Archiv für die Kategorie ‘Spaß mit Spam’.

Spam-Mails können nerven, sind aber mitunter auch Agenten skurriler Stilblüten. Auszüge daraus kommentiere ich hier.

Spaß mit Spam
Ein sicherer und seriöser E-Mail-Verifizierungs-Dienstleister.

Eine doch etwas merkwürdige, unerwartete E-Mail erhielt ich nächtlich, während ich schlief, von einem Herrn oder einer Frau E-Mail Verifizierung. Das ist ein einigermaßen eigenartiger Vorname, aber andere Menschen heißen ja auch Jimi Blue, Cosma Shiva oder Dietmar. Diese E-Mail gebe ich im Folgenden – selbstverständlich mit unbrauchbar gemachtem Link – im Klartext wieder, um den Leser an meinem Amusement teilhaben zu lassen.

Sehr geehrter Nutzer

Du hast Dich gerade bei einem Angebot im Internet registriert welches die Bestätigung Deiner eMail Adresse erfordert.

Bitte nutze folgenden Link um Deine eMail Adresse zu bestätigen:

http://emailverifizierung.de/verify.php?verify=(…)

Vielen Dank für Dein Vertrauen

eMailverifizierung.de – Der sichere Service für Deine Registrierung

Mit freundlichen Grüßen,

eMailverifizierung GmbH
Martin Kahn Str. 77
D-28359 Bremen
Deutschland

Fax: +41 (0)421 6265 100
Email: support@emailverifizierung.de
Web: http://www.emailverifizierung.de/

Interpunktionsschwächen einmal beiseite: Ich soll also, dies verlangt der Schreiber von mir, einem Verweis auf eine Internetseite folgen, um zur Nutzung eines Angebotes unbekannter Identität, für das ich, dessen Namen oder wenigstens Pseudonym der Betreiber des Angebots offenbar nicht einmal kennt, mich schlafend, vielleicht im Schlafe wandelnd, registriert haben soll, zu bestätigen, dass die angegebene E-Mail-Adresse (es heißt doch wohl immer noch E-Mail und nicht eMail, zefix!) auch wirklich meine E-Mail-Adresse ist oder zumindest von irgendjemandem abgerufen wird.

Es ist aber sehr nett, dass ein mittelmäßig ausführlicher Absender unten druntersteht, denn das unterscheidet bekanntlich seriöse von unseriöser E-Mail: Man weiß, mit wem man es zu tun hat; zumindest wahrscheinlich.

Eine DENIC-Abfrage war es mir dann aber schon wert, denn ich wüsste ja schon gern, ob der Betreiber wirklich E-Mail Verifizierung heißt. Und eiderdaus:

Es zeichnet keine Frau E-Mail Verifizierung verantwortlich, sondern ein Herr Michael Beck (vermutlich nicht identisch mit Michael „Dee Jot Hausmarke“ Beck), der trotz des Firmensitzes in Bremen in Stuttgart und/oder der Schweiz wohnt. Ich kann mir also zumindest schon mal sicher sein, dass es sich um keinen russischen Spambot handelt, sondern schlimmstenfalls um einen der Schizophrenie anheim gefallenen Geschäftsmann (oder drei Leute, die an völlig unterschiedlichen Orten wohnen, aber zufällig identisch heißen), denn die DENIC ist eigentlich bisher nicht dafür bekannt, beliebige Daten zu akzeptieren, die jeder wie auch immer gearteten Grundlage entbehren.

Dieser Herr Michael Beck jedenfalls bietet einen sicheren Service – klingt ja, wenn ihr mich fragt, schon ein bisschen nach Rotlicht – für Registrierung an, was auch immer da registriert werden soll. Vielleicht hilft mir ja die angegebene Internetseite – http://www.emailverifizierung.de/ – dabei, Licht in dieses unverändert nicht erhellte Dunkel zu bringen.

Nee, Pustekuchen:

Aber der erfahrene Internetbenutzer weiß: www. is deprecated – „www.“ ist überflüssig. Um doppelten Inhalt („duplicate content“) zu vermeiden, der einige Internetsuchmaschinen dazu verleiten könnte, die eigene Website für Spam statt hochqualitativen Journalismus zu halten, wird die in der Regel standardmäßig eingerichtete Umleitung auf die „www“-Subdomäne mitunter technisch unterbunden. Also gucken wir mal nicht dort, wohin die E-Mail verweist, sondern schneiden das „www.“ ab – und siehe da, es „funktioniert“:

Dies also ist die Internetseite des sicheren Services. Mein Lieblingsteil ist ja der hier:

Ihr sicherer und seriöser eMail Verifizierungs Dienstleister.

© Alle Rechte vorbehalten.

Sicher und seriös:

Fehlerhafte oder keine Parameter

Der Copyright-Hinweis – in Deutschland gibt es übrigens kein „Copyright“ – ist natürlich immens wichtig; so wird verhindert, dass gleichfalls minderbegabte Dritte, die das mit dem Copyright auch nicht wissen, diesen Strokelschrott auch noch kopieren wollen. Was für „Parameter“ diese Seite erwartet, war leider nicht ersichtlich, andere als die Datei verify.php, die ich laut der E-Mail aufrufen sollte, sind es aber sicherlich, es sei denn, der Betreiber hat als „Indexseite“ (heißt standardmäßig meist index.php oder ähnlich) ebendiese Datei verify.php angegeben und es also genau so vorgesehen, dass man seine Internetseite, über die er immerhin Dienstleistungen anbietet, gar nicht aufrufen kann, ohne erst in einer Mail wie der, die ich erhielt, herumzuklicken. Dann aber fragt sich, wie der Betreiber des mir übrigens immer noch unbekannten Angebotes in der Lage war, von dieser Dienstleistung überhaupt Gebrauch zu machen.

Versteht übrigens irgendeiner von euch, liebe Leser, worin diese Dienstleistung genau bestehen soll? Der Betreiber schickt eine womöglich unerwünschte E-Mail an eine irgendwo – noch immer ist mir dieses „irgendwo“ unbekannt – eingetragene E-Mail-Adresse, um zu verhindern, dass irgendjemand anderes eine womöglich unerwünschte E-Mail an diese Adresse schicken kann?

Das mag nach Spam klingen, aber es ist, so schreibt Michael Beck oder einer seiner Mitarbeiter, kein Spam, zumal Spammer unter deutscher Jurisdiktion (.de-Adresse) es alles andere als einfach haben, dass ihre Mails das Ziel erreichen, bevor die verlinkte Internetadresse im virtuellen Lokus gelandet ist. Und aber jedenfalls:

Es wird damit sichergestellt, dass kein Spam an eine eMail Adresse versendet wird mit der sich registriert wird.

Spamschutz mit Spammethoden also; willst du Frieden, bereite den Krieg. Es steht allerdings zu befürchten, dass auch diese lobenswerte Spamversender in Bälde seine letzte Schlacht schlagen wird, denn trotz all des Aufwandes, den er betrieben hat, um eine anschauliche Internetpräsenz wirkungsvoll zu vermarkten, fehlt ihm ein Impressum – für ein Gewerbe bewerbende Dienstleister (anders als zum Beispiel für uns Insinternetreinschreiber) ein unverzeihlicher Fehler. Sollte dies hier also einer dieser Abmahnanwälte, von denen man immer auf so Internetseiten hört, lesen, so bitte ich darum, Herrn Beck zu verschonen. Er ist ein leuchtendes Vorbild für alle Existenzgründer im Web 2.0.

Und zwar ein schlechtes.

Spaß mit Spam
Ihre Kreditkarte wird ausgesetzt.

Die MasterCard-Aktivierer von der Sparkasse („Sparkasee“) machen sich wieder Sorgen um mich. Lieb von ihnen.

Allein – abgesehen von dem geänderten Absender („Sparkasee“) – der Adressat ist nun ein anderer:

Sehr geehrte Sparkasse Card,

Ich finde ja, E-Mails sollten auch für Leute, die nicht jeden ihrer Mailserver selbst betreiben, eine Möglichkeit beinhalten, den Empfang mit „Empfänger unbekannt verzogen“ zu quittieren.

Was ist eigentlich aus dem „E-Post-Brief“ geworden?

Spaß mit Spam
Fantastic results guaranteed

Von einem Spamversender, der sich lustigerweise „feminismmackey“ nennt und somit also die Rechte von Frauen vermutlich eigentlich ziemlich dufte zu finden vorgibt, erhielt ich nebenbei diesen Einzeiler nebst hier nicht genanntem URL:

Boost your sexual ego and appetite with our new organic remedies

Schön, dann habe ich mein sexuelles Ich und meinen Appetit also mit euren, Spammer, neuen organischen Hausmitteln angetrieben, aber was dann? Dann bin ich rattig und platze beinahe vor erogenem Selbstwertgefühl, aber mehr oder gar besseren Geschlechtsverkehr als bisher habe ich dann immer noch nicht.

Kein Wunder, dass ihr Spam nötig habt; wenn es schon nicht für ein gutes Geschäftsmodell reicht.

Spaß mit Spam
Eine ehrliche Frau für einen ernsten Freund

Frau „Morgan Zamora“ gehört zu der Sorte „Frauen“, die es offenbar heftig juckt; denn „sie“ verzichtet auf die Erzählung einer meterlangen Lebensgeschichte und kommt direkt auf den Punkt:

hallo) mein Name ist Morgan Zamora . Ich möchte Sie kennen lernen. Ich habe Ihnen meine Bilder. Schreiben Sie mir, wenn ich Ihnen gern

Die Zeilensprungtaste ist wirklich schwer zu finden auf so einer Tastatur, als Dienstleistung für meine Leser strukturiere ich den Text dennoch mal etwas übersichtlicher:

hallo)

Tag)

mein Name ist Morgan Zamora .

Das ist aber interessant .

Ich möchte Sie kennen lernen.

So knapp formuliert lässt mich das frösteln; wissenschon, „Sie werden mich noch kennen lernen“.

Ich habe Ihnen meine Bilder.

Ich bin Ihnen Witz.

Schreiben Sie mir, wenn ich Ihnen gern

Ja, eilig hat sie es tatsächlich, nicht einmal für das Satzende fand sie Zeit. Spricht das nun eigentlich für sie?

„Frau Zamora“, mailend via Alias „pwalters“, scheint sich überdies so sehr nach einem Mann zu sehnen, dass besagte Mail – ja, das war der ganze Text – mich gleich zweimal erreichte, angehängt jeweils eine Datei namens „sexy photo_1314173648.zip“, und ich fragte mich, ob es denn von besagter Dame auch unsexye Fotografien gebe, denn eine potenzielle Partnerin bekommt man nach erfolgreicher Eroberung in der Regel öfter unsexy als sexy zu sehen und muss doch wissen, worauf man sich einlässt; enthalten jedenfalls war jeweils eine Datei namens my image.scr, eine Bildschirmschonerdatei also, und ich folgte der Weisung und schonte meinen Bildschirm per beherztem Druck auf die Taste, die jene Texte verschwinden ließ, denn das bewahrte meinen Bildschirm vor nachhaltiger Verunreinigung mit Kaffee, denn ich bin zwar ehrlich, aber nicht ernst.

Das war allerdings auch nicht gefordert.

NerdkramsSpaß mit Spam
Firefox kann jetzt auch Internet!

Aus einer ganz anderen Motivation als die anderen Verfasser unerwünschter Werbepost heraus konkurrieren gerade deutsche Gratismailadressenanbieter (für solche Wörter schätze ich die deutsche Sprache sehr) um den größtmöglichen Stuss. Dass sie dafür eine identische Formulierung wählen, verurteilt diesen Plan allerdings vermutlich zum Scheitern.

Denn dass man einst Internetseiten für einen Webbrowser „optimieren“ „musste“, ist längst Vergangenheit. Heute optimiert man Webbrowser auf Internetseiten, denn irgendeinen Grund müssen die ständigen neuen Browserversionen ja haben:

Nicht bekannt ist, ob Google-Mail-Benutzer ein ähnliches Angebot erhalten haben oder ob es gar schon erste gehackte Versionen gibt, die „schnellen Zugriff“ auf (also vermutlich jeweils ein Lesezeichen für) beide Mailanbieter beinhalten. Das wäre doch quasi ein unschlagbares Angebot! (Und ob dieser Firefox auch etwas gegen die Schadsoftware von GMX unternimmt?)

(Danke an V.!)

Spaß mit Spam
Hallo freund

Diese Anrede höre ich üblicherweise nur in der Fußgängerzone, wenn der kleine Sohn einer offenbar recht liberalen Mutter mal wieder Dummheiten macht. Das klingt dann ungefähr so: „Hal-looooo?! Fre-heuuuund?!“ (Man stelle sich zur besseren Visualisierung jedes Wort auf der ersten Silbe betont, aber auf der letzten gebrüllt vor.) Aber es ist keine liberale Mutter, die dergestalt ihren Sohn rügend um meine Aufmerksamkeit buhlt, sondern eine gewisse „Natasha“. Und sie geht gleich ziemlich ran, die Gute:

Hallo,

Ich würde Sie gerne kennen lernen

Nun mal langsam: Warum, woher, wann; die üblichen technischen Daten eben?

Mein Name ist Natascha und ich bin 26 Jahre alt, ich lebe in Russland.

Das könnte das mit dem Kennenlernen dann vielleicht doch ein bisschen erschweren. Aber wie sind Sie eigentlich an „mich“ geraten?

Ich habe Ihr Bild in der Agentur von Bekannten und Sie mochten mich.

(Ich frage mich ja manchmal, was es in Russland so alles für Agenturen gibt, und will das dann eigentlich doch lieber nicht wissen.)

Immerhin geben Sie zu, dass Sie oberflächlich sind. Ehrlichkeit ist in diesen Dingen heutzutage ein wahrlich seltener Schatz geworden.
Aber wie muss man sich das nun eigentlich vorstellen? Man besucht also als russische Frau, die ihren Namen je nach Gusto buchstabiert, Bekannte in denen ihrer Agentur, und die Bekannten drücken einem dann mit den Worten „wir mögen dich, hier hast du einen Kerl“ – auf Russisch natürlich – mein Bild in die Hand? Mich fröstelt ein wenig.

Ich möchte besser kennen zu lernen mit Ihnen und zu entsprechen.

Dann entsprechen Sie erst mal, bevor Sie sich aufdrängen; ich kenne Sie immerhin nicht, und Russland erscheint mir dann doch außerhalb meiner gewünschten Reichweite.

Ich habe auch meine Foto.

Äh – ich gratuliere.

Wenn ich dich mochte, und Sie interessiert sind – bitte mailen Sie mir.

Ich fühle mich beinahe ein wenig geschmeichelt. Ihre Interessensgenossinnen pflegen anlässlich dieses Anliegens bedingungslose Forderungen zu stellen, Sie lassen mir die Entscheidung auch verbal frei. Dann bin ich mal so frei …

Warten auf Ihre Antwort.

Natasha.

… und nehme an, die Agentur Ihrer Bekannten wird Ihnen meine Entscheidung alsbald mitteilen. Schauen Sie einfach mal wieder dort vorbei!

Mit hinterhältigem Lächeln,
unleserlich.

Spaß mit Spam
Aktivieren Sie Ihr Verified by Visa – MasterSecure Code.

Etwas überrascht war ich ja schon, dass mich laut Thunderbird ausgerechnet die Sparkasse anmailte, hatte ich doch zeitlebens keinen privaten Kontakt mit ihr. Aber eine Bank hat einem meist etwas Wichtiges zu sagen, und so ist es auch hier der Fall:

Ihre Kreditkarte wird ausgesetzt, weil wir gemerkt haben, haben Sie nicht
Aktivieren Sie Verified by Visa – MasterSecure Code.

Aktivieren Sie Verified by Visa – MasterSecure Code, um Sie gegen unbefugtes Eink?ufe, wenn shoppin Online schnell und einfach.

Das ist jetzt aber gemein: Die Sparkasse will meine Kreditkarte irgendwo aussetzen, weil ich nicht aktiviert habe Verified by Visa – MasterSecure Code, und das sogar doppelt, um mich gegen unbefugten Einkauf, sofern Onlineeinkauf schnell und einfach ist.

Das ist nett von der Sparkasse, dass sie die MasterCard von Kunden anderer Banken von Visa verifizieren lassen will. Man kann ja heutzutage nicht sicher genug gehen. Ich sollte also schnell handeln! Nur wie?

Zu Ihrem Schutz haben wir Ihre Kredit Warenkorb ausgesetzt. So aktivieren Sie Ihre Karte herunterladen Befestigung und das Formular ausf?llen und folgen Sie den Anweisungen zur Aktualisierung Ihre Kreditkarte.

Ich muss also lediglich die Befestigung herunterladen und das Formular ausfüllen und danach den Anweisungen folgen. Wird gemacht! Zwar finde ich keinen Verweis darauf, wo ich diese Befestigung finden kann, aber als Schlaufuchs, der ich bin, nehme ich an, im Anhang – eine .html-Datei wurde mitgesendet – finde ich die entsprechende Information.

Tatsächlich scheint es sich dabei um das gesuchte Formular zu handeln, das mit gewohnt professioneller Aufmachung besticht:

Aber halt – was ist das? Man zeigt mir an, Elemente seien wegen abgeschalteter JavaScript-Funktion blockiert worden. Verzeihung, mein Fehler!

Mit aktiviertem JavaScript sieht die Seite schon viel hübscher aus, lediglich einige weitere Seitenelemente werden von einer IP heruntergeladen und angezeigt, wie es ein kurzer Blick in den umständlich verschleierten Quellcode zeigt:

Schon viel besser! Und wie ich sehe, wird meine MasterCard ausdrücklich ebenfalls unterstützt. Erleichtert also tippe ich die geforderten Daten ein, klicke auf „Weiter ->>“ und gelange auf sparkasse.de. Anscheinend wurde mein Anliegen also erfolgreich übermittelt. Ich wische mir den Schweiß von der Stirn. Meine Kreditkarte ist gerettet, noch bevor sie meine Karte:

Hinweis: Wenn nicht von 11. Juli 2011 abgeschlossen ist, werden wir gezwungen sein, Ihre Karte, weil sie f?r betr?gerische Transaktionen verwendet werden k?nnen.

Danke, liebe Sparkasse! Vielleicht sollte ich doch zu euch wechseln.

Wir bedanken uns f?r Ihre Kooperation in dieser Angelegenheit.

Gern geschehen! :)


(Vermutlich angebrachter Hinweis: Vom Öffnen von Dateianhängen zweifelhafter Herkunft ist ohne vorherige (!) gründliche Überprüfung ihres Inhalts abzuraten. Und wer ernsthaft glaubt, seine Bank würde per Mail seine Kreditkartendaten erfragen, muss sich nicht wundern, wenn ihn das teuer zu stehen kommt.)

Spaß mit Spam
Nassnageln

Ui, wieder mal eine Betreffzeile, die Spaß verspricht, und zwar von einer gewissen Dr. Katharina Klara, vermutlich mit ergaunertem Doktortitel, via Bertha.Hirschiaeqi@potnez-fuer-maenner.info, wohl eine Freundin der Dame.

Diese Hacker heutzutage – jetzt gibt es schon eigene Botnetze („Potneze“) nur für Männer! Nur schreiben könn’se es nicht.

Und wie lautet die Betreffzeile?

Nageln Sie Ihre Frau nass?

Nee, nicht direkt…
Moment – ob ich was mache?! 8O

Schoenen Guten Tag

Hal Li Hal Lo

Sie würden gerne zufriedene Stunden erleben? Braucht Ihre Partnerin wieder mehr Erfüllung?

Irgendwo habe ich mal gelesen: Ein Mann, der endlich wieder zufriedene Stunden erleben möchte, schenkt seiner Partnerin einen Urlaub ganz für sich allein. Damit wäre doch beiden gedient?

Zeit für gemeinsam erlebte Leidens^chaft (sic!) ist für Sie wichtig?

Frau Dr. Katharina Klara scheint das anders zu sehen, denn sie setzt „Erfüllung“, „Zufriedenheit“ und „gemeinsam erlebte Leidens^chaft“ ca. gleich. Nichtsdestotrotz traut sie Männern nicht viel zu:

Stärken Sie Ihre Kräfte auf einfache und dennoch !seriöse Art.

Für erfüllte Zufriedenheit während gemeinsam erlebter Leidens^chaft sind Männer nämlich offenbar naturgemäß zu schwach und brauchen dringend Hilfe.

(Als alter Informatiker ist mir ja zuerst das boolesche „!seriös“, also „nicht seriös“, aufgefallen.)

Wie diese Hilfe aussieht?

Hilfe erhalten Sie sicher #und (sic!) bequem beim Bestellen im Internet. Und das ganz ohne den neugierigen Blick anderer Kunden oder des Nachbarn.

Klar: Einfach irgendwas im Internet bestellen, schon ist man die spanische Fliege im Manneskörper höchstselbst. Mache ich gleich mal; ein neues Buch kann nie schaden. Aber was mache ich dann nur mit all der Manneskraft?

Darauf weiß die Frau Doktor leider auch keine Antwort, verzettelt sich stattdessen in nichts sagenden Verlinkungen und der eigenen Identität:

http:(Link unkenntlich gemacht)

Mit freundlichem Gruss,
Klaudia Bumgarner

Wer kann helfen?

Spaß mit Spam
Liebesbrief für Anfänger (oder: Facebook 0.1)

Hello dear,

How are you doing my name is Susan i am searching for a friend and i want to be your friend, i am looking for a friend i hope we can communicate ,i will be very happy if you can reply my directly and reply with some pictures of yourself.

From Susan.


You received this message from the „vim_use“ maillist. (…)

„Hallo, mein allerliebster Haselpurzelschnuffelbär,

wie ist das werte Befinden? Mein Name ist ausgedacht und ich brauche Freunde, und weil ich keine habe, kamst du mir spontan in den Sinn. Ich hoffe, wir können kommunizieren, denn ansonsten schreibe ich diese Mail gerade ins Nirwana. Ich wäre voll froh und so, wenn du mir direkt antworten würdest. Ach, und hast du ein Bild von dir? Ich bin nämlich nicht nur einsam und habe keine Freunde, sondern ich bin außerdem noch oberflächlich, was natürlich nichts damit zu tun hat. Kreuz an: Ja/Nein (aber nicht beides!).

Knuddelwuddelbussi,
deine {Unleserlich}

P.S.: Wenn du mir direkt antwortest, werden all deine Freunde davon erfahren.“

(Abteilung: Briefe, die in meiner Schulzeit immer nur die anderen Jungs bekommen haben, worum ich sie nur sehr selten ein bisschen beneide.)

Spaß mit Spam
OFFIZIELLE GEWINNBENACHRITIGUNG

Bei solchen Betreffzeilen würde ich sogar Kopfweh bekommen, wären sie nicht in brüllenden Großbuchstaben verfasst.
Und worüber möchte „Frau Anita Smith“ („FRAU ANITA SMITH“) vom „Sitz des Prasidenten der EuroMillions Lottery Promotion“ in „Madrid“ mich da „benachritigen“? (Aus Gründen der Lesbarkeit werde ich allzu brüllende Zeilen im Folgenden auslassen.)

Wir sind erfreut ihnen mitteilen zu konnen, das die gewinnliste

Die EuroMillions LOTTERY PROMOTION am 02 . Juni 2011 erschienen ist, vorbei Co-organisiert World Tourism Organization/Spanish Ministerio de Tourismo.

Angesichts des das-dass-Schreibproblems kann man zumindest davon ausgehen, dass „Frau Anita Smith“ Deutsche ist. Eine echte multikulturelle Lotterie also. Nun stellt sich mir natürlich die Frage, ob in der Bezeichnung „Die EuroMillions Lottery Promotion“ ausgerechnet das Wort „die“, „stirb“, doch für den deutschen Artikel stehen sollte. Einigermaßen sinnfrei wäre beides. Aber von solchen Kinkerlitzchen lasse ich mich nicht aufhalten, immerhin hat das spanische Welttourismusministerium diese Lotterie vorbeikoorganisiert, da fühlt man sich als Leser lieber geehrt und liest also weiter:

Dir offizielle liste der gewinner erschien am 08.juni 2011 Ihr e-mail wurde auf dem los mit dir nummer: (721-524-27756) und mit der seriennummer: {52136/2011} registried. Die glucksnummer: (01) (03) haben in der zweitens kategorie gewonnen.

Es gibt eine offizielle Gewinnerliste, auf der E-Mail-Adressen stehen? Kein Wunder steigt die Zahl der Spammails wieder. Aber ich freue mich, davon abgesehen, selbstverständlich immens, dass meine Glucksnummer (tatsächlich gluckse ich gerade ein wenig) in der Zweitenskategorie gewonnen hat, auch wenn ich vermutlich dann doch lieber in der dritten Kategorie gewonnen hätte, die hält meist die besseren Preise bereit. Aber man kann nicht alles haben.

Stattdessen habe ich dies:

Sie sind damit gewinner von: 935, 470.00

Ich habe also bei einer spanischen Verlosung 935 kyrillische Djets gewonnen. Eventuell kann ich die dann bei eBay teuer verscherbeln.
Aber halt, nein: Nicht ich habe sie gewonnen, sondern Anonymus „vierhundertsiebzig Punkt nullnull“. Oder ist das auch nur eine Gewinnnummer?

Die summe ergibt sich einer gewinnausschuttung von. 25,257,690,00 (…). Die summe wurde durch 27 gewinnern aus der glieichen kategorie geteilt.

Das mit den Tausendertrennzeichen scheint in Madrid in Vergessenheit geraten zu sein. Aber unterstellen wir einmal, es handele sich um etwas mehr als 25 Millionen kyrillischer Djets: Wieso bekomme ich dann nur 935? Frechheit!

Dir gewinn ist bei einer sicherheitsfirma hinterlegt und in ihren namen versichert. um keine komplikationen bei der abwicklung der zahlung zu verursachen bitten wir sie diese offizielle mitteilung, diskret zu behandelnes ist ein teil unseres sicherheitsprotokolls und garantiet ihnen einen reibunglosen Ablauf.

Ups.

Alle gewinner werden per computer aus 45.000.00 namen und e-mails aus ganz Europa, Asien,Australien und Amerika als teil unserer Internationalen promotion programms ausgewahlt, Welches wir einmal im jahr veranstalten.

Fünfundvierzigtausend Komma (siehe oben) null Namen und E-Mails. Ob das wohl auf ganze Zahlen gerundet wurde?

(…)
BITTE AUSFUILLEN DEIN DATAS AUS UNTEN.

Und wie bekomme ich das dann wieder vom Bildschirm entfernt?

(…)PLZ_______________
3. ADRESSE__________________________________________________
(…)
6. STAT:______________________________________________

Wir lernen: Postleitzahl und Stadt/Staat/Stat sind nicht Teil der Adresse.

GEWINN SUMME___________

Zum Selbstausfüllen – wie praktisch!

Die oben genannten
Anforderungen sind erforderlich.

Dass man eine Adresse hat oder dass man auf seinem Bildschirm herumschmiert?

Gluckwunsche noch einmal.

„Wir beglückwünschen Sie zu Ihrer Nervenstärke, die Sie benötigten, um unseren Ausführungen bis hierher zu folgen, ohne vor Lachen vom Stuhl zu kippen und sich dabei sehr weh zu tun.“

Herzlichs

Mit freundlichen Gr??en

Mit was bitte?

Alle Warenzeichen und eingetragenen Warenzeichen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber.
Copyright © 2010-2011. Alle Rechte vorbehalten.

Die will ich auch gar nicht haben; kann sich eh keiner merken.
Aber die kyrillischen Djets brauche ich auch nicht unbedingt.

Wer möchte den Gewinn für mich in Empfang nehmen?

(Nachtrag vom 10. Juni: Ich musste das Unicodesymbol durch etwas ersetzen, mit dem WordPress‘ Schriftparser auch zurechtkommt. Entschuldigt, dass es jetzt etwas eigenartig aussieht.)

Spaß mit Spam
Ausgewählt!

Anscheinend findet gerade abgesehen vom Towel Day die „Woche der saublöden Spam“ statt.
Der Absender des folgenden Schreibens, das ich gerade zufällig entdeckte und wohl als Ersatz für einen dieser „Newsletter“ erhielt, für die ich mich irgendwann aus Langeweile mal angemeldet hatte, würdigt diese Zeit mehr als nur angemessen:

wir gratulieren Ihnen recht herzlich.

Aber nur recht herzlich, nicht so richtig dolle herzlich. Wozu eigentlich?
Ach, ich sollte erst weiterlesen:

Nach spezieller Auswahl wurde Ihre eMail Adresse … exklusiv ausgewählt und Sie haben es GESCHAFFT – SIE sind dabei!

Also fand zuerst die spezielle Auswahl und dann die Auswahl meiner E-Mail-Adresse statt? Das klingt aber unpraktisch, den Prozess kann man doch sicher optimieren.

Ansonsten: Juhu, ich habe es geschafft! Ich wurde erfolgreich ausgewählt!

Sie wurden für das Ausgewaehlter-Gewinner Gewinnspiel qualifiziert

Ein… nun… nahe liegender Name.
Und was bin ich nun, da ich qualifiziert wurde?

und sind damit unter den Auserwählten

… nee, oder?

ROFL

für die Endauslosung von einem brandneuen MacBook Air.

Das MacBook Air lost aus, oder wie? Und „Endauslosung“ klingt für mich dann doch schon irgendwie ein bisschen nach „Endlösung“; und wann fand eigentlich die Anfangsauslosung statt? Mich hat niemand auch nur gefragt, ob ich so ein Apfelding überhaupt haben möchte.

Nehmen Sie jetzt am Gewinnspiel teil und klicken Sie hier: …

Wie – beides?
Und dürfen da eigentlich auch die Leute draufklicken, die nicht ausgewählt wurden, oder bekommen die dort nur eine obszöne Geste zu sehen?

Denken Sie daran, Sie sind einer der wenigen die ausgewählt wurden, daher sind Ihre Gewinnchancen besonders hoch.

Ich denke an nichts anderes. :mrgreen:
Warum wählt ihr überhaupt erst mehrere Leute aus und nicht gleich den einen Gewinner? Das würde eine Menge Arbeit und Geld sparen, das ihr dann in noch mehr Gewinne investieren könntet!

Anmeldemöglichkeit für ausgewählte Gewinner nur möglich bis 31.05.2011 23:59 Uhr

Und wenn man dann irgendwann vom Auserwählten zum Gewinner aufgestiegen ist, muss man sich bei euch auch noch anmelden, sonst …

Nicht angemeldete Gewinne werden neu verlost.

… hat man sich die ganze Mühe des Ausgewähltwerdens völlig umsonst gemacht?
Mit dem Konzept werdet ihr wohl eher nicht viel Erfolg haben. Ihr solltet es womöglich überdenken.

Ich hoffe, diesem Text könnt ihr die entsprechenden Anregungen entnehmen. Bei der Umgestaltung wünsche ich:

Viel Erfolg!

Und gute Reise!

Spaß mit Spam
Spam könnte bald täglich in meiner Mailbox landen!

Was mein Spammailpostfach ja seit einigen Tagen befüllt, sind Mails mit dem Betreff „Daten für Überweisung“.

Das ist immerhin ein spannenderer Betreff als das ebenfalls gerade recht beliebte „Sehr wichtig !“ (nur echt mit Plenk) und ließ mich gespannt nachsehen, ob der Rest der Spam so lustig ist wie es ihr Betreff verspricht. Nun, meine Hoffnungen wurden erfüllt:

Guten Tag (Nachname) (Vorname),

Dass ich nie beim Militär war und die Anrede mit vorangestelltem Nachnamen mich somit eher befremdet, konnte der Verfasser der Mail vermutlich nicht wissen, immerhin habe ich das in der jüngeren Vergangenheit noch nicht erläutern müssen. Gnädig sehe ich darüber hinweg.

E-Mails mit einem solchen Betreff könnten bald täglich in Ihrer Mailbox landen.

Mit dem Betreff „Guten Tag (Nachname) (Vorname),“? Das sollte mich dann doch ein wenig erstaunen. Oder war der Betreff „Daten für Überweisung“ gemeint? Nun, das tun sie doch bereits!

Aber ich weiß nicht, ob ich mich darüber freuen soll, dass jemand von mir irgendwas mit einer Überweisung will. Wer mir „Daten für Überweisung“ zukommen lässt, der möchte meist, dass ich diese Daten nutze, um ihn mit finanziellen Mitteln auszustatten. Andersherum geht das nicht, denn wer mir Geld zukommen lassen möchte, muss seine Überweisungen schon selbst ausfüllen.

Ich beschließe: Nein, ich freue mich nicht.

Ich möchte Ihnen heute zeigen, wie Sie täglich rund 150,00 Euro verdienen können.

Ganz einfach: Man wird korrupter Manager. Wer täglich „rund 150,00 Euro“ verdient, hat aber ansonsten vermutlich besseres zu tun als die Quelle des Geldes per unaufgeforderter E-Mail preiszugeben; und wahrscheinlich auch kein Bedürfnis mehr danach.

Insofern überzeugt mich der Absender gerade nicht unbedingt davon, dass sein Finanztipp mir ein Leben in „Wohlstand“ zu sichern in der Lage ist, aber ich bin ja immer interessiert an potenziell dämlichen Ideen und lese also vergnügt weiter:

– Völlig kostenlos
– Kein Risiko

Geld verdienen, ohne Geld auszugeben oder etwas zu riskieren? Unfassbar! Das ist ja fast wie Arbeiten!
Nein, eigentlich ist es wie Arbeiten.

– Kein Geld erforderlich

Und man braucht nicht mal Geld dafür!

Machen Sie jetzt mit, und verdienen Sie in nur 20 Minuten Ihre ersten 150,00 Euro.

Das ist dann aber ein ziemlich kurzer Tag, oder?

Bitte klicken Sie hier:
(…)

Ja, ich klicke gern jederzeit auf kryptische URLs, von denen ich nicht weiß, was sich dahinter verbirgt. Ich bekomme viel zu selten Viren, mein System langweilt sich schon.

Mit freundlichen Grüssen,

Ihr Fabian Faber

Ist „Fabian“ dann jetzt eigentlich der Nachname?
Würde mich halt schon interessieren.

Aber ich nehme an, die Stelle ist jetzt ohnehin schon vergeben. Wirklich schade!

Spaß mit Spam
Natalya interessiert sich für eine.

Ein weiterer elektronischer Liebesbrief trudelte gerade in meinem Liebesbrief-Sammelpostfach ein. Warum er das tat, weiß ich nicht, denn die angegebene Adresse ist nicht meine; aber ich freue mich ja immer über etwas Zuwendung.

Eine gewisse „Natalya Small“ bittet um meine Aufmerksamkeit mit folgendem Anliegen:

Ich interessiere mich fur eine zuverlassige mannliche

Wäre ich gerade ein bisschen zynischer, würde ich ja nun fragen, ob da das Wort „Putze“ fehlt, aber es ist ja noch das Karwochenende, und da soll man nicht immer tanzen, singen und so böse sein, sagt der Papst, weil man dann in die Hölle kommt.

Aber stattdessen lese ich die Stellenbeschreibung, vielleicht spricht mich das Angebot ja an?

Hallo!
Ich bin Natalya.

Hallo!
(Erstaunlich, auf was für lustige Absender-Mailaliase (in diesem Fall „bub_weymouth“) man so kommt, wenn man Natalya heißt. Aber ich sollte mich nicht beklagen, meine Mailadressen sind auch manchmal ziemlich seltsam gewählt.)

Ich fullte ein Profil im Dating-Agentur vor Ort, und jetzt habe ich `ve Ihre E-Mail.

„Vor Ort“ ist übrigens ein Terminus aus der Kriegsberichterstattung. Findet man meine Mailadresse in Flirtzentren in umkämpften Landstrichen? Ach, Natalya, ich wüsste nur zu gern, wo ich Sie verorten kann!

Womöglich auch im All; bin ich doch sicher nicht der einzige, dem „ich `ve“ bekannt vorkommt.
Jar-Jar Binks, du bist ertappt!

Andererseits:

Ich habe nicht dein Profil oder Bild gesehen, aber in der Agentur marrige sie Sie erzahlten mir, dass wir miteinander kompatibel sind.

„Agentur marrige“ klingt dann doch ziemlich französisch; „aschentür marriesch“. Eine possierliche Sprache eigentlich.
Sie, verehrte Natalya, irren übrigens, denn ich erzählte Ihnen, glaube ich, noch gar nichts. Als dem Nerdtum nicht grundsätzlich abgeneigter Empfänger muss ich übrigens dann doch ein bisschen kichern: Mann und Frau sind also „kompatibel“. Plug-and-Play-Unterstützung inklusive, nehme ich an.

Ach, einen Anhang hat die Gute auch mitgeschickt. Was mag das nur sein?
Es handelt sich um eine Bilddatei. Zu sehen ist eine Allerweltsblondine, Marke Nichtmeintyp. Um wen es sich handelt, kann ich nur raten, sofern ich jedoch richtig rate, legt sich meine Libido dann doch lieber noch ein paar Stunden aufs Ohr, während ich weiter begierig die Buchstaben verfolge.

Ich glaube, Sie haben meine Fotos nicht gesehen, und so bin ich Ihnen mein Bild.

Auch ich bin Ihnen mein Bild; und zwar bis auf Weiteres schuldig.

Ich habe nicht Freund, und ich hoffe, dass wir interessante Dialog haben.

Ist die Zugehörigkeit zu einem etwaigen Lebensgefährten ein Grund, dass Dialoge weniger interessant sind? Nun, je nach Neigung vermutlich schon. Aber einen interessanten Dialogbeginn habe ich mir schon überlegt: Wie kommt es eigentlich, dass eine Allerweltsblondine, Marke Nichtmeintyp, unbekannter Herkunft so wenig Aussicht auf dauerhafte Bindung in näherer Umgebung hat, dass sie sich eines solchen Mittels bedienen muss?

Dies ist meine private E-Mail und Sie konnen mir schreiben.

Welche – die Absenderadresse oder die, die als Antwortadresse angegeben ist? Womöglich beide?
Sicherheitshalber sollte ich die Agentur danach fragen. Aber wie erreiche ich die?

Ach, es ist alles so furchtbar kompliziert!

Ich werde fur Ihre Antwort warten. Natalya Small

Das eigentlich Entspannende an dieser Mail ist ja, dass immerhin die förmliche Anrede konsequent beibehalten wird, was durchaus nicht üblich ist in den Liebesbriefen dieser Tage.

Aber ich schätze, ich werde die Dame dennoch warten lassen.

Spaß mit Spam
Penispillendoping

(Vorbemerkung: Nach den überwiegend recht ernsthaften Beiträgen der vergangenen Tage folgt nun wieder einmal eine albern kommentierte Spam-Mail.)

Eine während meiner ersten zaghaften Gehversuche im Internet angelegte Mailadresse bei einem namhaft-verruchten Anbieter kostenloser wie auch kostenpflichtiger E-Mail-Dienste liegt beinahe brach. Um so erstaunlicher ist es, dass in deren Spamfilter neben der Eigenwerbung des Anbieters auch regelmäßig, quasi täglich, einschlägige Mails landen, die mir wahlweise sexuelles Interesse heißblütiger Osteuropäerinnen bekunden oder Ratschläge erteilen, wie ich meiner offenbar viel zu mickrigen Potenz entgegen wirken soll. Wieso sich „Frauen“, die nicht einmal meine Sprache sprechen, nach einem solchen Mann sehnen, bleibt mir leider verborgen.

Derzeit bleiben Kontaktaufnahmen von „Frauen“ zwar aus, jedoch scheint diese Adresse, offenbar per Zufallsgenerator gezogen, in der Verteilerliste einer „Onlineapotheke“ zu stehen, die mal auf einer einigermaßen treffenden („echte Amateure“), mal einer im Grunde vollkommen bescheuerten („Antifa-Netzwerk“) Domain liegt, denn eine Vielzahl einander nur wenig unterscheidender Werbetexte dieser „Onlineapotheke“ fand inzwischen ihren Weg zu mir und so, leicht gekürzt, jetzt auch zu meiner geschätzten Leserschar:

Hy xxxx* !

Holdrio, mir unbekannter Spammer!

(* Anmerkung: Hier stand ursprünglich der Teil vor dem @.)

DARAUF HABEN WIR ALLE GEWARTET

Ich persönlich jetzt nicht unbedingt, aber Einsicht ist immer ein guter Anfang.

Direkt aus der EU: Potenzmittel für jedermann !

Unfassbar, wie lange wir warten mussten, bis endlich ein Unternehmen aus der EU Potenzmittel für jedermann erfunden hat! Bisher war die Menschheit anscheinend darauf angewiesen, auf US-amerikanische Erzeugnisse wie etwa Viagra zurückzugreifen, und das, liebe Freunde, ist doch kein angenehmer Zustand. Stattdessen haben wir jetzt endlich das, worauf WIR ALLE GEWARTET HABEN:

Das Doping für den Penis !

„Doping“ kommt übrigens von „dope“, einem englischen Ausdruck für Cannabis. Bekannte Wirkungen von Cannabiskonsum sind unter anderem Müdigkeit, ein gesenkter Blutdruck und die Intensivierung auch negativer Empfindungen. Ich weiß nicht, ob ich so ein Produkt an meinem Penis testen möchte.

Man(n) muss ja keine Problem mit der Standkraft haben. Dieses Wundermittel ist für jedermann! Damit die nächste Nacht auch der Frau in bleibender Erinnerung bleibt.

Das Liebesleben der „Onlineapotheker“ stelle ich mir (lieber nicht) ziemlich eintönig vor, wenn ihren Frauen daran keine bleibende Erinnerung bleibt. Ob da allerdings noch ein Wundermittel helfen kann?

Immer wieder hört man Sprüche wie „ich brauch ein Gegenmittel“, denn zugeben will es Niemand, solche Geheimwaffen einzusetzen. Keiner nimmt es, aber alle wollen es

Waffen? Wie martialisch; geht es doch beim Sex vor allem um friedliches Miteinander und nicht darum, dem anderen per Überraschungsmoment eins überzubraten, auch nicht mit dem werweißwie potenzierten Penis. Wer Sex allerdings mit Krieg verwechselt, dessen unerfülltes Liebesleben überrascht mich kaum mehr.

Ja, die Rede ist von dem blauen Wunder

Ein blaues Wunder aus Europa?
Schlumpfalarm!

und anderen Mittelchen, welche dafür Sorgen das nach dem „abspritzen“ nicht gleich alles wieder vorbei ist. Oder dafür Sorgen das es schon garnicht zu einem vorzeitigen Samenergruss kommt. Dein Ding steht und steht und steht…

… und lässt mich tagelang nicht schlafen und ich muss wegen Kreislaufzusammenbruchs mit einer riesigen Erektion ins Krankenhaus, oder wie soll ich mir das jetzt vorstellen? So ein Samengruß Samenerguss hat durchaus seinen Sinn.

Mit diesen Wundermittelchen wird künftig jede Frau von dir schwärmen.

Das stelle ich mir schon ziemlich Nerven aufreibend vor, es würde mich allerdings auch schwer wundern. (Ach, deshalb „Wundermittelchen“!)

– Länger Standhaft bleiben
– kein vorzeitiger Samenerguss
– mehr Power im Bett

– Schlafstörungen
– Durchblutungsstörungen
– Kreislaufprobleme

Und nicht etwa ist diese „Wirkung“ das eigentlich Erwähnenswerte, sondern:

Das beste daran: Sie werden keine Probleme mit dem Versand oder dem Zoll haben.

Die hat man übrigens auch nicht, wenn man einfach in die nächstgelegene Apotheke spaziert, aber das ist vermutlich weniger aufregend.

Nochmal die Vorteile auf einen Blick:
– kein langes Warten

Ja, wie, ich dachte, das wäre einer der „Vorteile“?

Tipp: Bestellen Sie gleich für Ihre Freunde & Bekannte mit und sparen Sie durch den Kauf von Großpackungen. Ideal auch für Wiederverkäufer.

Prima, so kann man seiner Tante gleich ein schönes Ostergeschenk mitbestellen, falls noch die zündende Idee fehlte.

Tue, 22 Mar 2011 12:48:45 +1200

Don, 24. März 2011, 13:14 GMT+1

Wenn Sie keine weiteren eMails erhalten wollen, senden Sie eine eMail mit dem Text AUSTRAGEN an: (…)

Die sicherste Methode, nie wieder Spam zu bekommen, ist es, den Spammern zu sagen, dass man bitte nie wieder Spam haben möchte! So einfach kann die Welt sein.
Aber ich verzichte auf diese Möglichkeit; denn um meine tägliche Lektüre wäre es schon ein wenig schade.

(Das erste, was der Junge heute tat, nachdem er seine weibliche Bekanntschaft mit innigen Küssen bedacht und verabschiedet hatte, war es, ihren Geschmack durch den von Kaugummi zu ersetzen. Sie hat es nicht gesehen.)

Spaß mit Spam
Herzlichen Glückwunsch, Max Mustermann!

Und dann war da noch die Telefónica O2 Germany GmbH & Co. OHG, die vermutlich nichts davon weiß, dass unter ihrer Firmierung ein Herr „Herzlichen Glückwunsch!“ – tatsächlich ist dies der angezeigte Absendername – mir, dem „lieben Max Mustermann“, versucht, o²-Prepaid-Käse („gratis Freikarten, und zwar kostenlos“, das ist fast so toll wie „preiswertes Freibier“) anzudrehen:

Die Adresse habe ich mal sichtbar belassen, denn es kann ja sein, dass einer von euch, liebe Leser, sich einmal den Spaß gönnen möchte.
Ich meinerseits sehe davon ab und sage: Netter Versuch!