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Was nicht passt, wird passend gemacht.

PolitikSonstiges
“Das ist meine FDP“

Die Nordrhein-Westfalen haben es gerade nicht leicht: Überall müssen sie dieser Tage unfreiwillige Komik zur Kenntnis nehmen, weil schon wieder Wahlen anstehen und die Stirn von den daher unvermeidlichen zahlreichen Schlägen mit der flachen Hand schon ganz wund ist.

Aus diesem Grund ist es doch erbaulich, wenn man etwas hat, worauf man sich verlassen kann, zum Beispiel Christian Lindner und seine F.D.P.:

Dieses Bild, auch als Plakat vielerorts zu finden, ist derart voller Symbolik, dass ich es für angemessen halte, es ein wenig ausführlicher zu betrachten.

Erstens: Das allgemeine Erscheinungsbild.

Eventuell ist Christian Lindner nicht die Idealbesetzung für ein großformatiges Wahlplakat, er ist doch allzu austauschbar. Sein Allerweltsgesicht wird deutlich, wenn man es einfach mal direkt vergleicht, zum Beispiel mit dem geisteskranken, machtbesessenen Massenmörder „Der Master“ (dargestellt zuletzt von John Simm) aus „Doctor Who“:

Zweitens: Die Kleidung.

Im schwarzen Anzug und Krawatte stellt Christian Lindner hier den Prototypen des glattpolierten Managers dar, passend gekleidet für Hochzeit, Beerdigung und alljährliche Gehaltsabrechnung, die, wie immer, viel zu hoch für die Schuldenlage Deutschlands ist, was aber andererseits auf die typische Klientel seiner Partei, eben Manager und dergleichen Geschmeiß, äußerst attraktiv wirkt. Und welcher Wähler würde einem Mann im Anzug misstrauen?

Drittens: Die Haltung.

Was um alles in der Welt macht Christian Lindner da mit seiner rechten Hand? Ausgestreckt – dem Wähler entgegen – ist sie nicht, denn dann wäre der rechte Arm deutlich zu kurz. Hält er etwas in der Hand – etwa ein totes Huhn oder ein Sexspielzeug? Warum wurde es wegretuschiert?

Diesen Fehler gilt es rückgängig zu machen:

Schon besser.

Viertens: Das Motto.

„Solide Finanzen statt teure Versprechen“. Schön und gut, aber wessen Finanzen sind gemeint – etwa die in der Parteikasse? Von soliden Finanzen beim Bürger hält die F.D.P. bekanntlich nicht viel: „FDP-Politiker Kubicki schlägt Steuererhöhung vor“. Eigentlich bleiben ja dann nur die Finanzen der bereits erwähnten typischen F.D.P.-Klientel übrig, der Anzug tragenden Ackermänner dieses Landes. Dass die ein solides finanzielles Fundament ihr eigen nennen sollen, ist natürlich auch mal eine interessante Forderung; damit diesmal wenigstens die Großaktionäre nicht, wie noch 1929, ihr blaues Wunder erleben.

Außerdem heißt es „statt teurer Versprechen“, Herrgottnocheins.

(Mit Dank an L.!)

In den NachrichtenSonstiges
Medienkritik LXVII: SPIEGEL-Splitter / Facebook und keine Huren

Ei, was bin ich gerade amüsiert!

Anlass ist ausnahmsweise mal der dieswöchige SPIEGEL, den ich gleichfalls ausnahmsweise wieder einmal zu kaufen wagte. Die Titelgeschichte ist für einen datenschutzfreundlichen techie wie mich natürlich ein prima Argument:

Der SPIEGEL ist eines der Magazine, die auf ihrer Internetseite mehrfach für das eigene Facebook-Profil werben; allein auf der Startseite befinden sich gegenwärtig zwei voneinander unabhängige Verweise auf selbiges, außerdem ist jeder Artikel natürlich mit einem „Empfehlen“-Knopf ausgestattet – übrigens in der heftig umstrittenen Version. (Dass facebook.com gar nicht Facebook gehört, ist auch noch so eine Sache, über die sich gefälligst andere Gedanken machen sollten, zum Beispiel die zukünftigen Aktionäre Facebooks.)

Und dieser facebookfreudige SPIEGEL (Profilwerbung: „Täglich posten wir Texte zur Debatte und teilen Ihnen Neuerungen mit. Klicken Sie jetzt auf „Gefällt mir“ rechts oben, um unser Fan zu werden und mitzumachen!“, wobei das „Mitmachen“ wohl eine eher passive Tätigkeit umschreibt) feuert auf dem Papier aus allen Rohren und beschreibt Facebook – bedauerlicherweise nicht wörtlich – als ein neues Knuddels.de ohne Belang für geistig fortgeschrittene Menschen:

Sogar die kleine Melisa, 13 Jahre alt, (…) hat schon ihre Prinzipien. (…) [S]ie weiß auswendig, dass sie 367 Freunde (sic!) hat, und muss auch keine Sekunde überlegen, was sie morgens als Erstes macht: „Isch geh sofort Facebook.“

(…) Erwachsenen erschließt sich der Reiz des Online-Geplauders nur schwer: „Na, was machst du gerade?“ – „Ich sitze am PC und chatte mit dir!“ Was kann daran so unwiderstehlich sein?

(…) Das Liebgetue unter Mädchen ist epidemisch: Lang und länger werden die Ketten der Kommentare, immer noch eine „Hüpschee!“ und zwölf Herzchen dazu. (…) Jungs filmen einander auch nicht beim Shoppen; da sind die Stereotype noch ziemlich intakt. (…) Immer ist das Publikum im Blick: Wird es applaudieren? Bekomme ich auch genügend „Gefällt mir“-Klicks? 30 dieser „Likes“ sollten es schon sein, ab 100 kann man sich was einbilden.

(…) Sie haben ja sonst nichts: Heranwachsende ohne echte Aufgaben, an denen sie sich bewähren könnten. Da ist es kein Wunder, wenn sie sich in inhaltslosen Statuswettbewerben aufreiben.

Dabei hat man im Hause SPIEGEL eine ganz eigene Vorstellung davon, was „nötig“ ist im Leben:

Er macht dort (auf Facebook, A.d.V.) nicht mehr als nötig: Er plaudert mit den Freunden, verabredet sich über die Chat-Funktion.

„Nötig“ habe ich anders in Erinnerung.

Und aber jedenfalls: „Isch geh sofort Facebook“ – treffender hätte ich die Zielgruppe von SPIEGEL Online nicht darstellen können.


Bonuspointe: Der SPIEGEL berichtete ebenfalls über die ukrainischen Radikalfemanzen „Femen“ und findet Sätze wie diese nicht irgendwie befremdlich:

Das erste Mal zogen sie so im Sommer 2008 los. In Hurenkleidern gingen sie auf die Straße. „Die Ukraine ist kein Bordell“, schrien sie und hielten ihre Plakate in die Luft.

Die vom SPIEGEL als aufrechte Kämpferinnen für die Rechte der Frau dargestellten „Femen“ sind also Frauen, die sich wie Prostituierte kleiden oder gar (mittlerweile) nur noch in Unter- oder wenigstens Jeanshose auf die Straße gehen, um gegen das Klischee von der „Frau als Sexualobjekt“ zu demonstrieren. Demzufolge sollte man Vegetarier dazu ermuntern, mehr Fleisch zu essen, um gegen die Tötung von Tieren zu demonstrieren.

In Hurenklamotten gegen Prostitution, mit Bier gegen Alkoholkonsum. Prost Mahlzeit.

Sonstiges
Gratis wäre zu billig: yourfone.de, das teuerste Kostenlos der Welt

Gerade rauschte dieser bezaubernde Werbefilm an mir vorüber:

Der Sprecher behauptet darin, Betonungen inklusive, dies:

Yourfone bringt dich kostenlos ins Festnetz, kostenlos in alle Handynetze und unbegrenzt ins Internet. Alles drin. Für die günstigsten 19,90 der Welt.

Das heißt, die 19,90 Euro werden nur für den Internetzugang erhoben; klar, ist ja auch unbegrenzt und nicht kostenlos.

Ach wat, „unbegrenzt“, gucken wir doch mal auf die beworbene Internetseite (yourfone.de, immerhin nicht yourphone.de, denn dann würde mich das .de sehr wundern):

DIE WELTENTSPANNTESTE
ALLNET FLAT (sic!)

  • Flat ins Festnetz
  • Flat in alle Handynetze
  • Flat ins Internet

Klingt neckisch, aber an dem „Internet“ hängt noch eine winzige Hochzwei dran und verweist auf eine Fußnote, die immerhin auch beim Überfahren mit der Maus erscheint:

„Unbegrenzt ins Internet“, bis zur nächsten Grenze halt – Bürger der „ehemaligen“ DDR kennen dieses Verständnis von „unbegrenzter“ Freiheit eventuell noch von früher. Der angebotene Internetzugang also ist weder kostenlos noch unbegrenzt. (Möge ein gelangweilter Jurist alsbald ein wenig Zubrot oder auch einen Zumercedes mit der Beschäftigung mit der Frage verdienen, ob aus kommerziellem Interesse heraus massenhaft in die Wohnzimmer getrötete Unwahrheiten nicht eine allzu einfache Zielscheibe bieten.)

Vielleicht eignet sich yourfone.de aber für Besitzer eines gewöhnlichen Mobiltelefons, für das sie keinen Internetzugang benötigen: Telefonieren ist ja laut Eigenwerbung kostenfrei enthalten, und eventuell kann man das Internet beim Vertragsabschluss ja weglassen. („Einmal Pommes und Cola ohne Cola bitte.“) Andererseits verwendet yourfone.de laut eigenen Angaben das E-Plus-Netz, und ein etwaiger Interessent wäre also wahrscheinlich mit BASE oder ALDI Talk besser bedient – die funken im gleichen Netz und kosten etwas, lügen jedoch wenigstens nicht so offensichtlich.

Manche Windbeutel erkennt man am Wind, den sie machen.

Sonstiges
Derweil unten im Digi-Tal (des Niveaus)

Seit heute muss jeder, der hierzulande aus irgendeinem Grund (eventuell die mangelnde Befähigung, einen Computer zu bedienen) satellitenfernsehen möchte, einen Digitalempfänger besitzen.

Wahr ist, dass dadurch die subjektive Bild- und Tonqualität oft steigt, da es im Digitalverkehr nur Eins und Null und kein Rauschen gibt. (Alte Informatikerweisheit: Eine besonders große Null ist beinahe identisch mit einer besonders kleinen Eins.)

Falsch ist, dass man von digitalem Fernsehen eine bessere Qualität bekommt.

Immerhin ist nun jeder fernsehende Deutsche endlich in der Lage, Dieter Bohlens blöde Fresse und Hauptschulabbrecher ohne jedes Gesangstalent in high definition, also in hoher Auflösung, im heimischen Wohnzimmer grinsen zu sehen und quäken zu hören, und man wünscht sich die Tage zurück, in denen „HD“ noch für „High Density“ („hohe Dichte“) stand, denn nichts wünscht man sich nun mehr als ein Fernsehprogramm, dessen Mitwirkende noch ganz dicht sind.

Sonstiges
Heinz grillt nie allein.

Einen bedenklichen Fall von akuter Sprachverwirrung nahm ich heute in einem der Lebensmittelgeschäfte meiner Wahl wahr. Zwischen allerlei normalen Grillsaucen nämlich entdeckte ich auch zwei Sorten der Marke Heinz, die das diesjährige Proletenduo Grillsaison und Fußball-EM (zu deren Boykott ich aus allerlei politischen Gründen rate und mit gutem Beispiel vorangehe; Details sind den Nachrichten zu entnehmen) thematisieren. Eine von ihnen heißt (dämlicher-, nicht aber falscherweise) „Elfmeter für Würstchen“, die andere „You‘ll never grill alone“.

Klar: Hier wird Bezug genommen auf das meist grölend vorgetragene ehemals Broadway- und nun Fußballliedchen „You’ll Never Walk Alone“, „Du gehst nie allein“. Aber „grillen“ heißt doch im Englischen irgendwas mit „barbecue“? Stimmt, „grillen“ (etwas auf dem Rost erhitzen) heißt „to barbecue“, im US-Amerikanischen auch „to broil“.

Indes: Analog zum grill, dem Grillrost, existiert auch „to grill“. Das Wörterbuch – je nach Wörterbuch – übersetzt es mit „jemanden examinieren“, „jemandem auf den Zahn fühlen“, „jemanden in die Mangel nehmen“ und, als umgangssprachliche Kurzform für „to cook something under the grill“ und somit eigentlich kaum relevant, „etwas unter den Grillrost legen“, und Holzkohle mit Sauce schmeckt vermutlich nicht mal den US-Amerikanern.

Grillsauce ist im Englischen bekanntermaßen (da vielfach in hiesigen Läden zu sehen) „barbecue sauce“ oder schlimmstenfalls „BBQ sauce“, aber eben keine „grill sauce“.

„You‘ll never grill alone“, „du wirst nie allein examinieren“. Wohl bekomm‘s.

Sonstiges
Medienkritik in Kürze: „The Winner is…“ ist… oder?

Mit riesigen und schier allgegenwärtigen Plakaten warb jüngst Sat.1 („SAT.1″) für eine weitere überflüssige Version der immer gleichen „Unterhaltungssendung“ mit dem überzeugenden Konzept „Kandidat macht sich zum Heinz und kriegt dafür vielleicht Geld und vielleicht nicht“, deren Name „The Winner is…“ lautet, was in Zeiten einer Sendung wie „The Voice of Germany“ mit einer afrikanischen Siegerin mit englischsprachigem Titel ja auch nur konsequent erscheint, aber schon irgendwie einen Happen dätsch ist, wie man in einigen Gegenden Deutschlands zu sagen pflegt.

Apropos „The Voice of Germany“: Die Produzenten sind geblieben, die Moderation nicht. Diese hat für „The Winner is…“ Linda de Mol übernommen, was ziemlich passend ist, denn sturzfreies Deutsch war bekanntlich nie ihre Stärke.

Gesehen habe ich, Medienkompetenz sei Dank, keine der beiden Sendungen, ausnahmsweise schlägt aber auch der Versuch fehl, mir anhand der Berichterstattung ein Urteil zu bilden. Überschwänglicher Jubel in allen Medien ist normalerweise ein Zeichen für dümmliche Beliebigkeit, aber so leicht machen‘s einem die Medien halt nicht.

WELT ONLINE so:

Der blonde holländische Engel verströmt gute Laune mit jeder Faser und rockt jetzt für acht Sendungen das Castingshow-gebeutelte Deutschland, das seine Kicks nun endlich wieder über der Gürtellinie bekommt. (…) Super Studio, grandiose Stimmung, viele Standing Ovations, kurz: Jede Menge Unterhaltung für die ganze Familie – das ist „The Winner is …“.

SPIEGEL ONLINE so:

Worum geht es? Um den innigen Wunsch der Interpreten, das Publikum mit ihrer Musik zu berühren. Kleiner Scherz. Es geht um „die Kohle“ (Linda de Mol).

(…)

Bester Satz? Linda de Mol vor der Verkündung eines Ergebnisses: „So, das ist jetzt ein sehr spannender Moment.“ Das hätte man nämlich um ein Haar wirklich nicht gemerkt, dass das jetzt ein spannender Moment war.

Obwohl ich ausgewogene Berichterstattung fast ebenso schätze wie wohldosierten Sarkasmus, bin ich jetzt doch ein wenig ratlos: Ist „The Winner is…“ nun überbewerteter Quatsch oder stümperhafter Mist?

Wer hat‘s gesehen?

NetzfundstückeSonstiges
Umzugsfetischisten

Der Zufall wollte es, dass ich heute mit meinem Mobilbrowser versehentlich auf einer dieser neumodischen „Erotik“-Webseiten gelandet war, als ich in ein Funkloch geriet.

Somit bot sich mir für kurze Zeit die Gelegenheit, den ganz realen mindfuck von vorgeblich „erotischen“ clips in Textform zu genießen. Und was da manche Leute für Fetische haben!

„Tschüss, Blondie!“

Mein Favorit ist allerdings das hier:

Ist das so etwas wie auf cybervally.com gezeigt?

Da geht mir ja schon richtig die Düse; Frauen, die auf Webcams starren.
Und damit kann man Leute anlocken?

LyrikSonstigesWie die Anderen
Wie die Anderen (extra): Amazon roman-tisch?

(Vorbemerkung: Dies ist ein Sonderteil meiner losen Reihe „Wie die Anderen“, diesmal inspiriert von Günter Grass; „Sonderteil“ deshalb, weil Herr Grass nicht bloggt.)

Warum schweige ich, verschweige zu lange,
was offensichtlich ist und in Planspielen
geübt wurde, an deren Ende als Kunden
wir allenfalls ratlos sind.

Es ist die behauptete Intelligenz,
die künstliche, von Menschen gemacht,
die uns allerlei Weisheit beschert
oder es versucht.

Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
sobald er mißachtet wird;
das Verdikt „Klugscheißerei“ ist geläufig.

Doch staune ich nicht schlecht
über des Amazons wundersame Algorithmen,
die da einen Roman nicht einmal erkennen würden,
wenn er die Verantwortlichen daselbst
in den Hintern träte.

(Nachbemerkung: Sollte ich eine der Marotten der in dieser Reihe parodierten Autoren versehentlich nicht eingebaut haben, so seid ihr natürlich herzlich eingeladen, es besser zu machen – gern mit Trackback und/oder Kommentar hier unten drunter.)

Sonstiges
Keine Zeitung der Welt.

Supi:

Muss ich haben!

Sonstiges
Sheldon Cooper, ein fiktives Idol

Zufälle (und Kontakte) ließen mich unlängst die komödiantische Fernsehserie „The Big Bang Theory“, eine Art „IT Crowd“ ohne Informatik mit Physik, ansonsten jedoch sehr ähnlicher Konstellation (mehrere Nerds stehen einer einzigen klischeehaft entworfenen Frau gegenüber), entdecken. Nun ist die Physik keinesfalls eines meiner bevorzugten Fachgebiete, die Rolle des Sheldon Cooper jedoch, einer der Hauptfiguren, ist eine sehr lobenswerte, die beizeiten Barney Stinson und Charlie Harper, derer man eigentlich auch irgendwann einmal überdrüssig sein sollte, als vielfach nachgeahmtes Vorbild zumindest ergänzen sollte, allein schon aufgrund von Szenen wie dieser:

Einige dieser neumodischen blogger würden sich hier womöglich mit einem in mehrfacher Hinsicht simplen „xD“ begnügen; ich meinerseits empfehle gelegentliches Betrachten erwähnter Serie unter der Prämisse, dass die Konservenlacher im off nicht darüber hinwegtäuschen sollten, dass manches eher der Realität entspringt als der bloßen Belustigung dienen sollte.

Und das macht mich traurig.

Sonstiges
8. März: Internationaler Frauentag 2012

So ein Weltkrieg bringt ja in der Regel mit steigender Dauer auch immer mehr Leid mit sich; Armut, Zerstörung und soziale Missentwicklungen sind an der Tagesordnung. In direkter Folge des Ersten Weltkrieges etwa wurde der Versailler Vertrag geschlossen, dessen Klauseln unter anderem die Hyperinflation im Deutschen Reich begünstigten und infolgedessen den Aufstieg der NSDAP förderten. Außerdem wurde der Internationale Frauentag neu formiert.

Der Internationale Frauentag ist ein Versuch, die Frau als Individuum weiter zu schwächen und sie aufgrund des Umstands, dass sie meistens Brüste und/oder eine Vorliebe für scheußliche Farben hat, in eine Gruppe einzuteilen, die allein deshalb feiernswert sein möge. Ursprünglich setzte man sich für das Frauenwahlrecht ein, da sich das aber irgendwann quasi von selbst erübrigte, gab man dem Tag einen bedeutungsvolleren Namen, nämlich Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden, was miteinander ja vieles zu tun hat, denn wenn Frauen mehr Rechte hätten, gäbe es auf der ganzen Welt keine Kämpfe mehr, wenn nicht gerade Sommerschlussverkauf ist – das wird‘s sein. Dass die Friedenstruppen der Vereinten Nationen zu den Rechten der Frau ihren Teil beitragen, ist da vielleicht nur eine ironische Fußnote:

Einen zusätzlichen Aufschwung des Prostitutionsgeschäfts verursachte zudem die Stationierung von KFOR-Soldaten, UN-Mitarbeitern und diversen westlichen Hilfsorganisationen im Kosovo. Kaum waren diese eingetroffen, schossen Bordelle wie Pilze aus dem Boden!

Friedenskriege bleiben eben genau das, und den Frieden und den ideellen Wert der Frau an sich („und jetzt im Chor, wir sind alle individuell!“) zu sichern geht eben nicht gleichzeitig; die unweigerlich resultierende Entscheidung bedarf keiner weiteren Überlegung. Andererseits: Direkt unangenehm ist es vielen Frauen ja augenscheinlich nicht, auf ihre Möpse reduziert zu werden, verewigen sie selbige doch mitunter aus freien Stücken in Bildform in so genannten „sozialen Netzwerken“ in der Hoffnung, zahlreiches Interesse zu wecken. (Um sachdienliche Hinweise, ob es außerhalb einschlägiger Portale eine ähnlich hohe Prozentzahl von zeigefreudigen Männern gibt, wird gebeten.)

„Ich verstehe das Konstrukt dieses Tages nicht.“
– Twitter-Nutzer „nutellagangbang“

Wenn der Internationale Frauentag gleichzeitig der Tag für den Weltfrieden ist, ist dann der Internationale Männertag eigentlich der Tag der Weltkriege? Die Vereinten Nationen unterstützen diesen Tag leider noch nicht als einen offiziellen und weltweiten, womit wir wieder bei der Gleichberechtigung wären, somit konnte ich das auf die Schnelle nicht nachschlagen, aber warum sollte man auch wollen, dass die Rechte der Männer und Jungen gestärkt werden?

Die Welt braucht unbedingt diesen „Frauentag“, denn sie werden gesellschaftlich noch nicht genug hofiert, tjaja; und dass viele Frauen sich in einer Umgebung, die sich um so etwas nicht schert, wohler fühlen als mit dem Stigma der gefälligst anzubetenden Göttin, ist der Gesellschaft mal herzlich egal. Fragt man nämlich Frauen danach, ob sie lieber als Mensch oder als Frau wahrgenommen werden, so fällt das Ergebnis in der Regel ziemlich eindeutig aus: Wie soll man die Ressentiments gegenüber dem anderen Geschlecht abbauen, wenn das andere Geschlecht auf seine Besonderheit pocht?

Welchem Zweck genau dient also der Weltfrauentag, wenn nicht allein als Anlass für zwar geschmacklose, aber gerade deshalb gelungene chauvinistische Tweets und anderweitige Scherzchen? Morgen ist er vorüber, und dennoch ist die Gefahr, dass die Rechte der Frauen morgen wieder abgeschafft werden, ungefähr so groß und bedrohlich wie die Aussicht auf nahen Weltfrieden zum Tag des Weltfriedens. Aber pfür den Pfrieden tut man eben allerlei, was rational unerklärlich ist: Lichterketten bilden, Soldaten entsenden und den Internationalen Frauentag begehen. (“Begehen“ – sagt man das nicht eigentlich bei Verbrechen?)

Man sollte all das manchmal einfach etwas weniger ernst nehmen.

(Dank auch an L.!)

Sonstiges
“Mein BASE plus“: Mehr Posteingang für‘s gleiche Geld.

Ganz toll ist ja auch der Mobildiensteanbieter BASE, Teil der E-Plus-Gruppe, der zwar ungefähr weiß, wie Werbung und sogar Kundenbindung trotz mittelmäßiger Netzinfrastruktur funktioniert, aber darüber hinaus doch gelegentlich so niedlich unbeholfen wie sonst nur die Bediensteten des rosa Riesen wirkt, etwa, wenn ein Tarifwechsel ansteht.

So etwa im Fall eines Wechsels von dem aus der Werbung bekannten, nicht mehr angebotenen Tarif „Mein BASE“ zu dem Nachfolgetarif „Mein BASE plus“, der SMS- und BASE-Flatrate kombiniert und eine Besonderheit mit sich bringt: Die „Allnet Flat“ (grässliche Terminologie, oder?) für 5 Euro pro Monat beinhaltet 100 statt, wie noch bei „Mein BASE“, 50 Freiminuten.

Ein Wechsel gestaltet sich also so: Die wechselwillige Kundschaft betätigt in ihrem Kundenprofil den Verweis, um zu „Mein BASE plus“ zu wechseln, und ändert auf Wunsch bei der Gelegenheit gleich die Auswahl der „Allnet Flat 50″ in die der „Allnet Flat 100″. Rechtlich gesehen ist das ein Tarifwechsel, bei dem die einzelnen Komponenten nur namentlich miteinander zusammen hängen.

So weit die Theorie, denn des Umsteigefreudigen Nachrichteneingang kann sich nach erfolgter Umstellung über regen Zuspruch freuen:

Und eigentlich ist man dann doch ganz froh darüber, dass man nur eine Vertragsoption statt derer drei geändert hat.

Sonstiges
Post-Post-Privacy: Nach der Spackeria …

… kommt die privacy zurück. („Wat, Spackeria?“ – dat Spackeria, guckstu hier!)

Nimm dies, Datenoffenheit im Internet!

(Beziehungsweise die Frage, wofür eine US-amerikanische Firma meine volle Anschrift benötigt, wenn ich dort etwas herunterladen will, und die meinetseits ausbleibende Erklärung, wieso sie sie nicht bekommt; jeder leckt seinen Arsch für sich [u.a. den von Mozart, so scheint's].)

Sonstiges
Süßer als wie ein Zuckerberg: Flauschige Kätzchen! <3

Anlässlich des heutigen Tages ♥ dachte ich, ich poste mal was Süüüüszes ♥. Und was könnte süüüüüszer sein als Zucker, am besten ein ganzer Berg voll Zucker, ein Zuckerberg sozusagen?

Außer natürlich süüüüszen flauschigen Kätzchen!

Es ist so flauschig, dass ich sterbe!

Euch fehlt noch die zündende Idee für einen Valentinsgruß? Singt doch ein Liebeslied! :)

Habt einen flauschigen Tag mit eurer/eurem Liebsten, und kurbelt fleißig die Floristikwirtschaft an! ♥♥♥ Weiterlesen ‚Süßer als wie ein Zuckerberg: Flauschige Kätzchen! <3‘ »

NetzfundstückeSonstiges
Typisch Niedersachsen.

Das hat noch gefehlt: Auch Niedersachsen wird auf der kommenden CeBIT 2012, der laut „Themenspezial“ auf niedersachsen.de „beudendsten (sic!) IT-Messe“, wenn‘s eben für die bedeutendste nicht reicht, mit einem Stand vertreten sein. Das ist ein konsequenter Schritt, ist Niedersachsen – Motto: „Sie kennen unsere Pferde. Erleben Sie unsere Stärken.“ – doch vor allem als das Bundesland mit der größten digitalen Innovationskraft bekannt. Euch etwa nicht?

Für den Innovationsstand auf der CeBIT gibt es auch eine Informationsbroschüre: Diese hier.
(Hinweis: Die Datei ist etwas über zweieinhalb MiB groß.)

Das Titelbild ist schon ziemlich umwerfend:

Ein gezogener Netzwerkstecker symbolisiert das EDV-Innovationsland Niedersachsen wohl ungefähr so gut wie der braune Fleck im Kopfbereich, der sich wie ein roter Faden durch das corporate design der Vermarktungskampagnen Niedersachsens zieht. Nach Vergrößerung erkennt man: Es handelt sich um Pferdeäpfel. „Sie kennen unsere Pferde, dies ist ihr Dung.“

Auf der Themenseite „Innovatives Niedersachsen“ wird verdeutlicht, wofür Niedersachsen sonst noch gern stehen würde: Für mehr Religiösität, mehr weiße Kittel („Laborkittel“, natürlich), mehr Mobilität, all das jeweils veredelt mit dem braunen Klumpen der niedersächsischen Pferde.

Typisch Niedersachsen.