Archiv für die Kategorie ‘Montagsmusik’.

Vorübergehend veröffentliche ich hier jeden Montag mehr oder weniger neue mehr oder weniger gute mehr oder weniger Musik. Sie ist hier zu finden.

Montagsmusik
Wise Guys – Goldeneye

Golden, Golden Eye.

Wise Guys – Golden Eye

Badaah.

Montagsmusik
Jaga Jazzist – 220 V

Huch, schon wieder Montag?

Da hilft nur Jazz.

Jaga Jazzist – 220 V / Spektral Live At Bylarm

Um es mit einem der Kommentierthabenden zu sagen:

Amazing Fucking Epic Awesome Music.


Das mit dem „fucking“ ist im Englischen ja auch so eine Sache. Puddle of Mudd hatten einst einen veritablen hit mit dem Lied „She hates me“, im Refrain „She fucking hates me“, also „sie mag mich wirklich nicht sonderlich“. Eine einfache Umstellung des Fluches kann dem Lied eine ganz andere Wendung geben:

„Fucking she hates me“ = „Die verdammte Oide mag mich nicht sonderlich.“
„She fucking hates me“ = „Sie mag mich wirklich nicht sonderlich.“
„She hates fucking me“ = „Sie mag den Beischlaf mit mir nicht sonderlich.“
„She hates me fucking“ = „Sie mag es nicht sonderlich, wie ich beischlafe.“

Ich bin oft sehr stolz auf die Vielfalt des deutschen Wortschatzes.

KaufbefehleMontagsmusik
The Rolling Stones – Miss You

Letztes Jahr erschien mal wieder eine Neuauflage des Albums „Some Girls“ der verehrten Rolling Stones, meines Empfindens das einzige Album der ehemaligen Jungs, das die Medien in der Regel nicht mit angemessener Würdigung versehen (stattdessen schreiben sie das öde „Their Satanic Majesties Request“ in den Rockolymp, wo es nicht viel zu suchen hat).

2012: 35 Jahre erster Tod der Rockmusik, 34 Jahre „Some Girls“.
Und somit 34 Jahre „Miss You“:

Ich mag es, wenn es groovt.

Guten Morgen.

Montagsmusik
John Lennon – How do you sleep?

Zum 44. Jubiläum der Weltpremiere des Beatles-Films „Magical Mystery Tour“ ist Paul McCartney der letzte Beatle, der noch regelmäßig in Föjetong und Musikpresse auftaucht. Das ist schade.

Dass seine Werke noch immer gepriesen werden, ist möglicherweise Geschmackssache. Man sollte aber auch nicht vergessen, was John Lennon einst über ihn sang:

Those freaks was right when they said you was dead
The one mistake you made was in your head

Guten Morgen!

Montagsmusik
The Toten Crackhuren im Kofferraum – Ich hab keinen Spaß

Zur Lage der Nation (und weil ich den Bandnamen so lustig finde) sowie im Dienst des schlechten Geschmacks schlage ich vor, die Woche mit „Ich hab keinen Spaß“ von The Toten Crackhuren im Kofferraum beginnen zu lassen. Ich hoffe, dieser Vorschlag findet Zustimmung.

DIE TOTEN CRACKHUREN IM KOFFERRAUM – kein Spass (in Neukalen 27.11.2010)

Gegenteilige Meinungen sind zu spät.

Montagsmusik
Die sechs von der Müllabfuhr

Ah, es ist wieder Montag. Eine neue Woche beginnt. Mit ihr kommt die allwöchentliche, hochqualitative Musikschau meinerseits.

Diese Woche: Warum nicht einfach mal wieder YouTube gucken?

Gestern wurd‘ sich drum gerissen,
heut‘ wird’s auf den Müll geschmissen.

(Wo wir gerade bei Weihnachten waren.)

(Mit dem üblichen Dank für die Empfehlung.)

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Blumfeld – Die Diktatur der Angepassten

Der ehemals grüne Joschka Fischer erklärt Krieg dann mal eben zur Joschka- statt Chefsache:

Für Fischer verspricht das nächste Jahr nur folgende Optionen:

Krieg oder Nuklearmacht Iran? Oder eine durchaus realistische andere Variante: Krieg und dann Nuklearmacht Iran?”

Na Hauptsache Krieg. Dass die Alternativlosigkeit des Bombens und Mordens durch den Aufstieg Irans zur Atommacht gerade eben durchbrochen sein könnte und unbedingt das Gegenteil erfordert, sollte man doch meinen. Oder ist der Atomkrieg inzwischen eine Option unter anderen?

Die Medien helfen ihnen beim Dummsein, ein starker Staat hilft ihnen beim Stummsein…

14 – Blumfeld – Die Diktatur der Angepassten

Montagsmusik
Erste Allgemeine Verunsicherung: Ihr Kinderlein kommet (verdammt noch einmal)

Nachdem die meisten meiner Leser wahrscheinlich bereits die Nase voll haben von Lebkuchen und Dominosteinen, kann die Adventszeit ja nun sinnvoll verbracht werden; zum Beispiel mit nach außen hin zelebrierter Besinnlichkeit, obwohl man sich eigentlich gar nicht besinnlich fühlt, und den letzten hektischen Weihnachtseinkäufen, denn man hat zwar eigentlich gerade nicht viel Geld oder auch nur Lust, ernsthaft von Herzen ein Geschenk auszusuchen, aber es muss ja sein, denn bald ist Weihnachten, und da macht man das halt so; wenn die Liebe zur eigenen Familie während der anderen 11 Monate im Jahr schon nicht genügt, um ein Fest der Familie zu feiern oder den Menschen, denen man viel verdankt, hin und wieder etwas materielle Aufmerksamkeit zu schenken.

Es ist jedes Jahr dasselbe: Elf Monate im Jahr vergehen ohne einen Gedanken an das Christentum zu verschwenden, womöglich gar, ohne sich um die Gebote als Grundsatz der Christen zu scheren, im zwölften Monat dann ist man dankbar für den Ablasshandel, den die Kaufhäuser gewähren. Die Seele wird rein von der Nachlässigkeit, die man ihr angedeihen ließ, wenn man drei Tage lang Zeit und Geld für nahe Menschen aufwendet. Christentum? Ach, i wo. Aber Weihnachten, das macht man eben so.

Sagt jedenfalls die Werbung, und die muss es ja wissen.

Man möchte nicht darüber nachdenken, man möchte nicht aus der Reihe fallen. Alle schenken, also schenke ich mit, auch denen, die ich eigentlich nicht mag; mit einem falschen Lächeln im Gesicht und Ebbe in der Geldbörse, aber es kommt ja von Herzen, redet man sich und dem Gegenüber ein.

Hört den Klang der Glocken, kauft und singet Halleluja!

Das befreit von der Seelenlast und rettet den Euro. Amen, Bruder.

MontagsmusikPersönliches
Die Toten Hosen – Nichts bleibt für die Ewigkeit

… und dann ertappt man sich manchmal dabei, nachzudenken über sich und sein Leben und ob man seine Zukunft, die man sich einst so rosig ausgemalt hatte, auch verwirklichen konnte, und man würde gern das Fenster aufreißen und schreien, aber man bekommt kein Wort heraus. Man schafft es nicht einmal, aufzustehen, die Last der Gedanken drückt mit Gewalt zurück in den Sessel. Etwas durchströmt den Körper, von dem man sich wünscht, man könnte es hier und jetzt ein für allemal ausrotten.

War es immer ratsam, den gut gemeinten Ratschlägen zu folgen, das unbeschwerte Leben in den Tag hinein einzutauschen gegen eine ungewisse Zukunft? Ist es jetzt zu spät, noch etwas zu ändern?

Und warum fragt man sich all das erst jetzt?

Wenn du nachts hellwach in deinem Bett liegst,
hörst du, wie es leise tickt;
es ist ’ne Uhr in dir, die läuft nur für dich,
sie erinnert dich dran, wie spät es ist…

Montagsmusik
Nirvana – Milk It

2011 markiert unter anderem auch 20 Jahre „Nevermind“, zu Deutsch „Egal“.

Ich habe dazu aus einem bestimmten Grund noch nichts geschrieben: „Nevermind“ ist das wohl belangloseste Album von Nirvana. Dass es mit „Smells Like Teen Spirit“ einen veritablen „Hit“ beinhaltet, bedeutet nicht viel; allenfalls, dass viel Geld in Werbung gesteckt wurde.

Dabei ist „In Utero“ aus meiner ganz persönlichen, subjektiven und ein wenig arroganten Sicht das überlegene Album – sei es nun wegen „Heart-Shaped Box“, „Rape Me“ oder des grandiosen „Milk It“:

1993 war ein verdammt gutes Jahr für Nirvana. Schade, dass es das letzte blieb.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Colosseum – Valentyne Suite

Mit der Eurorettung sieht es düster aus, der deutschen Wirtschaft wird der Export von Meuchelgütern schmackhaft gemacht, Israel und der Iran lassen es brodeln, und die meisten Menschen scheint aber doch nur eines zu interessieren: Wer soll „Wetten, dass..?“ übernehmen?

Die Welt wird alt und wird wieder jung, doch der Mensch hofft immer auf Verbesserung, dichtete einst Friedrich von Schiller; und wäre er noch am Leben, er wäre vermutlich ein hervorragender Kabarettist.

Hervorragend und immer noch am Leben sind derweil die Musiker von Colosseum:

COLOSSEUM – The Valentyne Suite (Live@Genova 05-07-2011)

Mal wieder: Zeitlos schön.


Apropos „Suite“: Die F.D.P. wurde gestern feierlich an den Tropf gehängt. Merkwürdig – ich war bisher der Meinung, lebenserhaltende Maßnahmen trotz offensichtlicher Todessehnsucht des Patienten wären verboten.

KaufbefehleMontagsmusik
Rush – 2112

35 Jahre später immer noch große Klasse:

Rush – 2112 Overture / Temples Of Syrinx (Live Rush in Rio) HD

Rock, Alter. Das ganze verdammte Album.

Montagsmusik
Groove und Applaus: Herbie Hancock – Chameleon

Anlässlich bekannter Lieder bekannter Pop- und Rockkünstler klatschen Konzertbesucher drei- bis viermal.

Die ersten klatschen, weil sie den Namen des Liedes kennen; die zweiten klatschen, weil sie die ersten Takte des Liedes erkennen; die dritten klatschen, wenn das Lied zu Ende ist, um die Leistung des Künstlers zu würdigen; die vierten, eine noch recht neue Gruppe, klatschen während des Liedes, um ihr vermeintliches Taktgefühl zu demonstrieren.

Von all diesen sind mir einzig die dritten willkommene Gesprächspartner. Den anderen würde ich gern eine klatschen.

Es setzt schon eine Menge künstlerische Qualität voraus, um stets taktfernes Publikum am Mitklatschen zu hindern; oder eine Menge an Respekt, den man sich erarbeitet hat, und das ist nicht leicht. Popgewohntes Publikum respektiert seine Künstler ohnehin nur selten, diese arbeiten allerdings auch nur sehr ungern daran, respektiert zu werden. Ein Album, vielleicht ein Nachfolgealbum, eine Abschiedstournee vor wenig Zuschauern und Auftritte in irgendwelchen Rückschauen auf RTL, das genügt zwar für den Lebensunterhalt, nicht aber für Respekt.

Wechselt man allerdings das Genre, wird das Klatschen womöglich zum tragenden statt zum störenden Element und fällt ansonsten nicht weiter ins Gewicht; vor allem dann, wenn die Musiker laut genug agieren. Man drehe also den Lautstärkeregler seiner Klangausgabe etwas höher, begebe sich in eine entspannte Sitzposition und nehme den Rhythmus in sich auf:

Herbie Hancock & Tal Wilkenfeld – Chameleon – Montreux Jazz Festival 2010

Wie angenehm doch so ein Montag sein kann, wenn man ihn mit groove beginnt!

KaufbefehleMontagsmusikMusik
Magma – Ëmëhntëhtt-Ré (außerdem: Jean Louis)

Na, werdet ihr montags auch nicht so recht wach, die Nebenwirkungen des Wochenendes noch in den Organen?

Da ist Metal sicher ebenso wenig eine geeignete Maßnahme wie das pubertäre Gekicher irgendwelcher Radiomoderatoren. Womit man so einen Montag viel besser beginnen kann, ist Jazz; und zwar nicht irgendein Jazz, sondern solcher, der nachhaltig wirkt.

Zum Beispiel Zeuhl.

Und wenn die ehemals müden Gliedmaßen nach so viel rhythmischer Bewegung wieder in betriebsfähigem Zustand sind, empfehle ich anschließendes wildes Gezappel zu den wilden Strukturen des ebenfalls französischen Jazzcore-Trios Jean Louis. „Jazzcore“? Jawoll:

Wenn es notwendig ist, bellt zu stampfenden Rhythmen eben ein Hund, dazu schrubbt ein zur Unkenntlichkeit verzerrter Bass und zwei Trompeten erklingen gleichzeitig in einer Art elektronisch-dissonantem Singsang. Dann wieder wird es fast metalartig krass, schweres Geriffe bricht über den Hörer hinein, nein, Rücksicht nehmen Jean Louis dabei nicht.

Kunst? Wahrscheinlich. Und Kunst kennt kein Pardon.

In diesem Sinne: Guten Morgen!

In den NachrichtenMontagsmusikPersönlichesPolitik
Red Hot Chili Peppers – Get on Top

Wie wohl die meisten Jugendlichen meiner Generation durchlebte auch ich im Laufe meiner musikalischen Sozialisation eine Phase, in der ich des Öfteren Zeit mit Punks verbrachte, und obgleich ich mich ihrer überwiegenden politischen Radikalität – wie man als Jugendlicher eben so ist: Widerstand ist Lebenszweck – nicht anschloss, so besitze ich doch bis heute einige musikalische Andenken an jene Zeit in Form von CDs der Hamburger Musikgruppe Slime.

Als unlängst die neuen vermeintlichen Erkenntnisse zum „Bundestrojaner“ bekannt wurden, wäre dies eigentlich eine gute Gelegenheit gewesen, sich nochmals inhaltlich mit jenen Liedern zu beschäftigen, aber auch nach einer Dekade Bedenkzeit erschien mir plumpes „Mollis und Steine gegen Bullenschweine“ noch zu niveaulos und undurchdacht.

Also höre ich stattdessen etwas völlig anderes:

Red hot chili peppers – Get on Top @yokohama

Viel besser!