{"id":12718,"date":"2017-08-09T18:47:33","date_gmt":"2017-08-09T16:47:33","guid":{"rendered":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=12718"},"modified":"2017-08-09T08:35:34","modified_gmt":"2017-08-09T06:35:34","slug":"googles-eingebildetes-frauenproblem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2017\/08\/googles-eingebildetes-frauenproblem\/","title":{"rendered":"Googles eingebildetes Frauenproblem"},"content":{"rendered":"<p>In der Rei\u00adhe der Tech\u00adniko\u00adr\u00adgan\u00adi\u00adsa\u00adtio\u00adnen, in denen ein zer\u00adset\u00adzen\u00addes Kli\u00adma herrscht, seit Krawallfem\u00adi\u00adnis\u00adten aller\u00adlei Geschlechts die Ansicht durchzubox\u00aden ver\u00adsuchen, ein kusche\u00adliges Miteinan\u00adder sei in der EDV min\u00addestens genau so wichtig wie, ver\u00admut\u00adlich aber noch weitaus wichtiger als Pro\u00adduk\u00adtiv\u00adit\u00e4t (denn gegen\u00adseit\u00adiges Ver\u00adst\u00e4nd\u00adnis daf\u00fcr, wenn man sich heute geschlechtsm\u00e4\u00dfig als Apache-Kampfhub\u00adschrauber f\u00fchlt, hat einem Unternehmen gef\u00e4l\u00adligst mehr zu bedeuten als dass man deswe\u00adgen heute lei\u00adder nicht pro\u00adduk\u00adtiv arbeit\u00aden kann <em>#auf\u00adschrei<\/em>), ste\u00adht nach dem Tor-Pro\u00adjekt und GitHub jet\u00adzt, <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/brief-eines-google-mitarbeiters-die-tech-branche-und-ihr-sexismusproblem\/20157860.html\">wie man liest<\/a>, auch Google.<\/p>\n<p>Google, eines dieser Unternehmen, die stolz einen \u201cCode of Con\u00adduct\u201d vor sich her\u00adtra\u00adgen und <em>nat\u00fcr\u00adlich<\/em> eine eigens f\u00fcr Diver\u00adsit\u00e4t zust\u00e4ndi\u00adge Vizepr\u00e4si\u00addentin \u00fcber\u00adbezahlen, als sei Gesch\u00e4ft\u00adser\u00adfolg zweitrangig, ver\u00adsucht ger\u00adade einen Sturm im Wasser\u00adglas zu \u00fcber\u00adwinden, nach\u00addem ein\u00ader sein\u00ader Angestell\u00adten, der in einem inter\u00adnen Schreiben die Ansicht ver\u00adtrat, dass Frauen in der EDV nicht v\u00f6l\u00adlig grund\u00adlos <em>unter\u00adrepr\u00e4sen\u00adtiert<\/em> sind, son\u00addern wom\u00ad\u00f6glich ein\u00adfach naturgem\u00e4\u00df andere Inter\u00adessen haben, wom\u00adit der Wun\u00adsch Googles, Frauen aktiv zu f\u00f6rdern, let\u00adztlich <a href=\"https:\/\/gizmodo.com\/exclusive-heres-the-full-10-page-anti-diversity-screed-1797564320\">M\u00e4n\u00adner diskri\u00adm\u00adiniere<\/a>, als Beweis daf\u00fcr, dass er damit <em>v\u00f6l\u00adlig Recht hat\u00adte<\/em>, der Arbeit\u00adslosigkeit \u00fcbergeben wurde.<\/p>\n<p>Ich mein\u00ader\u00adseits halte ja \u2014 anders, als <em>der Fem\u00adi\u00adnis\u00admus<\/em>, den ander\u00ader\u00adseits eine Unter\u00adrepr\u00e4sen\u00adtierung in mies bezahlten Handw\u00aderks\u00adberufen augen\u00adschein\u00adlich keineswegs zu inter\u00adessieren scheint, denn \u201cGeschlechterg\u00aderechtigkeit\u201d, also leis\u00adtung\u00adsun\u00adab\u00adh\u00e4ngig hohes Gehalt, soll es bittesch\u00f6n nur dort geben, wo genug Net\u00adto\u00adgeld reinkommt, es gern h\u00e4tte \u2014 nach wie vor sehr viel vom Ver\u00addi\u00aden\u00adst\u00adprinzip. Wer schei\u00dfe pro\u00adgram\u00admiert, der ist auch dann jemand, der schei\u00dfe pro\u00adgram\u00admiert, wenn er ein gef\u00e4l\u00adligst wertzusch\u00e4tzen\u00addes Geschlecht hat und\/oder zu haben glaubt. Daran \u00e4ndert auch ein Ver\u00adhal\u00adtenskodex bemerkenswert wenig. Ein Geschlecht zu haben ist noch kein sin\u00adnvoller Beitrag f\u00fcr die Gesellschaft. Selb\u00adstre\u00addend ist die medi\u00adale Rezep\u00adtion seit\u00adens fach\u00adfern\u00ader Autoren eine andere: Im \u201cTagesspiegel\u201d zum Beispiel behauptet Oliv\u00ader Voss von vorn\u00adhere\u00adin, Infor\u00admatik sei einst Frauen\u00adsache gewe\u00adsen, als beste\u00adhe zwis\u00adchen dem Umstand, dass f\u00fcr das Pro\u00adgram\u00admieren von Com\u00adput\u00adern in deren Fr\u00fchzeit, also in den 1940-er Jahren, kaum lebendi\u00adge, nicht gefan\u00adgene und nicht ander\u00adweit\u00adig besch\u00e4ftigte M\u00e4n\u00adner zu find\u00aden waren, und dem Fakt, dass <em>ger\u00adade ein Weltkrieg stat\u00adtfand<\/em>, kein\u00ader\u00adlei Zusam\u00admen\u00adhang. Frauen hat\u00adten eben nicht beson\u00adders viel zu tun und waren auch eher ungern an der Front.<\/p>\n<p>Dabei scheint der urspr\u00fcngliche Fehler, der bei Google (und so weit\u00ader) gemacht wurde, allein der zu sein, das Geschlecht \u00fcber\u00adhaupt zu einem entschei\u00adden\u00adden Kri\u00adteri\u00adum <em>f\u00fcr irgen\u00addet\u00adwas<\/em> gemacht zu haben. In ein\u00ader Welt, die Geschlechter\u00adgren\u00adzen ein\u00adrei\u00dfen soll (es gebe, sagt man, sowieso unz\u00e4hlbar viele Geschlechter), ist der Ver\u00adsuch, ein bes\u00adtimmtes Geschlecht st\u00e4rk\u00ader aktiv einzu\u00adbinden als ein anderes, ein moralis\u00adch\u00ader R\u00fcckschritt, der sich ins linksre\u00adgres\u00adsive Nar\u00adra\u00adtiv der Zeit zwar har\u00admonisch ein\u00adf\u00fcgt, dessen Folgesch\u00e4\u00adden jedoch unab\u00adse\u00adhbar bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Rei\u00adhe der Tech\u00adniko\u00adr\u00adgan\u00adi\u00adsa\u00adtio\u00adnen, in denen ein zer\u00adset\u00adzen\u00addes Kli\u00adma herrscht, seit Krawallfem\u00adi\u00adnis\u00adten aller\u00adlei Geschlechts die Ansicht durchzubox\u00aden ver\u00adsuchen, ein kusche\u00adliges Miteinan\u00adder sei in der EDV min\u00addestens genau so wichtig wie, ver\u00admut\u00adlich aber noch weitaus wichtiger als Pro\u00adduk\u00adtiv\u00adit\u00e4t (denn gegen\u00adseit\u00adiges Ver\u00adst\u00e4nd\u00adnis daf\u00fcr, wenn man sich heute geschlechtsm\u00e4\u00dfig als Apache-Kampfhub\u00adschrauber f\u00fchlt, hat einem Unternehmen gef\u00e4l\u00adligst mehr \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2017\/08\/googles-eingebildetes-frauenproblem\/\" class=\"more-link\">\u2018Googles einge\u00adbildetes Frauen\u00adprob\u00adlem\u2019 weit\u00ader\u00adlesen \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[13,37],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-12718","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-in-den-nachrichten","category-mir-wird-geschlecht"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":null,"server":null,"url":null},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12718","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12718"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12718\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12718"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12718"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12718"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/series?post=12718"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}