Archiv für die Kategorie ‘Spaß mit Spam’.

Spam-Mails können nerven, sind aber mitunter auch Agenten skurriler Stilblüten. Auszüge daraus kommentiere ich hier.

Spaß mit Spam
Stellen Sie Ihr KreditKarten wieder her

Mein KreditKarten wurde gelöscht, will ich es aus dem Papierkorb wiederherstellen?

Manche Spamversender geben sich einfach keine Mühe:

Liebe geschätzte deutche Kreditkarteninhaber,

“Deutche Kreditkarteninhaber“, prompt kommt mir Dr. Helmut Kohl in den Sinn, der stets seine „lieben Mitmenchen“ grüßte. Der Helmut war schon possierlich manchmal, jaja.

Dies ist ein Betrieb der Nationalen Sicherheit in Zusammenarbeit mit :
Deutche bank , Sparkasse , Volksbank und Commerzbank

“Nationale Sicherheit“, drunter machen sie‘s nicht. Mehrere Banken, darunter die „Deutche bank“, arbeiten also wahrscheinlich mit der NATO zusammen, um dafür zu sorgen, dass jeder Deutche eine funktionierende Kreditkarte besitzt. Klar: Rettungsschirme sind eben teuer.

Sie haben diese E-Mail bekommen, weil Ihr KreditKarten vorlдufig gesperrt wurde.
Öffnen und füllen Sie dieses Formular aus, um die Sperrung Ihres Kredit und
Debit Karten zu vermeiden.

Mein KreditKarten wurde vorlдufig gesperrt, und um zu verhindern, dass außer meinem KreditKarten (warum lese ich immer „Kraken“?) auch mein Kredit und Debit Karten vorlдufig gesperrt wird, sandte man mir ein Formular zu, das ich doch mit Vergnügen ausfülle. Dabei liegen mir jedoch Steine im Weg:

Es sei darauf hingewiesen, dass sie JavaScript oder activex aus der
Pop-up-Leiste aktivieren sollen, um das Formular auszufüllen für jede Kreditkarten !

Immerhin: Habe ich dies getan, kann ich jede Kreditkarten freischalten lassen. Wahrscheinlich auf meinen Namen! Das ist natürlich sehr adrett.
Also …

Bitte füllen sie die Felder aus und schicken Sie uns dieses Formular, um Ihr
Karten erneut zu aktivieren.

… mache ich das doch gleich mal.

Die angehängte HTML-Datei sieht im Quelltext so aus:

Das sieht doch Vertrauen erweckend aus. Natürlich muss so ein Kreditinstitut – vor allem eines im Dienste der nationalen Sicherheit – stets darauf achten, dass ein Mindestmaß an Datensicherheit gewahrt bleibt. Frohen Mutes öffne ich die Datei in dem Webbrowser meiner Wahl. Es öffnet sich folgende Seite:

Halt, Moment!, rufe ich im Stillen, da stimmt doch etwas nicht! Man hat mir das falsche Formular geschickt, statt der erhofften Kreditkartenfreischaltung ist es lediglich ein Antrag auf einen SecureCode! Den kann ich ohne KreditKarten (der ist ja gesperrt) natürlich noch nicht nutzen.

Gut, dass ich das rechtzeitig bemerkt habe. Ich werde gleich das richtige Formular beantragen. Aber so ein Fauxpas sollte der Deutchen bank nicht passieren!
Hoffentlich wird das mit den neuen Vorstandsvorsitzenden ab Mai 2012 besser.

Vielen Dank.

Das Deutche BundesBank Management.
XOHOKUSFCXTCFQIWWRHRHDUELGJHUZQUYQXKZS

Stets der Ihre.

Der deutche Kreditkarteninhaber.
ABCDEFGWARUMTUTMEINKOPFSOWEH

Spaß mit Spam
Ihre 1.250 Euro warten auf Sie

Oh, meinGeld („IhrGeld“) lässt von sich hören. Ich hatte schon befürchtet, es sei verschollen – ich habe es schon sehr vermisst.

Heute aber beglückt es mich mit diesem Lebenszeichen:

Warum anderswo schauen? 1250€ ist eine der höchsten Online Casino Anmeldepromos
im Internet; diese erhalten Sie zusammen mit einzigartigem Support und einer
durchschnittliche Auszahlungsrate von über 97%. Laden Sie unsere kostenlose
Software jetzt herunter und finden Sie heraus warum die schlauen Spieler
CasinoAction wählen.

Merkwürdig, normalerweise ruft mein Geld eher „gib mich aus“ als „guck dir ma das krasse Casino an, Lan“, aber die Zeiten ändern sich.

Was genau wollte mir mein Geld eigentlich jetzt sagen? Ach, ja, dass ich bei Anmeldung eines Online Casinos (sic!) mit 97 Prozent Wahrscheinlichkeit bis zu 1.250 Euro, einzigartige Unterstützung sowie eine durchschnittliche Auszahlungsrate bekomme. Mit 100 Prozent Wahrscheinlichkeit bekomme ich sogar bis zu 250.000 Euro, immerhin liegt auch ein Betrag von 0 im Bereich „bis zu 250.000 Euro“. Aber man übt sich in Bescheidenheit, das ist sympathisch. Was mache ich aber, wenn ich gar kein Casino anmelden möchte? Wahrscheinlich gar nicht weiterlesen.

Alle anderen fragen sich vielleicht: CasinoAction, was ist das eigentlich?

CasinoAction ist das neuste prestigeträchtige europäische Online Casino welches
zur etablierten Casino Rewards Gruppe hinzugefügt wurde.

Ach, dieses Casino. Und diese Gruppe. Klar, wer kennt sie nicht?!
Das ist diese hier, und das mit der Welteinheitswährung hat man verstanden; so heißt es zum Beispiel bei „Casino Action“:

Anmeldebonus: $€£1250 und 1 Stunde gratis ODER
$€£40 gratis für die erste Einzahlung von $€£40
Mindesteinzahlung: $€£40

Zahlt man also erstmals 40 Dollareuropfund ein, bekommt man 40 Dollareuropfund ausgezahlt; ab dem zweiten Mal wird es einbehalten. Wer würde da nicht sofort mitmachen wollen? (Dass das mit der Mindesteinzahlung in der werbenden E-Mail nicht so recht erwähnt wurde, soll dieser Freude ja keinen Abbruch tun.)

Und Geld ist ja auch nicht alles im Leben:

Unser Ziel ist es,
Spielern die unterhaltsamste und sicherste Spielerfahrung zu ermöglichen, die
das Internet derzeit bieten kann.

“Sicherheit“ zieht immer, das hat das Auswärtige Amt auch erkannt; denn:

Bei uns können Sie sicher und geschützt um
unsere Jackpots spielen und sich rundum unterhalten lassen, ohne auch nur einen
Fuß vor die Tür setzen zu müssen.

Dafür wurde das Internet einst erdacht: Damit die Leute sich bescheißen lassen können, ohne aufstehen zu müssen. Für nur 40 Dollareuropfund.
Ein wahres Schnäppchen.

Spaß mit Spam
Eh, „Swiss Apotheke“!

Dass ihr in euren komischen Spammails abwechselnd Abnehm- und Penisprodukte anpreist, ist ja schön und gut und bringt ein bisschen Abwechslung hinein, auch wenn ihr es immer noch nicht hinbekommen habt, wenigstens ansatzweise seriös zu wirken.

Ab jetzt gibt es bei der Swiss Apotheke das Nr. 1 Abnehm-Produkt! So können
Sie mehr als 10 KG a
bnehmen.

Am einfachsten kann man ja „mehr als 10 KG a bnehmen“, indem man einfach stirbt; und ob eure Pillen aus dubioser Quelle noch andere Nebeneffekte haben, will ich lieber nicht ausprobieren.

Natürlich vermeidet ihr auch weiterhin jede Nennung von Produktnamen, wohl wissend, dass Mails mit „Viagra“, „V!@gr4″ und ähnlichen Worten in der Regel keinen Spamfilter passieren. Ob eure Alternative aber so viel besser ist?

Guten Tag,

P,otenzmittel diskret und schnell im Netz einkaufen:

http://www.viagra-zu-sylvester-ax.info

Auch der angehängte Ausschnitt aus der Cleve-Pozar-Biografie, ohne Sinn und Verstand aus der deutschsprachigen Wikipedia kopiert, lässt dieses A,ngebot n!cht überd enkenswErt erscheinen.

Wisst ihr, „Swiss Apotheke“, wer in eine Apotheke geht, der hat normalerweise ein Leiden, das seine Umwelt nicht unbedingt etwas angeht. Etwaige Erektionsprobleme vertraut man aber gerade deswegen lieber dem bekannten Apotheker als wildfremden „Schweizern“ unklarer Identität an, denn es gibt nur wenig, das weniger diskret wäre als eine Bestellung im Internet.

Wer in einem Anflug pubertärer Geilheit dann doch mal in euren Mails herumklickt und hofft, die niederen Gelüste befriedigt zu bekommen, dem wird sofort ins Auge springen, mit was für lichtscheuem Gesindel er es hier zu tun hat, denn die verschiedenen Links führen allesamt auf swissapotheke.de, eine Adresse, die erfahrenen Spamempfängern bekannt vorkommen sollte. In der Schweiz will euch keiner mehr, dann versucht ihr es jetzt eben in Deutschland. Wie lange wohl?

Zum Glück hat die deutsche Gesetzgebung ein paar Bedingungen an die Domainregistrierung geknüpft, und so erfährt man mittels einer kurzen Anfrage nicht nur, dass der Verantwortliche für die Schweizerapotheke gar kein Schweizer ist, sondern in Karlsruhe wohnt, sondern (anhand seiner E-Mail-Adresse) auch, dass er keinen Spam empfangen möchte: Die dort eingetragene Adresse bei s0ny.net ist nämlich eine Wegwerfadresse. Was wohl Sony davon hält?

Wahrscheinlich interessiert ihn das aber herzlich wenig, immerhin gibt er seinen Namen für eine vermeintliche Online-Apotheke her, die mit Anmaßungen nicht geizt. Da wäre zum Beispiel das GeoTrust-Partner-Logo:

Wen wundert es, dass ein Aufruf über das HTTPS-Protokoll trotzdem einen Fehler 404 („nicht gefunden“) erzeugt?

Und natürlich geht es immer noch ein bisschen abgeschmackter, denn auch ein „Testurteil“ der „Stiftung Warentest“ darf nicht fehlen:

Wirklich zu schade, dass die Ausgabe 6/2009 gar keinen entsprechenden Test vorzuweisen hat. Aber wer gierig auf der Suche nach schnellen Pimmelpillen ist, der lässt sich von so etwas nicht aufhalten. Immerhin ist das eine seriöse „Online Apotheke“ (sic!), sagt die „Stiftung Warentest“. Wird schon stimmen.

Copyright © 2011 Swissapotheke

Eigentlich fehlt nur noch das TÜV-Siegel.

Wisst ihr, „Swiss Apotheke“, es ist ja rührend, dass ihr euch so viel Mühe beim Fälschen und Betrügen gebt. An der Überzeugungskraft aber zweifle ich ein wenig. Vielleicht solltet ihr die Branche wechseln.

Spaß mit Spam
Kim Jong-il Special…

Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich mal über tatsächlich erwünschte Werbemails amüsieren würde.

Gerade traf aber eine solche von MaxCDN, meinem bevorzugten Lastenverteilungsdienst, ein, die mich darüber informierte, dass noch bis Silvester anlässlich des Todes des ehemaligen Diktators Kim Jong-Il – das war seit dem Ende von Gaddafi exklusiv der mit der Sonnenbrille – ein besonderes Angebot verfügbar sei:

Modetrends sind manchmal wirklich erstaunlichen Ursprungs.

Schade, dass nicht nach Europa geliefert wird.

Spaß mit Spam
Herzlichen Gl�ckwunsch Gewinner

Oh, was will denn die „Loteria Nacional“ mit der täuschend echt aussehenden E-Mail-Adresse HilegESp23@wyf62j7a5.homepage.t-online.de von mir?

Sie haben gewonnen, fьr weitere Informationen rufen Sie

Ja, das ist der ganze Text. So sehr ich aber auch rufe, nichts geschieht.

Ah, jetzt sehe ich es, die Mail geht ja noch weiter.
Angehängt ist eine .zip-Datei. Enthalten ist eine .doc-Datei, in der steht:

Wir sind erfreut, Sie zu informieren, das Sie ein glucklicher Gewinner vom internationalem Euro Million Spielprogramms sind, das am 09/11/2011, abgehalten wurde.

Ich habe eine Million Spielprogramme gewonnen?

Wir Sind sehr glucklich Sie ALS einen der Gewinner zu benachrichtigen das Ihr Name mit der Kartenseriennummer ubereinstimmte: 134-03650116-211 und die Stempfelzahl: 51225-0 gekauft durch Ihren Bearbeitungsagenten von den Kosten von zwei Euro, hat folglich den Preis in der 2. Kategorie mit den Gewinnzahlen: 04-18-32-40-46+06:07.gewonnen Wir Entschuldigungen für die späte benachrichtigung, da es zu Verwechslungen von Namen und Adressen kam..

Dass ich einen Bearbeitungsagenten habe, wusste ich noch nicht. Das klingt auch ein bisschen nach Stasi. Hoffentlich will er seine zwei Euro nicht von mir eintreiben, das wird erfahrungsgemäß teuer.

Aber Sie sind für einen Pauschalbetrag von €915.810, 00 NEUN HUNDERT FÜNFZEHN TAUSEND ACHTHUNDERT ZEHN EURO in bar ausgesucht worden die, Sicherheitszahl lautet: EIK-547-K6-75. Dies IST von einem gesamt Geldpreis von 15.568.770, 00(FÜNFZEHN MILLIONEN FÜNFHUNDERT ACHTUNDSECHZIG TAUSEND, SIEBENHUNDERT SIEBZIG EURO) warden geteilt unter den 14 Internationalen Gewinnern in dieser Kategorie.

15.568.770 geteilt durch 14 sind 1.112.055. Wenn jeder der 14 Gewinner einen Pauschalbeitrag von 915.810 Euro bekommt, würde mich die genaue Gewinntabelle ja schon mal interessieren. Wobei: Da steht, ich sei für einen Pauschalbeitrag „ausgesucht worden“. Muss ich den jetzt zahlen? Wenn ja: An wen?

Fur Ihren Anspruch bitte Kontakt zu nehmen mit, DON JUAN PEREZ, Ausländischer Betriebemanager der CLICK SEGUROS S.A. SPAIN Tel: +34645511480, Fax: +34 911 881 363 Email:clickseguros@aol.com für die Verarbeitung und die Geldüberweisung von Ihrem siegreichem Gewinn.

Mein Gewinn war siegreich? Da muss ich ihm gleich morgen eine Glückwunschkarte schreiben. Hoffentlich erreicht sie ihn noch rechtzeitig!

(…) Und die von Ihnen zu bezahlenden 10 % Ihres Gewinnes an den Fond Ihres Bearbeitungsagenten, nachdem Sie Ihren Gewinn erhalten haben.

An den Fond? Dort, wo seine Rückbank steht? Ah, ich verstehe: Mein Agent möchte sich von meinem Gewinn ein neues Heck für sein Auto kaufen. Na, dem werde ich was erzählen.

Weiter gibt es irgendeine Änderung Ihrer Adresse, informieren Sie Ihren Bearbeitungsagenten sobald wie möglich.

Das klingt jetzt sehr nach Telekom: „Irgendwas hat sich geändert, danke fürs Lesen.“
Aber wie informiere ich den Herrn nun?

Bitte ausgefüllt an Ihren Bearbeitungsagenten faxen: +34 911 881 363. Viele Glückwünsche noch einmal von allen Mitarbeitern unserer Abteilung und wir freuen uns Sie als einen ,Teil von unserem INTERNATIONALEN BEFÖRDERUNGS PROGRAMMS zu begrussen.

Ah, da ist der Haken. Ich besitze kein Faxgerät.

Dann bleibt mir wohl nur das Beförderungsprogramm:
Geradewegs in den digitalen Lokus. Schade eigentlich.

Aber dieser Agent soll mir mal zwischen die FInger kommen!

Spaß mit Spam
Deine prikelnd heisse Zone

Prickelnd wie sonst nur “Merkozy“ – da sieht selbst Carla Bruni alt aus, Alter – ist dann auch die HTML-formatierte Müllmail, die mich heute erreichte und die außer dem üblichen Werbeschmonzes einen bemerkenswerten Aufmacher beinhaltet:

Dass das männliche Modell auf mich eher wie die Inkarnation eines Homosexuellen-Klischees (und wie der eine Vampir da aus „Twilight“) wirkt, ist nicht einmal der primär interessante Aspekt an diesem Ausschnitt. Erwähnenswerter ist der Text rechts daneben:

Deine private erotik Zone!

Total privat; so privat, dass die ersten tausend kostenlos reinkommen. Meine private Erotikzone war bislang eigentlich vor solchem Zulauf gefeit, allerdings wird sie auch nicht in mir bekannten Massenmails beworben. (Schade eigentlich.)

Gleich nach dem Anmelden werden dir deine gewünschten Partner vorgestellt ohne lange zu suchen.

Einmal abgesehen davon, dass ich unter „einander vorstellen“ in all meiner rückständigen Spießigkeit dann doch etwas anderes verstehe als „guck Bild, guck Titten, jetz ficken!“, ist das ganze Anliegen fragwürdig: Man möchte mir gern den Schrägstrich die gewünschten Partner – woher auch immer man den Schrägstrich die „gleich nach dem Anmelden“ kennen oder ermitteln können soll – vorstellen, ohne lange zu suchen; also mir quasi den erstbesten Schrott andrehen und versuchen, ihn mir bei eher verhaltenem Interesse schönzureden, oder wie?

Da kann ich auch in‘ne Disco gehen.

Kreiere deine prikelnd heisse Zone!

So sehr ich das leider aus der Mode geratene Wort „kreieren“ auch schätze: Wenn etwas so heiß ist, dass es prickelt, sollte man sich schleunigst davon entfernen, denn sonst gibt es nachhaltige Verbrennungen, die man nicht mit viel gutem Zureden wieder loswird. Wer das nicht glaubt, der darf gern mal mit den Fingern in kochend heißem Wasser rühren, bis die Nudeln gar sind.

Viel Glück!

Spaß mit Spam
du magst sie jung und dumm?

Wen jetzt? Ach so, „junge Girls“, wie auch der Absender lautet, wahrscheinlich. Nein, eigentlich wäre es mir lieber, es gäbe mehr gebildete als dumme „junge Girls“, und wer das nicht versteht, den lade ich gern auf eine Wochenkarte für den ÖPNV in einer Kleinstadt seiner Wahl ein, auf dass sich das ändere, Aldah, ey, fickdisch.

Insofern muss ich die eingangs gestellte Frage leider verneinen. Darf ich trotzdem weiterlesen? Ja? Gut:

*************************************************************
junge Teenies sind auf der Suche nach Fickerfahrungen

Aber so richtig „junge Teenies“, nicht etwa alte Teenies oder solche mittleren Alters, nein, junge Teenies. Nur, falls der Leser das an dieser Stelle schon wieder vergessen haben sollte.

Schau dir an wie ihre Löcher das erstemal weit gedehnt werden
und sie Sperma schlucken bis der Rachen voll ist.
************************************************************

Ach, nein, gedehnte Löcher (das nennt man doch heute „Tunneln“, oder?) sind nicht sonderlich interessant oder auch nur attraktiv. Interessant ist aber die Ankündigung, besagte „junge Teenies“ würden Ejakulat schlucken, bis der Rachen voll ist. Ist das nicht ziemlich gefährlich, die Atemwege zu blockieren?

In gewisser Hinsicht klingt das nach einem Zirkusplakat. „Sehen Sie die Frau mit den Witzen mit dem längsten Bart der Welt, die unglaublichen siamesischen Zwillinge und junge Teenies, die an fremdem Ejakulat ersticken! Kommen Sie zahlreich!“

Aber eigentlich geht es ja gar nicht ums Schlucken, sondern ums Schnackseln:

Blutjunge sexy Teens ficken jeden um den Verstand!

Anscheinend hält das beworbene Angebot eine reichliche Auswahl an Protagonisten vor, denn außer „jungen Teenies“ gibt es dort auch „blutjunge sexy Teens“, quasi als Gegensatz zu den „nicht mehr ganz blutjungen Teens eher durchschnittlichen Aussehens“ und vor allem den „jungen Girls“, Abwechslung muss ja sein, nicht wahr? Jemanden um den Verstand zu bringen, und sei es mit solchen Mitteln, kann ich allerdings nicht gutheißen. Am Ende klauen die einem noch die Kreditkarte.

Diese jungen dauerfeuchten Teenie Muschis brauchen
Schwänze in alle Löcher und als Belohnung nur
eine Ladung warmes Sperma zum schlucken!

Junge Muschis, soso, zu meiner Zeit hat man denen noch eine Schale Wasser hingestellt, aber die Zeiten ändern sich anscheinend. Oder ist etwa das weibliche Geschlechtsteil gemeint? Falls ja: Wie viele Löcher hat so eine „Muschi“ normalerweise, und wie genau darf man sich das „Schlucken“ vorstellen?

Ist Dr. Sommer zufällig anwesend?

Schau jetzt den geilen Girlies zu oder chatte live
vor der Webcam und bring den Gören noch was bei.

Oh, da kann ich mich ja gar nicht entscheiden: Zuzugucken reizt mich nicht, für das Lehren fehlt mir die Geduld.

Möchte das jemand für mich übernehmen?

Spaß mit Spam
Sie haben gewonne

Nur eine kurze Replik auf eine erfreulich kurze Müllmail:

Sie haben gewonne

Du habe gewonne? Iche habe gewonne! Welch Wonne.

Wir empfehlen Ihnen, pdf Attached Datei цffnen,und wenden Sie sich fьr Ihr Agent Lotteriegewinn.

Ich empfehle Ihnen, weniger Klebstoff zu trinken, bevor Sie Mails verfassen, und wenden Sie sich fьr Ihr Kopfarzt.

Mit freundlichen GrьЯen,
Management

Ab mit Schaden;
und bis bald.

Spaß mit Spam
Hallo! ich Leslie Rich

Ach, da schau her, man beflirtet mich erneut unter obigem Sujet und beweist dabei sogar Humor, denn bereits die Einleitung ist zum Schreien:

Klopf, klopf:)

Herein!

Wie geht es dir? Hoffe, Sie sind ok.

Ja, das Deutsche ist schon knifflig mit diesem förmlichen Sie. Aber kleine Pannen passieren selbst Alteingesessenen; wer häufiger mit dem ÖPNV fährt, der weiß das und ist sehr zu bedauern.

Ich sah Ihre E-Mail und entschieden sagen: „Hallo“.

Meine E-Mail? Welche jetzt? Und vor allem: Wo? Ich vermisse sie nämlich sehr und weiß nicht mehr, wo ich sie hingelegt habe.

Aber wie, Leslie, darf ich mir ein entschiedenes „Hallo“ vorstellen? Mit verschränkten Armen und Aufstampfen vielleicht? Das wäre fürwahr sehr amüsant! (Und jetzt, um noch eins oben drauf zu setzen, stellen wir uns das entschiedene „Hallo“ mit der Stimme von Angela Merkel vor. Fertig? Dann weiter im Text.)

Ich weiß nicht, wer bist du, aber ich will check up mein Schicksal.

(Ja, so redet die Jugend heutzutage.)

Ich bin ein junges Mädchen 24 Jahre alt, bescheiden, ehrlich, fürsorglich und I `m eröffnet für neue Bekanntschaft.

“Ich bin jung, na ja, eher so mittel, aber supertoll, prima und ein bisschen bescheiden vielleicht. Ach, und ich hab Bock zu vögeln.“

Wenn Sie interessiert sind schreiben Sie mir bitte zurück werde ich Ihnen weitere Informationen über mich.

… vorenthalten? Via Mail zusenden? Andererseits: Letzteres vielleicht eher weniger, denn die technischen Fähigkeiten scheinen begrenzt. Immerhin …

Ich gebe Ihnen mein foto, so konnte man mich sehen.

… fehlt der E-Mail der angekündigte Anhang, was sicher sehr schade ist. (Oder war das „geben“ etwa wörtlich gemeint?)

Leslie Rich

Dr. med. Wurst

__________________
1318858875 consectetuer euismod est arcu ac orci. Ut semper

Auch Ihnen ein freundliches lorem ipsum, Gnädigste!

Spaß mit Spam
Ein sicherer und seriöser E-Mail-Verifizierungs-Dienstleister.

Eine doch etwas merkwürdige, unerwartete E-Mail erhielt ich nächtlich, während ich schlief, von einem Herrn oder einer Frau E-Mail Verifizierung. Das ist ein einigermaßen eigenartiger Vorname, aber andere Menschen heißen ja auch Jimi Blue, Cosma Shiva oder Dietmar. Diese E-Mail gebe ich im Folgenden – selbstverständlich mit unbrauchbar gemachtem Link – im Klartext wieder, um den Leser an meinem Amusement teilhaben zu lassen.

Sehr geehrter Nutzer

Du hast Dich gerade bei einem Angebot im Internet registriert welches die Bestätigung Deiner eMail Adresse erfordert.

Bitte nutze folgenden Link um Deine eMail Adresse zu bestätigen:

http://emailverifizierung.de/verify.php?verify=(…)

Vielen Dank für Dein Vertrauen

eMailverifizierung.de – Der sichere Service für Deine Registrierung

Mit freundlichen Grüßen,

eMailverifizierung GmbH
Martin Kahn Str. 77
D-28359 Bremen
Deutschland

Fax: +41 (0)421 6265 100
Email: support@emailverifizierung.de
Web: http://www.emailverifizierung.de/

Interpunktionsschwächen einmal beiseite: Ich soll also, dies verlangt der Schreiber von mir, einem Verweis auf eine Internetseite folgen, um zur Nutzung eines Angebotes unbekannter Identität, für das ich, dessen Namen oder wenigstens Pseudonym der Betreiber des Angebots offenbar nicht einmal kennt, mich schlafend, vielleicht im Schlafe wandelnd, registriert haben soll, zu bestätigen, dass die angegebene E-Mail-Adresse (es heißt doch wohl immer noch E-Mail und nicht eMail, zefix!) auch wirklich meine E-Mail-Adresse ist oder zumindest von irgendjemandem abgerufen wird.

Es ist aber sehr nett, dass ein mittelmäßig ausführlicher Absender unten druntersteht, denn das unterscheidet bekanntlich seriöse von unseriöser E-Mail: Man weiß, mit wem man es zu tun hat; zumindest wahrscheinlich.

Eine DENIC-Abfrage war es mir dann aber schon wert, denn ich wüsste ja schon gern, ob der Betreiber wirklich E-Mail Verifizierung heißt. Und eiderdaus:

Es zeichnet keine Frau E-Mail Verifizierung verantwortlich, sondern ein Herr Michael Beck (vermutlich nicht identisch mit Michael „Dee Jot Hausmarke“ Beck), der trotz des Firmensitzes in Bremen in Stuttgart und/oder der Schweiz wohnt. Ich kann mir also zumindest schon mal sicher sein, dass es sich um keinen russischen Spambot handelt, sondern schlimmstenfalls um einen der Schizophrenie anheim gefallenen Geschäftsmann (oder drei Leute, die an völlig unterschiedlichen Orten wohnen, aber zufällig identisch heißen), denn die DENIC ist eigentlich bisher nicht dafür bekannt, beliebige Daten zu akzeptieren, die jeder wie auch immer gearteten Grundlage entbehren.

Dieser Herr Michael Beck jedenfalls bietet einen sicheren Service – klingt ja, wenn ihr mich fragt, schon ein bisschen nach Rotlicht – für Registrierung an, was auch immer da registriert werden soll. Vielleicht hilft mir ja die angegebene Internetseite – http://www.emailverifizierung.de/ – dabei, Licht in dieses unverändert nicht erhellte Dunkel zu bringen.

Nee, Pustekuchen:

Aber der erfahrene Internetbenutzer weiß: www. is deprecated – „www.“ ist überflüssig. Um doppelten Inhalt („duplicate content“) zu vermeiden, der einige Internetsuchmaschinen dazu verleiten könnte, die eigene Website für Spam statt hochqualitativen Journalismus zu halten, wird die in der Regel standardmäßig eingerichtete Umleitung auf die „www“-Subdomäne mitunter technisch unterbunden. Also gucken wir mal nicht dort, wohin die E-Mail verweist, sondern schneiden das „www.“ ab – und siehe da, es „funktioniert“:

Dies also ist die Internetseite des sicheren Services. Mein Lieblingsteil ist ja der hier:

Ihr sicherer und seriöser eMail Verifizierungs Dienstleister.

© Alle Rechte vorbehalten.

Sicher und seriös:

Fehlerhafte oder keine Parameter

Der Copyright-Hinweis – in Deutschland gibt es übrigens kein „Copyright“ – ist natürlich immens wichtig; so wird verhindert, dass gleichfalls minderbegabte Dritte, die das mit dem Copyright auch nicht wissen, diesen Strokelschrott auch noch kopieren wollen. Was für „Parameter“ diese Seite erwartet, war leider nicht ersichtlich, andere als die Datei verify.php, die ich laut der E-Mail aufrufen sollte, sind es aber sicherlich, es sei denn, der Betreiber hat als „Indexseite“ (heißt standardmäßig meist index.php oder ähnlich) ebendiese Datei verify.php angegeben und es also genau so vorgesehen, dass man seine Internetseite, über die er immerhin Dienstleistungen anbietet, gar nicht aufrufen kann, ohne erst in einer Mail wie der, die ich erhielt, herumzuklicken. Dann aber fragt sich, wie der Betreiber des mir übrigens immer noch unbekannten Angebotes in der Lage war, von dieser Dienstleistung überhaupt Gebrauch zu machen.

Versteht übrigens irgendeiner von euch, liebe Leser, worin diese Dienstleistung genau bestehen soll? Der Betreiber schickt eine womöglich unerwünschte E-Mail an eine irgendwo – noch immer ist mir dieses „irgendwo“ unbekannt – eingetragene E-Mail-Adresse, um zu verhindern, dass irgendjemand anderes eine womöglich unerwünschte E-Mail an diese Adresse schicken kann?

Das mag nach Spam klingen, aber es ist, so schreibt Michael Beck oder einer seiner Mitarbeiter, kein Spam, zumal Spammer unter deutscher Jurisdiktion (.de-Adresse) es alles andere als einfach haben, dass ihre Mails das Ziel erreichen, bevor die verlinkte Internetadresse im virtuellen Lokus gelandet ist. Und aber jedenfalls:

Es wird damit sichergestellt, dass kein Spam an eine eMail Adresse versendet wird mit der sich registriert wird.

Spamschutz mit Spammethoden also; willst du Frieden, bereite den Krieg. Es steht allerdings zu befürchten, dass auch diese lobenswerte Spamversender in Bälde seine letzte Schlacht schlagen wird, denn trotz all des Aufwandes, den er betrieben hat, um eine anschauliche Internetpräsenz wirkungsvoll zu vermarkten, fehlt ihm ein Impressum – für ein Gewerbe bewerbende Dienstleister (anders als zum Beispiel für uns Insinternetreinschreiber) ein unverzeihlicher Fehler. Sollte dies hier also einer dieser Abmahnanwälte, von denen man immer auf so Internetseiten hört, lesen, so bitte ich darum, Herrn Beck zu verschonen. Er ist ein leuchtendes Vorbild für alle Existenzgründer im Web 2.0.

Und zwar ein schlechtes.

Spaß mit Spam
Ihre Kreditkarte wird ausgesetzt.

Die MasterCard-Aktivierer von der Sparkasse („Sparkasee“) machen sich wieder Sorgen um mich. Lieb von ihnen.

Allein – abgesehen von dem geänderten Absender („Sparkasee“) – der Adressat ist nun ein anderer:

Sehr geehrte Sparkasse Card,

Ich finde ja, E-Mails sollten auch für Leute, die nicht jeden ihrer Mailserver selbst betreiben, eine Möglichkeit beinhalten, den Empfang mit „Empfänger unbekannt verzogen“ zu quittieren.

Was ist eigentlich aus dem „E-Post-Brief“ geworden?

Spaß mit Spam
Fantastic results guaranteed

Von einem Spamversender, der sich lustigerweise „feminismmackey“ nennt und somit also die Rechte von Frauen vermutlich eigentlich ziemlich dufte zu finden vorgibt, erhielt ich nebenbei diesen Einzeiler nebst hier nicht genanntem URL:

Boost your sexual ego and appetite with our new organic remedies

Schön, dann habe ich mein sexuelles Ich und meinen Appetit also mit euren, Spammer, neuen organischen Hausmitteln angetrieben, aber was dann? Dann bin ich rattig und platze beinahe vor erogenem Selbstwertgefühl, aber mehr oder gar besseren Geschlechtsverkehr als bisher habe ich dann immer noch nicht.

Kein Wunder, dass ihr Spam nötig habt; wenn es schon nicht für ein gutes Geschäftsmodell reicht.

Spaß mit Spam
Eine ehrliche Frau für einen ernsten Freund

Frau „Morgan Zamora“ gehört zu der Sorte „Frauen“, die es offenbar heftig juckt; denn „sie“ verzichtet auf die Erzählung einer meterlangen Lebensgeschichte und kommt direkt auf den Punkt:

hallo) mein Name ist Morgan Zamora . Ich möchte Sie kennen lernen. Ich habe Ihnen meine Bilder. Schreiben Sie mir, wenn ich Ihnen gern

Die Zeilensprungtaste ist wirklich schwer zu finden auf so einer Tastatur, als Dienstleistung für meine Leser strukturiere ich den Text dennoch mal etwas übersichtlicher:

hallo)

Tag)

mein Name ist Morgan Zamora .

Das ist aber interessant .

Ich möchte Sie kennen lernen.

So knapp formuliert lässt mich das frösteln; wissenschon, „Sie werden mich noch kennen lernen“.

Ich habe Ihnen meine Bilder.

Ich bin Ihnen Witz.

Schreiben Sie mir, wenn ich Ihnen gern

Ja, eilig hat sie es tatsächlich, nicht einmal für das Satzende fand sie Zeit. Spricht das nun eigentlich für sie?

“Frau Zamora“, mailend via Alias „pwalters“, scheint sich überdies so sehr nach einem Mann zu sehnen, dass besagte Mail – ja, das war der ganze Text – mich gleich zweimal erreichte, angehängt jeweils eine Datei namens „sexy photo_1314173648.zip“, und ich fragte mich, ob es denn von besagter Dame auch unsexye Fotografien gebe, denn eine potenzielle Partnerin bekommt man nach erfolgreicher Eroberung in der Regel öfter unsexy als sexy zu sehen und muss doch wissen, worauf man sich einlässt; enthalten jedenfalls war jeweils eine Datei namens my image.scr, eine Bildschirmschonerdatei also, und ich folgte der Weisung und schonte meinen Bildschirm per beherztem Druck auf die Taste, die jene Texte verschwinden ließ, denn das bewahrte meinen Bildschirm vor nachhaltiger Verunreinigung mit Kaffee, denn ich bin zwar ehrlich, aber nicht ernst.

Das war allerdings auch nicht gefordert.

NerdkramsSpaß mit Spam
Firefox kann jetzt auch Internet!

Aus einer ganz anderen Motivation als die anderen Verfasser unerwünschter Werbepost heraus konkurrieren gerade deutsche Gratismailadressenanbieter (für solche Wörter schätze ich die deutsche Sprache sehr) um den größtmöglichen Stuss. Dass sie dafür eine identische Formulierung wählen, verurteilt diesen Plan allerdings vermutlich zum Scheitern.

Denn dass man einst Internetseiten für einen Webbrowser „optimieren“ „musste“, ist längst Vergangenheit. Heute optimiert man Webbrowser auf Internetseiten, denn irgendeinen Grund müssen die ständigen neuen Browserversionen ja haben:

Nicht bekannt ist, ob Google-Mail-Benutzer ein ähnliches Angebot erhalten haben oder ob es gar schon erste gehackte Versionen gibt, die „schnellen Zugriff“ auf (also vermutlich jeweils ein Lesezeichen für) beide Mailanbieter beinhalten. Das wäre doch quasi ein unschlagbares Angebot! (Und ob dieser Firefox auch etwas gegen die Schadsoftware von GMX unternimmt?)

(Danke an V.!)

Spaß mit Spam
Hallo freund

Diese Anrede höre ich üblicherweise nur in der Fußgängerzone, wenn der kleine Sohn einer offenbar recht liberalen Mutter mal wieder Dummheiten macht. Das klingt dann ungefähr so: „Hal-looooo?! Fre-heuuuund?!“ (Man stelle sich zur besseren Visualisierung jedes Wort auf der ersten Silbe betont, aber auf der letzten gebrüllt vor.) Aber es ist keine liberale Mutter, die dergestalt ihren Sohn rügend um meine Aufmerksamkeit buhlt, sondern eine gewisse „Natasha“. Und sie geht gleich ziemlich ran, die Gute:

Hallo,

Ich würde Sie gerne kennen lernen

Nun mal langsam: Warum, woher, wann; die üblichen technischen Daten eben?

Mein Name ist Natascha und ich bin 26 Jahre alt, ich lebe in Russland.

Das könnte das mit dem Kennenlernen dann vielleicht doch ein bisschen erschweren. Aber wie sind Sie eigentlich an „mich“ geraten?

Ich habe Ihr Bild in der Agentur von Bekannten und Sie mochten mich.

(Ich frage mich ja manchmal, was es in Russland so alles für Agenturen gibt, und will das dann eigentlich doch lieber nicht wissen.)

Immerhin geben Sie zu, dass Sie oberflächlich sind. Ehrlichkeit ist in diesen Dingen heutzutage ein wahrlich seltener Schatz geworden.
Aber wie muss man sich das nun eigentlich vorstellen? Man besucht also als russische Frau, die ihren Namen je nach Gusto buchstabiert, Bekannte in denen ihrer Agentur, und die Bekannten drücken einem dann mit den Worten „wir mögen dich, hier hast du einen Kerl“ – auf Russisch natürlich – mein Bild in die Hand? Mich fröstelt ein wenig.

Ich möchte besser kennen zu lernen mit Ihnen und zu entsprechen.

Dann entsprechen Sie erst mal, bevor Sie sich aufdrängen; ich kenne Sie immerhin nicht, und Russland erscheint mir dann doch außerhalb meiner gewünschten Reichweite.

Ich habe auch meine Foto.

Äh – ich gratuliere.

Wenn ich dich mochte, und Sie interessiert sind – bitte mailen Sie mir.

Ich fühle mich beinahe ein wenig geschmeichelt. Ihre Interessensgenossinnen pflegen anlässlich dieses Anliegens bedingungslose Forderungen zu stellen, Sie lassen mir die Entscheidung auch verbal frei. Dann bin ich mal so frei …

Warten auf Ihre Antwort.

Natasha.

… und nehme an, die Agentur Ihrer Bekannten wird Ihnen meine Entscheidung alsbald mitteilen. Schauen Sie einfach mal wieder dort vorbei!

Mit hinterhältigem Lächeln,
unleserlich.