\u201d acht transnep\u00adtunis\u00adchen Objek\u00adten \u2014 unter ihnen <em>nat\u00fcr\u00adlich<\/em> Plu\u00adto und sein Her\u00adaus\u00adforder\u00ader Quaoar \u2014 jew\u00adeils ein weit\u00adge\u00adhend instru\u00admen\u00adtales St\u00fcck mit weni\u00adgen Sprachein\u00adw\u00fcr\u00adfen gewid\u00admet.<\/p>\n<p>Gele\u00adgentlich zer\u00adrei\u00dft eine schnei\u00addende Gitarre das ele\u00adgant gewobene Tuch, aber gr\u00f6\u00df\u00adten\u00adteils wird mit \u201cTransnep\u00adtun\u00adian Plan\u00adets\u201d eine vorder\u00adgr\u00fcndig groovende, im Detail aber <em>erfrischend ver\u00adknotete<\/em> Wel\u00adtraum\u00adland\u00adschaft gemalt, deren Vor\u00adtrag zwis\u00adchen Space\u00adrock, Indus\u00adtri\u00adal und Postrock schwebt (\u00fcber\u00adhaupt: Schweben), angere\u00adichert allerd\u00adings mit ein\u00ader oft kaum auf\u00adf\u00e4l\u00adlig polyrhyth\u00admis\u00adchen Grund\u00adstruk\u00adtur, die ver\u00admeintlich\u00ades Ambi\u00adent (sch\u00f6n\u00ader Kon\u00adtrast: \u201cOrcus\u201d) in Span\u00adnung ver\u00adset\u00adzt, ohne es zu <em>verder\u00adben<\/em>. Mitunter, etwa im St\u00fcck \u201cGong\u00adGong\u201d (mit der Band <span class=\"musik-review-bandname\">Gong<\/span> hat es trotz \u00e4hn\u00adlich\u00ader musikalis\u00adch\u00ader Ziele nichts zu tun), atmet \u201cTransnep\u00adtun\u00adian Plan\u00adets\u201d auch etwas vom Geist des fr\u00fchen Krautrocks (ich meine die <em>mit\u00adtleren<\/em> <span class=\"musik-review-bandname\">Can<\/span> zu h\u00f6ren), der Fokus liegt aber klar auf der <em>Reise durch das All<\/em>. L\u00e4n\u00adgen gibt es kaum, erst das vor\u00adlet\u00adzte St\u00fcck \u201cSed\u00adna\u201d h\u00e4tte mein\u00ader Mei\u00adn\u00adung nach etwas k\u00fcrz\u00ader sein k\u00f6n\u00adnen, aber ich bin ja auch Kon\u00adsument und nicht <em>cre\u00adator<\/em> und habe darum kein Mit\u00adspracherecht. Musik ist keine Demokratie. Das ist wahrschein\u00adlich auch bess\u00ader so.<\/p>\n<p>Die Musik\u00ader haben, behauptet der Pres\u00adse\u00adtext, sich von den \u00e4u\u00dferen Gren\u00adzen des Kos\u00admos inspiri\u00aderen lassen. Da war ich noch nie, aber es scheint dort voller Wohlk\u00adlang zu sein. Vielle\u00adicht gucke ich doch mal, wann die n\u00e4ch\u00adste Bahn dahin f\u00e4hrt.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/stephanthelen.bandcamp.com\/album\/transneptunian-planets\">Bandcamp.com<\/a> (dort auch CD und Vinyl), <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Transneptunian-Planets-J-Peter-Schwalm\/dp\/B09X3D44T9?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> (dort auch CD und Vinyl), <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/231933250\">TIDAL<\/a> (dort nur Stream).<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/tassenschrank-vom-erfolg-verfolgt.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Vorschau_tassenschrank-vom-erfolg-verfolgt.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Tassen\u00adschrank \u2014 Vom Erfolg ver\u00adfol\u00adgt<\/span><br>\n<span class=\"musik-review-lyrics\">\u201cKap\u00adi\u00adtal\u00adis\u00admus, ich liebe dich \/ ich verehre dich ewiglich!\u201d<\/span> (Ich habe Geld)\n<p>\u201cDie irrste Band Europas\u201d, schreibt der Ver\u00adant\u00adwortliche f\u00fcr die Web\u00adsite von <span class=\"musik-review-bandname\">Tassen\u00adschrank<\/span> auf der Web\u00adsite von <span class=\"musik-review-bandname\">Tassen\u00adschrank<\/span>, sei <span class=\"musik-review-bandname\">Tassen\u00adschrank<\/span>. <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20220801195652\/https:\/\/tassenschrank.com\/the-band\/\">Lorem ipsum!<\/a> Das Schweiz\u00ader Quin\u00adtett sei im Jahr 2020 gegr\u00fcn\u00addet wor\u00adden, als auch in der Schweiz pl\u00f6t\u00adzlich jede Menge Freizeit da war. Die Plat\u00adten\u00adfir\u00adma pret\u00adty noice, bei der 2022 ihr Deb\u00fc\u00adtal\u00adbum \u201cVom Erfolg ver\u00adfol\u00adgt\u201d ver\u00f6f\u00adfentlicht wurde, ver\u00adlegt unter anderem auch <span class=\"musik-review-bandname\">Das Niveau<\/span> und <span class=\"musik-review-bandname\">Die Stre\u00aduner<\/span>. Wer daraus abzuleit\u00aden ver\u00adsucht, wie \u201cVom Erfolg ver\u00adfol\u00adgt\u201d wohl klingt, der wird voraus\u00adsichtlich scheit\u00adern.<\/p>\n<p><em>Folk<\/em> spie\u00adlen <span class=\"musik-review-bandname\">Tassen\u00adschrank<\/span>, anders als die genan\u00adnten Kol\u00adle\u00adgen, in kein\u00ader Weise, hinge\u00adgen einen humor\u00advollen, oft gar alber\u00adnen Poprock, der Gen\u00adre\u00adgren\u00adzen allen\u00adfalls als grobe Empfehlung, nicht aber als fes\u00adten Rah\u00admen begreift. <span class=\"musik-review-bandname\">Mr. Bun\u00adgle<\/span> und <span class=\"musik-review-bandname\">Primus<\/span> (\u201cIch habe Geld\u201d) kann ich eben\u00adso wie die Neue Deutsche Welle (\u201cDer Wald\u201d) als Inspi\u00adra\u00adtio\u00adnen aus\u00admachen, m\u00f6glicher\u00adweise unbe\u00adab\u00adsichtigt, aber nicht unge\u00adf\u00e4l\u00adlig, hier und da auch mit Ohrwur\u00admqual\u00adit\u00e4ten: \u201cUnd pl\u00f6t\u00adzlich der Regen\u201d \u2014 so endet \u201cDer Wald\u201d und damit auch das Album \u2014 bleibt noch eine Weile im Ohr.<\/p>\n<p>Vom Erfolg ver\u00adfol\u00adgt sind <span class=\"musik-review-bandname\">Tassen\u00adschrank<\/span> tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich, immer\u00adhin haben sie es hier auf diese noble Liste geschafft. Hof\u00adfentlich bleiben sie ihr auch mit dem n\u00e4ch\u00adsten Album gerecht \u2014 der Ein\u00adstand war schon mal gut.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/214382376\">TIDAL<\/a> hat einen Kom\u00adplettstream, es gibt im \u00dcbri\u00adgen auch einen offiziell scheinen\u00adden <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/@tassenschrank8454\">YouTube-Kanal<\/a> mit Ausz\u00fc\u00adgen aus dem Album.<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/birth-born.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Vorschau_birth-born.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Birth \u2014 Born<\/span>\n<p>Da hat die <em>Birth Con\u00adtrol<\/em> zum Gl\u00fcck ver\u00adsagt: \u201cBorn\u201d, das Deb\u00fc\u00adtal\u00adbum von <span class=\"musik-review-bandname\">Birth<\/span>, klingt tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich eher britisch und ist <em>nach meinem Empfind\u00aden<\/em> das beste 70er-Pro\u00adgres\u00adsive-Blues\u00adrock-Album, das mir 2022 untergekom\u00admen ist. <span class=\"musik-review-bandname\">Birth<\/span> ist trotz\u00addem ein US-amerikanis\u00adches Quar\u00adtett, das \u00fcber\u00adwiegend aus Mit\u00adgliedern der derzeit anscheinend pausieren\u00adden Pro\u00adgres\u00adsive-Rock-Band <span class=\"musik-review-bandname\">Astra<\/span> beste\u00adht.<\/p>\n<p>Ich h\u00f6re <span class=\"musik-review-bandname\">Deep Pur\u00adple<\/span> (\u201cDescend\u00ading Us\u201d), die <span class=\"musik-review-bandname\">Bea\u00adt\u00adles<\/span>, fr\u00fche <span class=\"musik-review-bandname\">King Crim\u00adson<\/span> (sch\u00f6n!), aber auch eine gitar\u00adrenori\u00aden\u00adtierte Ver\u00adsion von <span class=\"musik-review-bandname\">Yes<\/span> (\u201cBorn\u201d), all\u00adge\u00admein viel AOR mit wenig, daf\u00fcr angenehm mit der Musik har\u00admonieren\u00adden Gesang. Davon k\u00f6n\u00adnen sich andere zeit\u00adgen\u00f6s\u00adsis\u00adche Musik\u00adgrup\u00adpen, die ver\u00adsuchen, in den 1970er Jahren zu wildern, eine gro\u00dfe Scheibe abschnei\u00adden und dann ist immer noch genug \u00fcbrig. An Text soll\u2019s auch genug sein.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/birthprog.bandcamp.com\/album\/born\">Bandcamp.com<\/a> (dort auch CD, Vinyl und Beu\u00adtel), <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Born-Black-Vinyl-LP\/dp\/B0B18WPS6K?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> (dort auch CD und Vinyl), <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/227638431\">TIDAL<\/a> (dort keine Ton\u00adtr\u00e4ger).<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/ana-fosca-poised-at-the-edge-of-structure.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Vorschau_ana-fosca-poised-at-the-edge-of-structure.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">ANA FOSCA \u2014 Poised at the Edge of Struc\u00adture<\/span>\n<p>Ein zumin\u00add\u00adest gl\u00fcck\u00adlich\u00ader Zufall \u2014 ihre Mitwirkung an ein\u00ader Zusam\u00admen\u00adstel\u00adlung von St\u00fcck\u00aden von mehreren K\u00fcn\u00adstlern, die mir aus nicht mehr l\u00fcck\u00aden\u00adlos rekon\u00adstru\u00adier\u00adbaren Gr\u00fcn\u00adden emp\u00adfohlen wurde \u2014 stellte mir <span class=\"musik-review-bandname\">Ana Fos\u00adca<\/span> (\u201cANA FOSCA\u201d, die Gro\u00df- und Klein\u00adschrei\u00adbung scheint so gewollt zu sein) vor, eine der d\u00e4nis\u00adchen Unter\u00adgrund\u00adszene anscheinend entwach\u00adsenden Musik\u00aderin aus Kopen\u00adhagen, die eigentlich anders hei\u00dft und, wie man den Pres\u00adse\u00adin\u00adfor\u00adma\u00adtio\u00adnen ent\u00adnehmen kann, bee\u00adin\u00adflusst wurde von \u201cKierkegaard, Plath, Tarkows\u00adki, Han\u00adnah Arendt, Wiener Aktion\u00adis\u00admus, \u00c9liane Radigues Ansatz des Zuh\u00f6rens, den Fil\u00admen von Kurt Kren\u201d sowie den \u201cGedanken und Schriften von Simone de Beau\u00advoir\u201d. Ihr neues Album \u201cPoised at the Edge of Struc\u00adture\u201d ist ihr Deb\u00fct bei der bemerkenswerten, weil wohl <a href=\"https:\/\/www.helenscarsdale.com\/about.htm\">aus <em>Liebe<\/em> zur Musik<\/a> statt aus rein finanziellen Erw\u00e4\u00adgun\u00adgen seit 2003 von ein\u00ader Pri\u00advat\u00adper\u00adson betriebe\u00adnen Plat\u00adten\u00adfir\u00adma \u201cThe Helen Scars\u00addale Agency\u201d, die ich bis\u00adlang auch gar nicht kan\u00adnte. Diese sei, erfahre ich, spezial\u00adisiert auf Post-Indus\u00adtri\u00adal, Sur\u00adre\u00adal\u00adis\u00admus, Min\u00adi\u00admal\u00adis\u00admus und so weit\u00ader. Das klingt uniro\u00adnisch ein\u00adladend nach f\u00fcrchter\u00adlichem Krach, aber ich bin ja auch komisch.<\/p>\n<p>\u201cPoised at the Edge of Struc\u00adture\u201d ist tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich kein geeignetes Album f\u00fcr eine spa\u00dfige Tanzver\u00adanstal\u00adtung oder auch nur f\u00fcr ein Ren\u00addezvous (es sei denn, der Ren\u00addezvous\u00adpart\u00adner ist eben\u00adfalls komisch). Es brummt, es knat\u00adtert, manch\u00admal zirpt es, irgend\u00adwo spricht eine Frau zum Ver\u00adste\u00adhen zu Verz\u00ader\u00adrtes. \u201cGegen\u00ads\u00e4t\u00adzliche Kr\u00e4fte, sen\u00adgen\u00addes Ger\u00e4usch und bedrohlich\u00ades Dr\u00f6h\u00adnen\u201d, teilt der Pres\u00adse\u00adtext weit\u00ader mit, seien der Kern dieses Albums, in den von Stimme erg\u00e4nzten Teilen gepaart mit ein\u00ader \u201ckathar\u00adtis\u00adchen Beschw\u00f6rung\u201d mit dem Ziel, \u201cin all der Qual und Verzwei\u00adflung\u201d einen Sinn zu find\u00aden. Nach Abschluss des ersten H\u00f6r\u00addurch\u00adgangs (grund\u00ads\u00e4t\u00adzlich ist der opti\u00admale Zeit\u00adpunkt f\u00fcr eine Rezen\u00adsion, wie ich finde, der\u00adjenige, der die spon\u00adta\u00adnen Ein\u00addr\u00fccke noch frisch abbilden l\u00e4sst) ver\u00adste\u00adhe ich das nicht: Es f\u00fchlt sich alles irgend\u00adwie <em>sinn\u00adlos<\/em> an.<\/p>\n<p>Genau die richtige Dosis <span class=\"musik-review-bandname\">CoiL<\/span> und <span class=\"musik-review-bandname\">Throb\u00adbing Gris\u00adtle<\/span> f\u00fcllt die ver\u00admeintliche L\u00fccke, die der oft schein\u00adbar fehlende Rhyth\u00admus hin\u00adter\u00adl\u00e4sst. Der fehlt aber gar nicht, auch wenn ger\u00adade keine Trom\u00admeln ert\u00f6\u00adnen, son\u00addern er find\u00adet im Kopf statt. <em>Nat\u00fcr\u00adlich<\/em> klingt \u201cPoised at the Edge of Struc\u00adture\u201d in den St\u00fcck\u00aden, in denen die <em>Kante der Struk\u00adtur<\/em> zur\u00fcck\u00adge\u00adlassen wird, wie eine ein\u00adsame Fab\u00adrikhalle, in der irgen\u00addeine Mas\u00adchine effizient auf Met\u00adall rumk\u00adloppt. <em>Nat\u00fcr\u00adlich<\/em> ist dieses Album von dem, was diejeni\u00adgen, die <span class=\"musik-review-bandname\">Ramm\u00adstein<\/span> oder meinetwe\u00adgen <span class=\"musik-review-bandname\">Laibach<\/span> als typ\u00adis\u00adche Indus\u00adtri\u00adal\u00adband ver\u00adste\u00adhen, als \u201cIndus\u00adtri\u00adal\u201d beze\u00adich\u00adnen w\u00fcr\u00adden, so weit ent\u00adfer\u00adnt wie <span class=\"musik-review-bandname\">Phil Collins<\/span> von einem Her\u00adrn, der beru\u00adflich sin\u00adgen sollte. Ich wei\u00df nicht, wie ich die hier enthal\u00adtene Musik zusam\u00admen\u00adfassen soll. Ambi\u00adent des Todes vielle\u00adicht. Fac\u00adto\u00adry Noise. Sen\u00adgen\u00addes Ger\u00e4usch und bedrohlich\u00ades Dr\u00f6h\u00adnen. Es ist <em>geil<\/em>. Ich mag das Wort nicht, aber es stimmt. Es ist nur etwas bedauer\u00adlich, dass es anscheinend derzeit <em>(Stand: 30. August 2022)<\/em> keine Viny\u00adlau\u00adflage gibt; bei <em>kleinen<\/em> K\u00fcn\u00adstlern indes nicht ungew\u00f6hn\u00adlich.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/helenscarsdale.bandcamp.com\/album\/poised-at-the-edge-of-structure\">Bandcamp.com<\/a> (dort auch CD), <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B09SVW8ZBP\/?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> (dort tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich mal nur Stream), <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/217771810\">TIDAL<\/a> (dort auch).<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/the-slow-light-liminal.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Vorschau_the-slow-light-liminal.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">The Slow Light \u2014 Lim\u00adi\u00adnal<\/span><br>\n<span class=\"musik-review-lyrics\">\u201cAs the sands divide \/ you see your end\u00ading \/ of grains pil\u00ading as mem\u00ado\u00adries.\u201d<\/span> (The Hour\u00adglass)\n<p>Das j\u00e4hrliche Soll an gutem Postrock wurde 2022 von Alteinge\u00adsesse\u00adnen wie <span class=\"musik-review-bandname\">Long Dis\u00adtance Call\u00ading<\/span> eigentlich \u00fcber\u00aderf\u00fcllt, das Deb\u00fc\u00adtal\u00adbum der aus\u00adtralis\u00adchen Gruppe <span class=\"musik-review-bandname\">The Slow Light<\/span> \u2014 \u201cLim\u00adi\u00adnal\u201d betitelt \u2014 bedarf den\u00adnoch beson\u00adder\u00ader Erw\u00e4h\u00adnung, denn Postrock ist nur eine ihrer Facetten. \u201cLim\u00adi\u00adnal\u201d bedeutet unge\u00adf\u00e4hr \u201cSchwellen\u00adwert\u201d, was passt, denn auf der <em>Schwelle<\/em> zwis\u00adchen Postrock, Space\u00adrock und <em>klas\u00adsis\u00adchem<\/em> Pro\u00adgres\u00adsive Rock (sehr sch\u00f6n: der Bass im Mit\u00adtel\u00adteil des Titel\u00adst\u00fccks), nicht <em>ganz<\/em> un\u00e4hn\u00adlich den \u00e4lteren Soloal\u00adben <span class=\"musik-review-bandname\">Steven Wilsons<\/span>, bewe\u00adgen sich die f\u00fcnf Musik\u00ader hier fast eine Dreivier\u00adtel\u00adstunde lang. Die Stre\u00adich\u00ader sind lei\u00adder nicht echt, klin\u00adgen aber sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Bei \u201cLim\u00adi\u00adnal\u201d han\u00addelt es sich um ein Konzep\u00adtal\u00adbum, das \u201cdie K\u00e4mpfe der Trauer und des Exis\u00adten\u00adzial\u00adis\u00admus beleuchtet\u201d, erk\u00adl\u00e4rt der Infor\u00adma\u00adtion\u00ads\u00adtext zum Album neb\u00adul\u00f6s. Dieses Konzept wird von den von <span class=\"musik-review-bandname\">Jack Bol\u00ading\u00adbroke<\/span> \u2014 sch\u00f6n\u00ader Name auch \u2014 intonierten Tex\u00adten abge\u00adbildet, es existiert also wirk\u00adlich. Das muss man bei ver\u00admeintlichen Konzep\u00adtal\u00adben dieser Tage ja immer dran\u00adschreiben.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/theslowlight.bandcamp.com\/album\/liminal\">Bandcamp.com<\/a> (nur Dig\u00adi\u00adtales), <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B0B94WT9XK\/?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> (nur Dig\u00adi\u00adtales), <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/242302713\">TIDAL<\/a> (nur Dig\u00adi\u00adtales).<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/archive-call-to-arms-and-angels.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Vorschau_archive-call-to-arms-and-angels.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Archive \u2014 Call to Arms &amp; Angels<\/span><br>\n<span class=\"musik-review-lyrics\">\u201cI\u2019m con\u00adstant\u00adly falling \/ I con\u00adstant\u00adly rise\u201d<\/span> (Shout\u00ading With\u00adin)\n<p>Ab \u201cCon\u00adtrol\u00adling Crowds\u201d von 2009 hat\u00adte ich die Lon\u00addon\u00ader Artrock\u00adgruppe <span class=\"musik-review-bandname\">Archive<\/span> zwar noch <em>im Auge gehabt<\/em>, aber kaum mehr wirk\u00adlich zu sch\u00e4tzen gewusst \u2014 sp\u00e4testens der Gas\u00adtrap\u00adper auf dem genan\u00adnten Album hat\u00adte mir jede Lust an der zuvor f\u00fcr <em>eigentlich<\/em> ganz gut befun\u00adde\u00adnen Band weit\u00adge\u00adhend genom\u00admen.<\/p>\n<p>Nun erschien 2022 mit \u201cCall to Arms &amp; Angels\u201d ein mit \u00fcber anderthalb Stun\u00adden Laufzeit (das sind unge\u00adf\u00e4hr drei Schallplat\u00adten, zumin\u00add\u00adest wird das Album als Dreifach-LP verkauft) nicht unbe\u00add\u00adingt kom\u00adpak\u00adtes neues Album der wohl auf die Stammbe\u00adset\u00adzung aus den bei\u00adden let\u00adzten verbliebe\u00adnen Gr\u00fcn\u00addungsmit\u00adglieder <span class=\"musik-review-bandname\">Dar\u00adius Keel\u00ader<\/span>, den eine Kreb\u00adserkrankung 2022 erfreulicher\u00adweise nicht dahinger\u00adafft hat, und <span class=\"musik-review-bandname\">Dan\u00adny Grif\u00adfiths<\/span>, die allerd\u00adings dies\u00admal sat\u00adte 14 Gast\u00admusik\u00ader um sich geschart haben, darunter auch die langj\u00e4hri\u00adgen S\u00e4n\u00adgerin\u00adnen <span class=\"musik-review-bandname\">Hol\u00adly Mar\u00adtin<\/span> und <span class=\"musik-review-bandname\">Maria Q<\/span>. Rap gibt es dies\u00admal gar nicht zu h\u00f6ren, stattdessen angenehm inten\u00adsive Elek\u00adtron\u00adik, die den Postrock fr\u00fcher\u00ader Alben immer mal wieder durch\u00adscheinen l\u00e4sst und in l\u00e4n\u00adgeren Teilen wie dem fast vier\u00adtel\u00adst\u00fcndi\u00adgen St\u00fcck \u201cDay\u00adtime Coma\u201d auch den Indus\u00adtri\u00adal min\u00addestens streift. w\u00e4hrend die zweite H\u00e4lfte des Achtein\u00adhalb\u00admin\u00fcters \u201cEne\u00admy\u201d EBM und Post\u00adpunk <em>gar nicht schlecht<\/em> miteinan\u00adder kom\u00adbiniert. Die musikalis\u00adchen Wurzeln der bei\u00adden fak\u00adtis\u00adchen <em>Band\u00adleader<\/em> in der Lon\u00addon\u00ader Tanz\u00adclub\u00adszene sind eben nie ganz verblasst.<\/p>\n<p>\u201cCall to Arms &amp; Angels\u201d wirkt wie eine Werkschau von <span class=\"musik-review-bandname\">Archive<\/span>, aber das war ja \u201c25\u201d (2019) schon: Bere\u00adits in den ersten sechs St\u00fcck\u00aden gibt es \u2014 au\u00dfer Rap <em>nat\u00fcr\u00adlich<\/em> \u2014 einen Quer\u00adschnitt aus all ihren bish\u00aderi\u00adgen musikalis\u00adchen Phasen. Dom\u00adi\u00adnant ist erstaunlich gitar\u00adren\u00adfre\u00adundlich\u00ader psy\u00adche\u00addelis\u00adch\u00ader Shoegaze mit einem Qu\u00e4ntchen Elek\u00adtron\u00adik, die sich wie ein Schleier \u00fcber die weni\u00adgen Popan\u00adkl\u00e4nge (\u201cEvery Sin\u00adgle Day\u201d) legt. Obwohl es auf \u201cCall to Arms &amp; Angels\u201d mehrere <em>lange St\u00fccke<\/em> gibt, kann ich musikalisch keine einzige <em>L\u00e4nge<\/em> aus\u00admachen. Sehr erfreulich\u00ades Album, sehr erfreulich\u00ader Zufalls\u00adfund. Danke, <span class=\"musik-review-bandname\">Archive<\/span>. Jet\u00adzt bitte so bleiben.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Call-Arms-Angels-2cd-Archive\/dp\/B09L9T6F84?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> (auch Vinyl, CD eben\u00adfalls dort irgend\u00adwo), <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/226100102\">TIDAL<\/a> (wed\u00ader Vinyl noch CD).<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/huracan-we-are-very-happy.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Vorschau_huracan-we-are-very-happy.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Hurac\u00e1n \u2014 We Are Very Hap\u00adpy<\/span>\n<p>So fr\u00f6h\u00adlich wie das Titel\u00adbild dieses Albums ist auch die Musik und so \u00e4hn\u00adlich f\u00fch\u00adle ich mich, wenn ich einen schlecht\u00aden Tag habe; soll hei\u00dfen: Wenn <span class=\"musik-review-bandname\">Hurac\u00e1n<\/span> so klin\u00adgen, wenn sie <em>very hap\u00adpy<\/em> sind, m\u00f6chte ich sie lieber nicht schlecht gelaunt erleben.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-bandname\">Hurac\u00e1n<\/span> kom\u00admen aus Bel\u00adgien, aber das macht nichts. Gesun\u00adgen wird trotz\u00addem auf Englisch. Der Band\u00adname \u2014 so hei\u00dft auch ein Auto, wahrschein\u00adlich aus dem gle\u00adichen Grund \u2014 wurde dem Mayagott des Windes, des Sturmes und des Feuers entliehen und beschmutzt seinen Namen keineswegs, denn darge\u00adboten wird <em>st\u00fcr\u00admis\u00adch\u00ader, feuriger<\/em> Sludge Met\u00adal. Die bei\u00adden Gast\u00ads\u00e4n\u00adgerin\u00adnen <span class=\"musik-review-bandname\">Nele De Gussem<\/span> (son\u00adst bei <span class=\"musik-review-bandname\">Maya\u2019s Mov\u00ading Cas\u00adtle<\/span> und <span class=\"musik-review-bandname\">Future Old Peo\u00adple Are Wiz\u00adards<\/span> besch\u00e4ftigt) und <span class=\"musik-review-bandname\">Evelien Wey\u00admaere<\/span> (son\u00adst anscheinend nir\u00adgends) sind erfreulich, aber die St\u00fccke ohne ihre Beteili\u00adgung <em>liefern<\/em> trotz\u00addem, wie es in zeit\u00adgen\u00f6s\u00adsis\u00adch\u00ader For\u00admulierung hei\u00dft. Zum er\u00f6ff\u00adnen\u00adden Titel\u00adst\u00fcck, das die Essenz des Albums (d.h. zen\u00adtral ins Antlitz zim\u00admern\u00adden Ston\u00ader, Doom und Post\u00admet\u00adal) bere\u00adits in sich vere\u00adint, gibt es <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=7CGIaKYcsWM\">ein merk\u00adw\u00fcrdi\u00adges Musikvideo.<\/a> Gef\u00e4llt.<\/p>\n<p>\u201cDem Gele\u00adgen\u00adheit\u00adsh\u00f6r\u00ader\u201d, schrieb jemand ander\u00adswo, k\u00f6n\u00adnte dieses Album \u201cetwas sper\u00adrig erscheinen\u201d. Nun bin ich Gele\u00adgen\u00adheit\u00adsh\u00f6r\u00ader des Artver\u00adwandten, denn mein Leben ist selb\u00adst mir etwas zu kurz, um mich fortw\u00e4hrend anbr\u00fcllen zu lassen, aber ich teile diese Auf\u00adfas\u00adsung nicht. Im Gegen\u00adteil: Es k\u00f6n\u00adnte meinetwe\u00adgen gern noch l\u00e4nger sein. Aber so viel Musik, so wenig Zeit. Mein altes Prob\u00adlem.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/huracantheband.bandcamp.com\/album\/we-are-very-happy\">Bandcamp.com<\/a> (nur Stream), <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B0BCL45BFH\/?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> (nur Stream), <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/245994035\">TIDAL<\/a> (nur Stream).<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/holz-holz.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Vorschau_holz-holz.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Holz \u2014 Holz<\/span><br>\n<span class=\"musik-review-lyrics\">\u201cDie H\u00fcgel schieben sich an mir vor\u00adbei \/ mit \u00e4u\u00dfer\u00adster Geduld.\u201d<\/span> (50 Meilen ger\u00adadeaus)\n<p><em>Ich und mein<\/em> \u2014 nein, dies ist ein\u00adfach nur \u201cHolz\u201d, nicht \u201cHolz\u00adi\u00adholz\u201d und schon gar nicht \u201cHolz\u00adi\u00adholz\u00adi\u00adholz\u201d, das j\u00fcng\u00adste und wom\u00ad\u00f6glich erste Stu\u00addioal\u00adbum des Kas\u00adsel\u00ader Trios gle\u00adichen Namens. <span class=\"musik-review-bandname\">Holz<\/span> gab es von 2011 bis unge\u00adf\u00e4hr 2016 und seit unge\u00adf\u00e4hr 2021 wieder, sofern ich die Infor\u00adma\u00adtio\u00adnen <em>im Inter\u00adnet<\/em> kor\u00adrekt zusam\u00admengekratzt habe. Die zehn Lieder sind \u00fcber\u00adwiegend zwis\u00adchen vier und viere\u00adin\u00adhalb Minuten lang, manch\u00admal k\u00fcrz\u00ader, nur \u201cGarten\u201d hebt mit 8:32 Minuten Laufzeit den Schnitt deut\u00adlich.<\/p>\n<p>Die zus\u00e4t\u00adzlichen Minuten in \u201cGarten\u201d wer\u00adden \u00fcber\u00adwiegend mit Instru\u00admen\u00adtalem gef\u00fcllt, wom\u00adit wir auch schon bei der Haupt\u00adsache w\u00e4ren, n\u00e4m\u00adlich der Musik; und die ist gut gelun\u00adgen. <span class=\"musik-review-bandname\">Holz<\/span> spie\u00adlen energiege\u00adlade\u00adnen, dabei aber staub\u00adtrock\u00ade\u00adnen Ston\u00ader Rock mit unanstren\u00adgend, aber kraftvoll vor\u00adge\u00adtra\u00adge\u00adnen deutschen Tex\u00adten. Irgend\u00adwo begeg\u00adnete ich dem Ein\u00adwand, S\u00e4nger <span class=\"musik-review-bandname\">Leonard Riegel<\/span> habe eine nicht \u00fcberzeu\u00adgende Stimme, aber <em>mir<\/em> gef\u00e4llt sie \u2014 sie hat genau das richtige Ma\u00df an <em>Dreck\u00adigkeit<\/em>, ohne dabei (ein Fehler, den son\u00adst viele artver\u00adwandte Grup\u00adpen machen) in Met\u00adal\u00adge\u00adgrun\u00adze zu ver\u00adfall\u00aden. Die Band selb\u00adst nen\u00adnt ihren Stil auf Band\u00adcamp in den <em>tags<\/em> \u201cSton\u00ader\u00adpunk\u201d, passen k\u00f6n\u00adnte es. Saufen und Poli\u00adtik kom\u00admen in den Tex\u00adten aber nicht vor, es ist also die jen\u00adseits von Feiern und Massen\u00adver\u00adanstal\u00adtun\u00adgen <em>bessere<\/em> Art von Punk. \u201cHolz\u201d macht Spa\u00df, \u201cHolz\u201d hebt die Stim\u00admung. Ich finde diese Wirkung empfehlenswert.<\/p>\n<p>Das Cover\u00adbild finde ich \u00fcbri\u00adgens selt\u00adsam, aber selt\u00adsam mag ich ja.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/holzholzholz.bandcamp.com\/album\/holz\">Band\u00adcamp<\/a> (dort auch CD und Vinyl), <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Holz-Ltd-180g-Black-Lp-Vinyl\/dp\/B0BFV28XQH?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> (dort auch CD und Vinyl).<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/kamala-limbo666.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Vorschau_kamala-limbo666.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Kamala \u2014 limbo666<\/span>\n<p><span class=\"musik-review-bandname\">Kamala<\/span>, dieses Wort habe ich in einem Wiki namens \u201cYogawi\u00adki\u201d gefun\u00adden, ist ein Wort aus dem San\u00adskrit und bedeutet Loto\u00ads\u00adbl\u00fcte. \u00dcber\u00adhaupt nicht indisch ist allerd\u00adings eine der min\u00addestens zwei Musik\u00adgrup\u00adpen gle\u00adichen Namens, von denen n\u00e4m\u00adlich eine wiederum in Leipzig ans\u00e4s\u00adsig zu sein behauptet und auf ihrem j\u00fcng\u00adsten Album \u201climbo666\u201d erfreulicher\u00adweise trotz\u00addem auf Englisch und nicht auf S\u00e4ch\u00adsisch singt. Die Texte sind dies\u00adseits\u00adbe\u00adzo\u00adgen und recht unmed\u00adi\u00adta\u00adtiv (der Titel \u201cFreudi\u00adan Auto\u00adcor\u00adrect\u201d ver\u00adr\u00e4t es schon beim Dr\u00fcber\u00adlesen). Alles \u00dcbrige w\u00fcrde mir auch miss\u00adfall\u00aden.<\/p>\n<p>Dass bere\u00adits das Titel\u00adst\u00fcck (\u201cLim\u00adbo\u201d, allerd\u00adings kommt \u201c666\u201d im Text vor), das das Album anf\u00fchrt, nach etwas mehr als viere\u00adin\u00adhalb Minuten lang\u00adweilig aus\u00adge\u00adblendet wird, schm\u00e4lert meine Freude ein wenig, aber grund\u00ads\u00e4t\u00adzlich ist das hier zu H\u00f6rende nicht zu ver\u00adacht\u00aden: Ich h\u00f6re recht ger\u00adadlin\u00adi\u00adgen, solide und mit <em>coolem<\/em> Gesang darge\u00adbote\u00adnen und nur sel\u00adten (\u201cFreudi\u00adan Auto\u00adcor\u00adrect\u201d \u2014 zum Zeit\u00adpunkt der Nieder\u00adschrift mein Favorit auf diesem Album) ins Harte gedreht\u00aden, manch\u00admal (\u201cNar\u00adcis\u00adsus\u201d) hinge\u00adgen bal\u00adladesken Psy\u00adche\u00addel\u00adic Rock ohne Eck\u00aden und Kan\u00adten und ohne allzu abge\u00addrehte Exper\u00adi\u00admente. Ohne einen einzi\u00adgen <em>Aus\u00adfall<\/em>. Wie unaufre\u00adgend. Wie sch\u00f6n. Kann man mal machen.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/kamalapsych.bandcamp.com\/album\/limbo666\">Bandcamp.com<\/a> (dort auch CD und Vinyl), <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Limbo666-Kamala\/dp\/B0BHMZHMK3?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> (dort auch CD), <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/256721206\">TIDAL<\/a> (dort wed\u00ader CD noch Vinyl).<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<hr>\n<p>Mal sehen, was 2023 auf uns zukommt. Die ersten Alben hab\u2019 ich schon.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"seriesmeta\">Dieser Artikel ist Teil 26 von 29 der Serie <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/artikelserien\/jahresrueckblick\/\" class=\"series-33\" title=\"Jahresr\u00fcckblick\">Jahres\u00adr\u00fcck\u00adblick<\/a><\/div><p>Lange nichts mehr \u00fcber Musik geschrieben. Es hat endlich ein neues Jahr begonnen. Der fr\u00fch\u00adeste Zeit\u00adpunkt f\u00fcr Jahres\u00adr\u00fcck\u00adblicke ist jet\u00adzt. Wer schon im Okto\u00adber seinen Jahres\u00adr\u00fcck\u00adblick fer\u00adtiggestellt hat\u00adte, dem fehlt in diesem ein Sech\u00adstel\u00adjahr. Noch bis Sil\u00advester h\u00e4t\u00adten the\u00ado\u00adretisch wun\u00adder\u00adbare Musikalben rauskom\u00admen k\u00f6n\u00adnen und die haben die anderen R\u00fcckschauer euch allen unter\u00adschla\u00adgen. Ich nicht! Daher \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2023\/01\/musik-12-2022-favoriten-und-analyse\/\" class=\"more-link\">\u2018Musik 12\/2022 \u2014 Favoriten und Analyse\u2019 weit\u00ader\u00adlesen \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[14,17],"tags":[],"series":[33],"class_list":["post-20511","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kaufbefehle","category-musikkritik","series-jahresrueckblick"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":"1f2266baef1f420084665b25718f570c","server":"vg02.met.vgwort.de","url":"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/1f2266baef1f420084665b25718f570c"},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20511","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20511"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20511\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20511"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20511"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20511"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/series?post=20511"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}