{"id":10921,"date":"2015-11-23T22:12:25","date_gmt":"2015-11-23T21:12:25","guid":{"rendered":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/?p=10921"},"modified":"2015-11-23T22:12:37","modified_gmt":"2015-11-23T21:12:37","slug":"i-got-a-hangover-whoa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2015\/11\/i-got-a-hangover-whoa\/","title":{"rendered":"I got a hangover, whoa."},"content":{"rendered":"<p>Erre\u00adgung \u00fcber Leute, die Kunst\u00adwerke und Konz\u00aderte nur noch zu besuchen scheinen, um sich selb\u00adst dort zu fotografieren, ist eigentlich auch mal wieder angemessen; auf die Gen\u00ader\u00ada\u00adtion der\u00ader, die auf Konz\u00aderten allein deshalb klatschen, um sich selb\u00adst daf\u00fcr zu begl\u00fcck\u00adw\u00fcn\u00adschen, das jew\u00adeilige Lied zutr\u00ade\u00adf\u00adfend erkan\u00adnt zu haben, fol\u00adgt offen\u00adbar jene, deren Hineinge\u00adborene das dig\u00adi\u00adtale Spiegel\u00adbild zum Zen\u00adtralge\u00adstirn des kul\u00adturellen Kos\u00admos\u2019 erk\u00adl\u00e4rt haben. F\u00fcr die virtuelle Ewigkeit kon\u00adserviert wird heute der Moment der eige\u00adnen Zufrieden\u00adheit v\u00f6l\u00adlig ohne Ein\u00adfan\u00adgen des Moments selb\u00adst. Ob sie wohl auch auf Lesun\u00adgen leicht neben dem Takt der Verse mitk\u00adlatschen?<\/p>\n<p>Dies nur, da mir unl\u00e4ngst eine Orch\u00adester\u00adver\u00adsion des Stra\u00dfen\u00adfegers \u201cGhost\u00adbusters\u201d <em>begeg\u00adnete<\/em> und das sich sonst\u00adwie klas\u00adsisch geb\u00e4r\u00addende Pub\u00adlikum schief mitk\u00adlatschte. Wenig\u00adstens sang es nur auf Zuruf einen Teil des Textes. Eigentlich aber lehnt sich mein \u201cKultur\u201d-Realismus heute gegen die App namens <del>Han\u00adnover<\/del> <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/hangoverapp-verschluesselung-fuer-partyfotos-a-1063897.html\">Hang\u00adover<\/a> auf:<\/p>\n<blockquote><p>Auf Par\u00adtys entste\u00adhen manch\u00admal Bilder, die man lieber nicht im Netz sehen m\u00f6chte. Mit der \u201cHang\u00adover\u00adApp\u201d kann man sich sch\u00fctzen, ver\u00adspricht der Her\u00adsteller. Sie zeigt die Auf\u00adnah\u00admen nur, wenn alle Beteiligten zusam\u00admenkom\u00admen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das is\u2019 ja wie <a href=\"https:\/\/schwerdtfegr.wordpress.com\/2015\/11\/01\/tolle-aepp-des-tages\/\">bei Snapchat<\/a>, der Rubbe\u00adlapp f\u00fcr Katho\u00adliken, nur ger\u00adingf\u00fcgig anders: Man <em>k\u00f6n\u00adnte<\/em> selb\u00adstver\u00adst\u00e4ndlich darauf verzicht\u00aden, \u00fcber von Unbekan\u00adnten betriebene eben\u00adso unbekan\u00adnte Serv\u00ader in einem unbekan\u00adnten Land <del>vor gar nicht allzu langer Zeit<\/del> <em>self\u00adies<\/em> von den eige\u00adnen Fortpflanzung\u00adsor\u00adga\u00adnen miteinan\u00adder auszu\u00adtauschen, aber f\u00fcr irgend\u00adwas m\u00fcssen diese hip\u00adpen <em>neuen Medi\u00aden<\/em> ja da sein, und wof\u00fcr, wenn nicht als Ama\u00adteur\u00adpornoquelle? Gibt\u2019s ja im <em>Inter\u00adnet<\/em> son\u00adst viel zu wenig. \u2014 Ab und zu sch\u00fct\u00adtet Snapchat auch in guter, alter Kom\u00admu\u00adnis\u00adten\u00admanier <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Daten-von-4-6-Millionen-Snapchat-Nutzern-veroeffentlicht-2073151.html\">seine Benutzer\u00addaten\u00adbank aus<\/a>, damit wieder Platz ist f\u00fcr neues Fleisch. <em>Sieht ja kein\u00ader. Ist ja alles gle\u00adich gel\u00f6scht.<\/em><\/p>\n<p>Und so ist das mit Feier\u00adfo\u00adtos eben auch: Wer davon aus\u00adge\u00adht, dass man just in diesem Moment umgeben ist von Leuten, die keineswegs ver\u00adant\u00adwor\u00adtungsvoller und zurech\u00adnungs\u00adf\u00e4higer sind als man selb\u00adst, und man <em>sowieso schon davon aus\u00adge\u00adht<\/em>, dass das, was man hier und jet\u00adzt zu fotografieren beab\u00adsichtigt, die \u00d6ffentlichkeit bess\u00ader nicht zu Gesicht bekom\u00admen sollte, der l\u00e4sst seine Taschenknipse doch ein\u00adfach mal in der Tasche und lebt im Augen\u00adblick. Nichts ist schlim\u00admer als ein Moment, den man nur durch den Such\u00ader erlebt hat. Aber was soll\u2019s, es ist ja Platz, der Dig\u00adi\u00adtal\u00adfilm ver\u00adgisst nicht. Alles sam\u00admeln, es sehen ja <em>sowieso<\/em> nur diejeni\u00adgen, die auch selb\u00adst dabei sind und das mit dem Such\u00ader auch nicht ver\u00adstanden haben. Eines Tages kann man sich dann mit den Anderen, die den Moment auch ver\u00adpasst haben, zusam\u00admenset\u00adzen und sich gemein\u00adsam anguck\u00aden, was man h\u00e4tte erleben k\u00f6n\u00adnen, wenn man nicht so besch\u00e4ftigt damit gewe\u00adsen w\u00e4re, Erin\u00adnerun\u00adgen zu ver\u00adbildlichen, weil man sich sich\u00ader war, dass sie am n\u00e4ch\u00adsten Tag ohne\u00adhin allm\u00e4h\u00adlich verblassten.<\/p>\n<p>Das Leben als Pro\u00adjek\u00adtion, als sei es nur im Hochglanz etwas wert.<\/p>\n<blockquote><p>Du hast den Farb\u00adfilm vergessen, mein Michael \/<br>\nNun glaubt uns kein Men\u00adsch, wie sch\u00f6n\u2019s hier wa-a-ar.<br>\n<cite>Nina Hagen<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<hr>\n<p>Real-Life-Hack des Tages: <a href=\"http:\/\/obviousplant.tumblr.com\/post\/133796960113\/i-added-some-fake-black-friday-deals-to-this\">Erhal\u00adten Sie hier Ihren Grat\u00adis\u00adfalken!<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erre\u00adgung \u00fcber Leute, die Kunst\u00adwerke und Konz\u00aderte nur noch zu besuchen scheinen, um sich selb\u00adst dort zu fotografieren, ist eigentlich auch mal wieder angemessen; auf die Gen\u00ader\u00ada\u00adtion der\u00ader, die auf Konz\u00aderten allein deshalb klatschen, um sich selb\u00adst daf\u00fcr zu begl\u00fcck\u00adw\u00fcn\u00adschen, das jew\u00adeilige Lied zutr\u00ade\u00adf\u00adfend erkan\u00adnt zu haben, fol\u00adgt offen\u00adbar jene, deren Hineinge\u00adborene das dig\u00adi\u00adtale Spiegel\u00adbild \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/2015\/11\/i-got-a-hangover-whoa\/\" class=\"more-link\">\u2018I got a hang\u00adover, whoa.\u2019 weit\u00ader\u00adlesen \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[13,35],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-10921","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-in-den-nachrichten","category-computer"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":null,"server":null,"url":null},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10921","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10921"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10921\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10921"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10921"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10921"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/tuxproject.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/series?post=10921"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}