Archiv für die Kategorie ‘Projekte’.

Ausreichenden Müßiggang kompensiere ich, indem ich mich unter anderem der Entwicklung von Software widme. Neuigkeiten hierzu gibt es in dieser Kategorie zu lesen.

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Project:KOMAKINO – The Struggle for Utopia

Wer mich kennt, der weiß, dass Kaffee und Musik zwei essenzielle Bestandteile meines morgendlichen Erwachensritus’ sind. Während mir also gestern die neuesten Werke von The Boiler und Harmful die Ohren quasi wegbliesen (mehr dazu traditionsgemäß am Jahresende), begann mein Tag heute mit einem eigentlich völlig anderen Album.

Das Album nennt sich „The Struggle for Utopia”, zu Deutsch also “Der Kampf um Utopia“, und wurde nach meinen Informationen bereits Ende 2009 von der britischen Musikgruppe Project: KOMAKINO veröffentlicht. (Jetzt wollte ich noch irgendwo einen geschickt platzierten Verweis auf die Schallgrenzen reinschmuggeln, dann ist mir aufgefallen, dass ich offenbar den Hinweis auf diese Band sogar ursprünglich dort fand. Prima, dann muss ich weniger schummeln.)

„The Struggle for Utopia” ist ein vielschichtiges Album. Man könnte auf den Zug derer aufspringen, die es in Schubladen zu stecken versuchen, aber das wäre allzu banal. Nicht nämlich vertritt es eine Stilrichtung, sondern erschafft eine eigene Melange aus mehreren Genres, die nach etwas klingt, was man zwar schon mal gehört hat, aber noch nicht in dieser Intensität.

Es beginnt mit wabernden Synthesizer- und Gitarrenklängen, dazu ein wenig dezenter Rhythmus. Psychedelischer Spacerock, irgendwo zwischen Gong und den frühen Pink Floyd. Gemächlich drehen die Musiker die Spannung auf; blitzt da eine Prise Mogwai hervor? Ja, sie tut’s.

Und kaum hat man sich also in das psychedelische Netz fallen lassen, das das Quintett gespannt hat, entreißt es es dem ahnungslosen Zuhörer, nur um gleich wieder ein neues zu flicken. New-Wave-artige Strophen (The Cure fallen mir da ein) mit gelegentlichen erneuten Spacerock-Ausflügen untermalen den Gesang, der auch den Sisters of Mercy, als sie noch gut waren (dann eben doch!), gehören könnte. Auf „In the temple of love…” warte ich, obwohl das vorletzte Stück „Temple” heißt, jedoch vergebens, stattdessen gibt es Resignation und Weltschmerz zu hören. Things are happening, they’re always happening to me.

Musik (auch) für laue Nächte auf der Veranda. (Als hätte ich eine Veranda.)
Komakino? Kopfkino!

(So ungefähr sieht es übrigens aus, wenn man einem unvorbelasteten Leser dieses Album beschreiben will, verehrte Schreiberlinge in den Redaktionen dieses Landes; nicht aber so, wie ihr es laut der von mir bevorzugten Suchmaschine übereinstimmend tut: „Klingt wie Joy Division. Nächstes Album bitte.” Banausen.)

Übrigens, für die Arbeit an TinyTodo fehlt mir derzeit, studienbedingt, die rechte Inspiration. Aber ich verspreche, es wird weitergehen.

Projekte
TinyTodo build 20100905 (für Ungeduldige)

Auch, wenn es derzeit nicht danach aussieht: Die Arbeit an TinyTodo wird unverändert fortgesetzt.

Die neue Version 20100905, zu finden nach einem Klick auf das Bild unten, hat immer noch keine schönere Bedienoberfläche, aber immerhin schon mal eine Editieren-Funktion für Aufgaben und Kategorien zu bieten; hierfür genügt ein Doppelklick auf eine Kategorie oder eine Aufgabe. (Der Einfachheit halber werden geänderte Aufgaben derzeit noch komplett neu angelegt, weil das nach meinem derzeitigen Kenntnisstand weniger SQLite-Anweisungen benötigt als das direkte Ändern. Eventuell wird das später noch verbessert.)

Da mir seit Tagen die Neuigkeiten rund um ähnliche Projekte wie Remember The Milk im Feedleser auf die Nerven gehen, hatte ich gestern obendrein die Idee, TinyTodo eine Art Weboberfläche zu spendieren, dass man quasi seine Aufgaben via Internet mit jeder anderen TinyTodo-Installation der Welt abgleichen kann, Benutzername und Passwort vorausgesetzt. Hierfür bräuchte ich vor allem Serverkapazität und viel Langeweile, und da beides knapp ist, frage ich mal direkt drauflos:

Bestünde überhaupt ein Interesse an derlei Spielereien, oder soll ich mich darauf konzentrieren, die Kernfunktionen in den Griff zu bekommen?

Ich bedanke mich schon mal für jede Rückmeldung. :)

Nachtrag von 18:17 Uhr:
Aus Testgründen hat die hier verlinkte Version anders als die vorige Version vom 11. August bereits die oben angezeigten Einträge in der Datenbank. Ihr dürft sie natürlich gern löschen und/oder editieren. (Ob eine Mitnahme der bestehenden Daten funktioniert, habe ich bisher nicht getestet, da Kompatibilität mit Vorversionen noch keine Priorität hat. Die Struktur der Datenbank wird voraussichtlich ohnehin in Bälde nochmals geändert.)

Projekte
TinyTodo build 20100811 (für Ungeduldige)

Nachdem ich mehrfach darauf angesprochen wurde:

Ja, TinyTodo wird immer noch weiterentwickelt; allerdings nicht so schnell wie erhofft. Nichtsdestotrotz ist es weit genug fortgeschritten, um euch heute in einer halbwegs öffentlichkeitstauglichen Version präsentiert zu werden.

Und zwar nach einem Klick auf das Bildschirmfoto:

Vorausgesetzt wird eine Installation des AIR-Frameworks ab Version 2; das sollte aber bei den meisten meiner Leser ohnehin der Fall sein. Native Binärpakete folgen eventuell später.

Was schon geht:
Das Hinzufügen und Löschen von Kategorien und Aufgaben, das Markieren als „erledigt”, brandneu auch das Definieren von „Deadlines”, „heutige” Termine werden zum Beispiel als „fällig” markiert.

Was noch fehlt:
Eine Editierfunktion für Kategorien und Aufgaben (workaround: Löschen und neu anlegen), grafischer Schnickschnack (TinyTodo sieht im Moment noch ziemlich beschämend aus), Anzeige zukünftiger Termine, Popup-Benachrichtigungen, Animationen, Klänge und ähnliches. Geduldet euch, kommt noch alles.

Dies nur als Zwischenstand. Rückmeldung nehme ich trotzdem gern entgegen.

In den NachrichtenNetzfundstückePolitikProjekte
Schockierend: Mitglied einer legitimen Partei darf Sportverein trainieren!

(Im Voraus der übliche Hinweis; muss man ja heute immer dranschreiben, wenn man sich dummes Geschwätz von Ewiggestrigen ersparen möchte: Ich bin unverändert Pirat und habe nicht vor, zum Antisemitismus überzutreten.)

Unfassbar dann auch ein Artikel wie dieser:

In Sachsen-Anhalts kleiner Ortschaft Laucha hat die NPD bei der vergangenen Kommunalwahl 13,5 % bekommen. Eines ihrer Mitglieder trainiert seit langem die Jugendmannschaft des lokalen Fußballvereins.

Im April hat nun einer der von ihm trainierten Jugendlichen einen Israeli (apropos und würg auch Israel) tätlich angegriffen, und schon springen Landessportbund und Journalisten entrüstet auf; es dürfe nicht sein, dass ein NPD-Mitglied einen Sportverein repräsentiert, weil die NPD nämlich voll blöd sei, und überhaupt:

LSB-Chef Andreas Silbersack hat jetzt angekündigt, auf der nächsten Sitzung des Gremiums im August eine Satzungsänderung vorzulegen, nach der Vereine, die rechtsextreme Trainer beschäftigen, aus dem Sportbund ausgeschlossen werden können. Auch Fördergelder würden ihnen in einem solchen Fall gestrichen.

Künftige Trainer in Sachsen-Anhalt müssen also womöglich erst nachweisen, in den letzten vier oder fünf Legislaturperioden keine Sympathie mit rechtsgerichteten Parteien gezeigt zu haben, womit wir dann irgendwie doch wieder da wären, wo Sachsen-Anhalt vor zwei Dekaden eigentlich schon nicht mehr sein sollte: Links oder Feind?

Ach, und selbstverständlich nicht nur die Trainer, sondern auch die Trainierten sind eine potenziell hochgefährliche Spezies:

Der Verfassungsschutz von Sachsen-Anhalt hat schon im Februar auf das Beispiel des ASG Vorwärts Dessau verwiesen. Im Verein seien Spieler aktiv, die „klar der rechten Szene zuzuordnen sind, zum Teil auch freien Kameradschaften”, wie Verfassungsschützer Hilmar Steffen damals erklärte.

Und da haben wir doch auch schon den eigentlich interessanten Punkt gefunden.

Die Logik von Presse und Sportbund geht ungefähr so:
Ein Jugendlicher verprügelt einen Ausländer, klar, daran ist der Trainer schuld, raus mit dem Kerl! Weil halt: NPD.

Das deckt sich – was Wunder – dann auch mit den Ansichten des Rechtsextremismus-Experten (wie wird man das eigentlich?) Thomas Hahnel:

Sein Ratschlag: „Am effektivsten wäre es, die Eltern würden ihre Kinder einfach nicht mehr zum Training bei Battke schicken und somit deutlich zeigen, dass sie eine solche Person nicht akzeptieren.”

Es ist bezaubernd, für wie naiv die politisch korrekten Geiferer ihr Publikum halten; aber, Herr Hahnel, haben Sie mal drüber nachgedacht, dass nicht alle Eltern beim Thema Rechtsextremismus den Verstand in den Leerlauf schalten, sondern erst einmal selbst nachdenken, bevor sie undifferenziert in die Gesänge einstimmen? Was haben Sie denen eigentlich als Anlass genannt, den Trainer, der angeblich nicht einmal schlechte Arbeit leistet, entfernen lassen zu wollen? Ebenfalls „weil NPD”?

Einmal ganz abgesehen davon, dass eine Formulierung wie „eine solche Person” überaus widerwärtig ist und von Ihnen, käme Sie von, sagen wir mal, einem Antisemiten, sicher auch nicht akzeptiert würde.

(Auch hübsch, nebenbei bemerkt, ist die Emotion Markup Language. Möge sie eine weite Verbreitung finden und grottigen Unfug wie Q___Q und T___T für immer aus dem Internet vertreiben! (via))


Die Arbeit an TinyTodo ist heute schon ein wenig vorangeschritten:

Aktuell sind noch 11 Punkte auf der Liste der Dinge, die ich noch zu implementieren gedenke, offen. Einen Zeitrahmen für die Veröffentlichung spare ich mir zu setzen. Lassen wir uns überraschen!

Danke an Didi für die Stiltipps und das Testen.

NerdkramsNetzfundstückeProjekte
Neues Projekt: TinyTodo

Als Freund plattformunabhängiger, prima dokumentierter Anwendungssoftware – etwa Vim – bin ich in letzter Zeit vermehrt auf Programme aufmerksam geworden, die auf dem Adobe-AIR-Framework aufsetzen, vorrangig Twitter-Clients wie etwa DestroyTwitter, jedoch hatte ich nie die Muße, mich damit näher zu befassen.

Nun hatte ich neulich dringenden Bedarf nach einer einigermaßen brauchbaren, schlichten Aufgabenliste als Ergänzung zu dem von mir verwendeten Notizenkatalog KeyNote-NF, um beim Systemstart die wichtigsten anfallenden Aufgaben im Blick zu haben, und wurde dank Nils fündig: MiniTask trifft genau meine Anforderungen und ist ausgerechnet eine AIR-Anwendung.

Allerdings hat es einige Unschönheiten, zum Beispiel geht mir die offenbar nicht abschaltbare Animation beim Auf- und Zuklappen der Kategorien schon ein wenig auf den Wecker. Und damit es nicht immer nur heißt, Informatikstudenten seien unabhängig von eventuellen Ferien eh nur faule Säcke, habe ich beschlossen, mich auch mal an einem solchen Programm zu versuchen. Eigentlich wollte ich hierfür das gute, alte Visual Studio verwenden, aber da die Gestaltungsmöglichkeiten von Oberflächen dort doch vergleichsweise beschränkt sind und da ich meine irssi-Distribution bis auf Weiteres eingestampft und somit wieder Kapazitäten frei habe, nutze ich diese Gelegenheit, selbst einmal eine AIR-Anwendung zu entwickeln. (Kenne deinen Feind!)

Das Ergebnis einer Nacht, die größtenteils damit verbracht wurde, sich mit der Implementierung von AIR auseinanderzusetzen, sieht bisher so aus:

An Ideen mangelt es nicht, das Aussehen ist ebenfalls noch lange nicht fertig durchdacht. Wenn ich alles umgesetzt bekomme, was ich umzusetzen plane, kann MiniTask einpacken. Aber wo wären wir ohne die Vielfalt?

Ich halte euch, wenn gewünscht, über die Entwicklung selbstverständlich auf dem Laufenden. Über Anregungen bin ich schon jetzt dankbar; einfach in den Kommentarbereich senfen.

(War einer von euch in den letzten Wochen mal in einem dieser modernen „Supermärkte”? Die Auswirkungen des verdienten Versagens bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 sind noch immer spürbar. Deutschland ist im Ausverkauf, Nationalstolz für den Grabbeltisch. Bis zur nächsten EM. Es ist zum Kotzen.)

In den NachrichtenMusikProjekte
„Me, you, fuck, fuck”

Dies und „me, you, kiss” soll Cristiano Ronaldo, recht bekannter Fußballtyp, geäußert haben, um eine Kellnerin herumzubekommen; und er hatte Erfolg mit dieser Methode.

Nun zerpflückt der Boulevard genüsslich sein (C. Ronaldos) miserables Englisch und seine vorgeblich schlechten Manieren, aber dieser Ansatz ist in meinen Augen falsch. Natürlich ist der Wunsch nach gemeinsamem Beischlaf mit einem Menschen, der die eigene Muttersprache vermutlich nicht spricht, diesem gegenüber nur schwerlich auszudrücken, ohne auf Intimvokabular (zum Beispiel eben „fuck”) zurückzugreifen, aber als Gentleman schob er immerhin noch „me, you, kiss” hinterher. Herrschaften, dieser Mensch, Cristiano Ronaldo, hatte nicht vor, eine ernsthafte Liaison mit dem Objekt der Begierde einzugehen, denn dann wäre das wohl tatsächlich ein eher fragwürdiger Ansatz. Ihm aber ging es um bloßen, animalischen Sex, und den hat er bekommen.

Womit wir wiederum beim eigentlich interessanten Aspekt dieser Meldung wären, nämlich, dass „me, you, fuck, fuck” eine erfolgreiche Methode ist, neue Bekanntschaften zum Geschlechtsverkehr mit dem Sprecher dieser Worte zu bewegen, jedenfalls, wenn man zufällig Cristiano Ronaldo ist. Nicht das Verhalten des Herrn Ronaldo ist hier bemerkenswert, sondern das der Kellnerin. Auch wenn sich nun vermutlich wieder die Frauenrechtlerinnen, Emanzinnen und sonstige Sektierer zusammenrotten und gemeinsam zum Boykott meiner Texte aufrufen werden: Eine Frau, die Cristiano Ronaldo nach einer Anrede wie der bereits zitierten willig ins Netz geht, ist nicht etwa das Opfer anachronistischen Machotums, sondern eine oberflächliche, dumme Kuh.

Sicher erscheint es reizvoll, aufgrund bloßer Oberflächlichkeiten Erfolg bei einer nun gleichfalls nicht allzu grausig aussehenden Person mit gut und regelmäßig befülltem Bankkonto und annähernd weltweiter Bekanntheit zu haben, wie auch immer man als Handelnder selbst diesen Erfolg definiert. Man muss sich dann als Handelnder (bei einvernehmlichem Geschlechtsakt gibt es keine Passivität, so gern sie sich der Boulevard auch herbeifantasiert) aber auch die Frage gefallen lassen, was dazu bewog, auf die niederen Gelüste des Gegenübers einzugehen.

„You know that we are living in the material world, and I am a material girl” sang Madonna 1984, und wurden diese Worte damals vielleicht als schamlose Provokation gedeutet, so zeigt sich doch immer wieder, dass in den Augen moderner Frauen der erotischste Körperteil an einem Mann sein Bankkonto ist. Da braucht es weder Stil noch Ausstrahlung, noch Eloquenz. Der Lebensweg ist nicht von Bedeutung; Fußballer, Musiker oder Schauspieler, was darf’s sein? Ein Cristiano Ronaldo, ein Johnny Depp oder ein Lenny Kravitz jedenfalls kämen, dessen bin ich mir sicher, auch mit einem schlichten „Äh, du hast Haare!” ans Ziel. Beneidenswert eigentlich.

(Und es muss natürlich „You, me, fuck, fuck” heißen, zefix.)

Die Idee zu diesem Text basiert auf diesem Artikel von Bettina Weber, gefunden im Spreeblick. Für dreist von dort geklaute Witze übernehme ich keine inhaltliche Haftung.

(Nachtrag für Interessierte: Gamers.IRC 5.32 ist fertig.)

ProjekteSonstiges
Medienkritik XXXI: Der Reiz des Verbotenen (Ghetto, yo)

Auf der Suche nach Erfrischung eigentlich eher körperlicher Natur verharrte mein Blick heute auf dem Titelblatt der aktuellen Ausgabe des Klatsch- und Sexheftchens BRAVO. Abgebildet war ein mir zunächst unbekannter Zeitgenosse, der mit „Menowin” beschriftet worden war. Menowin, das wusste ich aus Erzählungen mir leider nahe stehender Personen, hatte unlängst an ausgerechnet Dieter Bohlens vergeblicher Talentsuche teilgenommen und dabei irgendeinen Platz errungen. Genauer weiß ich es nicht, was letztendlich vermutlich für mich spricht.

Dieser Menowin jedenfalls war offenbar mindestens einmal Insasse einer Justizvollzugsanstalt, und so lautete der begleitende Textaufdruck der BRAVO wie folgt:

Mein geheimes Knast-Tagebuch: Das ging in Menowins Gefängnis wirklich ab

(Hervorhebung wie Wortwahl im Original ebenso.)

Selbst, wenn man das Nonsens-Adjektiv „geheim” gedanklich streicht (wie sonst nennt die BRAVO dann etwas, was sie eben nicht Millionen von fehlgeleiteten Lesern öffentlich mitteilt; womöglich „supergeheim”?): Was soll das?

Ist es wieder im Trend, sich nach der Seife zu bücken, gar ein Statussymbol? Seht her, Kinder, so ein Knast ist voll doof und so, aber, hey, ich bin voll berühmt deswegen weil ich besser singen kann als manch anderer, was natürlich gar nichts mit meiner Lebensgeschichte, die seitdem wöchentlich die Prekariatspresse ziert, zu tun hat! Ihr wollt doch sicher auch so werden wie ich!

Das Gangstatum wird wieder salonfähig, mit der Ära 50 Cents, in der sich die Anzahl an überlebten Schießereien noch zum Prahlen eignete, war es noch längst nicht vorüber. Ghetto, Alter. Yo. Nur für echte Schießereien sind sie zu feige, man könnte ja versehentlich verlieren, und dann steht man da bzw. eben nicht mehr, also bleibt ihnen ihre Vorgeschichte, die ihnen so unglaublich peinlich zu sein scheint, dass sie, wie erwähnt, nahezu wöchentlich immer wieder darauf zu sprechen kommen. So richtig abschreckend wirkt das ja nun nicht gerade. „Boah, der war im Knast, cool!”

Meine Jugendidole waren nie so. Gute, alte Zeit.

(Erklärung: Auf den Kauf der BRAVO habe ich aus Niveaugründen verzichtet, sollte im inhaltlichen Teil also etwas anderes stehen als von mir angedeutet, so bitte ich um Nachsicht.)

Apropos Niveau: eMule beba 2.61 ist da. Holt es euch, so lange es noch frisch ist!

PersönlichesProjekteSonstiges
HiFi für Fortgeschrittene

Ab und zu kommt es vor, dass mir im ÖPNV Personen den Freiraum nehmen, die sich in keine der drei Hauptkategorien eindeutig einordnen lassen; die sprichwörtlichen Ausnahmen von der Regel sozusagen. Heute machte ich Bekanntheit mit einer auch mir noch unbekannten Spezies.

Der Jungmensch, augenscheinlich weiblich und etwa 17 Jahre alt, war schon zu hören, bevor er eingestiegen war. Möglich machte dies die offene Konstruktion der beiden Ohrhörer, mittels derer er, wie deutlich vernommen werden konnte, elektronische Tanzmusik in ungesunder Lautstärke konsumierte. Nun gehört es ja zu einem unschätzbaren Vorteil dieses Typs Schallausgabe, dass man seine Mitmenschen nicht mit seinen eigenen musikalischen Vorlieben konfrontieren muss, der sich prompt verflüchtigt, entscheidet man sich für die offene Variante; es ist schon erstaunlich, wie hochqualitativ Musik heutzutage aus diesen Geräten erschallen kann, nur leider auf der falschen Seite. Und man kann ja auch nur schwerlich etwas dagegen unternehmen (wollen), Musikgenuss ist jedem freigestellt. Den Jungmenschen darauf anzusprechen ist im einigermaßen voll besetzten Verkehrsmittel und zumal quasi als Gegenreiz zur noch immer in eindrucksvoller Lautstärke flirrenden Tonabfolge auch nur wenig Erfolg versprechend erschienen; so blieb, wie üblich, nur tapferes Augenrollen, stets bedenkend, ob man selbst sich von Dritten vom ungestörten Musikgenuss abbringen lassen würde, also eben nicht. Ich benötige unbedingt wieder brauchbare Kopfhörer. Mift.

(Abgesehen davon gehörte der Jungmensch übrigens der zweiten Kategorie an.)

Apropos sprichwörtlich: Jemand sollte den Besitzern der auch nach Jahren noch immer häufig neu eröffnenden Geschäfte, deren Namen mit „Mc” oder „Mac” beginnen, einmal zu verstehen geben, dass schottische Namen sprichwörtlich zwar auf eine gewisse Sparsamkeit hindeuten, dass es allerdings für die potenziellen Kunden eines sparsamen Schotten nur wenig einladend ist, wenn er sich schon vor dem ersten Betreten des Geschäfts als Geizhals zu erkennen gibt. (Da doch „McDonald’s” auch mehr für sparsame Qualität als für preiswertes Angebot steht, wie längst bekannt sein dürfte; aber was soll’s.)

Eine beachtenswerte Fußnote: eMule beba 2.60 ist fertig.

NerdkramsNetzfundstückeProjekte
Kurz verlinkt XI: Es ist ein Kreuz!

Dieser Tage, in denen sich Kirchenvertreter durch eher unchristliche Werte hervortun, sind Scherze über das Christentum fast omnipräsent. Dabei ist gerade in dieser Gesellschaft ein wenig christliche Lehre dringend nötig!

Diese Firefox-Erweiterung zum Beispiel hilft redlichen Christen, wieder auf den rechten Weg zurückzufinden, indem sie darauf hinweist, dass das Betrachten von Pornografie gemäß 1 Kor 6,18 einer erneuten Kreuzigung von Jesus gleichkommt:

Hütet euch vor der Unzucht! Jede andere Sünde, die der Mensch tut, bleibt außerhalb des Leibes. Wer aber Unzucht treibt, versündigt sich gegen den eigenen Leib.

Amen.


In, mehr oder weniger, eigener Sache: eMule 0.50a, das einige prima Verbesserungen mit sich bringt, ist in der Betaphase, was bedeutet, dass sich die nächste Version von eMule beba sich noch ein bisschen hinauszögern wird. Wer mir beim Testen helfen möchte, ist herzlich eingeladen.


Apropos Sünde noch mal: Sind euch auch schon die Plakate aufgefallen, die in Städten die Jugend dazu auffordern, ihr Limit zu kennen (heißt: sich zu besaufen und es so herauszufinden)?

Ist natürlich auch nicht schlecht.

In den NachrichtenNerdkramsProjekte
Pi.

Pi, die Naturkonstante mit den sehr, sehr vielen Nachkommastellen, ist eine Zahl, der man auch als Nichtmathematiker Aufmerksamkeit schenken sollte. Zum Einen enthält ihre Binärdarstellung, sofern die Zahl tatsächlich, wie vermutet, unendlich ist, sämtliche Daten dieser Welt (inklusiver diverser Pornografie und Hitlerreden, versteht sich), zum Anderen übt sie bis heute, abgesehen von ihrem noch immer nicht bekannten exakten Wert, eine eigentümliche Faszination auf Menschen aller Altersstufen und Bildungsgrade aus; der heutige 14. März (3-14, wie der US-Amerikaner zu schreiben pflegt, also, interessanterweise, minus 11) ist folgerichtig zum Pi-Tag erklärt worden, der weltweit, ähnlich dem 1234567890 Day, gefeiert wird; um gebührend genau zu sein, nur zum ersten von zwei „Pi-Tagen”, denn am 22. Juli findet der Pi-Annäherungs-Tag (22/7, also ungefähr 3,1429, gemäß Archimedes, der damit bereits vor über 2200 Jahren ein erstaunlich genaues Ergebnis errechnet hat) statt.

Eine Leserin erinnerte mich außerdem freundlicherweise daran, dass mit dem 14. März seit einigen Jahren ein eher weniger mathematisch, dafür aber maskulistisch relevanter Tag beginnt:

Der 14. März ist ab sofort offiziell „Schnitzel-und-Blowjob-Tag”. Einfach, wirkungsvoll und selbsterklärend ist dieser neue Feiertag dazu da, damit Ihr Frauen Eurem Holden endlich zeigen könnt, wie sehr Ihr ihn liebt. Keine Karten, keine Blumen, keine tollen Nächte des Ausgehens; der Name dieses Feiertags erklärt alles: nur ein Schnitzel (oder Steak) und ein Blowjob. Das ist alles.

Anders als dieser unsägliche Valentinstag eine wahrlich schöne Tradition, die man opulent würdigen sollte.
Mathematik ist schon eine tolle Sache.

(Die Grafik stammt ursprünglich von hier, wurde dann leicht überarbeitet von mir. [Reimt sich!])


Statistik des Tages für Greenpeace, PETA und Sozialarbeiter: Wer moralisch handelt und sich zum Wohle anderer verhält, leitet daraus häufig das Recht ab, gegen Normen zu verstoßen; wenn man so viel für die Gesellschaft tut, kann die Gesellschaft auch mal was zurückgeben, versteht sich von selbst und bedarf keiner etwaigen Höflichkeit. Man ist ja schließlich kein warmherziger Bernhardiner barmherziger Samariter, nich’ wahr?

Merke: Egoisten sind immer nur die anderen.

PersönlichesProjekte
Protokoll einer Herzchenverschwendung (inkl. Kätzchen)

Und es begab sich aber zu der Zeit, die Zeit der Reinigung genannt ward, dass sich abermals der Gedenktag des Heiligen Kyrill von Saloniki jährte, im Volksmunde auch der Tag der Liebenden genannt. Um auch seinen eigenen Schafen ein wenig Liebe zu spenden, sprach der Vorsteher einer kleinen Gemeinde wie folgt:

„Ich will auch in ihnen die Freude an dieser edlen Zeit wecken!”

Und so hinterließ er, kaum merklich, ein Zeichen, das zuvor nicht da gewesen war, um die Sinne zu verstören und sie zu formen nach seinem Willen:

Einer aber erkannte die Missetat des Vorstehers, und er trat vor das Volk und sprach: Ich will ihn lehren, unseren Geist zu verwirren!

Mit kundiger Hand nun machte er sich, geschützt von der Dunkelheit der Nacht, daran, das Mal, das das Volk im Banne hielt, zu zähmen. Schließlich gelang es ihm:

Und alle, die das Mal nun sahen, gerieten in Verzückung, und ihre Herzen warden beseelt, und alle freuten sich voll usw.; die Moral von dieser schönen Geschichte: Abgedroschener geht es immer.

(Alternative Moral für pragmatische Personen und die, die den Beitrag bis hierhin nur überflogen haben:
Herzchen passen nicht auf Geschäftskorrespondenzen.)

(Und all diese Herzchen-, Blumen- und Kätzchenverschwendung ist erst Montag vorbei. Die Tage fließen zäh dahin wie Karamell. Ach, Kamelle gibt’s ja auch bald wieder. Wir leben in wahrlich turbulenten Zeiten!)

Projekte
eMule beba: Aktuelles zur Entwicklung

Die letzte Version von eMule beba ist nun ungefähr acht Monate alt, in der eMule-Welt ist das eine halbe Ewigkeit, da die Entwicklung neuer Funktionen kontinuierlich voranschreitet. Da diese Netzpräsenz auch die Aufgabe hat, hin und wieder über Neuerungen meiner Projekte zu berichten, und dies schon länger nicht passiert ist, gebe ich hier also bekannt:

Ich arbeite seit März an Version 2.51, die einige Fehler beheben soll und inzwischen auch viele weitere Verbesserungen beinhaltet. Eine Veröffentlichung ist noch ausgeschlossen, da eine Kernfunktion, der Client Analyzer, noch selbst in der Betaphase steckt und der Entwickler dieser Funktion davon abrät, vor der Fertigstellung eigene Mods mit dem Analyzer zu veröffentlichen.

Derzeit ist die sechste Betaversion von beba 2.51 für freiwillige Tester verfügbar. Falls noch jemand Interesse hat, mir beim Fehlersuchen zu helfen, bitte ich um einen kurzen Kommentar.

Danke für die Aufmerksamkeit.

(Nachtrag vom 21. November: Das italienische eMule-Portal eMule-Mods.it hat mich zu eMule allgemein und zu seiner, also eMules, Zukunft befragt. Wer Englisch oder Italienisch versteht, sollte mal reinschauen.)

In den NachrichtenNetzfundstückePolitikProjekte
Medienkritik XIII in gebotener Kürze: Ilona Christen und die indirekte Rede.

Argh bzw. „gut” gemacht, SPIEGEL online:

Ihr Ehemann sagte dem „SonntagsBlick” zufolge, seine Frau sei gestürzt und habe sich dabei ein Hämatom und schließlich eine böse Blutvergiftung zugezogen. „Ein Sturz, ein Hämatom und eine böse Blutvergiftung gingen dem Abschied voraus”.

Außerdem, heißt es, habe sie sich, verursacht durch einen Sturz, ein Hämatom und eine böse Blutvergiftung eingefangen. Mir war jedenfalls, als hätte ich das irgendwo gelesen.


Und „irgendwo gelesen” hat so mancher dieser Tage auch Wahlkampfphrasen mit den Schlagworten „Internet” und „rechtsfreier Raum”, oft in einem sachlich schlicht falschen Zusammenhang von Politikern einer Generation geäußert, die mit dem Internet noch nicht aufgewachsen sind, zum Beispiel auf der Internetseite des Hamburger Abendblatts.

Nein, verglichen mit dem tatsächlichen Leben ist das Internet mitnichten ein rechtsfreier Raum, vielmehr das Gegenteil. Manches Verhalten ist im Netz weitaus gefährlicher als im realen Leben. Und daran wird sich offenbar auch in der nächsten Zeit nichts ändern.


Übrigens bastele ich in den Semesterferien natürlich auch hin und wieder ein wenig an meinen Projekten:

Seit gestern ist OpenDownload 2.1.1 verfügbar; die Firefox-Erweiterung, die die aus anderen Browsern bekannte „Ausführen”-Schaltfläche im Dialog „Datei speichern” hinzufügt, funktioniert jetzt auch mit SeaMonkey. Ebenfalls ist eine neue Version von eMule beba bereits seit einigen Wochen fast fertig™, es sind nur noch einige kleine Korrekturen vorzunehmen.
Über weiterhin reges Interesse freue ich mich natürlich sehr und danke allen zufriedenen Nutzern. :)

In den NachrichtenMusikProjekte
Hirngrenzen 2.0

Da bald wieder die Halbjahresliste ansteht (huch, schon wieder so viel neue Musik), kommt es mir nur gelegen, dass ich nunmehr viel Gelegenheit bekomme, in Übung zu bleiben:

Zusammen mit Peter von den Schallgrenzen und einigen weiteren Probanden bin ich seit einigen Tagen Teil eines Rezensionskomitees, das unabhängig voneinander aktuelle CDs bewertet, die nicht allzu weit vom mainstream und damit dem Publikumsinteresse entfernt sind. Das Ziel ist es, möglichst unterschiedliche Meinungen über ein Album zu sammeln, da jeder der Beteiligten einen eigenen Musikgeschmack entwickelt hat und somit eine andere Klientel vertritt.

Der erste Teil dieser losen, „Soundcheck” genannten Reihe bildet das Album „Controlling Crowds” der Triphop-Gruppe Archive. Wer noch zögert, es zu erwerben, kann sich hier ein Bild davon machen.


Die Definition des „Amoklaufes” ist, das wissen wir inzwischen, eine recht subjektive. Die weichesten, schwammigsten (wie steigert man das eigentlich?) Grenzen hat, wie so oft, der SPIEGEL heute gesetzt:

Amokalarm an einem Gymnasium in St. Augustin: Nach einer Messerattacke auf eine Schülerin hat die Polizei eine Fahndung nach einer 16-Jährigen ausgelöst. Sie soll nach einem Streit auf ihre Mitschülerin losgegangen sein und diese an der Hand leicht verletzt haben.

(Hervorhebungen von mir.)

Diese tatsächliche Tat, die jedenfalls für mich so weit eher wie eine Affekthandlung scheint, wird in dem Artikel ergänzt durch etliche Vermutungen und ernsthafte Zweifel daran, dass die Flüchtige tatsächlich einen Amoklauf geplant hatte. So ist das oft, wenn man über Ereignisse berichten soll, an denen man selbst nicht beteiligt ist.

Die Definition des Amoklaufs erlaubt dem Journalismus, so scheint es, noch immer zu viele Freiheiten. Ein neues Wort muss her.

Hat jemand einen Vorschlag?

Nachtrag:
Die Tagesschau weiß inzwischen mehr und nennt endlich mal konkrete Fakten. Der geplante Amoklauf bleibt noch immer ein „vager Verdacht”, jedoch wurden mittlerweile die Indizien für einen solchen klar benannt.
Warum nicht gleich so?

In den NachrichtenProjekte
Licht an! II

Wurde ja auch mal wieder Zeit:

Um 20.30 Uhr ging in Städten auf der ganzen Welt für einen guten Zweck das Licht aus: Millionen Menschen verbrachten eine Stunde im Dunklen, um gegen den Klimawandel zu protestieren.

(SPON)

Mal abgesehen von dieser amüsanten Formulierung (gegen den Klimawandel protestieren, geh weg, böser Klimawandel!) haben die Organisatoren diesmal immerhin ihren Verstand benutzt:

Greg Bourne, Cheforganisator der „Earth Hour” vom australischen WWF, gab zu, dass die Aktion eher Energie verbraucht anstatt zu sparen. „Es ist symbolisch. Und darum geht es”, sagte er. „Es kommt darauf an, ein sichtbares Zeichen für die Politik zu setzen, damit sie langfristige Entscheidungen trifft.”

Diese Symbolik mag mir auch erklären, wer kann; gegen etwas protestieren, indem man es provoziert, ist ein reichlich wunderlicher Ansatz, der sich indes auch auf Antifa-Demonstrationen hin und wieder beobachten lässt, wie mir zu Ohren kam.

Ich lasse dann mal das Licht brennen, um aktiv gegen den Klimawandel zu protestieren. Mit Energiesparlampen.
Natürlich.


Übrigens: eMule beba 2.50 ist fertig, wie immer mit vielen nützlichen Änderungen und der gewohnten Sicherheit inklusive einer Filterfunktion für Industrie-IPs. Frohes Tauschen!