{"id":15717,"date":"2019-07-11T20:22:42","date_gmt":"2019-07-11T18:22:42","guid":{"rendered":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=15717"},"modified":"2019-07-18T10:21:31","modified_gmt":"2019-07-18T08:21:31","slug":"musik-06-2019-favoriten-und-analyse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2019\/07\/musik-06-2019-favoriten-und-analyse\/","title":{"rendered":"Musik 06\/2019 \u2014 Favoriten und Analyse"},"content":{"rendered":"<div class=\"seriesmeta\">Dieser Artikel ist Teil 22 von 29 der Serie <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/artikelserien\/jahresrueckblick\/\" class=\"series-33\" title=\"Jahresr\u00fcckblick\">Jahres\u00adr\u00fcck\u00adblick<\/a><\/div><p>Lange nichts mehr \u00fcber Musik geschrieben.<\/p>\n<p>Das erste halbe Jahr 2019 ist vor\u00adbei \u2014 schon jet\u00adzt bietet sich daher eine Gele\u00adgen\u00adheit, ein paar Worte \u00fcber die <span class=\"musik-intro-hervorhebung\">pass\u00adabel\u00adsten Musikalben des Jahres<\/span> zu ver\u00adlieren. Wie \u00fcblich erhebe ich keinen Anspruch darauf, eine voll\u00adst\u00e4ndi\u00adge Liste vorzule\u00adgen, zumal noch \u2014 zum Zeit\u00adpunkt des Ver\u00adfassens dieses Absatzes \u2014 ein halbes Jahr vor uns liegt. <em>Nat\u00fcr\u00adlich<\/em> war ich wie meist ungeduldig und habe bere\u00adits die diesj\u00e4hri\u00adgen Stu\u00addioal\u00adben von <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2019\/02\/kurzkritik-mono-nowhere-now-here\/\"><span class=\"musik-review-bandname\">Mono<\/span><\/a>, <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2019\/03\/kurzkritik-the-claypool-lennon-delirium-south-of-reality\/\"><span class=\"musik-review-bandname\">The Clay\u00adpool Lennon Delir\u00adi\u00adum<\/span><\/a> und <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2019\/05\/kurzkritik-sunn-o-life-metal\/\"><span class=\"musik-review-bandname\">Sunn O)))<\/span><\/a> kurz bew\u00adertet, weshalb sie hier nicht mehr auf\u00adtauchen.<\/p>\n<p>Die anderen Musik\u00adw\u00aderke dieses ersten hal\u00adben Jahres sind aber auch nicht unbe\u00add\u00adingt schlecht. <!--more-->Das w\u00e4ren diese hier:<\/p>\n<ol>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/ithaca-the-language-of-injury.jpg\" class=\"fancybox image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Vorschau_ithaca-the-language-of-injury.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Itha\u00adca \u2014 The Lan\u00adguage of Injury<\/span><br>\n<span class=\"musik-review-lyrics\">\u201cI\u2019m not here to make friends.\u201d<\/span> (Youth vs. Wis\u00addom)\n<p>Zur Ein\u00adstim\u00admung auf das, was fol\u00adgt, beginne ich dies\u00admal mit etwas Met\u00adal- und Math\u00adcore\u00admusik. Das aus Lon\u00addon stam\u00admende Quin\u00adtett <span class=\"musik-review-bandname\">Itha\u00adca<\/span>, dem <em>Brex\u00adit<\/em> trotzend, \u00fcber\u00adzog Europa 2019 mit ihrem ersten <em>eigentlichen<\/em> Stu\u00addioal\u00adbum \u201cThe Lan\u00adguage of Injury\u201d, nach\u00addem sie mit eini\u00adgen k\u00fcrz\u00aderen Ver\u00f6f\u00adfentlichun\u00adgen schon mal einen Vorgeschmack gew\u00e4hrt hat\u00adten. Die hier enthal\u00adte\u00adnen St\u00fccke sind recht kurz, aber das ist nicht schlimm.<\/p>\n<p>\u201cThe Lan\u00adguage of Injury\u201d erre\u00adichte die M\u00e4rk\u00adte im Feb\u00adru\u00adar, also bei eher unsch\u00f6\u00adnen Tem\u00adper\u00ada\u00adturen, aber die enthal\u00adtene Musik h\u00e4lt hin\u00adre\u00adichend warm. <span class=\"musik-review-bandname\">Djami\u00adla Azzouz<\/span>, die eine Frau ist, aber gar nicht so klingt, schraubt ihre Schreis\u00adtimme in aber\u00adwitzige Inten\u00adsit\u00e4t hinein, w\u00e4hrend Schlagzeuger <span class=\"musik-review-bandname\">James Lewis<\/span> seine Band\u00adkol\u00adle\u00adgen (zweimal Gitarre, ein\u00admal Bass) maschi\u00adnengewehrar\u00adtig zur H\u00f6ch\u00adstleis\u00adtung an. Nach der Auf\u00adnahme von \u201cThe Lan\u00adguage of Injury\u201d wurde Bassist <span class=\"musik-review-bandname\">Drew Hay\u00adcock<\/span> allerd\u00adings erset\u00adzt, was ich bedau\u00adre, denn sein Spiel auf diesem Album sagt mir zu. \u201cThe Lan\u00adguage of Injury\u201d wird <em>im Inter\u00adnet<\/em> als \u201cchao\u00adtisch und aggres\u00adsiv\u201d beschrieben, was nur die halbe Wahrheit ist.<\/p>\n<p>Den tak\u00adt\u00adver\u00adset\u00adzten, gitar\u00adren\u00adbret\u00adtern\u00adden Growlin\u00adgat\u00adtack\u00aden n\u00e4m\u00adlich ste\u00adhen Momente wie das instru\u00admen\u00adtale \u201c(No Trans\u00adla\u00adtion)\u201d oder auch Teile des Titel\u00adst\u00fccks ent\u00adge\u00adgen, in denen es ger\u00adadezu sph\u00e4risch und <em>san\u00adft<\/em> zuge\u00adht. Das verdeckt allerd\u00adings \u2014 zum Gl\u00fcck \u2014 nicht, dass die her\u00adaus\u00adgeschriene Ein\u00adsamkeit die Essenz ist, die dieses Album bildet. Jedem, dem auch manch\u00admal zum Schreien zumute ist, ist es sicher\u00adlich ein Genuss; mir zum Beispiel.<\/p>\n<p>Ein Banause ist, wer noch sitzen bleibt.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> Stream und Kauf gibt es auf <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Language-Injury-Ithaca\/dp\/B07FTWBWKZ\/?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> und <a href=\"https:\/\/ithacauk.bandcamp.com\/album\/the-language-of-injury\">Band\u00adcamp.<\/a><\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/juleah-desert-skies.jpg\" class=\"fancybox image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Vorschau_juleah-desert-skies.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Juleah \u2014 Desert Skies<\/span><br>\n<span class=\"musik-review-lyrics\">\u201cHigh on junk, that\u2019s what we are.\u201d<\/span> (Ana\u00adlogue)\n<p>Den Regelm\u00e4\u00dfi\u00adgen mein\u00ader Leser ist die oft son\u00adnen\u00adbe\u00adbrillte \u00d6ster\u00adre\u00adicherin <span class=\"musik-review-bandname\">Juleah<\/span> eine alte Bekan\u00adnte: Nicht nur war \u201cStraw\u00adber\u00adry Shake\u201d von ihrem aktuellen Album \u201cDesert Skies\u201d im Feb\u00adru\u00adar 2019 wie schon 2015 ihr <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2015\/06\/juleah-beautiful-for-you\/\">Lied \u201cBeau\u00adti\u00adful for you\u201d<\/a> zur <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2019\/02\/juleah-strawberry-shake\/\">Mon\u00adtagsmusik<\/a> avanciert, auch ihr Album \u201cMelt Inside The Sun\u201d endete bere\u00adits auf ein\u00ader <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2015\/12\/musik-122015-favoriten-und-analyse\/\">mein\u00ader Jahres\u00adlis\u00adten.<\/a><\/p>\n<p>Vielle\u00adicht kann man etwas daraus fol\u00adgern, dass auch \u201cDesert Skies\u201d hier in dieser Liste auf\u00adtaucht, min\u00addestens jedoch, dass es Musik\u00ader zu geben scheint, die einen Qual\u00adit\u00e4tsver\u00adlust ablehnen. Alles, was <span class=\"musik-review-bandname\">Juleah<\/span> daf\u00fcr tun musste, war es, so zu bleiben, wie sie war. \u201cDesert Skies\u201d ist ein Album voller Psy\u00adche\u00addel\u00adic Rock. Der \u201cFal\u00adter\u201d nan\u00adnte es \u201cDream\u00adpop\u201d und ich mag immer noch keine Gen\u00adre\u00adna\u00admen. Das Album ist unge\u00adf\u00e4hr 39 Minuten lang, kommt mir aber k\u00fcrz\u00ader vor.<\/p>\n<p><em>Nat\u00fcr\u00adlich<\/em> dominiert die Gitarre dieses Album, wie sich das f\u00fcr <em>anst\u00e4ndi\u00adge<\/em> Rock\u00admusik eben geh\u00f6rt, aber die Mul\u00adti\u00adin\u00adstru\u00admen\u00adtal\u00adistin streut auch gern mal andere T\u00f6ne, etwa die ein\u00ader Orgel (\u201cCatch-22\u201d), ein, was zu einem Gesamt<em>sound<\/em> f\u00fchrt, der zeit\u00adgen\u00f6s\u00adsis\u00adche Rezensen\u00adten zu der Bemerkung ver\u00adan\u00adlasste, <span class=\"musik-review-bandname\">The Bri\u00adan Jon\u00adestown Mas\u00adsacre<\/span> habe hier offen\u00adbar seine Spuren hin\u00adter\u00adlassen. Auch Blues\u00adrock, ins\u00adbeson\u00addere \u00fcber den her\u00adrlichen Bass, und Folk wer\u00adden gekon\u00adnt einge\u00adflocht\u00aden. Auch die Stimme, vielschichtig hal\u00adlend gemis\u00adcht und ein biss\u00adchen frech klin\u00adgend, ent\u00adt\u00e4uscht noch immer nicht. Sie habe Gesang\u00adsun\u00adter\u00adricht genom\u00admen, erz\u00e4hlte sie in einem Inter\u00adview anl\u00e4sslich der Ver\u00f6f\u00adfentlichung von \u201cDesert Skies\u201d. Zum Gl\u00fcck singt <span class=\"musik-review-bandname\">Juleah<\/span> weit\u00ader\u00adhin auf Englisch. \u00d6ster\u00adre\u00adichisch w\u00e4re doch wirk\u00adlich eine Ver\u00adschwen\u00addung.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> Man k\u00f6n\u00adnte sich das <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3ChmLcXJbAk\">Video<\/a> zu \u201cStraw\u00adber\u00adry Shake\u201d reinziehen; und sich dann, <em>nat\u00fcr\u00adlich<\/em> das ganze Album g\u00f6n\u00adnen, etwa auf <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Desert-Skies-Juleah\/dp\/B07MSFX?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> oder <a href=\"https:\/\/juleah.bandcamp.com\/album\/desert-skies\">Band\u00adcamp.<\/a><\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/cabinets-of-curiosity-the-chaos-game.jpg\" class=\"fancybox image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Vorschau_cabinets-of-curiosity-the-chaos-game.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Cab\u00adi\u00adnets of Curios\u00adi\u00adty \u2014 The Chaos Game<\/span>\n<p>Bei <span class=\"musik-review-bandname\">Cab\u00adi\u00adnets of Curios\u00adi\u00adty<\/span> han\u00addle es sich, las ich soeben, um die \u201cbekan\u00adnteste Prog\u00adband in Bor\u00adden\u00adtown, New Jer\u00adsey\u201d. Den Wahrheits\u00adge\u00adhalt dieser Aus\u00adsage kann ich nicht objek\u00adtiv beurteilen, sub\u00adjek\u00adtiv ist es zumin\u00add\u00adest zutr\u00ade\u00adf\u00adfend, dass mir ger\u00adade keine andere Pro\u00adgres\u00adsive-Rock-Band bekan\u00adnt ist, die sich in Bor\u00adden\u00adtown, New Jer\u00adsey, befind\u00adet. F\u00fcr die Beurteilung als \u201cProg\u00adband\u201d gibt es aber Anhalt\u00adspunk\u00adte: S\u00e4n\u00adgerin <span class=\"musik-review-bandname\">Nat Hornyak<\/span> nahm um den Jahreswech\u00adsel von 2018 auf 2019 herum an einem dieser Wet\u00adtbe\u00adwerbe <a href=\"https:\/\/twitter.com\/NattySciSings\">auf Twit\u00adter<\/a> teil, indem sie ein paar Musikalben nan\u00adnte, die ihr etwas bedeuten. Darunter kon\u00adnte der inter\u00adessierte Leser auch etwas von <a href=\"https:\/\/twitter.com\/NattySciSings\/status\/1072850338208759808\"><span class=\"musik-review-bandname\">Gen\u00ade\u00adsis<\/span><\/a>, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/NattySciSings\/status\/1076074830225727489\"><span class=\"musik-review-bandname\">Jethro Tull<\/span><\/a> und <a href=\"https:\/\/twitter.com\/NattySciSings\/status\/1072148908728639489\"><span class=\"musik-review-bandname\">Yes<\/span><\/a> \u2014 und keineswegs die schlecht\u00adesten ihrer Alben \u2014 find\u00aden. S\u00e4n\u00adgerin\u00adnen set\u00adzen sich oft durch, ich ver\u00adbuche das also als gutes Zeichen.<\/p>\n<p>\u201cThe Chaos Game\u201d ist dabei das Deb\u00fct-Vol\u00adlzeital\u00adbum von <span class=\"musik-review-bandname\">Cab\u00adi\u00adnets of Curios\u00adi\u00adty<\/span>. <em>Dem Inter\u00adnet<\/em> ist ein\/eine unbetitelte EP von Mai 2016 bekan\u00adnt, seit\u00addem wurde in der siebenk\u00f6p\u00adfi\u00adgen Beset\u00adzung lediglich der Key\u00adboard\u00ader aus\u00adge\u00adtauscht. Eine gewisse Reife im Zusam\u00admen\u00adspiel der Band ist also anzunehmen.<\/p>\n<p>Und die ist tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich gegeben: Nach \u201cDeath, She Walks On\u201d, ein\u00ader Art A\u2011Cap\u00adpel\u00adla-Gesang der S\u00e4n\u00adgerin mit sich selb\u00adst (bekan\u00adnt gewor\u00adden durch den \u201cProphet\u2019s Song\u201d von <span class=\"musik-review-bandname\">Queen<\/span>) exerziert die Band den Can\u00adter\u00adbury durch. Dabei ist \u201cAngu\u00adlar Steril\u00adi\u00adty\u201d <em>eigentlich<\/em> blo\u00df Jaz\u00adzrock mit abge\u00addrehtem Gesang, der allerd\u00adings in einen gut gef\u00fcll\u00adten Eimer <span class=\"musik-review-bandname\">Beard\u00adfish<\/span> und, der Fl\u00f6te von <span class=\"musik-review-bandname\">Kristi\u00adna Baci\u00adch<\/span> sei\u2019s gedankt, <span class=\"musik-review-bandname\">Camel<\/span> getaucht wurde. Beim Gesang kom\u00admen mir zumeist die <span class=\"musik-review-bandname\">Stolen Babies<\/span> in den Sinn, was auch eine Art Qual\u00adit\u00e4tsmerk\u00admal ist. \u201cFrac\u00adtals &amp; Coast\u00adlines\u201d, \u00fcber 12 Minuten lang, ist eine Art Suite, deren einzelne Teile jedoch nicht ineinan\u00adder \u00fcberge\u00adhen, son\u00addern <em>nur<\/em> \u2014 etwas ein\u00adfall\u00ads\u00adlos \u2014 hin\u00adtere\u00adinan\u00adder h\u00e4n\u00adgen. Zu h\u00f6ren sind <span class=\"musik-review-bandname\">Gen\u00adtle Giant<\/span>, <span class=\"musik-review-bandname\">Hat\u00adfield &amp; the North<\/span> und, ver\u00admut\u00adlich vor allem dank der mir mit jed\u00ader Minute etwas bess\u00ader gefal\u00adl\u00aden\u00adden S\u00e4n\u00adgerin, <span class=\"musik-review-bandname\">Think\u00ading Plague<\/span>, bevor das St\u00fcck aber\u00admals mit gemal\u00adten <span class=\"musik-review-bandname\">Camel<\/span>-Land\u00adschaften ausklingt. Etwas aus dem Rah\u00admen des \u00fcbri\u00adgen Albums f\u00e4llt \u201cIn A Day\u201d, das ein Solost\u00fcck von <span class=\"musik-review-bandname\">Nat Hornyak<\/span> an Klavier und Mikro\u00adfon zu sein scheint, obwohl es mehrere Gesangsspuren gibt. Ich denke an <span class=\"musik-review-bandname\">Tina Turn\u00ader<\/span> und bin nicht unzufrieden damit.<\/p>\n<p>Es gibt einen <a href=\"https:\/\/cabinets-of-curiosity.com\/the-chaos-game\/The-Chaos-Game-Album-Companion.html\"><em>com\u00adpan\u00adion<\/em><\/a> zu \u201cThe Chaos Game\u201d, in dem Texte und eine Art Konzept drin\u00adste\u00adhen. Auf schnellen Erfolg haben sie es nicht unbe\u00add\u00adingt abge\u00adse\u00adhen. Das Album lebt von der Kom\u00adbi\u00adna\u00adtion aus der ein\u00addrucksvollen Stimme von <span class=\"musik-review-bandname\">Nat Hornyak<\/span> und dem ver\u00adspiel\u00adten Jaz\u00adzrock ihrer Mit\u00admusik\u00ader, ungeachtet des Umstandes, dass das Wort \u201cMit\u00admusik\u00ader\u201d niemals ver\u00adwen\u00addet wer\u00adden sollte.<\/p>\n<p>Das Ziel von <span class=\"musik-review-bandname\">Cab\u00adi\u00adnets of Curios\u00adi\u00adty<\/span>, las ich, sei es, das Zeital\u00adter des klas\u00adsis\u00adchen <em>Progs<\/em> wieder zum Leben zu erweck\u00aden. <em>(Wie t\u00f6tet man eigentlich Zeital\u00adter?)<\/em> Das Ziel haben sie nicht ver\u00adfehlt.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/cabinetsofcuriosity.bandcamp.com\/album\/the-chaos-game\">Bandcamp.com<\/a> scheint die bevorzugte Anlauf\u00adstelle zu sein, auf <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Chaos-Game-Cabinets-Curiosity\/dp\/B07N1VTLXB\/ref?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> gibt es wenig\u00adstens einen Down\u00adload und die \u00fcblichen H\u00f6rschnipsel.<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/ni-pantophobie.jpg\" class=\"fancybox image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Vorschau_ni-pantophobie.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">ni \u2014 Pan\u00adto\u00adpho\u00adbie<\/span>\n<p>Im Dezem\u00adber 2018 <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2018\/12\/musik-12-2018-favoriten-und-analyse\">befand ich<\/a> \u201cBran Coucou\u201d, das anscheinend bish\u00ader einzige Album von <span class=\"musik-review-bandname\">Pin\u00adioL<\/span>, f\u00fcr <em>angenehm ver\u00adr\u00fcckt<\/em>. <span class=\"musik-review-bandname\">Pin\u00adioL<\/span> ist ein Zusam\u00admen\u00adschluss von <span class=\"musik-review-bandname\">PoiL<\/span> und <span class=\"musik-review-bandname\">ni<\/span>, von let\u00adzter\u00ader Band gab es bish\u00ader nur ein einziges eigenes Stu\u00addioal\u00adbum.<\/p>\n<p>Dies ist ihr zweites.<\/p>\n<p>Es wird unter anderem als RIO und Jaz\u00adzcore bewor\u00adben, was nach \u201cBran Coucou\u201d recht nahe liegt und Assozi\u00ada\u00adtio\u00adnen mit <span class=\"musik-review-bandname\">King Crim\u00adson<\/span> weckt. In der Tat begin\u00adnt das erste der neun Titel, \u201cH\u00e9lio\u00adpho\u00adbie\u201d, so instru\u00admen\u00adtal und zer\u00adris\u00adsen, wie es auch die <span class=\"musik-review-bandname\">Pro\u00adjeKcts<\/span> aufzunehmen imstande waren. Pan\u00adto\u00adpho\u00adbie ist die Angst vor allen Din\u00adgen, dass alle neun bis elf \u2014  der erste (\u201cPhono\u00adpho\u00adbie\u201d) und der let\u00adzte (\u201cAp\u00e9iro\u00adpho\u00adbie\u201d) Titel scheinen in der Band\u00adcam\u00adp\u00advari\u00adante nicht vorhan\u00adden zu sein \u2014 St\u00fccke eine Pho\u00adbie benen\u00adnen, ist daher nur kon\u00adse\u00adquent. Nach etwa vier Minuten gibt es erst\u00admals geschriene Vokalein\u00adw\u00fcrfe und das Album bleibt anschlie\u00dfend kantig irre.<\/p>\n<p>Das Quar\u00adtett flack\u00adert zwis\u00adchen Met\u00adal und Jazz\u00adigem umher, zer\u00adreibt Struk\u00adturen im Chaos. Nach meinen Erfahrun\u00adgen beim Zusam\u00admen\u00adstellen dieser fast regelm\u00e4\u00dfi\u00adgen Lis\u00adten ist es nicht ver\u00adfehlt, von <em>typ\u00adisch franz\u00f6\u00adsis\u00adch\u00ader<\/em> Avant\u00adgarde\u00admusik zu sprechen; eben \u201cRIO\/Avant\u201d im besten Sinne. Michael Bohli <a href=\"https:\/\/artnoir.ch\/ni-pantophobie\/\">zieht das Faz\u00adit:<\/a><\/p>\n<blockquote><p>\u201cPan\u00adto\u00adpho\u00adbie\u201d passiert, und zwar zu jed\u00ader Sekunde.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und wer braucht Tak\u00adte und Ord\u00adnung, wenn er stattdessen ein Geschehen haben kann?<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> Vinyl, Down\u00adloads, CDs und H\u00f6r\u00adproben bietet <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Pantophobie-Vinyl-LP?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> feil, anson\u00adsten g\u00e4be es noch <a href=\"https:\/\/niiii.bandcamp.com\/album\/pantophobie\">Band\u00adcamp.<\/a><\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/david-torn-tim-berne-ches-smith-sun-of-goldfinger.jpg\" class=\"fancybox image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Vorschau_david-torn-tim-berne-ches-smith-sun-of-goldfinger.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">David Torn\/Tim Berne\/Ches Smith \u2014 Sun of Goldfin\u00adger<\/span>\n<p><span class=\"musik-review-bandname\">David Torn<\/span> ist ein US-amerikanis\u00adch\u00ader Jaz\u00adzgi\u00adtar\u00adrist, der bere\u00adits mit <span class=\"musik-review-bandname\">David Bowie<\/span>, <span class=\"musik-review-bandname\">Bill Bru\u00adford<\/span>, <span class=\"musik-review-bandname\">Tony Levin<\/span> und <span class=\"musik-review-bandname\">Don Cher\u00adry<\/span> zusam\u00admengear\u00adbeit\u00adet hat. Gemein\u00adsam mit dem Sax\u00ado\u00adphon\u00adis\u00adten <span class=\"musik-review-bandname\">Tim Berne<\/span> sowie dem unter anderem von <span class=\"musik-review-bandname\">Secret Chiefs 3<\/span> bekan\u00adnten Schlagzeuger <span class=\"musik-review-bandname\">Ches Smith<\/span> hat er ein Album namens \u201cSun of Goldfin\u00adger\u201d aufgenom\u00admen. Alle drei Musik\u00ader sind einan\u00adder nicht unbekan\u00adnt und halfen einan\u00adder auch in der Ver\u00adgan\u00adgen\u00adheit bere\u00adits aus. Man verzei\u00adhe mir, dass ich als gele\u00adgentlich erfreuter Exper\u00adi\u00admen\u00adtal\u00adjaz\u00adzh\u00f6r\u00ader diesem Album manche Vorschus\u00ads\u00adlor\u00adbeere in den Hals stopfte.<\/p>\n<p>Es hat sie alle geschluckt.<\/p>\n<p>Wie zu erwarten war, han\u00addelt es sich bei \u201cSun of Goldfin\u00adger\u201d um ein rein instru\u00admen\u00adtales Album. \u201cJaz\u00adzTrail\u201d sprach von einem Pflich\u00adtal\u00adbum f\u00fcr Anh\u00e4nger neuer Musik, der\u00ader ein\u00ader ich fra\u00adg\u00adlos bin. Es gibt drei St\u00fccke mit ein\u00ader L\u00e4nge zwis\u00adchen 22 und 24 Minuten, was \u201cSun of Goldfin\u00adger\u201d nicht nur rel\u00ada\u00adtiv lang (aber keineswegs l\u00e4n\u00adgen\u00adhaltig) macht, son\u00addern auch ahnen l\u00e4sst, wohin die Reise geht: Ich h\u00f6re vor allem Freiform-Jazz, in dem das Impro\u00advisieren hoch gehal\u00adten wird, aber auch eine in kein\u00ader Sekunde kitschige Spielart der Welt\u00admusik, vor allem in der zweit\u00aden H\u00e4lfte von \u201cSpar\u00adtan, Before It Hit\u201d. Sich\u00ader: Wer dem unge\u00adf\u00e4hren beschriebe\u00adnen Stil noch nie viel abgewin\u00adnen kon\u00adnte, der kann dieses Album \u00fcber\u00adsprin\u00adgen, ohne bef\u00fcrcht\u00aden zu m\u00fcssen, viel ver\u00adpasst zu haben. Wer aber <em>grund\u00ads\u00e4t\u00adzlich<\/em> f\u00fcr Jazz offen ist, dem scheint keine Minute dieses Albums eine Ver\u00adschwen\u00addung von Zeit zu sein \u2014 auch und ger\u00adade nicht mir.<\/p>\n<p>Als \u201cDeb\u00fc\u00adtal\u00adbum\u201d wird es wei\u00adthin benan\u00adnt, was in dieser Kon\u00adstel\u00adla\u00adtion ver\u00admut\u00adlich nicht falsch ist. Zwar ist im Jazz wech\u00adsel\u00adnde Zusam\u00adme\u00adnar\u00adbeit nicht ungew\u00f6hn\u00adlich, ich hoffe den\u00adnoch, \u201cSun of Goldfin\u00adger\u201d bleibe nicht das erste und let\u00adzte gemein\u00adsame Album der drei Her\u00adren.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Goldfinger-David-Torn-Berne-Smith\/dp\/B07MWG8BFV\/?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> (kurz), <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/104702030\">TIDAL<\/a> (lang).<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/de-staat-bubble-gum.jpg\" class=\"fancybox image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Vorschau_de-staat-bubble-gum.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">De Staat \u2014 Bub\u00adble Gum<\/span>\n<p>Von <span class=\"musik-review-bandname\">De Staat<\/span>, ein\u00ader nieder\u00adl\u00e4ndis\u00adchen Pop\u00adgruppe, berichtete ich zulet\u00adzt <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2016\/07\/musik-062016-favoriten-und-analyse\/\">2016<\/a>, als ihr angenehmes Album \u201cO\u201d ver\u00f6f\u00adfentlicht wor\u00adden war:<\/p>\n<blockquote><p>(\u2026) chan\u00adneln <span class=\"musik-review-bandname\">De Staat<\/span> mal <span class=\"musik-review-bandname\">Primus<\/span> (\u2026), mal die <span class=\"musik-review-bandname\">Pet Shop Boys<\/span>, schwin\u00adgen im Kos\u00admos von Tanzpop (\u2026), New Wave und Groove herum, ohne sich dabei in irgendwelche Gren\u00adzen zw\u00e4n\u00adgen zu lassen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Muss denn auf jedem Album ein ganz neuer Stil her? Ich finde: Nein. Und so ist auch \u201cBub\u00adble Gum\u201d trotz seines Titels zwar ein Album mit Pop\u00admusik gewor\u00adden, aber Kau\u00adgum\u00admipop sucht man weit\u00ader\u00adhin vergebens. Gew\u00fcrzt wird \u201cBub\u00adble Gum\u201d mit Fr\u00fch-90er-Elek\u00adtron\u00adik (\u201cPikachu\u201d) und ein\u00ader beein\u00addruck\u00adenden Eing\u00e4ngigkeit, anson\u00adsten nehmen sie weit\u00ader\u00adhin die besten <span class=\"musik-review-bandname\">Primus<\/span>-Alben auf, die nicht von <span class=\"musik-review-bandname\">Primus<\/span> selb\u00adst stam\u00admen. \u201cBub\u00adble Gum\u201d ist ein sehr lebendi\u00adges Album, das auch mal in Text und Stil Boy\u00adbands (\u201cFake It Till You Make It\u201d) per\u00adsi\u00adfliert. Man sollte den Humor dieser Band m\u00f6gen, anson\u00adsten kann man <span class=\"musik-review-bandname\">De Staat<\/span> nicht g\u00e4n\u00adzlich genie\u00dfen. Ich mag ihn und genie\u00dfe, <em>Tanzpop<\/em> hin oder her. Mein Bedarf an Kurzweil bedankt sich artig f\u00fcr die Rev\u00aderenz.<\/p>\n<p>Auf dem Niveau k\u00f6nnen\u2019se gerne noch etwas bleiben.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> Es gibt ein gewohnt selt\u00adsames <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=MWM9DC-31Xo\">Video<\/a> zum er\u00f6ff\u00adnen\u00adden \u201cKITTY KITTY\u201d, im \u00dcbri\u00adgen helfen <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Bubble-Gum-2lp-Vinyl-LP\/dp\/B07JGKCSDD\/?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> und <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/102245250\">TIDAL<\/a> wom\u00ad\u00f6glich weit\u00ader.<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/kuhn-fu-chain-the-snake.jpg\" class=\"fancybox image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Vorschau_kuhn-fu-chain-the-snake.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Kuhn Fu \u2014 Chain The Snake<\/span>\n<p>Wir bleiben in den Nieder\u00adlan\u00adden.<\/p>\n<p>Von dort, aus Gronin\u00adgen n\u00e4m\u00adlich, kom\u00admen au\u00dfer <span class=\"musik-review-bandname\">De Staat<\/span> auch <span class=\"musik-review-bandname\">Kuhn Fu<\/span>. Weil im deutschen Sprachraum der Name \u201cKuhn\u201d vielle\u00adicht Ver\u00adgle\u00adiche weckt, die nicht unbe\u00add\u00adingt angemessen sind, sei hier darauf hingewiesen, dass der Name eigentlich falsch ist, denn der Gitar\u00adrist und S\u00e4nger dieses Quar\u00adtetts hei\u00dft <span class=\"musik-review-bandname\">Chris\u00adt\u00adian K\u00fchn<\/span>. Nach zwei Alben, die eben\u00adfalls irgend\u00adwas mit \u201cKuhn\u201d hie\u00dfen, ist \u201cChain the Snake\u201d nun das dritte Stu\u00addiow\u00aderk der seit dem let\u00adzten Album \u201cKUHNSPIRACY\u201d (2017) lediglich am Schlagzeug umbe\u00adset\u00adzten Gruppe.<\/p>\n<p>In \u201cTrak\u00adtus\u201d wird auf Deutsch geflucht, anson\u00adsten ist der mal kom\u00f6\u00addi\u00adantis\u00adche (\u201cWolf\u2019s Muck\u00adenko\u00adgel\u201d), meist aber wenig\u00adstens <em>irgend\u00adwie schr\u00e4ge<\/em> (\u201cMar\u00adco Messy Mil\u00adlion\u00adaire\u201d) Gesang auf Englisch gehal\u00adten. Weil das ein\u00adfall\u00ads\u00adlos ist, spielt die Band dazu um so bemerkenswert\u00adere Musik: Es wird, kr\u00e4ftig unter\u00adst\u00fctzt von <span class=\"musik-review-bandname\">Ziv Tauben\u00adfeld<\/span> an der Bassklar\u00adinette, bl\u00e4seror\u00adi\u00aden\u00adtiert\u00ader Jaz\u00adzrock her\u00advorge\u00adbracht, der wieder ein\u00admal in guter, alter RIO-Tra\u00addi\u00adtion ste\u00adht. Ver\u00adset\u00adzte Rhyth\u00admen (\u201cGargamel\u201d) tre\u00adf\u00adfen auf <span class=\"musik-review-bandname\">crim\u00adsonesque<\/span> St\u00fccke (\u201cGus\u00adtav Grinch\u201d)<\/p>\n<p>Auf den \u201cBaby\u00adblauen Seit\u00aden\u201d <a href=\"http:\/\/www.babyblaue-seiten.de\/album_17962.html#27839\">befand<\/a> Sig\u00adgy Zielin\u00ads\u00adki im M\u00e4rz 2019, <span class=\"musik-review-bandname\">Kuhn Fu<\/span> seien \u201cein hei\u00dfer Tipp f\u00fcr die Fre\u00adunde von Avant-Jazz-Punk-Prog\u201d. Ich f\u00fch\u00adle mich ange\u00adsprochen und bin nicht ent\u00adt\u00e4uscht.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> Das kom\u00adplette Album gibt es als Stream bei <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/105195160\">TIDAL<\/a> und <a href=\"https:\/\/kuhnfumusic.bandcamp.com\/album\/chain-the-snake\">Band\u00adcamp<\/a>, bei let\u00adzter\u00ader Anlauf\u00adstelle sowie bei <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Chain-Snake-KUHN-FU\/dp\/B07PCV7WWR\/?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> auch auf physis\u00adchem Ton\u00adtr\u00e4ger zum Verkauf.<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/inter-arma-sulphur-english.jpg\" class=\"fancybox image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Vorschau_inter-arma-sulphur-english.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Inter Arma \u2014 Sul\u00adphur Eng\u00adlish<\/span>\n<p><span class=\"musik-review-bandname\">Inter Arma<\/span> ist zwar Latein, beze\u00adich\u00adnet jedoch ein recht haariges Quar\u00adtett aus Rich\u00admond. Diesem sei bescheinigt, dass es auf seinem selt\u00adsam benan\u00adnten Stu\u00addioal\u00adbum \u201cSul\u00adphur Eng\u00adlish\u201d Sludge Met\u00adal spielt, der so gut ist, dass sog\u00adar ich ihn mag.<\/p>\n<p>Schrilles Pfeifen, dumpfe Schl\u00e4ge von fern: Mit \u201cBum\u00adgard\u00adner\u201d begin\u00adnt \u201cSul\u00adphur Eng\u00adlish\u201d r\u00e4t\u00adsel\u00adhaft, bevor nach ein\u00ader Minute schlep\u00adpen\u00adder Doom Met\u00adal ein\u00adset\u00adzt. <em>Lyrics<\/em> gibt es noch nicht, wohl aber im fol\u00adgen\u00adden \u201cA Wax\u00aden Sea\u201d, in das \u201cBum\u00adgard\u00adner\u201d \u00fcberge\u00adht, wen\u00adngle\u00adich man sie akustisch kaum ver\u00adste\u00adht: <span class=\"musik-review-lyrics-inline\">\u201cI raise my hands to the sea beyond, intox\u00adi\u00adcat\u00aded by the winds that whip up from her fair shores\u201d<\/span>, genau so klingt das hier Geh\u00f6rte auch. Sch\u00f6n\u00adklang? Pah, Gebr\u00fcll \u2014 inmit\u00adten des St\u00fccks gar: Gekreisch \u2014 zu Instru\u00admen\u00adtal\u00adrudel\u00adbums! Man hat ja hier einen Ruf zu ver\u00adlieren (einen schlecht\u00aden).<\/p>\n<p>Wer jet\u00adzt noch nicht tot aus dem Ses\u00adsel gefall\u00aden oder panisch aus dem Fen\u00adster gesprun\u00adgen ist, dem sei ver\u00adsichert, dass das Album dieses Niveau bis zum Ende durch\u00adh\u00e4lt, mitunter bere\u00adichert von Zwis\u00adchen\u00adspie\u00adlen wie einem uner\u00adwarteten, aus\u00adgedehn\u00adten Psy\u00adche\u00addel\u00adic-Hardrock-Gitar\u00adren\u00adso\u00adlo (\u201cCitadel\u201d), Doom- (\u201cBlood on the Lupines\u201d) und Shoegaze\u00admo\u00admenten (\u201cHowl\u00ading Lands\u201d). Dabei schweifen sie auch schon mal aus \u2014 das l\u00e4ng\u00adste St\u00fcck \u201cThe Atavist\u2019s Merid\u00adi\u00adan\u201d ist mit\u00adsamt Span\u00adnungsauf\u00adbau und Kli\u00admax \u00fcber zw\u00f6lfein\u00adhalb Minuten lang -, keines\u00adfalls aber lassen sie es dabei langsam ange\u00adhen. <span class=\"musik-review-bandname\">Inter Arma<\/span> hal\u00adten sich nicht mit Bit\u00adten auf, sie verteilen \u201creini\u00adgende Kopfn\u00fcsse\u201d (Jake Wal\u00adters) und das zu Recht.<\/p>\n<p>Dass das warme \u201cStill\u00adness\u201d, getra\u00adgen von Schlagzeug und Akustikgi\u00adtarre, in sein\u00ader ersten H\u00e4lfte neben den Sp\u00e4\u00adtal\u00adben von <span class=\"musik-review-bandname\">Pink Floyd<\/span> nur auf\u00adgrund sein\u00ader selt\u00adsamen Unruhe beson\u00adders auf\u00adfall\u00aden w\u00fcrde, wider\u00adspricht dieser Erken\u00adnt\u00adnis nicht, denn die zweite H\u00e4lfte erin\u00adnert wieder daran, wom\u00adit wir es hier zu tun haben. Mich am\u00fcsiert der geschriene Titel des St\u00fccks. Anscheinend gibt es auch eine Text-Klang-Schere.<\/p>\n<p>\u201cSul\u00adphur Eng\u00adlish\u201d ist ein lautes, bru\u00adtales Album. Es hat seinen Platz in dieser Liste redlich ver\u00addi\u00adent. Bitte nicht schie\u00dfen!<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> Zu \u201cHowl\u00ading Lands\u201d gibt es ein <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HabdnpT9chA\">Musikvideo<\/a>, anson\u00adsten k\u00f6n\u00adnten <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Sulphur-English-Inter-Arma\/dp\/B07MCWHXXQ?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a>, <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/102409000\">TIDAL<\/a> und <a href=\"https:\/\/interarma.bandcamp.com\/album\/sulphur-english\">Bandcamp.com<\/a> weit\u00ader\u00adhelfen.<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/drahla-useless-coordinates.jpg\" class=\"fancybox image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Vorschau_drahla-useless-coordinates.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Drahla \u2014 Use\u00adless Coor\u00addi\u00adnates<\/span><br>\n<span class=\"musik-review-lyrics\">\u201cHave you ever seen a neon globe flick\u00ader?\u201d<\/span> (Stim\u00adu\u00adlus for Liv\u00ading)\n<p>Weniger bru\u00adtal geht <span class=\"musik-review-bandname\">Drahla<\/span>, eine britis\u00adche Post\u00adpunkband, zu Werke. Nach eini\u00adgen k\u00fcrz\u00aderen Ver\u00f6f\u00adfentlichun\u00adgen hat sie es 2019 endlich geschafft, ihr Deb\u00fc\u00adtal\u00adbum \u201cUse\u00adless Coor\u00addi\u00adnates\u201d ein\u00ader \u00fcber\u00adrascht\u00aden \u00d6ffentlichkeit zu pr\u00e4sen\u00adtieren. Ihre Herkun\u00adft hat unter anderem den Vorteil, dass S\u00e4n\u00adgerin <span class=\"musik-review-bandname\">Luciel Brown<\/span> die sch\u00f6nere Form des Englis\u00adchen von sich gibt, n\u00e4m\u00adlich das Britis\u00adche mit her\u00adrlich gedehn\u00adten Vokalen. Selb\u00adst schuld, wer den US-amerikanis\u00adchen Dialekt wertsch\u00e4tzt, denn hier ent\u00adge\u00adht ihm was. Die Dame ist nie laut und aufgeregt, immer eher lock\u00ader-luftig. Fein.<\/p>\n<p>Und die Musik selb\u00adst taugt auch was. \u201cGild\u00aded Cloud\u201d etwa weist ein langes, immer wieder unter\u00adbroch\u00adenes <em>intro<\/em> auf. \u201cSeren\u00adi\u00adty\u201d f\u00fchrt den stiltyp\u00adis\u00adchen Sprechge\u00adsang ein, erst\u00admals sind hier auch die Sax\u00ado\u00adphonein\u00adw\u00fcrfe von Gast\u00admusik\u00ader <span class=\"musik-review-bandname\">Chris Duf\u00adfin<\/span> zu h\u00f6ren, die sp\u00e4ter immer wieder vorkom\u00admen. Mitunter (\u201cSero\u00adtonin Lev\u00adel\u201d) denke ich an diejenige Beset\u00adzung von <span class=\"musik-review-bandname\">Van der Graaf Gen\u00ader\u00ada\u00adtor<\/span>, in der noch <span class=\"musik-review-bandname\">David Jack\u00adson<\/span> mit\u00adspie\u00adlen wollte, obwohl wir uns hier in einem <em>ganz<\/em> anderen Genre bewe\u00adgen. Auch im fol\u00adgen\u00adden \u201cPyra\u00admid Estate\u201d spielt das Sax\u00adophon neben dem dom\u00adi\u00adnan\u00adten Bass \u2014 den ich bei Post\u00adpunkplat\u00adten sehr sch\u00e4tze \u2014 eine gewichtige Rolle und bekommt sog\u00adar eine Solopas\u00adsage. Ander\u00adswo (\u201cStim\u00adu\u00adlus for Liv\u00ading\u201d, \u201cPrim\u00adi\u00adtive Rhythm\u201d) ver\u00adsucht sich die Band an Grunge. Fast bin ich der Ansicht, <span class=\"musik-review-bandname\">Son\u00adic Youth<\/span> zu h\u00f6ren. Ich mag <span class=\"musik-review-bandname\">Son\u00adic Youth<\/span>.<\/p>\n<p>Das <em>im Inter\u00adnet<\/em> als zen\u00adtrales St\u00fcck der Plat\u00adte beschriebene \u201cReact\/Revolt\u201d ist ein aus anderen Gr\u00fcn\u00adden erfreulich\u00ades: Sax\u00adophon und Bass leit\u00aden mit instru\u00admen\u00adtalem Free Jazz ein, bevor nach zweiein\u00adhalb Minuten gitar\u00adrengetrieben\u00ader Post\u00adpunk \u00fcbern\u00adimmt, wie er auch sp\u00e4ter (\u201cSero\u00adtonin Lev\u00adel\u201d) wieder zu h\u00f6ren sein wird. Das anson\u00adsten recht <em>nor\u00admal<\/em> post\u00adpunk\u00adende \u201cTwelve Divi\u00adsions of the Day\u201d \u00fcber\u00adrascht mit\u00adtig mit einem erstaunlich <em>laut\u00aden<\/em> und druck\u00advollen Teil mit angenehm schr\u00e4\u00adgen Zwis\u00adchen\u00adt\u00f6\u00adnen. Keine Sorge, eingeschlafen w\u00e4re ich auch son\u00adst nicht. Dass <span class=\"musik-review-bandname\">Drahla<\/span> aus der <em>eher linken<\/em> \u201cSzene\u201d stam\u00admen, ruft das let\u00adzte Lied \u201cInvis\u00adi\u00adble Sex\u201d nochmals in Erin\u00adnerung, in dem es mit bedr\u00fcck\u00adender Stim\u00admung um erfun\u00addene Geschlechter geht. In Berlin k\u00f6n\u00adnte man damit auch erfol\u00adgre\u00adich wer\u00adden.<\/p>\n<p>Ins\u00adge\u00adsamt dominieren hier allerd\u00adings ver\u00adgle\u00adich\u00adsweise lange Instru\u00admen\u00adtal\u00adpas\u00adsagen, die f\u00fcr die gele\u00adgentlich sehr <em>gr\u00fc\u00adnen<\/em> Texte mehr als entsch\u00e4di\u00adgen. Plat\u00adten wie diese h\u00f6re ich sel\u00adten wegen ihres lyrischen Anspruchs, aber die Melo\u00addi\u00aden, die Melo\u00addi\u00aden! Da sieht man (also: sehe ich) auch dar\u00fcber hin\u00adweg, dass Lieder und Album ver\u00adgle\u00adich\u00adsweise kurz aus\u00adfall\u00aden. Bonus\u00adpunk\u00adte gibt es im \u00dcbri\u00adgen f\u00fcr das <em>sch\u00f6n schlechte<\/em> Cover\u00adbild, das darauf hin\u00adweist, was drin ist. So was wird heutzu\u00adtage ja viel zu sel\u00adten gemacht.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> Das Album gibt es auf <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Useless-Coordinates-Drahla\/dp\/B07P18CTX2?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a>, <a href=\"https:\/\/drahla.bandcamp.com\/album\/useless-coordinates\">Bandcamp.com<\/a> und <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/106535601\">TIDAL.<\/a><\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/boltzmann-brain-spacesquid-brain.jpg\" class=\"fancybox image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Vorschau_boltzmann-brain-spacesquid-brain.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Boltz\u00admann Brain \u2014 Spacesquid Brain<\/span>\n<p>Ein Boltz\u00admann-Gehirn, dar\u00fcber informieren ver\u00adschiedene Pub\u00adlika\u00adtio\u00adnen, beze\u00adich\u00adnet das men\u00adschliche Gehirn, das in einem beliebig gro\u00dfen Uni\u00adver\u00adsum in einem beliebi\u00adgen Zeitraum irgend\u00adwann durch quan\u00adten\u00adphysikalis\u00adche Zusam\u00admen\u00adh\u00e4nge unweiger\u00adlich entste\u00adhen wird. <span class=\"musik-review-bandname\">Boltz\u00admann Brain<\/span> kom\u00admen trotz\u00addem aus Ilme\u00adnau. Das Uni\u00adver\u00adsum erlaubt sich eige\u00adnar\u00adtige Scherze.<\/p>\n<p>Dem Namen des Albums entsprechend haben wir es hier mit Space\u00adrock zu tun, allerd\u00adings nicht in sein\u00ader unver\u00adf\u00e4lscht\u00aden Form, denn <span class=\"musik-review-bandname\">Boltz\u00admann Brain<\/span> m\u00f6gen das Spiel mit den Stilen und lassen sich vom Krautrock eben\u00adso inspiri\u00aderen wie vom 70er-Fusion. Schon \u201cGood\u00adbye, Mr. Clooney\u201d (neunein\u00adhalb Minuten lang), das erste der <em>nur<\/em> vier St\u00fccke, begin\u00adnt mit einem lan\u00adgen exper\u00adi\u00admentellen Instru\u00admen\u00adtal\u00adin\u00adtro und gew\u00e4hrt erst nach \u00fcber viere\u00adin\u00adhalb Minuten Laufzeit etwas Entspan\u00adnung. Eine stark verz\u00ader\u00adrte Stimme spricht energiege\u00adladen Texte, die ich erst mal nach\u00adle\u00adsen m\u00fcsste, aber nicht will. Das erin\u00adnert mich an <span class=\"musik-review-bandname\">Faust<\/span> und ich bin bere\u00adits entz\u00fcckt. Eher an der Fr\u00fch\u00adphase von <span class=\"musik-review-bandname\">Can<\/span> ist das fol\u00adgende \u201cInfin\u00adi\u00adty\u201d ori\u00aden\u00adtiert, das auf eine Jaz\u00adzgrund\u00adlage aufge\u00adbaut ist. Der S\u00e4nger dreht allm\u00e4h\u00adlich durch, bellt und br\u00fcllt mal punkig, mal grungig, mal blue\u00adsig unver\u00e4n\u00addert verz\u00ader\u00adrt ins Mikro\u00adfon. <span class=\"musik-review-lyrics-inline\">\u201cI tried to see \/ what you showed to me\u201d<\/span>, ach so, naja.<\/p>\n<p>Punkig ist auch \u201cSuc\u00adqmah\u201d, das anfangs aus zu Punkrock durchge\u00adf\u00fchrten Elek\u00adtron\u00adikex\u00adper\u00adi\u00admenten beste\u00adht, sich aber anschlie\u00dfend dem Jaz\u00adzrock zuwen\u00addet. Das St\u00fcck ist instru\u00admen\u00adtal. <em>Das Inter\u00adnet<\/em> behauptet, der Text zum Lied laute \u201coh\u201d, aber das ist <em>nat\u00fcr\u00adlich<\/em> kein Text und <em>das Inter\u00adnet<\/em> sollte sich sch\u00e4\u00admen. Falls jemand nicht so viel Zeit hat, wis\u00adsen <span class=\"musik-review-bandname\">Boltz\u00admann Brain<\/span> Rat: \u201cUntil\u201d ist , musikalisch betra\u00adchtet, eigentlich eine Zusam\u00admen\u00adfas\u00adsung der ersten drei St\u00fccke mit ein biss\u00adchen Text drin. Lang sind die Texte auf \u201cSpacesquid Brain\u201d allerd\u00adings alle\u00adsamt nicht. Das macht nichts, daf\u00fcr ist Space\u00adrock auch nicht so gut geeignet.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Spacesquid-Brain-Boltzmann\/dp\/B07Q9QH8FG\/ref?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> hat Schnipsel und Bezahlstream, M\u00f6glichkeit\u00aden zu Kauf und Kom\u00adplettstream gibt es anson\u00adsten auf <a href=\"https:\/\/boltzmannbrain.bandcamp.com\/album\/spacesquid-brain\">Bandcamp.com<\/a>.<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/big-brave-a-gaze-among-them.jpg\" class=\"fancybox image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Vorschau_big-brave-a-gaze-among-them.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">BIG|BRAVE \u2014 A Gaze Among Them<\/span>\n<p>Die Stadt Mon\u00adtr\u00e9al ken\u00adnen wir Musik\u00adlieb\u00adhaber vor allem daher, dass <span class=\"musik-review-bandname\">God\u00adspeed You! Black Emper\u00ador<\/span> sowie ein halbes Dutzend per\u00adson\u00adell ver\u00adwandter Grup\u00adpen, zumeist mit Postrock\u00adhin\u00adter\u00adgrund, sich dort behei\u00admatet sehen. Bei mehreren von ihnen spielt unter anderem <span class=\"musik-review-bandname\">Thier\u00adry Amar<\/span> (Bass und Kon\u00adtra\u00adbass) mit.<\/p>\n<p>Sel\u00adbiger gastiert auch auf \u201cA Gaze Among Them\u201d, dem vierten Vol\u00adlal\u00adbum von <span class=\"musik-review-bandname\">BIG|BRAVE<\/span> aus der\u00adsel\u00adben Stadt, zurzeit anscheinend beste\u00adhend aus <span class=\"musik-review-bandname\">Robin Wat\u00adtie<\/span> (Gitarre, Bass, Gesang), <span class=\"musik-review-bandname\">Math\u00adieu Ball<\/span> (Gitarre) und <span class=\"musik-review-bandname\">Loel Camp\u00adbell<\/span> (Schlagzeug). Das Album beste\u00adht aus f\u00fcnf St\u00fcck\u00aden, grund\u00ads\u00e4t\u00adzlich ein gutes Zeichen.<\/p>\n<p>Dass <span class=\"musik-review-bandname\">BIG|BRAVE<\/span> trotz\u00addem keinen schw\u00ader\u00adm\u00fcti\u00adgen Postrock aufnehmen, son\u00addern sich etwas abseits tum\u00admeln, tut der Abwech\u00adslung ja dur\u00adchaus gut. Mehr als ein\u00admal werde ich trotz des extro\u00advertiert-aufge\u00addreht\u00aden Gesangs an <span class=\"musik-review-bandname\">Sig\u00adur R\u00f3s\u2019<\/span> \u201cBren\u00adnis\u00adteinn\u201d erin\u00adnert. Ich h\u00f6re Nois\u00ade\u00adrock, Post\u00admet\u00adal und Psy\u00adche\u00addel\u00adic Rock, umwoben von und ver\u00adflocht\u00aden mit Gitar\u00adren\u00addrones. Das zweite und zweitl\u00e4ng\u00adste St\u00fcck \u201cHold\u00ading Pat\u00adtern\u201d f\u00e4llt dabei fast ein wenig aus der Rei\u00adhe: Es begin\u00adnt ambi\u00adent, geht dann aber wieder in bek\u00adlem\u00admend elek\u00adtro\u00adn\u00adis\u00adche Psy\u00adche\u00addel\u00adic mit einem ungew\u00f6hn\u00adlichen, aber nicht st\u00f6ren\u00adden Stampf\u00adbeat \u00fcber. Wenn ich etwas kri\u00adtisieren m\u00fcsste, dann, dass die Abmis\u00adchung von \u201cA Gaze Among Them\u201d f\u00fcr einen etwas ver\u00adwasch\u00adenen Klang sorgt, der die <em>gedachte<\/em> Punk\u00adtzahl aber auch nicht deut\u00adlich senkt. Erfreulich ist es jedoch, dass ich das gar nicht muss und es deswe\u00adgen auch sein lasse.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Gaze-Among-Them-Big-Brave\/dp\/B07PZ2R84T?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a>, <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/106338178\">TIDAL<\/a> und <a href=\"https:\/\/bigbravesl.bandcamp.com\/album\/a-gaze-among-them\">Bandcamp.com<\/a> sind von mir emp\u00adfoh\u00adlene Rein\u00adh\u00f6r- und zum Teil auch Kaufgele\u00adgen\u00adheit\u00aden.<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/the-warlocks-mean-machine-music.jpg\" class=\"fancybox image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Vorschau_the-warlocks-mean-machine-music.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">The War\u00adlocks \u2014 Mean Machine Music<\/span>\n<p>Von ein\u00ader Band, die so hei\u00dft, wie sie hei\u00dft, weil <span class=\"musik-review-bandname\">The Vel\u00advet Under\u00adground<\/span> irgend\u00adwann auch mal so hie\u00dfen, wird schon vor dem H\u00f6ren einiges erwartet, jeden\u00adfalls von mir. Dass sie ein Album her\u00adaus\u00adbringt, das \u201cMean Machine Music\u201d hei\u00dft, ver\u00adst\u00e4rkt diesen Effekt.<\/p>\n<p>Dass \u201cMean Machine Music\u201d von <span class=\"musik-review-bandname\">The War\u00adlocks<\/span> trotz\u00addem keine Kopie von <span class=\"musik-review-bandname\">Lou Reeds<\/span> \u201cMet\u00adal Machine Music\u201d ist, verzei\u00adhe ich ihr gern, denn ihrer Vor\u00adbilder ist sie sich trotz\u00addem bewusst. Die gemein\u00adsame Liebe zu Rock &amp; Roll habe sie zusam\u00admenge\u00adf\u00fchrt, behauptet die Biografie auf der Band\u00adcamp\u00adseite, aber dahin\u00adter steckt mehr als <span class=\"musik-review-bandname\">Elvis Pres\u00adley<\/span>. \u201cRock &amp; Roll\u201d legt die Band auch gro\u00dfz\u00fcgig aus, denn w\u00e4hrend ich die wohl bekan\u00adnteste Rock-and-Roll-Band, die nur ein Album lang wirk\u00adlich \u201cRock &amp; Roll\u201d \u2014 eines der Lieder hie\u00df sog\u00adar so \u2014 zu spie\u00adlen ver\u00adsucht hat, im Nuschelge\u00adsang eben\u00adso wieder\u00aderkenne wie in den monot\u00ado\u00adnen Rhyth\u00admen, die den Fuzz- und Dronesch\u00fcben zugrunde liegen, ist vieles auf \u201cMean Machine Music\u201d doch eher dem Post\u00adpunk zuzuord\u00adnen, woran der grol\u00adlende Bass, der mal von S\u00e4nger und Front\u00admann <span class=\"musik-review-bandname\">Bob\u00adby Heck\u00adsh\u00ader<\/span>, meist aber von <span class=\"musik-review-bandname\">Christo\u00adpher DiPino<\/span> bedi\u00adent wird, seinen angemesse\u00adnen Anteil einzu\u00adfordern wohl berechtigt w\u00e4re.<\/p>\n<p>Genau genom\u00admen ist \u201cMean Machine Music\u201d sog\u00adar zwei Alben, denn das Album ist sowohl in sein\u00ader <em>nor\u00admalen<\/em> als auch in ein\u00ader reduzierten, instru\u00admen\u00adtal\u00aden Ver\u00adsion (also ohne Gesang) zu h\u00f6ren; nach \u201cTrib\u00adute to <span class=\"musik-review-bandname\">Hawk\u00adwind<\/span>\u201d, das auch genau so klingt, wie es hei\u00dft, begin\u00adnen die <em>repris\u00ades<\/em> jedes der f\u00fcnf St\u00fccke. In der Beschrei\u00adbung ist dazu, frei \u00fcber\u00adset\u00adzt, zu lesen:<\/p>\n<blockquote><p>Inspiri\u00adert von allem zwis\u00adchen <span class=\"musik-review-bandname\">Stere\u00ado\u00adlab<\/span>, Krautrock und Death-Rock pr\u00e4sen\u00adtiert dieses Album f\u00fcnf neue Kom\u00adpo\u00adsi\u00adtio\u00adnen und sucht diese Lieder dann f\u00fcr instru\u00admen\u00adtale Wieder\u00adauf\u00adnah\u00admen erneut auf, die tiefe Schicht\u00aden voller Melodie und Atmo\u00adsph\u00e4re offen\u00adbaren!<\/p><\/blockquote>\n<p>Das mit der \u201cMelodie und Atmo\u00adsph\u00e4re\u201d klappt tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich sehr gut. Der erste Teil des Albums begeis\u00adtert mit dem R\u00fcck\u00adgriff auf den besseren Teil der Rock\u00admusik der 1960er Jahre, der zweite Teil wiegt sich <em>groovend<\/em> ins Geh\u00f6r und ins Innere. Ein Album zum Schwel\u00adgen.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> Wie inzwis\u00adchen gewohnt ste\u00adhen <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Mean-Machine-Music-Warlocks\/dp\/B07Q2FHDBY\/?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a>, <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/108707308\">TIDAL<\/a> und <a href=\"https:\/\/thewarlocks.bandcamp.com\/album\/mean-machine-music\">Bandcamp.com<\/a> bere\u00adits bere\u00adit. Offen\u00adbar ist die Instru\u00admen\u00adtalver\u00adsion von \u201cTrib\u00adute to <span class=\"musik-review-bandname\">Hawk\u00adwind<\/span>\u201d jedoch nicht \u00fcber\u00adall enthal\u00adten, ich empfehle darauf zu acht\u00aden.<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/die-goldenen-zitronen-more-than-a-feeling.jpg\" class=\"fancybox image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Vorschau_die-goldenen-zitronen-more-than-a-feeling.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Die Gold\u00ade\u00adnen Zitro\u00adnen \u2014 More Than a Feel\u00ading<\/span><br>\n<span class=\"musik-review-lyrics\">\u201cIhr d\u00fcrft hier bald gar nichts mehr d\u00fcr\u00adfen!\u201d<\/span> (20x20)\n<p>Dass die <span class=\"musik-review-bandname\">Gold\u00ade\u00adnen Zitro\u00adnen<\/span>, vor vie\u00adlen Jahren Spa\u00dfpunkband, wenig sp\u00e4ter Punksatirik\u00ader, seit\u00addem Elek\u00adtrotanzwaswei\u00dfich, immer noch neue S\u00e4tze find\u00aden, die sie noch nicht ver\u00adtont haben, \u00fcber\u00adrascht mich auf jedem Album wieder. Dem sei beige\u00adf\u00fcgt, dass auch \u00dcber\u00adraschun\u00adgen vorherse\u00adhbar sein k\u00f6n\u00adnen. Die let\u00adzten paar Stu\u00addiow\u00aderke haben mich tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich etwas erm\u00fcdet zur\u00fcck\u00adge\u00adlassen: Zu fest\u00adge\u00adfahren schienen die Ham\u00adburg\u00ader Sch\u00fcler in ihrer Achtziger\u00e4s\u00adthetik.<\/p>\n<p>Auf \u201cMore Than a Feel\u00ading\u201d, Album Num\u00admer 13, gelingt ihnen jedoch der textliche und melodis\u00adche Br\u00fcck\u00aden\u00adschlag zwis\u00adchen ihren j\u00fcn\u00adgeren Werken und Glanz\u00adtat\u00aden wie \u201cSchafott zum Fahrstuhl\u201d. Dichte Sp\u00e4t-80er-Elek\u00adtron\u00adik gibt es auch weit\u00ader\u00adhin, anson\u00adsten hat die Gruppe ihre musikalis\u00adchen Gren\u00adzen in dem eige\u00adnar\u00adti\u00adgen Dreieck zwis\u00adchen Trip-Hop, Indie-Pop (\u201cN\u00fct\u00adzliche Katas\u00adtro\u00adphen\u201d) und dem, was textlich klis\u00adchee\u00adhaft albern und musikalisch den Punkrock verspot\u00adtend jedem Genre trotzt und was ich daher <em>Zitro\u00adnen\u00adstil<\/em> nen\u00adnen m\u00f6chte (\u201cKatakombe\u201d), anscheinend noch l\u00e4ngst nicht abschlie\u00dfend abgesteckt. Textlich sind sie unbeir\u00adrt in Hochform, wie man nicht erst in \u201cMauern bauen (test\u00adweise)\u201d belustigt fest\u00adstellen darf: <span class=\"musik-review-lyrics-inline\">\u201cWas meinen sie mit \u2018Volk\u2019? (\u2026) Meinen sie damit, dass sie (\u2026) um die Schweine, die sie essen wollen, die Schritte, die sie marschieren wollen, etwas herum bauen wollen?\u201d<\/span> Dazu wun\u00adder\u00advolle Neol\u00ado\u00adgis\u00admen wie \u201cMit\u00addem\u00adschwanzwedelung\u201d (\u201cIn der Schleife\u201d) und der ein\u00adst\u00admals ent\u00adt\u00e4uschte H\u00f6r\u00ader (ich) kehrt freudig zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Ihre deut\u00adliche poli\u00adtis\u00adche <em>Hal\u00adtung<\/em> \u2014 heutzu\u00adtage ist ja alles eine <em>Hal\u00adtung<\/em> \u2014 flie\u00dft freilich aus jedem Moment auf diesem Album, begin\u00adnend bei \u201cEs nervt\u201d, vor\u00adge\u00adtra\u00adgen von \u201c<span class=\"musik-review-bandname\">LaToya Man\u00adly-Spain<\/span> von der Schwarzen Fem\u00adi\u00adnis\u00adtis\u00adchen Bewe\u00adgung\u201d (\u201cmusik\u00adex\u00adpress\u201d), die die Vere\u00adin\u00adnah\u00admung ihrer Posi\u00adtio\u00adnen seit\u00adens <em>der Guten<\/em> kri\u00adtisiert, gipfel\u00adnd im Abschlussst\u00fcck \u201cDie alte Kauf\u00admannsstadt, Juli 2017\u201d, in dem die aus\u00adgeufer\u00adten G20-Demon\u00adstra\u00adtio\u00adnen vor zwei Jahren zusam\u00admenge\u00adfasst wer\u00adden: <span class=\"musik-review-lyrics-inline\">\u201cWer vom Fach war, der wusste, was passieren w\u00fcrde.\u201d<\/span> <span class=\"musik-review-bandname\">Die Gold\u00ade\u00adnen Zitro\u00adnen<\/span> m\u00fcssen es wis\u00adsen, sie waren als musikalis\u00adch\u00ader <em>act<\/em> mit\u00adten\u00addrin. Fraglich ist, ob die Demon\u00adstran\u00adten die hier vor\u00adge\u00adtra\u00adgene Kri\u00adtik an ihrer Berechen\u00adbarkeit als eine solche ver\u00adste\u00adhen w\u00fcr\u00adden.<\/p>\n<p>\u201cMore Than a Feel\u00ading\u201d bl\u00e4st dem immer\u00adhin nur schein\u00adbar m\u00fcde gewor\u00adde\u00adnen Zitro\u00adnen\u00adschiff also wieder Wind in die Segel. Ihm sei allzeit eine Hand\u00adbre\u00adit Wass\u00ader unter dem Kiel zuteil.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> Zu \u201cEs nervt\u201d gibt es ein <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ekusWGS2wtQ\">gewohnt selt\u00adsames Video<\/a>. Des Weit\u00aderen sind <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/More-Than-Feeling-Goldenen-Zitronen\/dp\/B07KH2ZW7S\/?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> und <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/99253235\">TIDAL<\/a> sehr fre\u00adundlich zu inter\u00adessierten Kon\u00adsumenten, andere Stream\u00ading\u00addi\u00aden\u00adste bitte ich bei Bedarf selb\u00adst zu kon\u00adsul\u00adtieren.<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/per-wiberg-head-without-eyes.jpg\" class=\"fancybox image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Vorschau_per-wiberg-head-without-eyes.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Per Wiberg \u2014 Head With\u00adout Eyes<\/span>\n<p>Bei Durch\u00adsicht mein\u00ader bish\u00aderi\u00adgen Besten\u00adlis\u00adten habe ich \u00fcber\u00adrascht fest\u00adgestellt, dass unter den\u00adjeni\u00adgen Bands, von denen ich annahm, sie w\u00e4ren bere\u00adits darin vorgekom\u00admen, wom\u00adit ich jedoch falsch lag, auch die schwedis\u00adche Prog\u00admet\u00adal\u00adgruppe <span class=\"musik-review-bandname\">Opeth<\/span> ist. Aus nahe\u00adliegen\u00adden Gr\u00fcn\u00adden \u00e4ndere ich das auch heute nicht, denn das diesj\u00e4hrige Album von <span class=\"musik-review-bandname\">Opeth<\/span> \u2014 \u201cIn Cau\u00adda Venenum\u201d \u2014 ist noch gar nicht erschienen. Stattdessen m\u00f6chte ich ein wenig in ihrer Geschichte herumw\u00fchlen.<\/p>\n<p>Diese ist gepr\u00e4gt von stetigem Wan\u00addel: Bere\u00adits drei Jahre vor Ver\u00f6f\u00adfentlichung ihres Deb\u00fc\u00adtal\u00adbums \u201cOrchid\u201d (1995) war das let\u00adzte Gr\u00fcn\u00addungsmit\u00adglied <span class=\"musik-review-bandname\">David Isberg<\/span> nicht mehr dabei, seit\u00addem f\u00fchrt Gitar\u00adrist und S\u00e4nger <span class=\"musik-review-bandname\">Mikael \u00c5ker\u00adfeldt<\/span> die Band an. 2005 stie\u00df Key\u00adboard\u00ader <span class=\"musik-review-bandname\">Per Wiberg<\/span> dazu, der drei Live- und zwei Stu\u00addioal\u00adben lang dabei blieb. Neben sein\u00ader Aushil\u00adfe bei anderen K\u00fcn\u00adstlern und sein\u00ader Mit\u00adglied\u00adschaft bei den <span class=\"musik-review-bandname\">Spir\u00adi\u00adtu\u00adal Beg\u00adgars<\/span> hat\u00adte er jet\u00adzt sog\u00adar noch Zeit, ein erstes Soloal\u00adbum aufzunehmen. Es hei\u00dft \u201cHead With\u00adout Eyes\u201d und ist nicht schlecht.<\/p>\n<p><em>Im Inter\u00adnet<\/em> wird es f\u00fcr seinen Abwech\u00adslungsre\u00adich\u00adtum gew\u00fcrdigt und das nicht unberechtigt. In sechs St\u00fcck\u00aden, teil\u00adweise (\u201cAny\u00adwhere the Blood Flows\u201d) \u00fcber 11 Minuten lang, h\u00f6re ich vor allem atmo\u00adsph\u00e4risch dicht\u00aden Hard-\/Space\u00adrock. Wer <span class=\"musik-review-bandname\">Hawk\u00adwind<\/span> mag, dem sollte \u201cHead With\u00adout Eyes\u201d gle\u00adich\u00adfalls gefall\u00aden. Ander\u00adswo gibt es mal Doom (\u201cPile of Noth\u00ading\u201d), mal <span class=\"musik-review-bandname\">Nick-Cave<\/span>-taugliche Musik mit dazu passenden <em>lyrics<\/em> zu genie\u00dfen: <span class=\"musik-review-lyrics-inline\">\u201cI don\u2019t trust the light any\u00admore\u201d<\/span> (\u201cFad\u00ader\u201d) \u2014 so muss das sein. Der Pres\u00adse\u00adtext zum Album schwafelt was von <span class=\"musik-review-bandname\">Van der Graaf Gen\u00ader\u00ada\u00adtor<\/span> und <span class=\"musik-review-bandname\">Talk Talk<\/span>, aber Press\u00adeschreiber inter\u00adessieren sich auch meist nicht beson\u00adders f\u00fcr Musik.<\/p>\n<p>Wer einen Kopf hat, der h\u00f6re. Guck\u00aden muss er ja nicht, das Cover\u00adbild ist ohne\u00adhin keines der sch\u00f6neren dieses Jahres.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/tidal.com\/browse\/album\/105836458\">TIDAL<\/a> hat \u2014 wie oft \u2014 einen Kom\u00adplettstream im Sor\u00adti\u00adment, f\u00fcr Kauf und Rein\u00adh\u00f6ren scheint <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Head-Without-Eyes-Wiberg\/dp\/B07PQVJC8Q?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> geeignet zu sein.<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/magma-zess.jpg\" class=\"fancybox image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Vorschau_magma-zess.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Mag\u00adma \u2014 Z\u00ebss<\/span>\n<p>Hur\u00adra! <span class=\"musik-review-bandname\">Mag\u00adma<\/span> sind im f\u00fcn\u00adfzig\u00adsten Jahr ihres wenig\u00adstens ideellen Beste\u00adhens zur\u00fcck und f\u00fchren ein Werk mit sich, an dem seit wenig\u00adstens 1977 gear\u00adbeit\u00adet wurde.<\/p>\n<p>Das jahrzehn\u00adte\u00adlange Per\u00adfek\u00adtion\u00adieren bere\u00adits live aufge\u00adf\u00fchrter Rohfas\u00adsun\u00adgen hat dem erfreuten Rezensen\u00adten bere\u00adits einige sehr sch\u00f6ne Musikalben dieser Gruppe zu Geh\u00f6r gebracht. Sollte es jet\u00adzt wom\u00ad\u00f6glich das let\u00adzte Mal sein? Vor inzwis\u00adchen zehn Jahren hat\u00adte Band\u00adchef und \u2011gr\u00fcn\u00adder <span class=\"musik-review-bandname\">Chris\u00adt\u00adian Van\u00adder<\/span> in einem Inter\u00adview mit\u00adgeteilt, \u201cZ\u00ebss\u201d werde das let\u00adzte St\u00fcck sein, das er jemals aufnehmen werde. Inzwis\u00adchen hat er diese Ein\u00adsch\u00e4tzung zwar rev\u00adi\u00addiert, aber ihn daran zu messen erscheint mir trotz\u00addem nicht verkehrt. <span class=\"musik-review-bandname\">Mag\u00adma<\/span> haben sich selb\u00adst von Anfang an \u2014 mit ein\u00ader kurzen Unter\u00adbrechung (\u201cMer\u00adci\u201d, 1984) \u2014 immer wieder zu \u00fcbertr\u00ade\u00adf\u00adfen ver\u00adsucht und sind damit sel\u00adten gescheit\u00adert.<\/p>\n<p>\u201cZ\u00ebss\u201d ist, vielle\u00adicht gibt es auch deshalb erst im Sep\u00adtem\u00adber eine nachgeschobene Viny\u00adlaus\u00adgabe, ein einziges St\u00fcck von 37:57 Minuten L\u00e4nge. Inhaltlich gehe es, das l\u00e4sst sich her\u00adaus\u00adfind\u00aden, um griechis\u00adche Mytholo\u00adgie und um den let\u00adzten Tag vor dem gro\u00dfen Nichts. Zumeist l\u00e4sst die Gestal\u00adtung der Alben von <span class=\"musik-review-bandname\">Mag\u00adma<\/span> ja Schl\u00fcsse auf die ihnen zugrun\u00addeliegende Mytholo\u00adgie zu und auch dies\u00admal ist der Schriftzug \u201cZ\u00ebss\u201d <em>unge\u00adf\u00e4hr<\/em> so gestal\u00adtet, wie man Texte eben so gestal\u00adtet, wenn man einen Bezug zu Griechen\u00adland her\u00adstellen will. Der Unter\u00adti\u00adtel von \u201cZ\u00ebss\u201d, sog\u00adar auf dem Album selb\u00adst zu lesen, ist \u201cle jour du n\u00e9ant\u201d, also \u201cder Tag des Nichts\u201d. <span class=\"musik-review-bandname\">Chris\u00adt\u00adian Van\u00adder<\/span>, son\u00adst vor allem am Schlagzeug sitzend, zieht es in \u201cZ\u00ebss\u201d seit \u00fcber vierzig Jahren vor zu sin\u00adgen, seine Vertre\u00adtung \u00fcbern\u00adimmt <span class=\"musik-review-bandname\">Mor\u00adgan \u00c5gren<\/span> von <span class=\"musik-review-bandname\">Mats\/Morgan<\/span>. Neben sieben weit\u00aderen Vokalis\u00adten, darunter die anscheinend unver\u00adw\u00fcstliche <span class=\"musik-review-bandname\">Isabelle Feuille\u00adbois<\/span>, sowie den zurzeit nur noch sechs <span class=\"musik-review-bandname\">Mag\u00adma<\/span>musik\u00adern selb\u00adst nahm auch das <span class=\"musik-review-bandname\">Prager Phil\u00adhar\u00admonieorch\u00adester<\/span> an der Auf\u00adnahme teil. The\u00adatra\u00adlik stand <span class=\"musik-review-bandname\">Mag\u00adma<\/span> schon immer gut.<\/p>\n<p>Apro\u00adpos Unter\u00adti\u00adtel: Das St\u00fcck beste\u00adht aus sieben Teilen, die aus\u00adnahm\u00adsweise neben einem koba\u00efanis\u00adchen auch einen franz\u00f6\u00adsis\u00adchen Titel tra\u00adgen. Das let\u00adzte dieser sieben Teile hei\u00dft \u201cD\u00fcmg\u00ebhl Bla\u00f6 (Glas Ultime)\u201d, was, wie zuvor schon \u201c\u0160la\u011f Tanz\u201d (2015), wahrschein\u00adlich nur im Deutschen witzig klingt. Ich bin unver\u00admin\u00addert froh dar\u00fcber, dass <span class=\"musik-review-bandname\">Mag\u00adma<\/span> mit weni\u00adgen Aus\u00adnah\u00admen darauf verzicht\u00aden, die Sprache ihres Heimat\u00adlandes Frankre\u00adich zu der ihren zu machen. Sch\u00f6n ist es auch, dass auf \u201cZ\u00ebss\u201d anfangs die St\u00e4rken der <em>klas\u00adsis\u00adchen<\/em> <span class=\"musik-review-bandname\">Mag\u00adma<\/span>-Phase, n\u00e4m\u00adlich das D\u00fcstere und Hym\u00adnis\u00adche, wieder \u00fcber das allzu Beschwingte (\u201cF\u00e9lic\u00adit\u00e9 Th\u00f6sz\u201d, 2012) siegen. Pop\u00admusik ist nicht von Dauer.<\/p>\n<p>\u201c\u1e80\u00f6hm d\u00ebhm Zeuhl sta\u00addi\u00adum\u201d, unter\u00adtitelt als die \u201cHymne des Nichts\u201d, l\u00e4utet das Album insofern sehr willkom\u00admen ein, n\u00e4m\u00adlich getra\u00adgen mit Klavier und ton\u00adlosem Chorge\u00adsang. Nach zweiein\u00adhalb Minuten set\u00adzt der Chef per\u00ads\u00f6n\u00adlich mit warm vor\u00adge\u00adtra\u00adgen\u00adem Koba\u00efanisch ein, jedoch nur kurz, denn der Chor \u00fcbern\u00adimmt schnell wieder. \u201cDa Zeuhl \u1e80ortz d\u00ebhm \u1e80r\u00ebh\u00adntt\u201d \u00fcber\u00adrascht dann doch: Zu einem monot\u00ado\u00adnen Klavier\u00adrhyth\u00admus und treiben\u00addem Jaz\u00adzschlagzeug wird ein franz\u00f6\u00adsis\u00adch\u00ader Monolog gehal\u00adten. Ich bin ver\u00adwirrt, zumal es nicht mal scheu\u00dflich, son\u00addern sog\u00adar sehr stim\u00admig klingt. <span class=\"musik-review-bandname\">Chris\u00adt\u00adian Van\u00adder<\/span> fehlt vielle\u00adicht das Kratzig-K\u00fch\u00adle, das ich bis\u00adlang f\u00fcr eine Voraus\u00adset\u00adzung gehal\u00adten hat\u00adte, um franz\u00f6\u00adsis\u00adch\u00ader S\u00e4nger sein zu d\u00fcr\u00adfen. Der naht\u00adlose \u00dcber\u00adgang in \u201cD\u00ef \u1e80\u00f6\u00f6hr Spra\u0161er\u201d, \u201cla voix qui par\u00adle\u201d (\u201cdie sprechende Stimme\u201d), f\u00e4llt auch nur durch den Wech\u00adsel der Sprache auf, denn ohne Stil\u00adbruch f\u00e4hrt der S\u00e4nger, immer orches\u00adtraler begleit\u00adet, auf Koba\u00efanisch fort, das immer wieder, vielle\u00adicht <a href=\"https:\/\/kohntarkosz.blogspot.com\/2009\/11\/some-words-about-recent-controversy.html\">nicht zuf\u00e4l\u00adlig<\/a>, wie eine wenig\u00adstens gelun\u00adgene Par\u00ado\u00addie des Deutschen klingt: \u201cUnd wir am wer\u00adden St\u00fcr\u00admen sein\u201d, was man trotz des geroll\u00adten Rs wahrschein\u00adlich aber ganz anders schreibt. Die zweite H\u00e4lfte dieses Teils wird im Wesentlichen bei gehal\u00adtenem Klavier\u00adrhyth\u00admus mit Scat\u00adge\u00adsang bestrit\u00adten. Nie\u00admand soll behaupten, <span class=\"musik-review-bandname\">Mag\u00adma<\/span> h\u00e4t\u00adten ihre Jazz\u00adwurzeln ver\u00addr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Nach einem kurzen hym\u00adnis\u00adchen Zwis\u00adchen\u00adspiel mit erneutem text\u00adlosem Chorge\u00adsang schlie\u00dft \u201c\u0160tre\u00fcm \u00dcndets \u1e80\u00ebh\u00ebm\u201d an, in dem das Orch\u00adester, wohl \u00fcber\u00adwiegend stre\u00adichend, endlich ein\u00admal <em>auf\u00addrehen<\/em> darf. Dem Klavier\u00adrhyth\u00admus wird hier ein vor\u00fcberge\u00adhen\u00addes Ende geset\u00adzt, Blasin\u00adstru\u00admente \u00fcbernehmen. \u201cZ\u00ebss Mah\u00adn\u00adt\u00ebhr Kan\u00adt\u00f6hm\u201d ist eine Fort\u00adset\u00adzung von \u201cD\u00ef \u1e80\u00f6\u00f6hr Spra\u0161er\u201d mit einem noch dichteren Orch\u00adester und dom\u00adi\u00adnan\u00adtem Chor. Einen Stil\u00adwech\u00adsel kann erst \u201cZ\u00ef \u00cfss \u1e80\u00f6ss \u0160t\u00ebh\u00ebm\u201d, in dem der Chor Jesus Chris\u00adtus \u2014 <span class=\"musik-review-lyrics-inline\">Sanc\u00adtus! Sanc\u00adtus!<\/span> \u2014 besingt, wieder aufweisen, was nicht nur textlich auf\u00adf\u00e4llt, denn man ken\u00adnt <span class=\"musik-review-bandname\">Mag\u00adma<\/span> nicht unbe\u00add\u00adingt als beson\u00adders <em>christliche<\/em> Band. Tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich scheint \u201cZ\u00ebss\u201d andauernd jubel\u00adnder und fr\u00f6h\u00adlich\u00ader zu wer\u00adden. Und das Bl\u00f6de ist: Mir gef\u00e4llt das sog\u00adar.<\/p>\n<p>Aber Moment: Pl\u00f6t\u00adzlich ver\u00ads\u00adtum\u00admen die Instru\u00admente. Wenig Orch\u00adester und ein zur\u00fcck\u00adhal\u00adtendes Klavier bes\u00adtim\u00admen das abschlie\u00dfende \u201cD\u00fcmg\u00ebhl Bla\u00f6\u201d, das beina\u00adhe als Schlager durchgin\u00adge, wen\u00adngle\u00adich als au\u00dfergew\u00f6hn\u00adlich beschw\u00f6ren\u00adder und \u00fcberdies auf Koba\u00efanisch gesun\u00adgener. Zwar wird so der Bogen zum Beginn des Albums geschla\u00adgen, aber dieses Her\u00adaus\u00adrei\u00dfen aus dem Beschwingten erfol\u00adgte doch etwas unverse\u00adhens.<\/p>\n<p>Mein Faz\u00adit? Nun, \u201cZ\u00ebss\u201d ist selb\u00adst im sowieso nicht ger\u00adade <em>gew\u00f6hn\u00adlichen<\/em> Gesamtwerk von <span class=\"musik-review-bandname\">Mag\u00adma<\/span> ein auf\u00adf\u00e4l\u00adliges Album, das kon\u00adse\u00adquent auf dem auf den let\u00adzten paar Alben eingeschla\u00adge\u00adnen Weg fortschre\u00adit\u00adet, ohne den Ursprung aus den Augen zu ver\u00adlieren. Als Ein\u00adstieg in den Zeuhl mag es ungeeignet sein, aber Spa\u00df macht\u2019s dann eben doch. Sollte es das let\u00adzte Stu\u00addioal\u00adbum <span class=\"musik-review-bandname\">Mag\u00admas<\/span> bleiben, so war es wenig\u00adstens ein w\u00fcrdi\u00adger Abschied.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> \u00dcber\u00adrascht stelle ich fest, dass sowohl Stream als auch Ama\u00adzon\u00adschnipsel sich zurzeit noch rar machen beziehungsweise gemacht wer\u00adden. Auf <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/playlist?list=PLp58zvyi0EgyQu63PU3cDBUdiiIwHbTa7\">YouTube<\/a> gibt es jedoch eine Wieder\u00adga\u00adbeliste mit ein\u00ader etwas \u00e4lteren, aber bere\u00adits sehr guten Auf\u00adf\u00fchrung von \u201cZ\u00ebss\u201d.<\/p>\n<p>Was sagt der Kalen\u00adder? Ah, sp\u00e4t dran. Dann machen wir den Rest im Schnell\u00addurch\u00adlauf:<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-titel\">Pel\u00adi\u00adcan \u2014 Night\u00adtime Sto\u00adries<\/span>\n<p>Diejeni\u00adgen, die sich an energiege\u00adladen\u00adem instru\u00admen\u00adtalem Post\u00admet\u00adal erfreuen k\u00f6n\u00adnen, ver\u00adleit\u00adet die Ank\u00fcndi\u00adgung eines neuen Albums der vier Her\u00adren von <span class=\"musik-review-bandname\">Pel\u00adi\u00adcan<\/span> gele\u00adgentlich zu Aus\u00addr\u00fcck\u00aden der Freude, die auch an \u201cNight\u00adtime Sto\u00adries\u201d, ihr angriff\u00ads\u00adlustig rif\u00adf\u00adend\u00ades, doomendes und dr\u00f6h\u00adnen\u00addes sech\u00adstes Stu\u00addioal\u00adbum, nicht ver\u00adschwen\u00addet sind. <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Nighttime-Stories-Pelican\/dp\/B07QN3DC2B?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de.<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-titel\">Lost in Kiev \u2014 Per\u00adsona<\/span>\n<p>\u201cPer\u00adsona\u201d ist effek\u00adtverziert\u00ader, gitar\u00adrengetrieben\u00ader Konzept-Postrock aus Frankre\u00adich mit <em>genau richtig<\/em> einge\u00adset\u00adzten gesproch\u00adenen Tex\u00adten, f\u00fcr den tief in den Archiv\u00aden von <span class=\"musik-review-bandname\">Russ\u00adian Cir\u00adcles<\/span> und <span class=\"musik-review-bandname\">Explo\u00adsions in the Sky<\/span> gew\u00fchlt wurde und der 2019 zu den bish\u00ader besten der Dekade gez\u00e4hlt wer\u00adden kann. <a href=\"https:\/\/lostinkiev.bandcamp.com\/album\/persona\">Band\u00adcamp.<\/a><\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-titel\">Spot\u00adlights \u2014 Love &amp; Decay<\/span>\n<p>Hin\u00adter diesem unauf\u00adf\u00e4l\u00adli\u00adgen Titel ver\u00adbirgt das Trio aus New York sch\u00f6n <em>dicht\u00aden<\/em> Doom\/Shoegaze, der es sich, ver\u00adfein\u00adert mit bemerkenswert san\u00adftem Gesang, auf dem opti\u00admalen Platz zwis\u00adchen Schwere und Melodie gem\u00fctlich gemacht hat. <a href=\"https:\/\/spotlights.bandcamp.com\/album\/love-decay\">Band\u00adcamp.<\/a><\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-titel\">Lost World Band \u2014 Spheres Aligned<\/span>\n<p>Nach Auf\u00adnah\u00admen in Moskau und New York erfreut diese rus\u00adsis\u00adche Band den Fre\u00adund klas\u00adsis\u00adchen Pro\u00adgres\u00adsive Rocks sowie \u00f6stlich\u00ader Folk\u00adlore mit ein\u00ader gelun\u00adgenen Kom\u00adbi\u00adna\u00adtion aus bei\u00addem, darge\u00adboten mit Fl\u00f6te, Geige, brum\u00admen\u00addem Bass, schnei\u00adden\u00adder Gitarre und ein\u00ader angemesse\u00adnen Menge an sch\u00f6n zur\u00fcck\u00adhal\u00adtenden Vokalein\u00adla\u00adgen. <a href=\"https:\/\/lostworldband.bandcamp.com\/album\/spheres-aligned\">Band\u00adcamp.<\/a><\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-titel\">Karako\u00adrum \u2014 Fables and Fairy\u00adtales<\/span>\n<p>Fast bleiben wir im Genre: <span class=\"musik-review-bandname\">Karako\u00adrum<\/span> kre\u00adden\u00adzen eine vortr\u00ade\u00adf\u00adfliche Creme aus Retro\u00adprog, Can\u00adter\u00adbury und Clas\u00adsic Rock in ein\u00ader Dar\u00adbi\u00adetung, die mit per\u00adlen\u00addem Bass und rauchigem Gesang besticht. <a href=\"https:\/\/karakorum.bandcamp.com\/album\/fables-and-fairytales\">Band\u00adcamp.<\/a><\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-titel\">Labir\u00adin\u00adto \u2014 Divi\u00adno Afflante Spir\u00adi\u00adtu<\/span>\n<p>Hei\u00dft ital\u00adienisch, kommt aber aus Brasilien: Das im Feb\u00adru\u00adar ver\u00f6f\u00adfentlichte \u201cDivi\u00adno Afflante Spir\u00adi\u00adtu\u201d, aus unklaren Gr\u00fcn\u00adden mit Gro\u00dfbuch\u00adstaben vor jedem Wort, vere\u00adint bret\u00adtern\u00adden Post\u00admet\u00adal mit endlich mal passen\u00addem Gesang, n\u00e4m\u00adlich heis\u00aderem Growl\u00ading, obwohl das Album weit\u00adge\u00adhend instru\u00admen\u00adtal <em>stat\u00adtfind\u00adet<\/em>. <a href=\"https:\/\/labirinto.bandcamp.com\/album\/divino-afflante-spiritu\">Band\u00adcamp.<\/a><\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-titel\">The Moth Gath\u00ader\u00ader \u2014 Eso\u00adteric Oppres\u00adsion<\/span>\n<p>Was dieser Liste ja auch noch gefehlt hat, war ein wenig Post\u00admet\u00adal, und <span class=\"musik-review-bandname\">The Moth Gath\u00ader\u00ader<\/span> servieren ihn auf ein\u00ader reich\u00adhaltig gef\u00fcll\u00adten Plat\u00adte mit Haupt\u00adg\u00e4n\u00adgen in den Geschmack\u00adsrich\u00adtun\u00adgen Drone, Ambi\u00adent und Black\u00admet\u00adal mit gebr\u00fcll\u00adten <em>lyrics<\/em> (\u201cThe Drone King\u00addom\u201d); da verzei\u00adht man auch das \u00dcbernehmen der schreck\u00adlichen Unsitte, ein Album mit\u00adtels <em>fade\u00adout<\/em> ein\u00adfach auszublenden (\u201cPhos\u00adpho\u00adres\u00adcent Blight\u201d), statt sich ein gutes Ende zu \u00fcber\u00adlegen. <a href=\"https:\/\/agoniarecords.bandcamp.com\/album\/esoteric-oppression\">Band\u00adcamp.<\/a><\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-titel\">Cities of Mars \u2014 The Horol\u00ado\u00adgist<\/span>\n<p>Einen noch f\u00fcr den Weg: Das schwedis\u00adche Trio <span class=\"musik-review-bandname\">Cities of Mars<\/span> ver\u00f6f\u00adfentlichte im April 2019 ihr zweites Vol\u00adl\u00adl\u00e4n\u00adgen\u00adstu\u00addioal\u00adbum \u201cThe Horol\u00ado\u00adgist\u201d, bewor\u00adben als eine Art Konzep\u00adtal\u00adbum \u00fcber die mythis\u00adche Geschichte des Plan\u00adeten Mars, auf dem sie \u2014 manch\u00admal ein biss\u00adchen zu auss\u00adchweifend und monot\u00adon (\u201cThe Last Elec\u00adtric Dream\u201d), aber den\u00adnoch beacht\u00adenswert \u2014 dem H\u00f6r\u00ader einen her\u00advor\u00adra\u00adgen\u00adden <em>smooth\u00adie<\/em> aus Ston\u00ader Rock und Sludge pr\u00e4sen\u00adtieren, wen\u00adngle\u00adich mein Lieblingsst\u00fcck auf dem Album \u2014 \u201cWork Song\u201d, das sich auf ein mehrstim\u00admiges Folk-<em>intro<\/em> st\u00fctzt und allm\u00e4h\u00adlich ausufert \u2014 <em>eigentlich<\/em> gar nicht ins Konzept passt. <a href=\"https:\/\/citiesofmars.bandcamp.com\/album\/the-horologist-2\">Band\u00adcamp.<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<p>Mehr \u2014 und die R\u00fcckschau auf die let\u00adzten paar Jahrzehnte in der Musik \u2014 gibt es wie gewohnt in etwa einem hal\u00adben Jahr an gewohn\u00adter Stelle zu lesen.<\/p>\n<p>Man bleibe einan\u00adder gewogen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"seriesmeta\">Dieser Artikel ist Teil 22 von 29 der Serie <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/artikelserien\/jahresrueckblick\/\" class=\"series-33\" title=\"Jahresr\u00fcckblick\">Jahres\u00adr\u00fcck\u00adblick<\/a><\/div><p>Lange nichts mehr \u00fcber Musik geschrieben. Das erste halbe Jahr 2019 ist vor\u00adbei \u2014 schon jet\u00adzt bietet sich daher eine Gele\u00adgen\u00adheit, ein paar Worte \u00fcber die pass\u00adabel\u00adsten Musikalben des Jahres zu ver\u00adlieren. Wie \u00fcblich erhebe ich keinen Anspruch darauf, eine voll\u00adst\u00e4ndi\u00adge Liste vorzule\u00adgen, zumal noch \u2014 zum Zeit\u00adpunkt des Ver\u00adfassens dieses Absatzes \u2014 ein halbes \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2019\/07\/musik-06-2019-favoriten-und-analyse\/\" class=\"more-link\">\u2018Musik 06\/2019 \u2014 Favoriten und Analyse\u2019 weit\u00ader\u00adlesen \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[14,17],"tags":[],"series":[33],"class_list":["post-15717","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kaufbefehle","category-musikkritik","series-jahresrueckblick"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":"b094af38ed9b4e36975e65af4b6db7a1","server":"vg07.met.vgwort.de","url":"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/b094af38ed9b4e36975e65af4b6db7a1"},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15717","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15717"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15717\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15717"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15717"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15717"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/series?post=15717"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}