{"id":12544,"date":"2017-07-01T21:41:02","date_gmt":"2017-07-01T19:41:02","guid":{"rendered":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=12544"},"modified":"2017-08-18T12:08:19","modified_gmt":"2017-08-18T10:08:19","slug":"musik-062017-favoriten-und-analyse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2017\/07\/musik-062017-favoriten-und-analyse\/","title":{"rendered":"Musik 06\/2017 \u2014 Favoriten und Analyse"},"content":{"rendered":"<div class=\"seriesmeta\">Dieser Artikel ist Teil 18 von 29 der Serie <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/artikelserien\/jahresrueckblick\/\" class=\"series-33\" title=\"Jahresr\u00fcckblick\">Jahres\u00adr\u00fcck\u00adblick<\/a><\/div><p>Ach, wie haben sich <em>die Leute<\/em> doch gefreut, als das f\u00fcr Musik\u00ader erstaunlich t\u00f6dliche Jahr 2016 ein Ende nahm. Ich wartete mit der musikalis\u00adchen <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2017\/01\/musik-122016-favoriten-und-analyse\/\">Jahres\u00adr\u00fcckschau 2016<\/a> also sicher\u00adheit\u00adshal\u00adber bis Jan\u00adu\u00adar \u2014 und am Tag darauf wurde der Tod <span class=\"musik-review-bandname\">John Wet\u00adtons<\/span> ver\u00admeldet. Eben\u00adso hat dieses Jahr bish\u00ader <span class=\"musik-review-bandname\">Chuck Berry<\/span>, <span class=\"musik-review-bandname\">Allan Holdsworth<\/span> und sich\u00ader noch ein paar bemerkenswerte Musik\u00ader sozusagen <em>auf dem Gewis\u00adsen<\/em>. Das macht doch alles keinen Spa\u00df mehr.<\/p>\n<p>Und wie immer, wenn ich den Spa\u00df zu ver\u00adlieren meine, hil\u00adft \u2014 der Ironie bin ich mir bewusst \u2014 Musik, den recht\u00aden Pfad wiederzufind\u00aden. Es fol\u00adgen kon\u00adse\u00adquent die <span class=\"musik-review-intro-hervorhebung\">pri\u00admas\u00adten Musikalben des ersten hal\u00adben Jahres 2017<\/span> abz\u00fcglich der bere\u00adits zuvor the\u00adma\u00adtisierten neuen Alben von <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2017\/05\/kurzkritik-buckethead-pike-244-out-orbit\/\"><span class=\"musik-review-bandname\">Buck\u00adet\u00adhead<\/span><\/a>, <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2017\/06\/kurzkritik-pontiak-dialectic-of-ignorance\/\"><span class=\"musik-review-bandname\">Pon\u00adti\u00adak<\/span><\/a> und <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2017\/03\/kurzkritik-all-them-witches-sleeping-through-the-war\/\"><span class=\"musik-review-bandname\">All Them Witch\u00ades<\/span><\/a>. Ich empfehle alles Weit\u00adere den jew\u00adeili\u00adgen Artikeln zu ent\u00adnehmen.<\/p>\n<p><!--more-->Es gibt dies\u00admal ein paar Beson\u00adder\u00adheit\u00aden zu ver\u00admelden: Verzichtet wird dies\u00admal aus Moti\u00adva\u00adtion\u00ads\u00adgr\u00fcn\u00adden auf die R\u00fcckschau auf die let\u00adzten 40 Jahre sowie ab sofort auf die \u201cSchrott\u201d-Rubrik, denn das Leben ist zu kurz, um sich mit schlechter Musik zu besch\u00e4fti\u00adgen. Man verzei\u00adhe mir die aus\u00adnahm\u00adsweise K\u00fcrze der Hauptliste \u2014 am Ende des Jahres gibt es um so mehr nachzu\u00adholen. Die Rezes\u00adsion macht vor nie\u00adman\u00addem Halt.<\/p>\n<p>Ger\u00adade deshalb: Einen Kopf\u00adsprung gewagt!<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-header-nr\">1.<\/span> <span class=\"musik-review-header-text\">H\u00f6rstu!<\/span><\/p>\n<ol>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/endless-floods-ii.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Vorschau_endless-floods-ii.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">End\u00adless Floods \u2014 II<\/span>\n<p>Im Novem\u00adber 2014 erschien mit \u201cThe End\u00adless Riv\u00ader\u201d das let\u00adzte und mit gro\u00dfem Abstand lang\u00adweilig\u00adste Stu\u00addioal\u00adbum der sicher\u00adlich nicht ganz unbekan\u00adnten Artrock\u00adband <span class=\"musik-review-bandname\">Pink Floyd<\/span>. Mit diesem Album haben <span class=\"musik-review-bandname\">End\u00adless Floods<\/span> nichts gemein\u00adsam.<\/p>\n<p>Vielmehr han\u00addelt es sich bei diesen um einen Abk\u00f6mm\u00adling der franz\u00f6\u00adsis\u00adchen Drone-Met\u00adal-Gruppe <span class=\"musik-review-bandname\">Monarch<\/span> (auch: <span class=\"musik-review-bandname\">Monarch!<\/span>), mit der sie zwei Mit\u00adglieder, aber auch stilis\u00adtis\u00adche Beson\u00adder\u00adheit\u00aden teilen. Dem unbe\u00adstre\u00adit\u00adbaren Fakt, dass franz\u00f6\u00adsis\u00adch\u00ader Gesang in guter Musik h\u00f6ch\u00adstens iro\u00adnisch etwas zu suchen hat, ste\u00adht beruhi\u00adgend ent\u00adge\u00adgen, dass auf \u201cII\u201d, dem zweit\u00aden Vol\u00adlzeital\u00adbum von <span class=\"musik-review-bandname\">End\u00adless Floods<\/span>, nicht beson\u00adders viel gesun\u00adgen wird, was das Album selb\u00adst um so inten\u00adsiv\u00ader macht.<\/p>\n<p>In den drei \u2014 na gut, zweiein\u00adhalb \u2014 St\u00fcck\u00aden auf \u201cII\u201d, von denen das erste (\u201cImpasse\u201d) allein \u00fcber 24 Minuten lang ist, geht es n\u00e4m\u00adlich recht dicht zu. Kolos\u00adsale Drones, die sich langsam aus dem Laut\u00adsprech\u00ader schieben, wer\u00adden von einem geis\u00adter\u00adhaften Schlagzeug und verz\u00ader\u00adrten, G\u00e4nse\u00adhaut erzeu\u00adgend verzweifel\u00adten Schreien, zu denen es bes\u00adtimmt auch irgend\u00adwo einen nach\u00adles\u00adbaren Text gibt, begleit\u00adet. Gegen Ende des St\u00fccks, das zwis\u00adchen\u00addurch <em>so langsam wird<\/em>, dass es beina\u00adhe zum Still\u00adstand kommt (zum ersten Mal recht fr\u00fch nach etwa vier Minuten), nimmt die Gitarre doch ein wenig Fahrt auf, was vom selt\u00adsamen zweim\u00adin\u00fcti\u00adgen Inter\u00adludi\u00adum \u201cPas\u00adsage\u201d (im Wesentlichen g\u00e4n\u00adzlich unaufgeregtes Fin\u00adger\u00adpick\u00ading) nur kurz unter\u00adbrochen wird.<\/p>\n<p>\u201cPro\u00adces\u00adsion\u201d, mit 19:30 Minuten Laufzeit aber\u00admals recht lang, macht musikalisch da weit\u00ader, wo \u201cImpasse\u201d aufge\u00adh\u00f6rt hat: Unter\u00adlegt von einem Grollen, dies\u00admal jedoch ohne weit\u00adere Stimm\u00adbeteili\u00adgung, errichtet die Rhyth\u00admus\u00adabteilung von <span class=\"musik-review-bandname\">End\u00adless Floods<\/span> ein dro\u00adhen\u00addes Fun\u00adda\u00adment, \u00fcber dem die Gitarre sich <em>endlich<\/em> auch ein\u00admal auf kurze Noise-Aus\u00adfl\u00fcge \u2014 soll hei\u00dfen: ordentlich verz\u00ader\u00adrter Krach \u2014 begeben darf. Ins\u00adge\u00adsamt jedoch sind diese sicher\u00adlich nicht die Essenz von \u201cII\u201d, son\u00addern es ist die schiere Emo\u00adtion\u00adal\u00adit\u00e4t, die Drone-Met\u00adal wie dieser sie nun ein\u00admal besitzt. Intim\u00adit\u00e4t ohne Ges\u00e4usel. Ich mag das.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> \u201cII\u201d gibt es zurzeit als Down\u00adload und auf Vinyl-LP sowie Kas\u00adsette zu kaufen, auf <a href=\"https:\/\/endlessfloods.bandcamp.com\/album\/ii\">Bandcamp.com<\/a> gibt es weit\u00adere Infor\u00adma\u00adtio\u00adnen sowie einen voll\u00adst\u00e4ndi\u00adgen Stream vom Album.<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/the-tiger-lillies-cold-night-in-soho.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Vorschau_the-tiger-lillies-cold-night-in-soho.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">The Tiger Lil\u00adlies \u2014 Cold Night in Soho<\/span><br>\n<span class=\"musik-review-lyrics\">\u201cIf you want to win, take hero\u00adin!\u201d<\/span> (Hero\u00adin)\n<p>Das britis\u00adche Dark-Cabaret-Trio <span class=\"musik-review-bandname\">The Tiger Lil\u00adlies<\/span> ist mit\u00adtler\u00adweile seit 28 Jahren nicht nur exis\u00adtent, son\u00addern auch recht pro\u00adduk\u00adtiv: \u201cCold Night in Soho\u201d ist ihr mit\u00adtler\u00adweile 30. Stu\u00addioal\u00adbum und das erste seit vie\u00adlen Jahren, das keine Ver\u00adto\u00adnung bekan\u00adnter Lit\u00ader\u00adatur ist. Nun sind die drei Her\u00adren bei Weit\u00adem keine Gute-Laune-Com\u00adbo und haben sich daher auch dies\u00admal ein The\u00adma aus\u00adge\u00adsucht, das nicht eben einen Anlass zum Feiern l\u00e4sst: S\u00e4nger und Tex\u00adter <span class=\"musik-review-bandname\">Mar\u00adtyn Jacques<\/span> schrieb, so wird behauptet, Erin\u00adnerun\u00adgen an das Soho der 1980-er Jahre, als die Tiger Lil\u00adlies ihre ersten gemein\u00adsamen Auftritte absolvierten, auf, bevor auch dort die Gen\u00adtri\u00adfizierung ein\u00adset\u00adzte.<\/p>\n<p>Dieses noch nicht \u201cklin\u00adisch gere\u00adinigte\u201d (Andy Gill) Soho scheint <span class=\"musik-review-bandname\">Lou Reeds<\/span> New York nicht un\u00e4hn\u00adlich gewe\u00adsen zu sein: Schw\u00ader\u00adm\u00fctig begin\u00adnt das Album mit Blues\u00adge\u00adsang zu nach\u00adden\u00adklich\u00ader Klavier\u00adbe\u00adgleitung, \u201cSal\u00adva\u00adtion Army\u201d beschreibt die Zust\u00e4nde in Soho als von Dro\u00adgen\u00addeal\u00adern, Pros\u00adti\u00adtu\u00adierten und Got\u00adt\u00adlosigkeit bes\u00adtimmt. Auf den Stra\u00dfen tum\u00admeln sich Alko\u00adho\u00adlik\u00ader (\u201cLet\u2019s Drink\u201d), Erfrorene (\u201cIn The Win\u00adter\u201d, \u201cJust Anoth\u00ader Day\u201d), Ziel\u00adlose (\u201cTick\u00ading of the Hours\u201d), an und trotz ihrer Reli\u00adgion Verzweifelte (\u201cThe First Day\u201d, \u201cGo\u201d), Diebe (\u201cSoho Clip\u00adper Blues\u201d) und Dro\u00adgen\u00ads\u00fcchtige (\u201cScrewed Blues\u201d, \u201cHero\u00adin\u201d). In diesem Stadt\u00adbezirk, das ste\u00adht au\u00dfer Frage, m\u00f6chte man nicht wohnen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Trans\u00adportiert wird die Erz\u00e4h\u00adlung in tiefem Blues, melan\u00adcholis\u00adchem Walz\u00ader (\u201cYou Would\u00adn\u2019t Know\u201d) und der band\u00adtyp\u00adis\u00adchen Zirkus\u00admusik (\u201cHero\u00adin\u201d) mit Falsettge\u00adsang, der auf \u201cCold Night in Soho\u201d auch schon mal \u00fcber\u00adraschend aggres\u00adsiv (\u201cDance Floor\u201d) daherkommt. Im bish\u00aderi\u00adgen Schaf\u00adfen der Tiger Lil\u00adlies ist dieses Album nicht beson\u00adders ungew\u00f6hn\u00adlich, weshalb \u201cCold Night in Soho\u201d als \u00fcber\u00adm\u00e4\u00dfig her\u00adaus\u00adra\u00adgen\u00addes Album zu beze\u00adich\u00adnen sicher\u00adlich aus rein musikalis\u00adch\u00ader Sicht unpassend w\u00e4re, jedoch ist und bleibt der Anspruch, den ich an ein Album stelle, um <em>bedeut\u00adsam genug<\/em> zu sein, dass es mir <em>beson\u00adders gut gef\u00e4llt<\/em>, und \u201cCold Night in Soho\u201d, eine musikalis\u00adche Geschichte auf dur\u00adchaus immer noch hohem Niveau, erf\u00fcllt dieses Kri\u00adteri\u00adum mit Bravour. In den schw\u00aderen Momenten im Leben kommt diese Musik ger\u00adade recht.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> F\u00fcr einen Kom\u00adplettstream m\u00f6ge sich <a href=\"https:\/\/tidal.com\/album\/70125975\">TIDAL<\/a> anbi\u00adeten, f\u00fcr Stream und Kauf selb\u00adst ste\u00adht auch das Ange\u00adbot von <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Cold-Night-Soho-Tiger-Lillies\/dp\/B01N3CCSB4\/?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> zur Ver\u00adf\u00fc\u00adgung.<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/pryapisme-diabolicus-felinae-pandemonium.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Vorschau_pryapisme-diabolicus-felinae-pandemonium.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Pryapisme \u2014 Dia\u00adboli\u00adcus Feli\u00adnae Pan\u00adde\u00admo\u00adni\u00adum<\/span>\n<p>Ein Pri\u00adapis\u00admus ist, latin\u00adisiert benan\u00adnt, eine schmerzhafte Dauer\u00aderek\u00adtion. <em>Nat\u00fcr\u00adlich<\/em> stammt eine Band dieses Namens \u2014 hier <span class=\"musik-review-bandname\">Pryapisme<\/span> geschrieben \u2014 aus Frankre\u00adich.<\/p>\n<p>Die f\u00fcnf Musik\u00ader, eine der <a href=\"https:\/\/weirdestbandintheworld.com\/2013\/03\/13\/weird-band-of-the-week-pryapisme\/\">ver\u00adr\u00fcck\u00adtesten Bands der Welt<\/a>, nen\u00adnen sich auf ihrer <a href=\"http:\/\/www.pryapisme.net\/\">wun\u00adder\u00adsch\u00f6\u00adnen<\/a> Web\u00adsite, die voller Katzen\u00adbilder und schlim\u00admer Far\u00adben ist, eine Rokoko\u00adcore-Band und haben im Feb\u00adru\u00adar dieses Jahres ein derzeit (Stand: 4. Juni 2017) noch nicht auf ihrer <a href=\"https:\/\/pryapisme.bandcamp.com\/\">Band\u00adcamp-Seite<\/a> ver\u00adf\u00fcg\u00adbares neues Stu\u00addioal\u00adbum namens \u201cDia\u00adboli\u00adcus Feli\u00adnae Pan\u00adde\u00admo\u00adni\u00adum\u201d, was auf Deutsch nach Gram\u00admatikko\u00adr\u00adrek\u00adtur unge\u00adf\u00e4hr \u201cdas teu\u00adflis\u00adche Pand\u00e4\u00admo\u00adni\u00adum der Katze\u201d bedeutet. Kor\u00adrek\u00adter\u00adweise ist das derzeit\u00adige Band\u00adl\u00ado\u00adgo anscheinend auch eine 8\u2011Bit-Regen\u00adbo\u00adgenkatze mit einem umge\u00addreht\u00aden Kreuz auf der Stirn, was zu ein\u00ader Band wie dieser, die mit ver\u00admeintlichen Tabus umge\u00adht wie kaum eine zweite, hie\u00df das Deb\u00fc\u00adtal\u00adbum doch \u201cRoco\u00adco Holo\u00adcaust\u201d, gro\u00dfar\u00adtig passt.<\/p>\n<p>Musikalisch haben wir es hier, wie der Banause sofort erken\u00adnt, mit einem schreck\u00adlichen L\u00e4rm zu tun. \u00dcber zehn St\u00fccke hin\u00adweg wird \u00fcber\u00adwiegend instru\u00admen\u00adtal (in \u201cLa Boetie Sto\u00adchas\u00adtic Process\u201d ist vor\u00fcberge\u00adhend sex\u00adu\u00adal\u00adisiertes St\u00f6h\u00adnen zu h\u00f6ren) so etwas wie Gen\u00adres nicht blo\u00df ignori\u00adert, son\u00addern r\u00fcck\u00adsicht\u00ads\u00adlos in Scher\u00adben schl\u00e4gt, immer wieder unter\u00adbrochen von Miauen und Schnur\u00adren der bei\u00adden Band\u00adkatzen <span class=\"musik-review-bandname\">La Belette<\/span> und <span class=\"musik-review-bandname\">Styx<\/span>. Ver\u00adgle\u00adich\u00adbare Bands? Ha! <span class=\"musik-review-bandname\">Pryapisme<\/span> p\u00fcri\u00aderen Dig\u00adi\u00adtal Hard\u00adcore, Space\u00adrock, Math\u00adrock, Jaz\u00adzrock und Pro\u00adgres\u00adsive Met\u00adal \u2014 und das oft (\u201cA La Zheuleuleu\u201d) schon bin\u00adnen anderthalb Minuten \u2014 und gie\u00dfen das Gebr\u00e4u in einen dampfend\u00aden Kessel, der von des <span class=\"musik-review-bandname\">Trans-Siber\u00adian Orches\u00adtras<\/span> l\u00e4ngst leg\u00adend\u00e4rem \u201cWiz\u00adards in Win\u00adter\u201d \u00fcber <span class=\"musik-review-bandname\">Atari Teenage Riot<\/span> bis zum <span class=\"musik-review-bandname\">Pen\u00adguin Cafe Orches\u00adtra<\/span> alles, was es w\u00e4hrend sein\u00ader Her\u00adstel\u00adlung ber\u00fchrt hat, in Flam\u00admen set\u00adzt. Dass das St\u00fcck \u201cC++\u201d mit der gle\u00adich\u00adnami\u00adgen Pro\u00adgram\u00admier\u00adsprache nicht mehr zu tun hat als mit eigentlich allem anderen, \u00fcber\u00adrascht den Rezensen\u00adten da auch nicht mehr im Ger\u00ading\u00adsten.<\/p>\n<p>Was die Band dem irri\u00adtierten Genie\u00dfer damit (und mit den Katzen) eigentlich sagen m\u00f6chte, bleibt unerk\u00adl\u00e4rt und auch deshalb Teil der Fasz\u00adi\u00adna\u00adtion. Gen\u00adres, Schubladen, Kat\u00ade\u00adgorien \u2014 alles Quatsch. Eine schmerzhafte Erek\u00adtion bekommt man davon nicht, nur vor\u00fcberge\u00adhend f\u00fchlt sich der Kopf ein wenig wat\u00adtig an. Das legt sich vielle\u00adicht irgend\u00adwann.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> Auf <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B01MS71BLB\/?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> gibt es die \u00fcblichen Auss\u00adchnitte zu h\u00f6ren, auf <a href=\"https:\/\/pryapisme.bandcamp.com\/\">Bandcamp.com<\/a> einen Ein\u00adblick in das bish\u00aderige Schaf\u00adfen der Gruppe. Das kom\u00adplette Album k\u00f6n\u00adnen zurzeit unter anderem <a href=\"https:\/\/tidal.com\/album\/69231613\">TIDAL<\/a>-Kun\u00adden strea\u00admen.<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/kairon-irse-ruination.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Vorschau_kairon-irse-ruination.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Kairon; IRSE! \u2014 Ruina\u00adtion<\/span>\n<p><span class=\"musik-review-bandname\">Kairon; IRSE!<\/span> ist eine junge finnis\u00adche Band, deren Name zwar sehr sch\u00f6n sper\u00adrig ist, aber ange\u00adblich, glaubt man den Musik\u00adern selb\u00adst, kein\u00ader\u00adlei rel\u00ade\u00advante Bedeu\u00adtung hat, son\u00addern lediglich so nervig ausse\u00adhen soll wie m\u00f6glich. Skan\u00addi\u00adnavis\u00adch\u00ader Humor trifft den meinen mitunter dur\u00adchaus.<\/p>\n<p>Mit dem im Feb\u00adru\u00adar 2017 erschiene\u00adnen \u201cRuina\u00adtion\u201d ver\u00f6f\u00adfentlichte Svart Records nun ihr zweites Stu\u00addioal\u00adbum, das zumin\u00add\u00adest leichter auszus\u00adprechen ist als der Erstling \u201cUjubasaju\u00adba\u201d, im Gegen\u00adsatz zu diesem verzichtete das Quar\u00adtett f\u00fcr \u201cRuina\u00adtion\u201d auch weit\u00adge\u00adhend auf Impro\u00advi\u00adsa\u00adtio\u00adnen, son\u00addern ver\u00adbrachte laut eigen\u00ader Aus\u00adsage zwei Jahre mit Kom\u00adpo\u00adsi\u00adtion und Abmis\u00adchung. Leichte Kost aber bleibt hier fern; es ist, als w\u00e4re diese Band auch dann gut, wenn sie sich pro\u00adfes\u00adsion\u00adal\u00adisiert. Ver\u00adr\u00fcckt!<\/p>\n<p>Auf die Ohren gibt es eine feine Mis\u00adchung aus Shoegaze (\u201cSin\u00adis\u00adter Waters I\u201d), Hardrock inklu\u00adsive jaulend rif\u00adf\u00adend\u00ader Gitarre (\u201cStarik\u201d) und dem <em>guten alten<\/em> pro\u00adgres\u00adsiv\u00aden Jaz\u00adzrock der 1970-er Jahre mit recht k\u00fch\u00adlem Gesang, den man aus Hall\u00adgr\u00fcn\u00adden bedauer\u00adlicher\u00adweise nur schw\u00ader ver\u00adste\u00adht. Gast\u00admusik\u00ader <span class=\"musik-review-bandname\">Andreas Heino<\/span> set\u00adzt mit Sax\u00adophon und Klar\u00adinette stilun\u00adtyp\u00adis\u00adche Akzente, sel\u00adten begleit\u00adet von Vio\u00adlinenein\u00adsatz des S\u00e4ngers <span class=\"musik-review-bandname\">Dmit\u00adry Melet<\/span>.<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/music\/2017\/jan\/31\/new-band-of-the-week-kairon-irse-no-137-nordic-funk-freakout-jazz-and-shoegaze\">im \u201cGuardian\u201d<\/a> gew\u00e4hlten Ver\u00adgle\u00adiche \u2014 <span class=\"musik-review-bandname\">Yes<\/span>, <span class=\"musik-review-bandname\">King Crim\u00adson<\/span>, <span class=\"musik-review-bandname\">Gen\u00adtle Giant<\/span>, <span class=\"musik-review-bandname\">Ornette Cole\u00adman<\/span>, <span class=\"musik-review-bandname\">Fair\u00adport Con\u00adven\u00adtion<\/span> \u2014 ent\u00adfachen des Musik\u00adfre\u00adunds Begeis\u00adterung keineswegs zu Unrecht, und oft ist \u201cRuina\u00adtion\u201d <em>das alles<\/em> gle\u00adichzeit\u00adig und klingt trotz\u00addem so frisch und mod\u00adern wie nur wenige andere jaz\u00adzrock\u00adbee\u00adin\u00adflusste Alben dieses noch recht jun\u00adgen Jahres. Kairon! Irse!<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">H\u00f6rnse rein:<\/span> Das kom\u00adplette Album liegt derzeit (8. Juni 2017) f\u00fcr Stream und Down\u00adload auf <a href=\"https:\/\/kaironirse.bandcamp.com\/album\/ruination\">Bandcamp.com<\/a> herum, f\u00fcr CD und Vinyl ist <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Ruination-Brown-Vinyl-Kairon-Irse\/dp\/B01N2WE1HQ\/?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> nicht ungeeignet.<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/sleaford-mods-english-tapas.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Vorschau_sleaford-mods-english-tapas.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Sleaford Mods \u2014 Eng\u00adlish Tapas<\/span><br>\n<span class=\"musik-review-lyrics\">\u201cBrex\u00adit loves that fuck\u00ading Ringo\u201d<\/span> (Dull)\n<p>Gle\u00adich\u00ades Jahrzehnt, andere Szene.<\/p>\n<p>Das englis\u00adche Duo <span class=\"musik-review-bandname\">Sleaford Mods<\/span> stammt aus Not\u00adting\u00adham (ha, reinge\u00adfall\u00aden!) und macht min\u00adi\u00admal\u00adis\u00adtis\u00adchen Post\u00adpunk mit Anspruch. Das diesj\u00e4hrige Stu\u00addioal\u00adbum \u201cEng\u00adlish Tapas\u201d lan\u00addete in der britis\u00adchen Hit\u00adpa\u00adrade, seit jeher ein etwas weniger schlechter Indika\u00adtor f\u00fcr gute Musik als es die hiesige ist, immer\u00adhin auf Platz 12. Der Band\u00adname hat zwar mit der Mod\u00adbe\u00adwe\u00adgung (vgl. <span class=\"musik-review-bandname\">The Who<\/span>) dur\u00adchaus etwas zu tun, die Musik jedoch nur ein biss\u00adchen.<\/p>\n<p>Vokalist <span class=\"musik-review-bandname\">Jason Williamson<\/span> und Klangerzeuger <span class=\"musik-review-bandname\">Andrew Robert Lind\u00adsay Fearn<\/span> (wie man als Engl\u00e4n\u00adder halt so hei\u00dft) n\u00e4m\u00adlich haben es mit Gitar\u00adren\u00admusik nicht so, weite Teile des Albums beste\u00adhen stattdessen aus geringer Rhyth\u00admusun\u00adter\u00admalung, also Bass und etwas Schlagzeug, zur gewalti\u00adgen Stimme <span class=\"musik-review-bandname\">Jason Williamsons<\/span>, was trotz\u00addem noch so klingt, dass es ohne zu z\u00f6gern Bands wie <span class=\"musik-review-bandname\">Art Brut<\/span>, <span class=\"musik-review-bandname\">The Fall<\/span> und tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich, in den etwas weniger zur\u00fcck\u00adhal\u00adtenden Momenten (\u201cArmy Nights\u201d), auch die <span class=\"musik-review-bandname\">Smiths<\/span> ins Ged\u00e4cht\u00adnis ruft.<\/p>\n<p><em>Ganz Punk<\/em> sind <span class=\"musik-review-bandname\">Sleaford Mods<\/span> in ihren mit starkem nor\u00addenglis\u00adchem Dialekt vor\u00adge\u00adtra\u00adge\u00adnen (zumeist ger\u00adappten) zeit- und szenekri\u00adtis\u00adchen Tex\u00adten, deren The\u00admenspanne vom \u201cBrex\u00adit\u201d und seinen Pro\u00adtag\u00ado\u00adnis\u00adten (\u201cDull\u201d, \u201cMop\u00adtop\u201d) \u00fcber die Pleite der Kaufhaus\u00adkette BHS (\u201cB.H.S.\u201d) bis hin zu nos\u00adtal\u00adgisch verk\u00adl\u00e4rten Fr\u00fcher-war-alles-bess\u00ader-Musikh\u00f6r\u00adern (\u201cJust Like We Do\u201d) reicht; was mich ein\u00ader\u00adseits zwar trifft, ander\u00ader\u00adseits aber auch nicht ger\u00adade abst\u00f6\u00dft. Ich werde wun\u00adder\u00adlich, ver\u00admute ich.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> Zu mein\u00ader \u00dcber\u00adraschung gibt es Videos zu <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BtMs-_VEeyE\">\u201cMop\u00adtop\u201d<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GQZN01Cqzek\">\u201cB.H.S.\u201d<\/a> mit einan\u00adder recht \u00e4hn\u00adlich\u00ader Hand\u00adlung, anson\u00adsten m\u00f6ge <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/English-Tapas-Explicit-Sleaford-Mods\/dp\/B01N2TLLK8\/?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a> oder <a href=\"https:\/\/tidal.com\/album\/70590839\">TIDAL<\/a> her\u00adhal\u00adten.<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/thinking-plague-hoping-against-hope.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Vorschau_thinking-plague-hoping-against-hope.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Think\u00ading Plague \u2014 Hop\u00ading Against Hope<\/span>\n<p>Das trotz aus\u00adbleiben\u00adder per\u00adson\u00adeller \u00dcber\u00adschnei\u00addun\u00adgen gele\u00adgentlich als zumin\u00add\u00adest stilis\u00adtis\u00adch\u00ader Nach\u00adfol\u00adger von <span class=\"musik-review-bandname\">Hen\u00adry Cow<\/span> benan\u00adnte Musikpro\u00adjekt <span class=\"musik-review-bandname\">Think\u00ading Plague<\/span> ist nun auch schon seit \u00fcber drei Jahrzehn\u00adten in wech\u00adsel\u00adnder Beset\u00adzung aktiv. Wen\u00adngle\u00adich die Abst\u00e4nde zwis\u00adchen zwei Alben \u2014 das Vorg\u00e4nger\u00adal\u00adbum \u201cDecline and Fall\u201d fand hier <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2012\/06\/musik-062012-favoriten-und-analyse\/\">im Juni 2012<\/a> meine nicht ganz ungeteilte Aufmerk\u00adsamkeit \u2014 nicht mehr die K\u00fcrze von einst haben, so bleibt die Musik doch pack\u00adend.<\/p>\n<p>Das k\u00f6n\u00adnte auch daran liegen, dass die schon ange\u00adsproch\u00adene Beset\u00adzung sich aus\u00adnahm\u00adsweise nicht nen\u00adnenswert ge\u00e4n\u00addert hat. Neben Gr\u00fcn\u00addungs\u00adgi\u00adtar\u00adrist <span class=\"musik-review-bandname\">Mike John\u00adson<\/span> <em>und so weit\u00ader<\/em> ist auch die bemerkenswerte S\u00e4n\u00adgerin und Akko\u00adrdeon\u00adistin <span class=\"musik-review-bandname\">Elaine Di Fal\u00adco<\/span>, die schon auf dem Vorg\u00e4nger\u00adal\u00adbum mit ihrem schr\u00e4ge Kon\u00adtra\u00adpunk\u00adte ein\u00adf\u00fchren\u00adden statt blo\u00df die Melodie beglei\u00adt\u00aden\u00adden Gesang die sowieso schon pri\u00adma RIO-Kom\u00adpo\u00adsi\u00adtio\u00adnen let\u00adztlich vere\u00addelt hat, noch an Bord. Der inzwis\u00adchen eben\u00adfalls langj\u00e4hrige Bassist <span class=\"musik-review-bandname\">Dave Wil\u00adley<\/span>, der auch unter eigen\u00adem Namen bere\u00adits sehr \u00e4hn\u00adliche Musik ver\u00f6f\u00adfentlichen lie\u00df, set\u00adzt mit don\u00adnernd grol\u00adlen\u00addem Bass schlie\u00dflich genau die richti\u00adgen Akzente in einem Album, das streck\u00aden\u00adweise (\u201cThus Have We Made the World\u201d) den Gen\u00adreur\u00adsprung im Jazz nicht zu \u00fcbert\u00f6\u00adnen, son\u00addern zu beto\u00adnen ver\u00adsucht.<\/p>\n<p>Die renom\u00admierte Plat\u00adten\u00adfir\u00adma Cuneiform, die auch \u201cHop\u00ading Against Hope\u201d vertreibt, <a href=\"https:\/\/cuneiformrecords.bandcamp.com\/album\/hoping-against-hope\">erk\u00adl\u00e4rt<\/a> das Album unge\u00adf\u00e4hr so:<\/p>\n<blockquote><p>Wolken schaukeln \u00fcber einen stur\u00admver\u00adh\u00fcll\u00adten Him\u00admel, aber w\u00e4hrend sie kurzzeit\u00adig sel\u00adtene Scher\u00adben aus Blauem freigeben, lauern meist noch schw\u00e4rzere, d\u00fcsterere Graus hin\u00adter den Nebeln. (\u2026) So viel diese Musik auch abver\u00adlan\u00adgen mag, so ist sie doch gemacht wor\u00adden, um ein\u00adfach und, noch wichtiger, wun\u00adder\u00adsch\u00f6n zu klin\u00adgen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und genau das tut sie.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> <a href=\"https:\/\/cuneiformrecords.bandcamp.com\/album\/hoping-against-hope\">Bandcamp.com<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Hoping-Against-Hope-Thinking-Plague\/dp\/B01N4F0TJ6\/?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Amazon.de<\/a>.<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/orchestra-of-the-upper-atmosphere-03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Vorschau_orchestra-of-the-upper-atmosphere-03.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Orches\u00adtra Of The Upper Atmos\u00adphere \u2014 \u03f43<\/span><br>\n<span class=\"musik-review-lyrics\">\u201cTime opens the mind, time opens the door.\u201d<\/span> (Synap\u00adtic)\n<p>Von ein\u00ader Musik\u00adgruppe, die sich <span class=\"musik-review-bandname\">Orches\u00adtra Of The Upper Atmos\u00adphere<\/span> nen\u00adnt, Bemerkenswertes zu erwarten ist sicher\u00adlich kein beson\u00adders gewagtes Unter\u00adfan\u00adgen. Dass mir die mehrk\u00f6p\u00adfige britis\u00adche Com\u00adbo um den Mul\u00adti\u00adin\u00adstru\u00admen\u00adtal\u00adis\u00adten <span class=\"musik-review-bandname\">Mar\u00adtin Archer<\/span> trotz umjubel\u00adter Liveauftritte mit <span class=\"musik-review-bandname\">Damo Suzu\u00adki<\/span> erst mit ihrem drit\u00adten Stu\u00addioal\u00adbum \u201c\u03f43\u201d, also \u201cTheta 3\u201d (ein gro\u00dfes Theta sieht, das halte ich dem Benen\u00adner zugute, ja fast wie eine Null aus) \u2014 der Vorg\u00e4nger von 2014 hie\u00df selb\u00adstver\u00adst\u00e4ndlich \u201c\u03f42\u201d \u2014 ins Netz ger\u00adat\u00aden sind, ist insofern so schade wie erstaunlich.<\/p>\n<p>Wie schon die bei\u00adden Alben davor kommt auch \u201c\u03f43\u201d auf zwei CDs daher, von denen eine ver\u00admut\u00adlich aus typografis\u00adchen Gr\u00fcn\u00adden \u201ckleines Alpha\u201d und eine \u201cgro\u00dfes Omega\u201d hei\u00dft. Eine Vinylver\u00adsion scheint es nicht zu geben. Enthal\u00adten sind jew\u00adeils zehn St\u00fccke, deren Titel meist irgen\u00addet\u00adwas mit Astronomie zu tun haben. Klar: Wer als <span class=\"musik-review-bandname\">Orches\u00adtra Of The Upper Atmos\u00adphere<\/span> gemein\u00adsam musiziert, der schwebt nicht nur musikalisch in h\u00f6heren Sph\u00e4ren. Zu sph\u00e4risch\u00ader Musik passt <em>nat\u00fcr\u00adlich<\/em> auch eine aus\u00adladende Beset\u00adzung, und so ist das <span class=\"musik-review-bandname\">Orches\u00adtra Of The Upper Atmos\u00adphere<\/span> hier ein Septett, unter\u00adst\u00fctzt von drei Stre\u00adich\u00adern und einem Posaunis\u00adten.<\/p>\n<p>Von Klas\u00adsik ist hier, ungeachtet der Posaune, nichts zu h\u00f6ren, stattdessen treibt man sich auf dem weit\u00aden Feld zwis\u00adchen Kammer\u2011, Kraut- und <span class=\"musik-review-bandname\">gongesquem<\/span> Space\u00adrock sowie elek\u00adtro\u00adn\u00adisch gepr\u00e4gtem Jazz herum, nicht ohne auch mal einen Abstech\u00ader in den Blues (\u201cSolar Promi\u00adnences\u201d) oder den Free\u00adjazz (das erfrischend freif\u00f6r\u00admige Ende von \u201cPoro\u00adro\u00adca\u201d) zu machen. Zweifel\u00adlos f\u00e4llt \u201c\u03f43\u201d in die gen\u00adrelose Kat\u00ade\u00adgorie jen\u00ader Alben, f\u00fcr deren Genuss einan\u00adder eine gute Reise zu w\u00fcn\u00adschen nicht falsch w\u00e4re, auch, wenn es mitunter gilt, auf dem Flug klan\u00adglichen Aster\u00adoiden (\u201cCir\u00adcum\u00adzenithal\u201d, \u201cPoro\u00adro\u00adca\u201d) auszuwe\u00adichen. Die Musik schwirrt der\u00adart ein\u00adnehmend am wohlgesonnenen H\u00f6r\u00ader vor\u00adbei, dass ihm nur wie durch einen Schleier \u00fcber\u00adhaupt wahrn\u00adimmt, dass \u2014 auch hier lassen <span class=\"musik-review-bandname\">Gong<\/span> gr\u00fc\u00dfen \u2014 erst nach der H\u00e4lfte der ersten CD in \u201cAnisotrop\u00adic Shapes\u201d so etwas wie Gesang, es ist eher ein fernes Fl\u00fcstern, ein\u00adset\u00adzt. Frau <span class=\"musik-review-bandname\">frost\u00adlake<\/span>, trotz des inter\u00ades\u00adsan\u00adten K\u00fcn\u00adstler\u00adna\u00admens au\u00dfer\u00adhalb des Band\u00adkon\u00adtexts bish\u00ader kaum musikalisch in Erschei\u00adn\u00adung getreten, macht ihre Sache wirk\u00adlich gut.<\/p>\n<p>\u201c\u03f43\u201d geh\u00f6rt zu den bish\u00ader weni\u00adgen Alben des Jahres 2017, die ihre eigene Stim\u00admung nicht nur selb\u00adst mit\u00adbrin\u00adgen, son\u00addern die des geneigten Rezensen\u00adten dabei v\u00f6l\u00adlig ignori\u00aderen. Schlechte Laune? \u201c\u03f43\u201d h\u00f6ren! Bestens drauf? \u201c\u03f43\u201d h\u00f6ren! Melan\u00adcholisch? Richtig: \u201c\u03f43\u201d h\u00f6ren! \u00dcbrig bleibt ein einziges Gef\u00fchl: Man ist irgend\u00adwie zufrieden mit der Welt. Das ist ja auch nicht schlecht.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> Auf der <a href=\"http:\/\/discus-music.co.uk\/catalogue-mobile\/dis63cd-detail\">Web\u00adsite zum Album<\/a> gibt es zurzeit (25. Juni 2017) neben ein\u00ader Kaufm\u00f6glichkeit auch einen zw\u00f6lfein\u00adhalb\u00admin\u00fcti\u00adgen Auszug aus der hier enthal\u00adte\u00adnen Musik zu h\u00f6ren.<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/faust-fresh-air.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Vorschau_faust-fresh-air.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Faust \u2014 fresh air<\/span>\n<p>Von den zwei konkur\u00adri\u00aderen\u00adden <span class=\"musik-review-bandname\">Fausts<\/span> ist diese (Eigen\u00adschreib\u00adweise derzeit: <span class=\"musik-review-bandname\">faUSt<\/span>) die offen\u00adbar derzeit im Stu\u00addio akti\u00advere. Seit sich die Wege von <span class=\"musik-review-bandname\">Hans-Joachim Irm\u00adler<\/span>, der seit\u00addem mit ein\u00ader eige\u00adnen For\u00adma\u00adtion von <span class=\"musik-review-bandname\">Faust<\/span> aktiv ist oder war, und den bei\u00adden anderen noch aktiv\u00aden <span class=\"musik-review-bandname\">Faust<\/span>-Gr\u00fcn\u00addungsmit\u00adgliedern nach \u00fcber drei\u00dfig Jahren der musikalis\u00adchen Zusam\u00adme\u00adnar\u00adbeit um das Jahr 2002 herum wohl endg\u00fcltig getren\u00adnt haben, sorgt zumin\u00add\u00adest let\u00adztere For\u00adma\u00adtion weit\u00ader\u00adhin regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr frischen Wind.<\/p>\n<p>2011 befasste ich mich <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2011\/06\/musik-062011-favoriten-und-analyse\/\">mit \u201csome\u00adthing dirty\u201d<\/a>, dem damals aktuellen Stu\u00addioal\u00adbum dieser For\u00adma\u00adtion, den Nach\u00adfol\u00adger \u201cj US t\u201d hinge\u00adgen habe ich lei\u00adder weit\u00adge\u00adhend ver\u00adpasst. Sich\u00ader ist jeden\u00adfalls, dass mit Alter und Beset\u00adzungsre\u00adduk\u00adtion keine Milde ein\u00adtritt, was nicht nur von Anh\u00e4ngern der Krautrockiko\u00adnen, son\u00addern auch von Ver\u00adant\u00adwortlichen offen\u00adbar gesch\u00e4tzt wird: Die Ham\u00adburg\u00ader Plat\u00adten\u00adfir\u00adma Bureau B, das auch andere Gr\u00f6\u00dfen der deutschen elek\u00adtro\u00adn\u00adis\u00adchen Musik ver\u00adtrieb und vertreibt, ist auch f\u00fcr dieses Album zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Anders als die vorheri\u00adgen Alben wurde \u201cfresh air\u201d in Teilen jedoch nicht in den Band\u00adstu\u00addios in Los Ange\u00adles und Austin \u2014 man kommt auch als Krautrockikone offen\u00adbar dur\u00adchaus in der Welt herum \u2014 aufgenom\u00admen, das Titel\u00adst\u00fcck und das let\u00adzte St\u00fcck \u201cFish\u201d n\u00e4m\u00adlich entstam\u00admen im WFMU (ein nichtkom\u00admerzieller H\u00f6r\u00adfunksender in New Jer\u00adsey) ent\u00adstande\u00adnen Auf\u00adnah\u00admen.<\/p>\n<p>Kom\u00adponiert wurde aber auch im Stu\u00addio wohl eher neben\u00adbei. Band\u00adfran\u00adzose <span class=\"musik-review-bandname\">Jean-Herv\u00e9 P\u00e9ron<\/span> erw\u00e4h\u00adnte ein\u00admal, auf \u201cfresh air\u201d habe die Band sich an <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cadavre_Exquis\">Cadavre Exquis<\/a> ver\u00adsucht, ein\u00ader im Sur\u00adre\u00adal\u00adis\u00admus behei\u00admateten Meth\u00adode zum Erre\u00adichen kreativ\u00ader H\u00f6hep\u00adunk\u00adte, indem die einzel\u00adnen K\u00fcn\u00adstler von den Ergeb\u00adnis\u00adsen ihrer Mit\u00adstre\u00adit\u00ader nichts wis\u00adsen. Wer annimmt, dass das zu schw\u00ader ertr\u00e4glich\u00ader Musik f\u00fchrte, der unter\u00adsch\u00e4tzt <span class=\"musik-review-bandname\">Faust<\/span> sehr, denn \u201cfresh air\u201d klingt zwar erwartungs\u00adgem\u00e4\u00df nicht weniger sper\u00adrig als vorherige Alben der Band, dabei aber keineswegs unzug\u00e4nglich\u00ader als zum Beispiel <span class=\"musik-review-bandname\">The Vel\u00advet Under\u00adground<\/span>, deren \u201cThe Black Angel\u2019s Death Song\u201d ich in der Klangsamm\u00adlung auch wiederzufind\u00aden meine, oder die fr\u00fcheren Gen\u00adrekol\u00adle\u00adgen <span class=\"musik-review-bandname\">Can<\/span>.<\/p>\n<p>Als G\u00e4ste sind aus \u201cfresh air\u201d unter anderem die S\u00e4n\u00adgerin  (hier vielmehr: Erz\u00e4h\u00adlerin) <span class=\"musik-review-bandname\">Bar\u00adbara Man\u00adning<\/span> und der mit ganz ander\u00ader Musik (<span class=\"musik-review-bandname\">Die Krup\u00adps<\/span>) bekan\u00adnt gewor\u00addene <span class=\"musik-review-bandname\">J\u00fcr\u00adgen Engler<\/span> zu h\u00f6ren, es wer\u00adden mal ein pol\u00adnis\u00adches Gedicht, mal franz\u00f6\u00adsis\u00adche oder englis\u00adche Texte rez\u00adi\u00adtiert, w\u00e4hrend die Instru\u00admen\u00adtal\u00adis\u00adten mit reich\u00adlich Perkus\u00adsion hyp\u00adno\u00adtisch-repet\u00adi\u00adtiv (\u201cBirds of Texas\u201d) bis dis\u00adso\u00adnant-aggres\u00adsiv (\u201cLights Flick\u00ader\u201d) drau\u00adfloskraut\u00aden. Alt und ver\u00adbraucht wird es bei <span class=\"musik-review-bandname\">Faust<\/span> wohl niemals geben, man prescht auch 46 Jahre nach dem Deb\u00fc\u00adtal\u00adbum noch in eine einzige Rich\u00adtung, n\u00e4m\u00adlich voll durch die Wand. \u201cfresh air\u201d ist kein Album mit Eck\u00aden und Kan\u00adten, es ist ein Album <em>aus<\/em> Eck\u00aden und Kan\u00adten. Wer braucht schon Pop\u00admusik?<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> Auf <a href=\"https:\/\/soundcloud.com\/bureau-1\/faust-fresh-air-preview\">Sound\u00adcloud<\/a> gibt es momen\u00adtan eine Vorschau auf das Album, auf <a href=\"https:\/\/tidal.com\/album\/71699407\">TIDAL<\/a> einen Kom\u00adplettstream zu h\u00f6ren.<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/samsara-blues-experiment-one-with-the-universe.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Vorschau_samsara-blues-experiment-one-with-the-universe.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">Sam\u00adsara Blues Exper\u00adi\u00adment \u2014 One with the Uni\u00adverse<\/span><br>\n<span class=\"musik-review-lyrics\">\u201cThink about the promis\u00ades we made!\u201d<\/span> (One with the Uni\u00adverse)\n<p>Von wegen \u201cBlues\u201d!<\/p>\n<p>Das Berlin\u00ader Trio <span class=\"musik-review-bandname\">Sam\u00adsara Blues Exper\u00adi\u00adment<\/span> feiert im Jahr 2017 sein zehn\u00adj\u00e4hriges Beste\u00adhen und ver\u00f6f\u00adfentlichte passend dazu, wenn auch wohl unab\u00adh\u00e4ngig davon sein viertes Stu\u00addioal\u00adbum \u201cOne with the Uni\u00adverse\u201d, das erste mit dem 2014 einge\u00adf\u00fchrten Bassis\u00adten <span class=\"musik-review-bandname\">Hans Eiselt<\/span>. Die Selb\u00adst\u00adbeschrei\u00adbung besagt, die Gruppe spiele \u201ceine Mis\u00adchung aus Ston\u00ader Rock, Psy\u00adche\u00addel\u00adic Blues, indis\u00adchem Raga und Folk\u00admusik\u201d und liegt damit gar nicht mal v\u00f6l\u00adlig daneben.<\/p>\n<p>Aufge\u00adbaut sind die f\u00fcnf St\u00fccke auf \u201cOne with the Uni\u00adverse\u201d, wie Pseu\u00addo\u00adny\u00admus \u201cMr. Omen\u201d <a href=\"https:\/\/morefuzz.net\/reviews\/samsara-blues-experiment-one-with-the-universe\/\">richtig fest\u00adstellte<\/a>, wie schon das Cover\u00adbild qua\u00adsi wie ein Liebesspiel: Je l\u00e4nger die Spielzeit andauert, desto inten\u00adsiv\u00ader wird das Geh\u00f6rte. Begin\u00adnt \u201cVipas\u00adsana\u201d noch mit Meeres\u00adrauschen und anschwellen\u00adden Psy\u00adche\u00addelia, so wird schon zwei Minuten sp\u00e4ter fr\u00fcher Hardrock wie ein Tep\u00adpich aus\u00adge\u00adbre\u00adit\u00adet, rauen Gesang eingeschlossen. Von einem Quick\u00adie l\u00e4sst sich bei immer\u00adhin zehn vollen Minuten Dauer allein des ersten St\u00fccks freilich nicht sprechen. Um bei der Meta\u00adpher zu bleiben: Zum H\u00f6hep\u00adunkt kommt die Band trotz\u00addem immer wieder; und wenn wie in \u201cGlo\u00adri\u00adous Daze\u201d (ein her\u00advor\u00adra\u00adgend dro\u00adgenumw\u00f6lk\u00adter Titel auch) die Energie bis zum Bersten anschwillt, um sich in einem Crescen\u00addo von beachtlich\u00ader Dichte zu ent\u00adladen, dann ist das auf mehr als eine Art sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Den ollen Wortwitz vom <em>Ohrgas\u00admus<\/em> m\u00f6chte ich schon aus Stil\u00adgr\u00fcn\u00adden hier nicht noch weit\u00ader abnutzen, aber worauf ich hin\u00adaus will, sollte sich aus meinen Schilderun\u00adgen auch qua\u00adsi von allein ergeben: <span class=\"musik-review-bandname\">Colour Haze<\/span>, <span class=\"musik-review-bandname\">Led Zep\u00adpelin<\/span>, <span class=\"musik-review-bandname\">Elvis Pres\u00adley<\/span> und die sp\u00e4ten <span class=\"musik-review-bandname\">Bea\u00adt\u00adles<\/span>, mehr muss es gar nicht sein.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> Auf <a href=\"https:\/\/samsarabluesexperiment.bandcamp.com\/album\/one-with-the-universe\">Bandcamp.com<\/a> darf zurzeit nach Herzenslust gestreamt wer\u00adden.<\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-cover\"><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/the-universe-by-ear.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Vorschau_the-universe-by-ear.jpg\" class=\"musik-review-album-covr1\"><\/a><\/span><span class=\"musik-review-album-titel\">The Uni\u00adverse by Ear<\/span><br>\n<span class=\"musik-review-lyrics\">\u201cMake it look like an acci\u00addent!\u201d<\/span> (Make It Look Like An Acci\u00addent)\n<p>Schon wieder eines dieser Musikalben ohne einen anst\u00e4ndi\u00adgen Titel! Aber f\u00fcr das Deb\u00fct-Vol\u00adlzeital\u00adbum \u2014 nach dem vor\u00adab ver\u00f6f\u00adfentlicht\u00aden und dieses Album er\u00f6ff\u00adnen\u00adden St\u00fcck \u201cSev\u00aden Pounds\u201d vom Juli 2016 \u2014 mag es noch ange\u00adhen.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-bandname\">The Uni\u00adverse by Ear<\/span> ist ein Schweiz\u00ader Trio, das <a href=\"http:\/\/www.20min.ch\/schweiz\/basel\/story\/Das-ganze-Album-von-Universe-By-Ear-im-Stream-13869347\">von \u201c20 Minuten\u201d<\/a> als \u201cder n\u00e4ch\u00adste Urk\u00adnall\u201d oder wenig\u00adstens als \u201cProg-Super\u00adgroup\u201d beze\u00adich\u00adnet wird, was einiger\u00adma\u00dfen \u00fcber\u00adtrieben ist, denn vorherige Erfahrun\u00adgen aus ein\u00ader lokalen <span class=\"musik-review-bandname\">Frank-Zap\u00adpa<\/span>-Cover\u00adband etablieren noch keinen Starsta\u00adtus. Nichts\u00addestotrotz schwappte sich die Welle, die <span class=\"musik-review-bandname\">The Uni\u00adverse by Ear<\/span> in Basel zum Schwin\u00adgen bracht\u00aden, augen\u00adschein\u00adlich bere\u00adits bis nach Aus\u00adtralien.<\/p>\n<p>In ein\u00ader ihrer Selb\u00adst\u00adbeschrei\u00adbun\u00adgen \u00fcben die Musik\u00ader sich nicht in Zur\u00fcck\u00adhal\u00adtung:<\/p>\n<blockquote><p>Drei wage\u00admutige Basler Musik\u00ader haben sich zusam\u00admenge\u00adfun\u00adden, um den Rock dor\u00adthin zu f\u00fchren, wo bis\u00adlang kein\u00ader einen Fuss auf den Boden geset\u00adzt hat: in eine kom\u00adplexe, far\u00adben\u00adfro\u00adhe, \u00fcber\u00adraschende, harte, melodi\u00f6se Land\u00adschaft und in einen Kos\u00admos, in dem impro\u00advisiert\u00ader Freifall neben durch\u00adstruk\u00adturi\u00adert\u00ader Form existiert.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und sie haben damit sog\u00adar Recht. Das Klan\u00adgu\u00adni\u00adver\u00adsum bereisen sie tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich h\u00f6r\u00adbar weit: Aus <span class=\"musik-review-bandname\">King Crim\u00adsons<\/span> \u201cLarks\u2019 Tongues in Aspic\u201d (s\u00e4mtliche Teile), Ston\u00ader- und Space\u00adrock, aber auch den sp\u00e4ten <span class=\"musik-review-bandname\">Bea\u00adt\u00adles<\/span> (\u201cRepeat Until Mus\u00adcle Fail\u00adure\u201d, \u201cDead End Town\u201d), Jaz\u00adzrock und Can\u00adter\u00adbury sowie Desert Rock (noch mal \u201cDead End Town\u201d), vere\u00addelt mit irrwitzi\u00adgen Instru\u00admen\u00adtaleska\u00adpaden (\u201cOcean\/Clouds\/Prism\u201d), kreieren die Schweiz\u00ader ihr ganz eigenes erstes musikalis\u00adches Aus\u00adrufeze\u00adichen. Der Gesang ist freilich nicht der beson\u00adderen Rede wert, stilis\u00adtisch passend ori\u00aden\u00adtiert man sich hier \u00fcber\u00adwiegend an den ein\u00adschl\u00e4gi\u00adgen Krautrock\u00adbands, aber es wird ja nicht immer nur gesun\u00adgen; von Anfang an, schon in der zweit\u00aden H\u00e4lfte von \u201cSev\u00aden Pounds\u201d, erfreuen aus\u00adgedehnte bass- und schlagzeu\u00adglastige Instru\u00admen\u00adtal\u00adpas\u00adsagen des H\u00f6r\u00aders Ohren. Mein Album des Jahres scheint gefun\u00adden, aber ich lasse mich ja gern \u00fcber\u00adraschen.<\/p>\n<p>Pseu\u00addo\u00adny\u00adma \u201cEva Maria\u201d kom\u00admen\u00adtierte auf \u201c20 Minuten\u201d:<\/p>\n<blockquote><p>Unh\u00f6r\u00adbar  sor\u00adry. Ist wahrschein\u00adlich ther\u00ada\u00adpeutisch f\u00fcr die Musik\u00ader und ein Tax\u00adi\u00adtiket zur Ein\u00adliefer\u00adung in die Psy\u00adchi f\u00fcr alle die es sich antun das h\u00f6ren zu wollen<\/p><\/blockquote>\n<p>Ach, \u201cEva Maria\u201d: dir ent\u00adge\u00adht was.<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-hoerproben\">Rein\u00adh\u00f6ren:<\/span> Einen Kom\u00adplettstream gibt es auf <a href=\"https:\/\/theuniversebyear.bandcamp.com\/album\/the-universe-by-ear\">Bandcamp.com<\/a>, Videos zu eini\u00adgen St\u00fcck\u00aden auf <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCIKq37ZJ0ey7SOnggYPr-WA\">YouTube<\/a>.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<p>Habe ich was vergessen? Nat\u00fcr\u00adlich habe ich was vergessen!<\/p>\n<p><span class=\"musik-review-header-nr\">2.<\/span> <span class=\"musik-review-header-text\">Kurz und w\u00fcrzig.<\/span><\/p>\n<ol>\n<li><span class=\"musik-review-album-titel\">The Jesus and Mary Chain \u2014 Dam\u00adage and Joy<\/span>\n<p><span class=\"musik-review-bandname\">The Jesus and Mary Chain<\/span> pr\u00e4sen\u00adtieren zehn Jahre nach ihrer Ref\u00ador\u00adma\u00adtion ein gro\u00dfar\u00adtiges Gara\u00adgen\u00adrock\u00adalbum, das Anh\u00e4ngern von <span class=\"musik-review-bandname\">The Vel\u00advet Unter\u00adground<\/span>, den <span class=\"musik-review-bandname\">Strokes<\/span> und <span class=\"musik-review-bandname\">Son\u00adic Youth<\/span> ein bre\u00adites Grin\u00adsen auf\u2019s Gesicht dr\u00fcckt. <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B01N5C6PXH\/?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Ama\u00adzon.<\/a><\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-titel\">Dis\u00adperse \u2014 Fore\u00adword<\/span>\n<p>Hin\u00adter dem unauf\u00adf\u00e4l\u00adlig\u00adsten Gesang des Jahres ver\u00adsteckt sich \u00fcber\u00adraschend ver\u00adtrack\u00adtester Pro\u00adgres\u00adsive Met\u00adal, f\u00fcr den ein einziger H\u00f6r\u00addurch\u00adlauf ger\u00adadezu l\u00e4cher\u00adlich wenig ist. <a href=\"https:\/\/disperseband.bandcamp.com\/album\/foreword\">Band\u00adcamp.<\/a><\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-titel\">At the Dri\u00adve-In \u2014 in\u2022ter a\u2022li\u2022a<\/span>\n<p>Die Nach\u00adfol\u00adge\u00adpro\u00adjek\u00adte, darunter die unvergesslichen <span class=\"musik-review-bandname\">The Mars Vol\u00adta<\/span> und <span class=\"musik-review-bandname\">Antemasque<\/span>, sind offen\u00adbar alle\u00adsamt gescheit\u00adert, also machen die Musik\u00ader von <span class=\"musik-review-bandname\">At the Dri\u00adve-In<\/span> weit\u00ader mit dem, was sie am besten k\u00f6n\u00adnen: Energiege\u00adladene Rock\u00admusik mit Punk- und Indiecharme, gefeiert von der Fach\u00adpresse und auch von mir trotz ein\u00adschl\u00e4giger Werkken\u00adnt\u00adnisse f\u00fcr \u00fcber\u00adraschend gut befun\u00adden. <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B06W5V4ZNK\/?tag=hirnfi20-21\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Ama\u00adzon.<\/a><\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-titel\">Nova Col\u00adlec\u00adtive \u2014 The Fur\u00adther Side<\/span>\n<p>Instru\u00admen\u00adtaler Sym\u00adphon\u00adic-Prog wie in der <em>guten alten<\/em> Zeit. <a href=\"https:\/\/novacollectivefusion.bandcamp.com\/\">Band\u00adcamp.<\/a><\/p><\/li>\n<li><span class=\"musik-review-album-titel\">Les Dis\u00adcrets \u2014 Pre\u00adda\u00adteurs<\/span>\n<p>Sph\u00e4rische Film-Noir-Musik zweier Fran\u00adzosen mit Indie-Rock- und Trip-Hop-Hin\u00adter\u00adgrund. <a href=\"https:\/\/les-discrets.bandcamp.com\/album\/pr-dateurs\">Band\u00adcamp.<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<p>Das war es schon? Vor\u00aderst ja \u2014 aber das Jahre\u00adsende ste\u00adht ja schon wieder bald bevor und mit ihm die Jahres\u00adr\u00fcckschau, n\u00e4ch\u00adstes Mal wieder in alter Pracht. Ich freue mich darauf und ihr soll\u00adtet das auch.<\/p>\n<p>Bis bald!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"seriesmeta\">Dieser Artikel ist Teil 18 von 29 der Serie <a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/artikelserien\/jahresrueckblick\/\" class=\"series-33\" title=\"Jahresr\u00fcckblick\">Jahres\u00adr\u00fcck\u00adblick<\/a><\/div><p>Ach, wie haben sich die Leute doch gefreut, als das f\u00fcr Musik\u00ader erstaunlich t\u00f6dliche Jahr 2016 ein Ende nahm. Ich wartete mit der musikalis\u00adchen Jahres\u00adr\u00fcckschau 2016 also sicher\u00adheit\u00adshal\u00adber bis Jan\u00adu\u00adar \u2014 und am Tag darauf wurde der Tod John Wet\u00adtons ver\u00admeldet. Eben\u00adso hat dieses Jahr bish\u00ader Chuck Berry, Allan Holdsworth und sich\u00ader noch ein paar \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2017\/07\/musik-062017-favoriten-und-analyse\/\" class=\"more-link\">\u2018Musik 06\/2017 \u2014 Favoriten und Analyse\u2019 weit\u00ader\u00adlesen \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[14,17],"tags":[],"series":[33],"class_list":["post-12544","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kaufbefehle","category-musikkritik","series-jahresrueckblick"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":"a4f4d7ef025e465c8d904aab13cbe4ff","server":"vg07.met.vgwort.de","url":"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/a4f4d7ef025e465c8d904aab13cbe4ff"},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12544","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12544"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12544\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12544"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12544"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12544"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/series?post=12544"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}