Archiv für Oktober 2016

In den NachrichtenPolitik
Kurz verlinkt LXXXIII: Millionäre gegen Reichensteuer

Oha, die CDU gibt sich liberal:

Merkel lehnt Abgabe für Kinderlose ab

Weil halt:

Angela Merkel (…) ist verheiratet, aber kinderlos geblieben.

Natürlich kann ich mir diesen Zusammenhang auch einfach nur herbeifantasiert haben, immerhin sprechen sich auch CDU-Mitglieder mit Kindern dafür aus, dagegen zu sein, zum Beispiel Jungmutter Kristina Schröder, die lieber „Kinderwünsche befördern“ als „Kinderlosigkeit bestrafen“ lassen würde; was halt irgendwie auf dasselbe hinausliefe, nämlich eine Bevorteilung derer, die Nachwuchs haben, woher und warum auch immer. Kinder sind dann nicht mehr nur – nach Borwin Bandelow – der verlängerte Arm des eigenen Narzissmus‘, sie sind obendrein der Garant für eine soziale Besserstellung, obgleich diejenigen, die kinderlos sind, mitunter nicht mal etwas dafür können. Mitgefangen, mitgehangen?

Apropos Nachwuchsförderung, Käpt’n Offensichtlich schlägt wieder zu:

US-Psychologen haben Dating-Seiten jetzt wissenschaftlich untersucht und kommen zu einem vernichtenden Urteil: Die Versprechen der Anbieter sind kaum haltbar.

Bedeutet das etwa, dass man auf diesen Partnerbörsen gar nicht unbedingt die Liebe des Lebens finden können muss? Unfassbar! (Wie diese „wissenschaftlichen Untersuchungen“ genau aussehen, steht in der umfassenden Studie wahrscheinlich ungefähr drin, da ich sie aber bislang nicht gelesen habe, vermute ich einfach mal, die Forscher haben versucht, fündig zu werden, sind daran gescheitert und lassen ihren Unmut darüber jetzt an den Flirtportalen aus.)

Wenn sie wenigstens etwas herausgefunden hätten! Haben sie aber nicht:

„Es bleibt unklar, ob der Grad der Ähnlichkeit bei einem Paar etwas damit zu tun hat, wie erfolgreich eine Beziehung im Laufe der Zeit ist“, sagt Finkel.

Mit anderen Worten: Vielleicht sind die Algorithmen der Partnersuchprogramme sinnvoll, vielleicht auch nicht. Und dafür wurden nun mehrere Forscher über einen längeren Zeitraum bezahlt?

„Wenn der Hahn kräht auf dem Mist…“

Sonstiges
Süßer als wie ein Zuckerberg: Flauschige Kätzchen! <3

Anlässlich des heutigen Tages ♥ dachte ich, ich poste mal was Süüüüszes ♥. Und was könnte süüüüüszer sein als Zucker, am besten ein ganzer Berg voll Zucker, ein Zuckerberg sozusagen?

Außer natürlich süüüüszen flauschigen Kätzchen!

Es ist so flauschig, dass ich sterbe!

Euch fehlt noch die zündende Idee für einen Valentinsgruß? Singt doch ein Liebeslied! :)

JBO – Gänseblümchen.mp4

Habt einen flauschigen Tag mit eurer/eurem Liebsten, und kurbelt fleißig die Floristikwirtschaft an! ♥♥♥ Weiterlesen ‘Süßer als wie ein Zuckerberg: Flauschige Kätzchen! <3’ »

In den NachrichtenPolitik
Schmalhans des Tages: Wolfgang Bosbach, CDU.

Dieser Artikel ist Teil 3 von 14 der Serie Schmalhans des Tages

Nicht per Twitter (neumodisches Teufelszeug!), sondern ganz klassisch in die Totholzmedien hinein sonderte Wolfgang Bosbach, Innenpolitiker (aber ganz tief drin) und gegenwärtige Oberquatschnase der CDU, anlässlich der jüngst stattgefunden habenden Gegen-ACTA-Proteste folgenden Quark ab:

Was im realen Leben verboten ist – das Kopieren fremden geistigen Eigentums –, muss auch im virtuellen Leben verboten sein“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Montag). (…) „Die ACTA-Kritiker müssten sagen, wie sie das sicherstellen wollen“, forderte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses vor allem in Richtung von Piratenpartei und Grünen, die die Anti-ACTA-Proteste unterstützen.

Dass Wolfgang Bosbach nicht so recht verstanden hat, wo eigentlich das Problem mit ACTA und dergleichen liegt, ist wohl jedem klar, der in den letzten Tagen ab und zu mal die Inlandsnachrichten jenseits der Klatschspalten begutachtet hat und nun mit obiger Forderung konfrontiert wird; den etwas Langsameren (CDU) hilft es vielleicht, greift man Herrn Bosbachs höchsteigene Parallele auf: Wenn ich Tante Erna eine Zeitungsartikelkopie und ein Volksmusik-Mixtape schicke, schraubt mir niemand dafür den Briefkasten ab.

Lieber eine schlechte als gar keine Lösung; wer etwas zu meckern hat, der soll’s halt besser machen – was auch immer er damit meint: Konstruktive Vorschläge, das Urheberrecht zu reformieren statt es zu zementieren, gab und gibt es in vielfacher Ausführung, sie scheitern jedoch stets am Widerstand der herrschenden Parteien, etwa der CDU (Wolfgang Bosbach).

Natürlich weiß Herr Bosbach das, es hält ihn dennoch nicht davon ab, unkundigen Bürgern weismachen zu wollen, die Protestanten seien einzig an der Legalisierung ungesetzlichen Tuns interessiert. Die Kriminalisierung unbescholtener Bürger ist bei ihm und seinen Freunden aus der Medienindustrie ja längst das Mittel zum Zweck.

Da wächst zusammen, was zusammen gehört.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Talking Heads – Burning Down the House

Das haben wir jetzt davon:

Bei gewaltsamen Protesten gegen den radikalen Sparkurs sind in Athen mehr als 80 Menschen verletzt worden. (…) Cafés, Geschäfte und historische Kinos standen am Sonntag in Flammen, als vermummte Randalierer im Zentrum der Hauptstadt mit Brandsätzen und Steinen warfen.

Da höre ich doch lieber noch ein wenig Musik:

Talking Heads "Burning Down the House" ‌‌ – Bohemia Afterdark

People on their way to work –
and, baby, what did you expect –
gonna burst into flames;
ah, burning down the house …

Einen angenehmen Montag wünsche ich.

Netzfundstücke
Ganz neu: Schwarzkopien schädigen die Gesellschaft

Dass die Vorsitzenden der Plattenfirmen sich das Benzin für ihren Maybach nicht mehr leisten können, wenn wir nicht alle aufhören, Kopien zu rauben (ob nun per Audiokassette oder via Internet), ist eine altbekannte Mär; dass Raub gemäß § 249 StGB mangels Gewaltanwendung beim Anfertigen der Kopien in der Regel nicht vorliegt, sollte sich auch noch mal herumsprechen. Angesichts der immer gleichen Leier von den armen Rechteverwertern ist es ziemlich erfrischend, wenn man auch mal etwas anderes zu lesen bekommt.

Zum Beispiel verfolgt Peter Singer, selbst Autor und somit vom bösen Internet geschädigter Kreativer, einen seltenen Ansatz, indem er schreibt:

Urheberrechte müssen auch im Internet verwertbar sein. Sonst werden sich viele Kreative ihr Geld auf andere Weise verdienen – und die Gesellschaft ist der Verlierer.

Der Umstand, dass Urheberrechte weder veräußerlich noch verwertbar sind, fällt Buchautoren wahrscheinlich weniger auf als Musikern, denen ihre Urheberschaft nur selten viel Geld einbringt, da alles bei den Verwertern hängen bleibt. Die Argumentation ist aber mal interessant: Wenn die Internetnutzer nicht aufhören, seine Inhalte miteinander zu tauschen, werden die Erzeuger dieser Inhalte eines Tages allesamt aufhören, Nachschub zu produzieren, und lieber etwas anderes tun. Bei manchen (Placebo, Muse, Tim Bendzko) wäre das allerdings kein großer Verlust für die Gesellschaft.

Dabei beginnt Peter Singers Kommentar eigentlich ganz gut, indem er die Anekdote erzählt, dass er selbst bereits ein raubkopiertes Buch zugesandt bekommen und auch gelesen hatte. Leider folgt der Wendepunkt umgehend:

Wenn Leute raubkopierte Bücher nutzen, erleiden häufig der Verlag und der Autor einen Nachteil – sie verlieren ihre Einnahmen aus dem Verkauf des Buches.

Ab hier wird’s Käse. Um in der Musikwelt zu bleiben: Die meisten Musikalben, die ich gern hören würde, versuche ich vorher als unlizenzierte Kopien zu bekommen, um mir ein ausreichendes Bild davon machen zu können, ob es sich lohnt. Blindkäufe sind selten eine gute Idee, denn auch, wenn man vorher zum Beispiel ein Lied aus einem Album in ganzer Länge gehört und für gut befunden hatte, sagt das noch nichts darüber aus, ob der Rest der enthaltenen Musikstücke den Kauf wert sein würde oder ob man diesen nicht doch bereut. Bei Gefallen bestehe ich aber darauf, das Gehörte auch in physischer Form zu besitzen, um meine Wertschätzung angemessen auszudrücken.

Ob sich dieses Verhalten im Allgemeinen auch auf Bücher übertragen lässt? Ich bin zwar ein Freund digitaler Medien im Allgemeinen, nicht jedoch digitaler Bücher, denn „E-Books“ sind kein vollwertiger Ersatz für selbige. Irgendetwas würde stets fehlen, und sei es nur das Umblättern oder die Gewissheit, ein Buch auch mal wochenlang zur Seite legen zu können, ohne vor dem Weiterlesen die Batterien wechseln zu müssen. Womöglich sollte Peter Singer sich aber mal bei Thalia beschweren – in deren Filialen haben Besucher meist die Möglichkeit, jedes nicht eingeschweißte Buch auf mehr oder weniger bequemen Sesseln zu lesen, ohne es kaufen zu müssen. Was da allein für Verluste entstehen!

Wie zum Trotz hat welt.de an dieser Stelle eine achtteilige Klickstrecke eingefügt (sieben Teile plus Werbung): „So hoch sind der Verluste der Unternehmen durch Internetpiraterie…“. Darin stehen Fakten wie:

Alle EU-Länder: 9,9 Mrd. Euro
Beschäftigungsabbau: 186.400

Woher diese Zahlen kommen? Man weiß es nicht. Dass Schwarzkopien die Schuld daran tragen, dass Unternehmen massenhaft Leute rauswerfen, halte ich allerdings für ein Gerücht, aber die Springer-„Presse“ war ja schon immer für ein wenig Populismus zu haben.

Nach einigem fragwürdigen Geschwafel über SOPA, PIPA, ACTA und Megaupload („der Kampf wird weitergehen“, das fürchte ich auch) stellt Herr Singer dann noch mal seine eigenen Absichten in Frage, indem er schreibt:

Ich bin nicht nur Leser, sondern auch Autor. Eines der Wunder des Internets ist, dass einige meiner älteren Werke, die lange nicht mehr lieferbar sind, jetzt sehr viel leichter erhältlich sind als früher – als Raubkopie

Ginge es nach ihm selbst, wären seine „älteren Werke“ also nun vergriffen, nicht mehr zugänglich, und würden ihm keine neuen Leser mehr bescheren. Dass er mit diesen „Werken“ kein Geld mehr einnehmen kann, ist ihm egal, so lange sie eben nur auch niemand mehr kaufen kann. Versteh‘ ich nicht. Peter Singer macht allerdings den Fehler, von Verbrechern betriebene Plattformen wie Megaupload und soziale, nicht auf die bloße Bereicherung ihrer Betreiber fokussierte Netze wie etwa Kademlia (eMule/aMule) miteinander in einen Topf zu werfen. Ich gebe ihm insofern Recht, als es einfach ist, sich bessere Zwecke für „(…) Einnahmen aus Autorenrechten vorzustellen als den umweltschädlichen Lebensstil eines Kim Dotcom“. Dennoch hat Schwarzkopieren nur selten etwas mit derlei Aktivitäten zu tun.

Am Ende bekommt er doch noch die Kurve:

Australien, Kanada, Israel, Neuseeland und viele europäische Länder haben heute ein öffentliches Verleihrecht, das darauf ausgelegt ist, Autoren und Verleger für die ihnen durch die Möglichkeit zur Entleihe ihrer Bücher in öffentlichen Büchereien entgangenen Umsätze zu entschädigen. Wir brauchen etwas Ähnliches für das Internet.

Es könnte über eine Nutzungsgebühr finanziert werden, und wenn die Gebühr niedrig genug wäre, würde dies den Anreiz zur Nutzung von Raubkopien verringern.

Was Peter Singer hier befürwortet, ist eine Kulturflatrate – also das, was aus den Reihen der Piratenparteien ungefähr seit ihrem Bestehen gefordert und von Kreativen wie Peter Singer meist mit Legalisierung von Diebstahl gleichgesetzt wird. Diese Entwicklung ist zumindest bemerkenswert.

Gegebenenfalls sollte Peter Singer sich zunächst einmal entscheiden, ob das Kopieren seiner Texte nun erwünscht (wegen vergriffen) oder nicht so erwünscht (wegen Kim Schmitz) sein soll, bevor er sich daran wagt, einen Text zu schreiben, der sich für und/oder gegen filesharing ausspricht. Ich fürchte allerdings, bevor diese Entscheidung schließlich gefällt worden sein wird, macht er längst etwas anderes und lässt die Gesellschaft darunter leiden.

Mich fröstelt es jetzt schon.

Netzfundstücke
Kurz gefragt (1): Margaret Heckel!

Frau Heckel,

für den „The European“ schrieben Sie:

Eigentlich ist der digitale Raum die ideale Gelegenheit für Frauen. Er ist weitgehend barrierefrei und erlaubt flexible Arbeitszeiten. Doch nur wenige Vorzeigefrauen mischen ganz vorne mit.

Frage: Na und?

So ein paar Vorzeigefrauen im Internet gibt es dann doch. Marina Weisband von der Piraten-Partei. Die rheinland-pfälzische Oppositionsführerin Julia Klöckner von der CDU, die durch ihren schnellen Tweet mit den Ergebnissen der Bundespräsidentenwahl bundesweit bekannt wurde. Arianna Huffington, die die Internet-Zeitung „Huffington Post“ gegründet hat.

Frage: Interessiert es Sie überhaupt, dass die von Ihnen als leuchtendes Vorbild hingestellte Marina Weisband von Gestalten wie Ihnen und Ihren rückständigen Ansichten nicht viel hält?

Das ist zu wenig. Hilfreich wären ein paar mehr Vorzeigefrauen, die anderen Mut machen, sich im Internet zu verwirklichen.

Frage: Hilfreich wofür?

Andererseits fragte Sie das auch bereits gestern Ihr Kommentator B. Eichler:

Ihr Statement zeugt von einer gewissen Hilflosigkeit. Vielleicht, weil Sie auch keinen Grund dafür wissen, warum 50 % der Internetaktivisten weiblich sein sollten, außer dem, dass Frauen 50 % der Bevölkerung stellen.

Dürfen wir auf eine Antwort hoffen?

In den NachrichtenPolitik
Ad ACTA gelegt

Den Witz aus der Überschrift hat, unfreundlicherweise, Bov Bjerg vor mir gemacht, aber besser hätte ich es nicht beschreiben können: Deutschland mag ACTA jetzt doch nicht mehr.

Deutschland wird vorerst das ACTA-Abkommen nicht unterzeichnen. Das Auswärtige Amt habe die Weisung zurückgezogen, wie dpa (sic!) twitterte.

Damit ist das Kapitel ACTA vorerst beendet. „Vorerst“ bedeutet hier, dass sich alle beteiligten Länder wohl inzwischen darüber einig sind, dass ACTA in der vorliegenden Form niemals hätte ratifiziert werden sollen. Anders gesagt: ACTA wird voraussichtlich das Schicksal der Vorratsdatenspeicherung erleiden, man wird es mehrfach redigieren, womöglich umbenennen und in einem unbeachteten Moment doch noch durchdrücken. Die kommende Fußballweltmeisterschaft bietet sich an.

Das ärgert natürlich vor allem die entschlossenen ACTA-Gegner, denn die für morgen geplanten Demonstrationen haben somit ihr Ziel verloren. Gegen ein Gesetz zu demonstrieren, das der Staat nicht mehr beschließen will, erscheint mir ein wenig dämlich.

Aber weil man sich schon so lange darauf gefreut hat, endlich in der Kälte herumstehen zu dürfen, um hinterher einen Grund zu haben, sich mit Glühwein zu besaufen, wird natürlich trotzdem demonstriert. Das tote Pferd wird so lange getreten, bis irgendjemand wiehert.

Die ACTA-Demonstrationen verstehen sich als überparteilich, NPD-nahe wie auch diverse linke Gruppen haben ebenso wie Amnesty International ihre Unterstützung zugesichert. Auf der „Aktiven“-Mailingliste der niedersächsischen Piratenpartei wurde ebenfalls vorhin für den Tritt geworben:

ich hoffe, Ihr seid morgen alle auf der Straße

Ich antwortete auszugsweise neben oben bereits geschilderter Befürchtung betreffs einer kommenden Neuauflage von ACTA dies:

Interessehalber: Wogegen? Dagegen, dass Deutschland vorerst nicht unterschreibt? Die Forderung lautet also, dass Deutschland noch nichter unterschreiben soll als es das eh‘ schon nicht tut? Wat?

„Vorerst vom Tisch“. Ja. Strengt doch bitte mal eure ratio an: Vorerst besteht also kein Grund zur Sorge, noch vomtischer als „vom Tisch“ geht nicht. Wenn ihr JETZT protestiert, wird das verpuffen, denn es gibt nichts mehr, was ihr fordern könnt. Vorerst.

Ihr könnt jetzt sagen „wir wollen kein ACTA“, dann wird Deutschland sagen, ja, kriegt ihr doch eh‘ nicht, also wo ist das Problem?

Dass ich für diese eher distanzierte Haltung zu den auch weiterhin sinnfreierweise unter „Stopp ACTA“ geführten Demonstrationen diverse Schelte einstecken durfte, soll hier gar nicht weiter das Thema sein: Ich habe Verständnis dafür, dass bei manchen Menschen – auch Piraten – der Beißreflex einsetzt, wenn die Sinnlosigkeit des eigenen, vom menschlichen Herdentrieb geleiteten Tuns offenbart wird.

Das Problem ist aber gar nicht ACTA, unter welchem Namen auch immer es gerade daherkommen mag – das Problem sitzt tiefer.

Gegen ACTA, SOPA, PIPA und sonstige Abkürzungen zu protestieren gleicht dem Kampf gegen die Hydra: Schlägt man einen Kopf ab, wachsen sogleich neue. ACTA nachhaltig aufzuhalten und aus der Erinnerung jedes Menschen zu löschen, der irgendwas mit Politik zu tun hat, ist ein interessantes und sicher auch erstrebenswertes Ziel, aber es beseitigt nur die Symptome, nicht jedoch die Ursache, die da heißt: Lobbyarbeit.

ACTA und seine Geschwister sind nur möglich, weil eine arrogante Industrie, die sich jeden Anwalt der Welt mühelos leisten kann, es schafft, jahrzehntelang ihre Kunden gegenüber dem Staat als eine räuberische Bande darzustellen, vor der sie unbedingt (finanziellen) Schutzes bedarf.

Dabei hat das nicht mal etwas mit dem Internet zu tun: Schon, als bespielbare Audiokassetten erschwinglich wurden, sahen die Plattenfirmen ihr Geschäftsmodell bedroht. Das war, wir erinnern uns, vor ungefähr vierzig Jahren. Heute tauscht die Jugend aber nicht mehr Kassetten, sondern USB-Sticks oder gleich per Bluetooth. Die Empfänger der getauschten Ware Musik müssen dann natürlich keine CDs mehr kaufen, tun es aber bei Gefallen trotzdem. Da ist es nur logisch (in der merkwürdigsten mir bekannten Definition von „logisch“), dass die Umsätze der Musikindustrie steigen werden, wenn man im Internet ’n bisschen härter durchgreift.

Marina Weisband so:

Schlage Experiment vor: Wir schalten für eine Woche „das Internet“ ab und warten, ob bei den Künstlern das Geld nur so in die Kassen strömt.

Der Markt für digitale Musikübertragung, etwa per Streamingdiensten, wächst kontinuierlich, trotz GEMA auch in Deutschland, und dabei bekommen die Rechteverwerter einen recht großen Teil des Kuchens ab. (Was die Künstler am Ende erhalten, steht ja auf einem ganz anderen Blatt.) Böses, böses Internet.

Aber ich schweife ab. ACTA ist tatsächlich in Deutschland nicht nur gefährlich, sondern obendrein vollkommen wirkungslos, denn die enthaltenen Forderungen sind bereits Teil deutscher Legislatur. Das ist es, wogegen man demonstrieren sollte. Es erschüttert mich, dass ACTA so große Wellen schlägt, die koordinierten Massenproteste, als die enthaltenen Regelungen in die deutsche Gesetzgebung einflossen, aber gänzlich ausblieben.

Wir können gern jedes Jahr auf die Straße gehen, Schilder in die Luft heben, wütend mit den Armen herumfuchteln und sogar Petitionen unterzeichnen, bis uns (wegen der Kälte) die Finger abfallen, aber alles, was wir damit erreichen können, ist, dass die Hydra einen neuen Kopf bekommt. Der gleiche Mist in neuer Farbe, und alles geht von vorn los.

Wogegen deshalb um so energischer demonstriert werden muss, ist die gierige Content-Industrie. Zum Vergleich: Miele hat einen höheren Jahresumsatz als die Musikindustrie, erstaunlicherweise sind Gesetze wie etwa ein Verbot, seine Miele-Waschmaschine zu verleihen, trotzdem noch nicht erlassen worden; immerhin entgeht Miele so ein Gewinn, da der Beliehene sich keine eigene Waschmaschine kaufen muss. (Eigentlich sollte die Musikindustrie ja mal was gegen Miele unternehmen, deren Waschmaschinen erzeugen immerhin in Konkurrenz zur gegenwärtigen Popmusik stehende, obendrein auch länger andauernde Geräusche.)

Aber niemand geht gegen die Wurzel auf die Straße. Man hackt lieber Äste ab und freut sich, dass sie wieder nachwachsen – so hat man wenigstens immer etwas zu tun.

Hoffentlich wird es morgen kalt.

Spaß mit Spam
Stellen Sie Ihr KreditKarten wieder her

Mein KreditKarten wurde gelöscht, will ich es aus dem Papierkorb wiederherstellen?

Manche Spamversender geben sich einfach keine Mühe:

Liebe geschätzte deutche Kreditkarteninhaber,

„Deutche Kreditkarteninhaber“, prompt kommt mir Dr. Helmut Kohl in den Sinn, der stets seine „lieben Mitmenchen“ grüßte. Der Helmut war schon possierlich manchmal, jaja.

Dies ist ein Betrieb der Nationalen Sicherheit in Zusammenarbeit mit :
Deutche bank , Sparkasse , Volksbank und Commerzbank

„Nationale Sicherheit“, drunter machen sie’s nicht. Mehrere Banken, darunter die „Deutche bank“, arbeiten also wahrscheinlich mit der NATO zusammen, um dafür zu sorgen, dass jeder Deutche eine funktionierende Kreditkarte besitzt. Klar: Rettungsschirme sind eben teuer.

Sie haben diese E-Mail bekommen, weil Ihr KreditKarten vorlдufig gesperrt wurde.
Öffnen und füllen Sie dieses Formular aus, um die Sperrung Ihres Kredit und
Debit Karten zu vermeiden.

Mein KreditKarten wurde vorlдufig gesperrt, und um zu verhindern, dass außer meinem KreditKarten (warum lese ich immer „Kraken“?) auch mein Kredit und Debit Karten vorlдufig gesperrt wird, sandte man mir ein Formular zu, das ich doch mit Vergnügen ausfülle. Dabei liegen mir jedoch Steine im Weg:

Es sei darauf hingewiesen, dass sie JavaScript oder activex aus der
Pop-up-Leiste aktivieren sollen, um das Formular auszufüllen für jede Kreditkarten !

Immerhin: Habe ich dies getan, kann ich jede Kreditkarten freischalten lassen. Wahrscheinlich auf meinen Namen! Das ist natürlich sehr adrett.
Also …

Bitte füllen sie die Felder aus und schicken Sie uns dieses Formular, um Ihr
Karten erneut zu aktivieren.

… mache ich das doch gleich mal.

Die angehängte HTML-Datei sieht im Quelltext so aus:

Das sieht doch Vertrauen erweckend aus. Natürlich muss so ein Kreditinstitut – vor allem eines im Dienste der nationalen Sicherheit – stets darauf achten, dass ein Mindestmaß an Datensicherheit gewahrt bleibt. Frohen Mutes öffne ich die Datei in dem Webbrowser meiner Wahl. Es öffnet sich folgende Seite:

Halt, Moment!, rufe ich im Stillen, da stimmt doch etwas nicht! Man hat mir das falsche Formular geschickt, statt der erhofften Kreditkartenfreischaltung ist es lediglich ein Antrag auf einen SecureCode! Den kann ich ohne KreditKarten (der ist ja gesperrt) natürlich noch nicht nutzen.

Gut, dass ich das rechtzeitig bemerkt habe. Ich werde gleich das richtige Formular beantragen. Aber so ein Fauxpas sollte der Deutchen bank nicht passieren!
Hoffentlich wird das mit den neuen Vorstandsvorsitzenden ab Mai 2012 besser.

Vielen Dank.

Das Deutche BundesBank Management.
XOHOKUSFCXTCFQIWWRHRHDUELGJHUZQUYQXKZS

Stets der Ihre.

Der deutche Kreditkarteninhaber.
ABCDEFGWARUMTUTMEINKOPFSOWEH

Netzfundstücke
Cow. Mooooooo.

Apropos „was haben die eigentlich genommen?“:

Sesame Street: The Martians Discover a Telephone

Sesame Street: Martians Discover a Fan

Fan blows. Fan blows.
Yip yip yip yip yip.

(Abt.: Warum man manche Kinderserien erst in vergleichsweise hohem Alter lustig findet.)

Aber der Klingelton ist großartig.

NetzfundstückeSonstiges
Typisch Niedersachsen.

Das hat noch gefehlt: Auch Niedersachsen wird auf der kommenden CeBIT 2012, der laut „Themenspezial“ auf niedersachsen.de „beudendsten (sic!) IT-Messe“, wenn’s eben für die bedeutendste nicht reicht, mit einem Stand vertreten sein. Das ist ein konsequenter Schritt, ist Niedersachsen – Motto: „Sie kennen unsere Pferde. Erleben Sie unsere Stärken.“ – doch vor allem als das Bundesland mit der größten digitalen Innovationskraft bekannt. Euch etwa nicht?

Für den Innovationsstand auf der CeBIT gibt es auch eine Informationsbroschüre: Diese hier.
(Hinweis: Die Datei ist etwas über zweieinhalb MiB groß.)

Das Titelbild ist schon ziemlich umwerfend:

Ein gezogener Netzwerkstecker symbolisiert das EDV-Innovationsland Niedersachsen wohl ungefähr so gut wie der braune Fleck im Kopfbereich, der sich wie ein roter Faden durch das corporate design der Vermarktungskampagnen Niedersachsens zieht. Nach Vergrößerung erkennt man: Es handelt sich um Pferdeäpfel. „Sie kennen unsere Pferde, dies ist ihr Dung.“

Auf der Themenseite „Innovatives Niedersachsen“ wird verdeutlicht, wofür Niedersachsen sonst noch gern stehen würde: Für mehr Religiösität, mehr weiße Kittel („Laborkittel“, natürlich), mehr Mobilität, all das jeweils veredelt mit dem braunen Klumpen der niedersächsischen Pferde.

Typisch Niedersachsen.

In den Nachrichten
Äppel statt Büchers

Eine ganz tolle Neuigkeit dringt da aus der Region Braunschweig herüber:

Apple hat angekündigt, mit iPads und iBooks die Klassenzimmer erobern zu wollen.

iBooks würden ideal in heutige Schulen passen, sechs Jahre alte Hardware ist in deren „Computerräumen“ ja durchaus nicht unüblich, wahrscheinlich waren aber MacBooks gemeint. Kann man ja mal verwechseln, wenn man Apple ist.

Die IGS Volkmarode ist die erste Schule in Niedersachsen, in der Schüler schon mit den kleinen Tablet-Computern arbeiten.

„Arbeiten“; na denne. Sind mit den „kleinen Tablet-Computern“ jetzt eigentlich die iPads oder die MacBooks gemeint? So ein MacBook Air ist ja auch nicht gerade klein.
Aber die inneren Werte zählen:

Schulleiter Christian Düwel nennt die Vorteile der handlichen Computer: „Anders als andere Rechner müssen Tablet-Computer nicht erst lange hochgefahren werden. Man stellt sie an und ist sofort online. Der Aufwand ist minimal und die Bedienung sehr einfach.“

Ein „gesundes“ Windows 7 benötigt zum Starten weniger als eine Minute. „Weniger als eine Minute“ ist allerdings, das verstehe ich, deutlich länger als „sofort“, und im Unterricht kommt es auf jede Sekunde an, die die potenziellen Applekunden im Internet verbringen können. Natürlich nur zur Recherche:

(…) „Über das Internet holen wir die Welt ins Klassenzimmer. Die Recherchemöglichkeiten sind unbegrenzt, das ist natürlich faszinierend“, schwärmt der Schulleiter. Zudem gebe es zahlreiche Anwendungen, die man nutzen könne. Im Musikunterricht könnten die Schüler beispielsweise mit einer App selber Lieder komponieren: „Ob Rap-Song oder Saxophon-Solo – jeder nach seinem Geschmack und jeder in seinem eigenen Lerntempo.“ Die Ergebnisse werden dann per Mausklick untereinander ausgetauscht.

„Oooh, was es da alles zu sehen gibt!“
— Dagobert Duck bei seinem ersten Aufenthalt im Internet

Natürlich würde kein Schüler auf die Idee kommen, einmal nachzusehen, ob im Internet auch unterrichtsferne Inhalte zu finden sind. Flash kann das iPad zum Glück ohnehin nicht, Pornostreaming fällt also aus. Mich beschleicht anhand seiner Schilderung allerdings eine leise Ahnung, dass Herr Düwel, verglichen mit seinen Schülern, ein Internetnovize ist und vor allem davon ausgeht, dass das, was die Lehrkraft im Unterricht vorführt, auch von allen anderen Anwesenden ohne Umschweife wiederholt wird.

Aus ähnlichem Grund waren in meiner Schulzeit die Computerräume meist besetzt; oft auch dann, wenn dort gar kein Unterricht stattfand. Diese wissbegierige Jugend – nicht einmal Freistunden vom Lernen gönnt sie sich!

Insbesondere werde diskutiert, welchen pädagogischen und didaktischen Vorteil iPads im Unterricht hätten.

Ein Vorteil liegt klar auf der Hand: Die Störer, die nur ihre Pflichtzeit in der Schule absitzen wollen, halten im Unterricht endlich mal die Fresse und widmen sich sogar dem Lehrmaterial. (Apropos, auch recht lesenswert: „Am besten verzichten [um ihre Privatsphäre besorgte Menschen] darauf, ein Mobiltelefon mit sich herumzutragen – insbesondere ein Smartphone. Denn die Gesetzgebung hat noch nicht mit der Tatsache Schritt gehalten, dass wir Peilsender kaufen, mit denen wir auch telefonieren können.„)

Anders als in den USA, wo Hersteller Apple neuerdings mit großen Schulbuchverlagen zusammenarbeitet, wollen die deutschen Verlage nicht mitziehen. Sie haben eine eigene Plattform entwickelt, auf der sie digitale Schulbücher anbieten wollen. (…) Beim Braunschweiger Schulbuchverlag Westermann war am Dienstag zu diesem Thema niemand zu erreichen.

„Wat? Indernett? Machenwa nicht. *klick*“

Düwel ist inzwischen restlos überzeugt vom iPad. Ihm wäre es am liebsten, wenn jeder Schüler sein eigenes Gerät hätte.

iPads für alle! Schüler zu mündigen Menschen erziehen und sie mit Medienkompetenz ausstatten ist halt Sache der Eltern, nicht der Schulen. „Sapere aude“, das gehört in den Geschichtsunterricht, aber doch nicht in eine moderne, unabhängige, aufgeklärte Schule! iPads sind gut, iPads sind die Zukunft, da können’se jeden Computerfachmann fragen. Android? Ach was, Frickelkram. Außerdem sind die Schüler ganz verrückt nach dem angebissenen Apfel – die werden schon wissen, was gut ist. „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“, und im Leben zählt nun einmal oft die Brieftasche.

Aber wer soll das bezahlen?

Aber wer soll das bezahlen? Die 20000 Euro für den ersten Klassensatz hat die Stadt übernommen – die Schule verzichtete dafür auf neue Laptops für den EDV-Raum.

Hoffentlich müssen die Nachwuchstalente nicht irgendwann mal Briefe schreiben lernen, denn ohne eine angemessene Tastatur macht das keinen Spaß, auch nicht mit meinem leider noch nicht patentierten Vierfingersystem. (Einer der Gründe, wieso ich oft etwas länger an neuen Artikeln feile, statt sie gleich zu veröffentlichen: Auf meinem smartphone möchte ich nichts schreiben müssen, was komplexer ist als ein Tweet.)

Die iPad-Freunde hoffen nun, dass das Budget entsprechend erhöht wird und keiner der Entscheider mal auf die Idee kommt, Preise zu vergleichen und womöglich festzustellen, dass iPads nicht nur technisch, sondern auch preislich mit gleich- oder höherwertigen Android-Tablets nicht mithalten können.

Andernfalls müssten die Eltern die Kosten tragen – mehrere hundert Euro pro Gerät. „Das können nicht alle Eltern leisten, und wir wollen auch niemanden ausschließen“, betont Düwel. Derzeit werde nach einer Lösung gesucht. (…)

Dabei liegt diese Lösung doch auf der Hand: Eltern, die sich den technischen Firlefanz nicht leisten können oder wollen, werden eben dezent, aber bestimmt darauf hingewiesen, dass ihr Kind für diese Schule vielleicht doch nicht so gut geeignet ist. Man könnte aber auch einfach beim Steuerzahler die Hand aufhalten. An finanziellen Mitteln für die Anschaffung unnötigen Blödsinns mangelt es der öffentlichen Hand ja interessanterweise nie, zu pleite für humanitäre Hilfseinsätze ist Deutschland wohl noch lange nicht. Was sind da schon ein paar iPads?

Inwiefern nun zum Beispiel apps, die auf Berührung Geräusche von sich gibt, das Erlernen eines Musikinstruments erübrigen sollen, weiß Herr Düwel leider nicht vorzubringen, aber wen interessiert das heute noch? Wer nach dem Warum fragt, ist von gestern, wurde von der Digitalisierung abgehängt und sollte schleunigst in Rente gehen. Alle machen’s jetzt so, also ist es gut.

„Liebe Güte, Samson!“
— Trixi, c/o „Chip & Chap“

KaufbefehleMusikkritik
Cowboys From Hell – Big Fish

Wie ein Stück von Pantera heißt das Schweizer Trio Cowboys From Hell, Kuhtreiber aus der Hölle also. Es sei den drei Herren verziehen, dass sie trotzdem keinen Brüllmetal oder Gähncountry zu Gehör bringen, sondern feinsten instrumentalen Jazzcore. „Big Fish“ heißt der am vergangenen Mittwoch erschienene Zweitling und gefällt.

War „Monster Rodeo“, das Debüt von 2008, noch schräg-avantgardesk, ist man auf „Big Fish“ beinahe schon diszipliniert. Von anderen Jazzcore-Bands wie den Landsleuten vom Lucien Dubuis Trio oder etwa dem Münchner Quintett Panzerballett unterscheidet sich das hier Dargebotene dadurch, dass es nicht die Metalschiene befährt, sondern eher den Geist von Frank Zappa und seinen Zöglingen atmet.

Geblieben ist das verfremdete Saxophon als Universalinstrument, Gastsänger Andi Peter ist aber nicht mehr dabei. Eine Konzentration auf das Wesentliche also: Bass, Saxophon, Schlagzeug und reichlich Elektronik. Die Besetzung erinnert vielleicht an Van der Graaf Generator oder Morphine, die Musik aber keinesfalls. Stattdessen taucht man in seine ganz eigenen Klangwelten ab. Etwas übertrieben klingt das dann so:

Mit waghalsigen Arrangements und kräftigen Klängen erzeugt die Band einen wahren Sound-Orkan. Mal dampfen Funk-Grooves, dann rauchen die Rock-Kanonen oder spruzelt die Elektronik. Man mag an Frank Zappa und Rage Against The Machine denken, und doch ist die Musik eigenständig und frisch, geprägt von unbändigem Spielwitz und brachialer Energie.

Von seltsamem RIO („Horror Show“) über groovenden Funk („Hymn For The Sailor“, eingeleitet natürlich mit Ozeangeräuschen und mit großartiger Bassarbeit) bis hin zu einem Jazzcover von Panteras (da sind’se ja) „Walk“ wird allerlei geboten. Was fehlt? Nun, mir persönlich der Gesang – aber es muss ja andererseits auch nicht ständig wer dazwischengrölen.

Wer jedenfalls die von mir bereits vor einiger Zeit für gut befundene Band Weltpinguintag mag, dem dürften die „Cowboys“ ebenfalls zusagen. Zurzeit ist das Album „Big Fish“ in einer frühen Fassung – statt „Hymn For The Traitor“ ist „Blubber“ enthalten – und etwas anderer Reihenfolge auf soundcloud.com zu hören. Eine angenehme Hörerfahrung wünsche ich.

Projekte
eMule beba 2.64: Beta 1 mit Snarl-Unterstützung

Liebe eMule-Freunde,

während der letzten paar Tage habe ich unter anderem an einer neuen Version von eMule beba gearbeitet, einer besseren Version von eMule. Da die bislang letzte Version schon ein wenig angestaubt ist, wurde es mal wieder Zeit für eine neue.

In die erste Betaversion (nicht ausführlich getestet, aber schon voll funktionstüchtig) sind bisher zwei Verbesserungen eingeflossen:

Erstens: Blockierende Clients entfernen.

Es kann passieren, dass die zur Verfügung stehenden Slots für’s Hochladen von Clients belegt werden, die quasi im Leerlauf sind und so unnötig die Verteilung von Dateien blockieren. eMule beba versucht jetzt, diese automatisch zu entfernen.

Zweitens: Snarl-Unterstützung.

Seit einigen Jahren ist eMule wie Windows ab „XP“ in der Lage, für bestimmte Ereignisse Ballon-Tipps („Sprechblasen“) anzuzeigen. Ein Nachteil ist, dass viele Programme mittlerweile ihre eigenen Bibliotheken mitbringen, um diese umzusetzen, und eMule so zu einem heillosen Chaos beiträgt. Macnutzer haben dieses Problem nicht, dort hat sich Growl als zentrales Benachrichtigungssystem durchgesetzt; aber die haben auch kein eMule. Unter Windows gibt es Snarl.

Snarl ist ein globales Benachrichtigungssystem für Windows. Programme informieren den Benutzer mittels Snarl über wichtige Ereignisse. Die Form der Benachrichtigung kann der Benutzer vollständig konfigurieren.

Mit Version 2.64 bekommt auch eMule beba Unterstützung für Snarl: Falls es beim Start läuft, wird es automatisch erkannt und verwendet es anstelle seines eigenen Benachrichtigungssystems. Dieser Automatismus kann auf Wunsch über ein Kontrollkästchen in den beba-Einstellungen abgeschaltet werden (aber warum benutzt man Snarl dann überhaupt?).

Alle wichtigen Ereignisse werden unterstützt, wenn eines fehlt, lasst es mich bitte wissen.

Einige Zeichenketten, zum Beispiel die Beschreibung der registrierten Ereignisse in Snarl (etwa „Nachricht von“), sind noch nicht optimal gewählt, das ändere ich bis zur finalen Version noch.

Die Vorabversion könnt ihr vorerst hier herunterladen. Etwaige auftretende Probleme bitte ich umgehend zu melden, Abstürze bitte in Form der entstandenen .dmp-Datei.

Ich bedanke mich im Voraus und wünsche viel Spaß beim Testen. :)


Nachtrag vom 11. Februar 2012: Die Testphase ist vorüber, beba 2.64 „final“ wurde veröffentlicht.

Musik
Jazz hat den Blues

Dass die Jugend von Musik keinen Schimmer hat, ist nichts Neues. Dass aber auch die Lehranstalten, deren Auftrag es eigentlich ist, das zu ändern, bei der Vermittlung der grundlegenden Musikkenntnisse versagen, war mir neu, bis mir durch Zufall folgende Klausur in die Hände fiel:

Ein Musiktest zum Thema Jazz mag mir wohl gefallen. Wenn aber fünf von sechs Fragen sich mit dem Blues befassen und die sechste Spielarten von Blues, Jazz und völlig andere Richtungen bunt durcheinanderwirft, bleibt mir nur mehr ein Kopfschütteln. Und die Kinder lernen nicht etwa, sich über die Hintergründe und Unterschiede zu informieren, sondern bekommen eine gute Note dafür, sich falsche Zusammenhänge richtig zu merken. Stumpfes Pauken also.

Kein Wunder, dass sie zu ihrer Unterhaltung nur noch diesen scheußlichen Pophiphopunfug hören, wenn ihnen die Schule den Jazz madig macht.

In den NachrichtenPolitik
Lecker Merkollade

So’n Pech:

Die französische Präsidentschaftswahl findet am 22. April und am 6. Mai statt. Laut Umfragen liegt Hollande in der Wählergunst derzeit vor Sarkozy.

Wo die zwei Wochen zwischen der Wahl herkommen, weiß ich nicht – von französischer Politik habe ich nur wenig Ahnung. Es bereitet mir aber ein wenig Sorge, dass demnächst vielleicht „Merkozy“ Geschichte sein wird. Die Frage hier soll doch stets lauten: Und dann?

Hier mein Vorschlag:

Gibt es bessere?