{"id":1820,"date":"2010-02-21T21:57:24","date_gmt":"2010-02-21T20:57:24","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=1820"},"modified":"2010-02-21T21:57:24","modified_gmt":"2010-02-21T20:57:24","slug":"die-verweiblichte-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2010\/02\/die-verweiblichte-gesellschaft\/","title":{"rendered":"Die verweiblichte Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/uncyclopedia.wikia.com\/wiki\/Captain_Obvious\">K\u00e4pt\u2019n Offen\u00adsichtlich<\/a> hat wieder <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/mensch\/0,1518,679224,00.html\">zugeschla\u00adgen<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Kurzum: Frauen sind die Gewin\u00adner, in allen Diszi\u00adplinen. Das Prob\u00adlem ist: Es ist ein Sieg, der, so ver\u00admuten Sozial\u00adwis\u00adsenschaftler, auf Kosten der M\u00e4n\u00adner geht.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn Frauen die Gewin\u00adner sind, sind M\u00e4n\u00adner die Ver\u00adlier\u00ader. Mit der Erforschung solch\u00ader Zusam\u00admen\u00adh\u00e4nge kann man also seinen Leben\u00adsun\u00adter\u00adhalt ver\u00addi\u00adenen und wird daf\u00fcr auch noch auf SPIEGEL Online zitiert.<\/p>\n<p>Sei\u2019s drum; urspr\u00fcnglich ging\u2019s darum, dass wieder ein\u00admal irgendwelche <span style=\"font-style:italic\">Stu\u00addi\u00aden<\/span> gezeigt haben, dass M\u00e4n\u00adner selb\u00adst eigentlich nicht ein\u00admal richtig \u00fcber\u00adlebens\u00adf\u00e4hig sind. Dass diese Stu\u00addi\u00aden unzul\u00e4s\u00adsig pauschal\u00adisieren, muss nicht mehr geson\u00addert erw\u00e4h\u00adnt wer\u00adden; Klaus Hur\u00adrel\u00admann, <span style=\"font-style:italic\">Sozial- und Bil\u00addungswis\u00adsenschaftler an der Uni\u00adver\u00adsit\u00e4t Biele\u00adfeld<\/span>, behauptet zum Beispiel, dass Amok\u00adl\u00e4ufe ein M\u00e4n\u00adner\u00adph\u00e4nomen seien, und l\u00e4sst dabei unter anderem den erst 2009 ver\u00adhin\u00adderten <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article3725195\/Ich-will-meine-Mitschueler-weinen-sehen.html\">ver\u00admut\u00adlich geplanten Amok\u00adlauf<\/a> in St. Augustin au\u00dfer Acht; nun basiert der Bericht allerd\u00adings auf Zahlen aus den Jahren 2006 und 2007, und wie aktuell die \u00c4u\u00dferun\u00adgen des Her\u00adrn Hur\u00adrel\u00admann also sind, schreibt man bei SPIEGEL Online nicht dazu, aber dass Gewalt und Aggres\u00adsion \u201ctyp\u00adisch m\u00e4nnlich\u201d seien, stelle ich \u2014 als Mann \u2014 dann lieber doch mal in Frage.<\/p>\n<p>Ein weit\u00ader\u00ader <span style=\"font-style:italic\">Geschlechter\u00adforsch\u00ader<\/span> gibt da schon weitaus weniger Unsinn von sich:<\/p>\n<blockquote><p>Die Welt sei weib\u00adlich\u00ader gewor\u00adden, meint Holl\u00adstein. Das Weib\u00adliche gelte mit\u00adtler\u00adweile als die Norm, das M\u00e4nnliche als pathol\u00ado\u00adgisch. \u201cVon den M\u00e4n\u00adnern wer\u00adden zunehmend typ\u00adisch weib\u00adliche Eigen\u00adschaften ver\u00adlangt, sie sollen mehr kom\u00admu\u00adnizieren, mehr Gef\u00fch\u00adle zeigen.\u201d<\/p><\/blockquote>\n<p>Gle\u00adich\u00adberech\u00adti\u00adgung ist <a href=\"http:\/\/genderama.blogspot.com\/2009\/09\/zitat-des-tages-was-ist-feminismus.html\">bekan\u00adntlich<\/a> ein Euphemis\u00admus f\u00fcr die gezielte Bevorzu\u00adgung von Frauen. Wer sich dem nicht unter\u00adwirft, wer also darauf beste\u00adht, dass Frauen auch keine besseren Men\u00adschen seien, der wird als m\u00e4nnlich <span style=\"font-style:italic\">beschimpft<\/span> und bekommt Nach\u00adhil\u00adfe in <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2008\/09\/gleicher-als-die-anderen\/\" title=\"Gleicher als die anderen.\">ange\u00adwandter Gle\u00adich\u00adstel\u00adlung der Geschlechter<\/a> nahe gelegt.<\/p>\n<p>Die Pointe des Textes kommt \u00fcbri\u00adgens gegen Ende:<\/p>\n<blockquote><p>\u201cBei\u00adde Geschlechter m\u00fcssen die M\u00f6glichkeit haben, mit ihrer Geschlecht\u00adslagerung zu spie\u00adlen und sich andere Gebi\u00adete jen\u00adseits ihrer arche\u00adtyp\u00adis\u00adchen Lagerung zu erobern\u201d, so Hur\u00adrel\u00admann.<\/p><\/blockquote>\n<p>Anders aus\u00adge\u00addr\u00fcckt: Die Frauen stellen sich, den Vor\u00adre\u00adit\u00adern des Radikalfem\u00adi\u00adnis\u00admus\u2019 sei Dank, auf die Stufe der Chau\u00advin\u00adis\u00adten (weil <span style=\"font-style:italic\">bekan\u00adntlich<\/span> alle M\u00e4n\u00adner so sind), und um das auszu\u00adgle\u00adichen, sollen M\u00e4n\u00adner ihnen nun weichen und selb\u00adst die Rolle des <span style=\"font-style:italic\">schwachen Geschlechts<\/span> ein\u00adnehmen, weil\u2019s nicht trag\u00adbar erscheint, dass man das mit der Gle\u00adich\u00adberech\u00adti\u00adgung ein\u00adfach mal kon\u00adse\u00adquent im Wortsinne anwen\u00addet, und schon gar nicht, so lange man <span style=\"font-style:italic\">immer nur unter\u00addr\u00fcckt<\/span> wird; weil n\u00e4m\u00adlich \u2026<\/p>\n<blockquote><p>\u201cWir M\u00e4n\u00adner m\u00fcssen mehr Empathie entwick\u00adeln, um uns selb\u00adst mehr zu ver\u00adste\u00adhen.\u201d Nur so k\u00f6n\u00adnten M\u00e4n\u00adner die heuti\u00adgen Prob\u00adleme von M\u00e4n\u00adnern durch\u00adschauen und Besserun\u00adgen anstreben.<\/p><\/blockquote>\n<p>\u2026 <span style=\"font-style:italic\">die M\u00e4n\u00adner<\/span> derzeit so etwas wie Empathie nicht ken\u00adnen, ganz anders als <span style=\"font-style:italic\">die Frauen<\/span>, und sich nicht mit ihres\u00adgle\u00adichen iden\u00adti\u00adfizieren k\u00f6n\u00adnen. Die wahren Prob\u00adleme der M\u00e4n\u00adner liegen nicht im Fem\u00adi\u00adnis\u00admus begr\u00fcn\u00addet, dessen Ziel es l\u00e4ngst nur noch zu sein scheint, sie davon zu \u00fcberzeu\u00adgen, dass sie let\u00adz\u00adtendlich f\u00fcr die Gesellschaft nicht von Bedeu\u00adtung sind, son\u00addern darin, dass sie es sich nicht eingeste\u00adhen wollen, dass Frauen viel besser\u00ader, tollerer und \u00fcber\u00adhaupter\u00ader sind; und es wird Zeit, dass <span style=\"font-style:italic\">klas\u00adsis\u00adche M\u00e4n\u00adner\u00addom\u00e4\u00adnen<\/span> wie bspw. EDV zu Frauen\u00addom\u00e4\u00adnen wer\u00adden, der <span style=\"font-style:italic\">Gle\u00adich\u00adberech\u00adti\u00adgung<\/span> zuliebe, weil es allein die Schuld des Chau\u00advin\u00adis\u00admus\u2019 ist, dass sich Frauen nicht \u00fcber\u00adwiegend f\u00fcr Com\u00adput\u00aderkram inter\u00adessieren, und nicht etwa ural\u00adter biol\u00ado\u00adgis\u00adch\u00ader Instink\u00adte, und ohne gezielte <span style=\"text-decoration:line-through\">Frauen\u00adf\u00f6rderung<\/span> Gle\u00adich\u00adberech\u00adti\u00adgung g\u00e4be es nicht ein\u00admal einen <span style=\"font-style:italic\">Girls\u2019 Day<\/span>, das w\u00e4re ja ger\u00adadezu unvorstell\u00adbar.<\/p>\n<p>Bah. Ein\u00adfach nur bah.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00e4pt\u2019n Offen\u00adsichtlich hat wieder zugeschla\u00adgen: Kurzum: Frauen sind die Gewin\u00adner, in allen Diszi\u00adplinen. Das Prob\u00adlem ist: Es ist ein Sieg, der, so ver\u00admuten Sozial\u00adwis\u00adsenschaftler, auf Kosten der M\u00e4n\u00adner geht. Wenn Frauen die Gewin\u00adner sind, sind M\u00e4n\u00adner die Ver\u00adlier\u00ader. Mit der Erforschung solch\u00ader Zusam\u00admen\u00adh\u00e4nge kann man also seinen Leben\u00adsun\u00adter\u00adhalt ver\u00addi\u00adenen und wird daf\u00fcr auch noch auf \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2010\/02\/die-verweiblichte-gesellschaft\/\" class=\"more-link\">\u2018Die ver\u00adweib\u00adlichte Gesellschaft\u2019 weit\u00ader\u00adlesen \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[13,37],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-1820","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-in-den-nachrichten","category-mir-wird-geschlecht"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":null,"server":null,"url":null},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1820","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1820"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1820\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1820"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1820"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1820"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/series?post=1820"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}