Archiv für die Kategorie ‘Montagsmusik’.

Vorübergehend veröffentliche ich hier jeden Montag mehr oder weniger neue mehr oder weniger gute mehr oder weniger Musik. Sie ist hier zu finden.

Montagsmusik
Laura: Postrock aus Australien

Aus – anscheinend – Melbourne stammt außer Daevid Allen, Frontmann der Spacerockband Gong, auch die Musikgruppe Laura, was nach einer dämlichen Soulimitatorin (vgl. „Duffy“, „Adele“ oder „Lena“) aussieht, aber gar nicht so klingt:

Laura "Widow's Son" Live (HD, Official) | Moshcam

Das jüngste Album „Twelve Hundred Times“ erschien bereits 2011 und schafft es somit nicht in die Halbjahresliste 06/2012, ist dennoch sehr empfehlenswert. Atmosphärischer Postrock ohne die genreübliche Beliebigkeit – das weiß wohl zu gefallen.

Guten Morgen.

Montagsmusik
Steely Dan – Reelin‘ In the Years

Pfor pfierzig Vor vierzig Jahren waren Musiker noch gut und nicht süß und Texte noch tief und nicht awww.
Das war vor MTV.

Ich habe es nicht mehr erlebt.

You wouldn’t know a diamond
if you held it in your hand,
the things you think are precious
I can’t understand.

„But after a while / you realize time flies…“
— Porcupine Tree

Ach.

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
The Magnetic Fields – Andrew in Drag

Europäische Staaten tun endlich mal was gegen diese verdammten Ausländer:

Spanien setzt wegen des Treffens der Europäischen Zentralbank (EZB) in Barcelona das Schengen-Abkommen zur Reisefreiheit in Europa vorübergehend aus. Die Maßnahme gilt von Samstag bis zum kommenden Freitag. (…) Bereits in der vergangenen Woche hatten Frankreich und Deutschland erklärt, zumindest zeitweise das Schengen-Abkommen außer Kraft und Grenzkontrollen einführen zu wollen.

Demonstranten kommen also nur mit Reisepass nach Spanien: Kein Reisepass, kein Auspfeifen, so einfach ist das. Wer reisebefugt ist, der kann kein schlechter Mensch sein!

Und weil wir jetzt, statt wie geplant schwer bewaffnet – daher die Grenzkontrollen – zum Demonstrieren nach Spanien fahren zu können, zur Untätigkeit verurteilt sind, haben wir viel Zeit, das Album „Love at the Bottom of the Sea“ von The Magnetic Fields zu hören:

The Magnetic Fields – Andrew in Drag (official music video)

Magnetic Fields – Your Girlfriend's Face – live, Vogue Theatre, Vancouver March 2012

Schräg? Ja, ein wenig. Aber sympathisch schräg.
Und das passt ja dann auch ganz gut zu der Sache mit den Grenzkontrollen.

Montagsmusik
Graham Coxon – City Hall

Zu den eigenartigsten Musikalben dieses Jahres, die ich bisher gehört habe, zählt „A+E“, ein Noiserock-Soloalbum des Blur-Gitarristen Graham Coxon und trotzdem nicht übel.

„Noiserock“ ist beinahe untertrieben:

Zwar steht der rauhe Opener „Advice“ noch in der Tradition ordentlicher Coxon-Granaten, doch schon hier fiepst und rumpelt es ordentlich im Hintergrund.

Dennoch bereitet es einen kaum auf das darauffolgende „City Hall“ vor, ein monoton waberndes, mit stur programmiertem Drumcomputer nach vorne peitschendes Experiment, gegen das jeder Neu!-Song als lupenreine Popnummer durchgeht.

Eigenartig – aber grandios.

Guten Morgen.

Montagsmusik
Extra Life – Voluptuous Life

Nicht unbedingt begeistert bin ich von dem neuesten Album von Extra Life namens „Dream Seeds“, gegenüber dem Vorgänger „Made Flesh“ weiß es mich nicht so recht zu überzeugen; wohl auch, weil auf letzterem das als Studio- …

Extra Life – Voluptuous Life

… wie als Liveversion …

Extra Life – Voluptuous Life (live)

… hervorragende „Voluptuous Life“ enthalten ist.

Und überhaupt: Die Texte.

Too much life, too much life,
so much life that we die

Ach.

Guten Morgen.

Montagsmusik
Urlaub in Polen – Inkin Ark

Die Osterfeiertage sind nun fast vorüber, die Osterferien, sofern zutreffend, neigen sich auch dem Ende. Nun konnte man diese Zeit nutzen, um Musik zu hören, oder man verbrachte sie anders, etwa mit einem Urlaub in Polen.

Oder beides. Den Abschluss der österlichen Musikserie bildet mit der heutigen Montagsmusik die leider vor einigen Monaten aufgelöste deutsche Musikgruppe Urlaub in Polen, die trotz englischsprachiger Texte ein positiv beeindruckendes Beispiel dafür ist, dass Kraftwerk noch bis heute ihre Spuren hinterlassen und elektronische Musik auch unscheiße sein kann, wenn man sich nur Mühe gibt.

Urlaub in Polen // Inkin Ark (Live)

(Auf so einen Namen muss man natürlich auch erst mal kommen.)

Guten Morgen!

Montagsmusik
Pelican – Autumn into Summer

Oh, schon wieder Montag. Zeit für etwas entspannende Musik zum Wochenbeginn.

Diesmal von der prima Gruppe Pelican:

Pelican – Autumn into Summer

Hallo, wach.

Montagsmusik
Hawkwind – Needle Gun

Apropos Rock’n’Roll, kennt natürlich auch mal wieder keiner:

Guten Morgen.

Montagsmusik
Cult of Youth – Eihwaz

Ei, was? Mit Post-Punk kann ich normalerweise nur wenig anfangen, das Genre eifert zu sehr Idolen aus den 80-er Jahren nach – und was musikalisch von jenem Jahrzehnt zu halten ist, sollte fast jeder Musikfreund ähnlich beurteilen.

Warum mir die Brooklyner Post-Punk-Gruppe Cult of Youth, deren neuestes Album von immerhin 2011 stammt, trotzdem ziemlich gut gefällt, weiß ich nicht. Vielleicht ist es die bedrohlich-aggressive Stimmung, die ihre Musik verbreitet, vielleicht ist es die merkwürdige Geigenbegleitung, die andere großartige Musikgruppen wie Mutabor in klangliche Nähe rücken; in positivem Sinne bemerkenswert ist das Resultat in jedem Fall:

(Anderswo ist von „Neofolk“ die Rede, und das gefällt mir schon deutlich besser.)

Guten Morgen.

Montagsmusik
Van der Graaf Generator – The Sleepwalkers

(Und dann eben doch immer wieder vor allem: Ernüchterung.)

Van der Graaf Generator – The Sleepwalkers

If all is lost none is known,
and how could we lose what we’ve never owned?

Guten Morgen?

Montagsmusik
Disappears – Pre-Language

Dass auch 2012 noch Musik im Geist von Sonic Youth und The Fall stattfindet, ist auch ohne ein angekündigtes neues The-Fall-Album Balsam für die Seele des von Hitparadenscheiße arg gebeutelten Musikfreunds.

Zum Beispiel Disappears, deren neues Album am vorigen Freitag erschien:

Großartige Band.

Montagsmusik
Cursive – Caveman

Und nach so einem Wochenende dann doch immer der Blick zurück, das wehmütige Ach!; und überhaupt sollte man aufhören, aufzuhören, und endlich anfangen, anzufangen. Die Höhle verlassen der Höhle wegen.

I want to unlearn what I’ve learned
Want to unearn what I’ve earned
Want to burn my bridges down …

Schauerüberdenrückenrock. (Das Wort lass‘ ich mir mal patentieren oder so.)

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Tom Waits – Rain Dogs

Jene, die mit meinen musikalischen Empfehlungen konfrontiert werden, attestieren mir mitunter ein fehlendes Gespür für die schöne Kunst und einen Hang zu möglichst Abstraktem. Dabei ist dem gar nicht so. Ich schätze jedoch Texte mit Tiefgang, eine extrovertierte Darbietung und komplexe Melodien.

Zum Beispiel „Rain Dogs“ von Tom Waits, enthalten auf dem gleichnamigen Album.

Hübsch, nicht? :)

(Mit spätem Dank an T.!)


Warum die F.D.P. am Wochenende nicht Philipp Rösler nominiert hat, sondern Carsten Maschmeyers persönlichen Freund Joachim Gauck, bleibt mir übrigens ein Rätsel, hat ersterer doch seine ihm offenbar von einer Mehrheit der Parteimitglieder zugetrauten Führungsqualitäten bereits erfolgreich unter Beweis stellen dürfen, immerhin gibt’s die F.D.P. noch; aber sei’s drum.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Talking Heads – Burning Down the House

Das haben wir jetzt davon:

Bei gewaltsamen Protesten gegen den radikalen Sparkurs sind in Athen mehr als 80 Menschen verletzt worden. (…) Cafés, Geschäfte und historische Kinos standen am Sonntag in Flammen, als vermummte Randalierer im Zentrum der Hauptstadt mit Brandsätzen und Steinen warfen.

Da höre ich doch lieber noch ein wenig Musik:

Talking Heads "Burning Down the House" ‌‌ – Bohemia Afterdark

People on their way to work –
and, baby, what did you expect –
gonna burst into flames;
ah, burning down the house …

Einen angenehmen Montag wünsche ich.

Montagsmusik
Grauzone – Eisbär

(… und dann sitzt man am Fenster und guckt auf endlos scheinende weiße Flächen hinab und würde gern schreien, aber dann würden die Leute komisch gucken.)

Und überhaupt: Kalt.

GRAUZONE – EISBAER (remastered) – official video

Ich möchte ein Eisbär sein im kalten Polar,
dann müsste ich nicht mehr schrei’n, alles wär‘ so klar…

Die 80-er. Ein furchtbares Jahrzehnt.