{"id":1129,"date":"2009-11-24T12:52:25","date_gmt":"2009-11-24T11:52:25","guid":{"rendered":"http:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=1129"},"modified":"2009-11-24T12:52:38","modified_gmt":"2009-11-24T11:52:38","slug":"ein-dialog-zur-nachahmung-empfohlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2009\/11\/ein-dialog-zur-nachahmung-empfohlen\/","title":{"rendered":"Ein Dia\u00adlog, zur Nach\u00adah\u00admung emp\u00adfoh\u00adlen"},"content":{"rendered":"<p>Als ich heu\u00adte durch das loka\u00adle Ein\u00adkaufs\u00adzen\u00adtrum lust\u00adwan\u00addel\u00adte, fiel mein Blick auf die Weih\u00adnachts\u00adde\u00adko\u00adra\u00adti\u00adon (is\u2018 ja schon wie\u00adder fast Ende Novem\u00adber!), und mich \u00fcber\u00adkam ein Schau\u00ader. Ich heg\u00adte die Bef\u00fcrch\u00adtung, in K\u00fcr\u00adze w\u00fcr\u00adde eine wei\u00adte\u00adre gekauf\u00adte See\u00adle aus der Hor\u00adde die\u00adser f\u00fcr fal\u00adsches L\u00e4cheln schlecht bezahl\u00adten Kun\u00adden\u00addienst\u00addar\u00adstel\u00adler mei\u00adne Auf\u00adwar\u00adtung machen und mich mit guten W\u00fcn\u00adschen f\u00fcr ein Fest \u00fcber\u00adh\u00e4u\u00adfen, dem sie augen\u00adschein\u00adlich selbst nur den Umstand abge\u00adwin\u00adnen k\u00f6nn\u00adte, mal ein paar Tage lang nicht falsch l\u00e4cheln zu m\u00fcs\u00adsen, und berei\u00adte\u00adte, um nicht durch im Affekt gew\u00e4hl\u00adte Wor\u00adte Unschul\u00addi\u00adge zu kr\u00e4n\u00adken, im Gei\u00adste einen Dia\u00adlog vor, der etwa wie folgt ablau\u00adfen soll\u00adte:<\/p>\n<p>Die schlecht bezahl\u00adte Hilfs\u00adkraft so:<br>\n\u201eFro\u00adhe Weih\u00adnach\u00adten, grins!\u201c<\/p>\n<p>Ich dann so unge\u00adf\u00e4hr:<br>\n\u201eFro\u00adhe was bit\u00adte? Sie wol\u00adlen mich wohl ver\u00adgack\u00adei\u00adern. H\u00f6ren\u00adse mal, gute Frau, Sie haben da etwas grund\u00ads\u00e4tz\u00adlich miss\u00adver\u00adstan\u00adden. Ich beab\u00adsich\u00adti\u00adge durch\u00adaus, inner\u00adhalb der n\u00e4ch\u00adsten drei\u00ad\u00dfig Tage noch\u00admals hier ent\u00adlang\u00adzu\u00adschlen\u00addern, es erscheint mir daher ver\u00adfr\u00fcht, mir schon jetzt in der Hoff\u00adnung, dass ich beseelt vom Geist des Kon\u00adsums umge\u00adhend mein Porte\u00admon\u00adnaie z\u00fccke, ein fro\u00adhes Fest zu w\u00fcn\u00adschen.<\/p>\n<p>Und \u00fcber\u00adhaupt Fest und Kon\u00adsum: Sehen Sie, ich hal\u00adte nicht viel von reli\u00adgi\u00f6\u00adsen Bewe\u00adgun\u00adgen jeg\u00adli\u00adcher Art. Sie f\u00fch\u00adren in der Regel zu krie\u00adge\u00adri\u00adschen Aus\u00adein\u00adan\u00adder\u00adset\u00adzun\u00adgen, und Krieg ist nicht unbe\u00addingt mei\u00adne favo\u00adri\u00adsier\u00adte Kom\u00admu\u00adni\u00adka\u00adti\u00adons\u00adform. Auch bei Ihnen, neh\u00adme ich an, \u00fcber\u00adwie\u00adgen bei dem Wort \u201eWeih\u00adnach\u00adten\u201c nicht die reli\u00adgi\u00f6\u00adsen Emp\u00adfin\u00addun\u00adgen. Ich kann Sie ver\u00adste\u00adhen: Sie arbei\u00adten in einem deutsch\u00adland\u00adweit agie\u00adren\u00adden Kon\u00adzern, der mit Waren jeg\u00adli\u00adcher Art han\u00addelt und der des\u00adhalb nat\u00fcr\u00adlich gera\u00adde in der gewinn\u00adtr\u00e4ch\u00adti\u00adgen Weih\u00adnachts\u00adzeit, in der die Unsit\u00adte vor\u00adherrscht, ent\u00adfernt Bekann\u00adten, die man w\u00e4h\u00adrend der ver\u00adgan\u00adge\u00adnen elf\u00adein\u00adhalb Mona\u00adte erfolg\u00adreich zu ver\u00addr\u00e4n\u00adgen bef\u00e4\u00adhigt war, noch in letz\u00adter Minu\u00adte schnell irgend\u00adwel\u00adchen Nip\u00adpes zu erwer\u00adben, um das schlech\u00adte Gewis\u00adsen zu beru\u00adhi\u00adgen, an dem man selbst die Schuld tr\u00e4gt, zu beson\u00adde\u00adrer Freund\u00adlich\u00adkeit anlei\u00adtet. Es ist schlimm genug, dass es f\u00fcr Ihres\u00adglei\u00adchen lei\u00adder noch immer kei\u00adne Selbst\u00adver\u00adst\u00e4nd\u00adlich\u00adkeit dar\u00adstellt, in einem kun\u00adden\u00adna\u00adhen Gewer\u00adbe die Freund\u00adlich\u00adkeit als h\u00f6ch\u00adstes Gut zu dekla\u00adrie\u00adren, aber mir per\u00ads\u00f6n\u00adlich ist fal\u00adsche Freund\u00adlich\u00adkeit noch weni\u00adger lieb als ehr\u00adli\u00adcher Miss\u00admut.<\/p>\n<p>Soll\u00adte ich mich in Ihnen irren und Sie sind tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich vom Geist der Weih\u00adnacht beseelt, so m\u00f6ch\u00adte ich den\u00adnoch davon abra\u00adten, irgend\u00adwel\u00adchen Pas\u00adsan\u00adten unge\u00adwis\u00adsen Glau\u00adbens einen ange\u00adneh\u00admen christ\u00adli\u00adchen Fest\u00adtag zu w\u00fcn\u00adschen. Ich neh\u00adme nicht an, dass jemand sich hier\u00advon ernst\u00adhaft belei\u00addigt f\u00fchl\u00adte, jedoch teilt auch nicht jeder die Auf\u00adfas\u00adsung, bei Weih\u00adnach\u00adten han\u00adde\u00adle es sich um einen Tag, der die Men\u00adschen n\u00e4her zusam\u00admen\u00adbrin\u00adge oder an dem gar der Begr\u00fcn\u00adder einer der Welt\u00adre\u00adli\u00adgio\u00adnen gebo\u00adren wor\u00adden sei. Letz\u00adte\u00adres ist, wie Sie viel\u00adleicht wis\u00adsen, l\u00e4ngst wider\u00adlegt, es w\u00e4re daher ange\u00adbracht, mir \u201efro\u00adhe Weih\u00adnach\u00adten\u201c im Fr\u00fch\u00adjahr zu w\u00fcn\u00adschen, aber ich habe ohne\u00adhin, da in Ihrem Gesch\u00e4ft schon im Okto\u00adber die ersten Papp\u00adweih\u00adnachts\u00adm\u00e4n\u00adner zu erah\u00adnen waren, die Bef\u00fcrch\u00adtung, dass dies nur noch eine Fra\u00adge der Zeit ist; erste\u00adres indes mag ver\u00adst\u00e4nd\u00adlich schei\u00adnen, ver\u00adbringt man Weih\u00adnach\u00adten doch nur sel\u00adten allein, aber es ist doch oft eine l\u00e4sti\u00adge Pflicht, all die Leu\u00adte, die man sich ein\u00adzu\u00adla\u00adden ver\u00adpflich\u00adtet f\u00fchlt, anst\u00e4n\u00addig zu ver\u00adsor\u00adgen und ihnen einen sch\u00f6\u00adnen Tag zu berei\u00adten.<\/p>\n<p>Ich hof\u00adfe, Sie sind nun nicht all\u00adzu sehr gekr\u00e4nkt, dass ich Sie der\u00adge\u00adstalt zur\u00fcck\u00adwei\u00adse, aber wenn Ihnen der Sinn danach steht, so k\u00f6n\u00adnen wir gern aus\u00adf\u00fchr\u00adlich \u00fcber Ihre Moti\u00adve dis\u00adku\u00adtie\u00adren, nach\u00addem ich mei\u00adnen Stand\u00adpunkt nun dar\u00adge\u00adlegt habe. Ich habe noch unge\u00adf\u00e4hr eine Drei\u00advier\u00adtel\u00adstun\u00adde Zeit.\u201c<\/p>\n<p>Nach Abschluss die\u00adses Wort\u00adschwal\u00adles, so mal\u00adte ich mir aus, w\u00fcr\u00adde ich ein inter\u00ades\u00adsier\u00adtes Mie\u00adnen\u00adspiel vor\u00adf\u00fch\u00adren und mich auf die fol\u00adgen\u00adde Dis\u00adkus\u00adsi\u00adon \u00fcber unser Ver\u00adst\u00e4nd\u00adnis von Weih\u00adnach\u00adten und Chri\u00adsten\u00adtum ein\u00adlas\u00adsen, und ich h\u00e4t\u00adte Kun\u00adde von vie\u00adlen neu\u00aden Gedan\u00adken, die mein Leben berei\u00adchern w\u00fcr\u00adden.<\/p>\n<p>Lei\u00adder kam es nicht dazu, und des\u00adhalb schrei\u00adbe ich den fik\u00adti\u00adven Dia\u00adlog nun\u00admehr hier her\u00adnie\u00adder; viel\u00adleicht kann ich ihn doch noch mal brau\u00adchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich heu\u00adte durch das loka\u00adle Ein\u00adkaufs\u00adzen\u00adtrum lust\u00adwan\u00addel\u00adte, fiel mein Blick auf die Weih\u00adnachts\u00adde\u00adko\u00adra\u00adti\u00adon (is\u2018 ja schon wie\u00adder fast Ende Novem\u00adber!), und mich \u00fcber\u00adkam ein Schau\u00ader. Ich heg\u00adte die Bef\u00fcrch\u00adtung, in K\u00fcr\u00adze w\u00fcr\u00adde eine wei\u00adte\u00adre gekauf\u00adte See\u00adle aus der Hor\u00adde die\u00adser f\u00fcr fal\u00adsches L\u00e4cheln schlecht bezahl\u00adten Kun\u00adden\u00addienst\u00addar\u00adstel\u00adler mei\u00adne Auf\u00adwar\u00adtung machen und mich mit guten W\u00fcn\u00adschen \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2009\/11\/ein-dialog-zur-nachahmung-empfohlen\/\" class=\"more-link\">\u2018Ein Dia\u00adlog, zur Nach\u00adah\u00admung emp\u00adfoh\u00adlen\u2019 wei\u00adter\u00adle\u00adsen \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"activitypub_content_warning":"","activitypub_content_visibility":"","activitypub_max_image_attachments":3,"activitypub_interaction_policy_quote":"anyone","activitypub_status":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-1129","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-persoenliches"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":null,"server":null,"url":null},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1129","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1129"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1129\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1129"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1129"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1129"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/series?post=1129"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}