Archiv für die Kategorie ‘Musikalisches’.

Liedzitate und Erinnerungen an gute Lieder säumen meine Artikel. Jedenfalls diejenigen in dieser Kategorie.

Musikalisches
Cult of Youth – Eihwaz

Ei, was? Mit Post-Punk kann ich normalerweise nur wenig anfangen, das Genre eifert zu sehr Idolen aus den 80-er Jahren nach – und was musikalisch von jenem Jahrzehnt zu halten ist, sollte fast jeder Musikfreund ähnlich beurteilen.

Warum mir die Brooklyner Post-Punk-Gruppe Cult of Youth, deren neuestes Album von immerhin 2011 stammt, trotzdem ziemlich gut gefällt, weiß ich nicht. Vielleicht ist es die bedrohlich-aggressive Stimmung, die ihre Musik verbreitet, vielleicht ist es die merkwürdige Geigenbegleitung, die andere großartige Musikgruppen wie Mutabor in klangliche Nähe rücken; in positivem Sinne bemerkenswert ist das Resultat in jedem Fall:

(Anderswo ist von „Neofolk“ die Rede, und das gefällt mir schon deutlich besser.)

Guten Morgen.

Musikalisches
Van der Graaf Generator – The Sleepwalkers

(Und dann eben doch immer wieder vor allem: Ernüchterung.)

If all is lost none is known,
and how could we lose what we‘ve never owned?

Guten Morgen?

Musikalisches
Disappears – Pre-Language

Dass auch 2012 noch Musik im Geist von Sonic Youth und The Fall stattfindet, ist auch ohne ein angekündigtes neues The-Fall-Album Balsam für die Seele des von Hitparadenscheiße arg gebeutelten Musikfreunds.

Zum Beispiel Disappears, deren neues Album am vorigen Freitag erschien:

Großartige Band.

KaufbefehleMusikkritik
Die Ärzte – keine ZeiDverschwÄndung. (Auch: Kritik der Kritik.)

Nebenbei traf heute der/die/das EP “ZeiDverschwÄndung“ der Die Ärzte – der Artikel ist Teil des Bandnamens – ein, die auch im (brutto) 30. Jahr ihres Bestehens keine große Lust haben, der Ankündigung, es werde nie wieder Die Ärzte geben (getätigt etwa im Beiheft der Kompilation „Das Beste von kurz nach früher bis jetze“, 1994), Taten folgen zu lassen, was mich keinesfalls enttäuscht.

Denn Die Ärzte waren zwar nie musikalisch hochklassig oder wenigstens dissonant-abstrakt, dennoch sind ihre Texte seit Mitte der 1990er Jahre ständige Begleiter meines Lebens, und deshalb lege ich hier andere Maßstäbe an; und ich kann mir das erlauben. Dass viele gerade jüngere Anhänger des Trios musikalisch unerfahren sind (und etwa von The Who noch nie etwas gehört haben), mag ihnen allerdings gelegentlich zugute kommen.

Jetzt also „ZeiDverschwÄndung“. Enthalten sind vier Lieder, wie üblich von jedem der drei Mitglieder überwiegend separat bei-, nicht aber vorgetragen, und bereits das erste Lied namens, na, so was!, „ZeiDverschwÄndung“ ist gar keine. Die Schummler. Worum es geht?

Hast du nichts Besseres zu tun, als die Die Ärzte zu hör‘n?

Im Stil neueren Indie-Poprocks, wie üblich angereichert mit allerlei musikalischen Zitaten, und mit der wohl merkwürdigsten Gesangsmelodie, der Bela B. je gefolgt ist, beschweren sich die Die Ärzte darüber, dass einige ihrer Anhänger im Laufe der seit der Auflösung von Soilent Grün (das war im Frühjahr 1982) vergangenen Jahre einen Personenkult um sie errichtet haben und ihr Leben dem Die-Ärzte-Fantum widmen. Um das zugehörige und auf dem/der/dem EP enthaltene Video zu verstehen, bedarf es allerdings einiger Erfahrung: Es zeigt die drei Protagonisten inmitten ihrer eigenen Geschichte. Gwendoline und die „Bestie in Menschengestalt“ tauchen, nur in Bildform, ebenso auf wie markante Zeilen früherer Ärztelieder, darunter „Geh‘n wie ein Ägypter“ und „Rod loves you“.

Apropos Videos: Jedes der vier Lieder wird zumindest im Internet von einem Video begleitet, das die Die Ärzte als „Stop-Motion“-Animationsfiguren zeigt. Weitere Videos sind, in einer recht rätselhaften Ankündigung, in Aussicht gestellt worden. Moment, vier Lieder? Ja: Neben „ZeiDverschwÄndung“ sind auf dem/der/dem EP auch „Mutig“, „Quadrophenia“ und „Will dich zurück“ zu finden, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Mit „Mutig“ knüpft Farin Urlaub thematisch an seine älteren Lieder „Hart“ und „Gefährlich“ an, dazu gibt es (wenig dezenten) Gitarren-Indierock (sagt man das noch so?) zu hören. „Quadrophenia“ – der Name sagt es schon – ist eine musikalisch treffende Hommage an die Rockmusik der 1970er Jahre und vermag zu gefallen. „Will dich zurück“ schließlich hat zwar einen ziemlich blöden Refrain, ist aber ansonsten ein sehr eingängiges Stück Elektropop.

Fest steht: Die Ärzte haben sich musikalisch gewandelt. Beweisen müssen sie schon lange niemandem mehr etwas. „ZeiDverschwÄndung“ wurde auf den einschlägigen Internetseiten von denen, die ein weiteres „Planet Punk“ oder „13″ erwartet hatten, als ein weiterer Beleg für den unaufhaltsamen Niedergang der einstmals „besten Band der Welt“ gewertet, dabei belegt es eigentlich nur die mangelnde Bereitschaft der Kritiker, sich Neuem zu öffnen. Wenn mir der Stilwandel (und somit die musikalische Weiterentwicklung) einer geschätzten Musikgruppe missfällt, dann laste ich das nicht der Musikgruppe an, die es gewagt hat, meinen Erwartungen nicht mehr zu genügen, sondern höre stattdessen etwas anderes, begleitet allenfalls von einem oder zwei Sätzen der Begründung für meine Abkehr von der Verehrung einer Combo, so etwa im Vorjahr im Fall von Nihiling geschehen.

Viele Rezensenten sind offenbar der Meinung, Künstler, deren Werke sie zu bewerten beabsichtigen, sollten sich allein um ihre Gunst bemühen. Da werden im Vorfeld Erwartungen aufgebaut, deren Erfüllung niemals in Aussicht stand, deren Nichterfüllung aber unweigerlich zu einem Verriss führt. Natürlich sind Rezensionen stets subjektiv geprägt, meine eigenen nehme ich davon keineswegs aus, aber wenn mir eine musikalische Änderung allzu sehr missfällt, dann nehme ich das zwar meist betrübt zur Kenntnis und bringe das gegebenenfalls auch zum Ausdruck, werde jedoch auch von gehässigen Kritiken später veröffentlichter Musikalben absehen und nicht noch das zehnte Album eines Musikers an seinem ersten messen, wenn mir schon das zweite partout nicht mehr gefiel. (Aus diesem Grund habe ich zum Beispiel auch die Geschicke von iLiKETRAiNS nach dem gelungenen Debüt und dem scheußlichen Zweitling kaum mehr weiter verfolgt.)

„Menschen haben keine Ahnung…“
– Die Goldenen Zitronen

Im April jedenfalls folgt voraussichtlich das Album „auch“, Gerüchten zufolge mal wieder das diesmal wirklich letzte vor der endgültigen Auflösung. Diese Stümper: Wenn Michael Jacksons Tod der Welt eines gezeigt hat, dann, dass nicht das letzte Album vor dem Karriereende sich am besten verkauft, sondern das erste nach ihm.

Aber so ist‘s natürlich auch Recht.

Musikalisches
Cursive – Caveman

Und nach so einem Wochenende dann doch immer der Blick zurück, das wehmütige Ach!; und überhaupt sollte man aufhören, aufzuhören, und endlich anfangen, anzufangen. Die Höhle verlassen der Höhle wegen.

I want to unlearn what I‘ve learned
Want to unearn what I‘ve earned
Want to burn my bridges down …

Schauerüberdenrückenrock. (Das Wort lass‘ ich mir mal patentieren oder so.)

In den NachrichtenMusikalischesPolitik
Tom Waits – Rain Dogs

Jene, die mit meinen musikalischen Empfehlungen konfrontiert werden, attestieren mir mitunter ein fehlendes Gespür für die schöne Kunst und einen Hang zu möglichst Abstraktem. Dabei ist dem gar nicht so. Ich schätze jedoch Texte mit Tiefgang, eine extrovertierte Darbietung und komplexe Melodien.

Zum Beispiel „Rain Dogs“ von Tom Waits, enthalten auf dem gleichnamigen Album.

Hübsch, nicht? :)

(Mit spätem Dank an T.!)


Warum die F.D.P. am Wochenende nicht Philipp Rösler nominiert hat, sondern Carsten Maschmeyers persönlichen Freund Joachim Gauck, bleibt mir übrigens ein Rätsel, hat ersterer doch seine ihm offenbar von einer Mehrheit der Parteimitglieder zugetrauten Führungsqualitäten bereits erfolgreich unter Beweis stellen dürfen, immerhin gibt‘s die F.D.P. noch; aber sei‘s drum.

In den NachrichtenMusikalischesPolitik
Talking Heads – Burning Down the House

Das haben wir jetzt davon:

Bei gewaltsamen Protesten gegen den radikalen Sparkurs sind in Athen mehr als 80 Menschen verletzt worden. (…) Cafés, Geschäfte und historische Kinos standen am Sonntag in Flammen, als vermummte Randalierer im Zentrum der Hauptstadt mit Brandsätzen und Steinen warfen.

Da höre ich doch lieber noch ein wenig Musik:

People on their way to work -
and, baby, what did you expect -
gonna burst into flames;
ah, burning down the house …

Einen angenehmen Montag wünsche ich.

KaufbefehleMusikalisches
Cowboys From Hell – Big Fish

Wie ein Stück von Pantera heißt das Schweizer Trio Cowboys From Hell, Kuhtreiber aus der Hölle also. Es sei den drei Herren verziehen, dass sie trotzdem keinen Brüllmetal oder Gähncountry zu Gehör bringen, sondern feinsten instrumentalen Jazzcore. „Big Fish“ heißt der am vergangenen Mittwoch erschienene Zweitling und gefällt.

War „Monster Rodeo“, das Debüt von 2008, noch schräg-avantgardesk, ist man auf „Big Fish“ beinahe schon diszipliniert. Von anderen Jazzcore-Bands wie den Landsleuten vom Lucien Dubuis Trio oder etwa dem Münchner Quintett Panzerballett unterscheidet sich das hier Dargebotene dadurch, dass es nicht die Metalschiene befährt, sondern eher den Geist von Frank Zappa und seinen Zöglingen atmet.

Geblieben ist das verfremdete Saxophon als Universalinstrument, Gastsänger Andi Peter ist aber nicht mehr dabei. Eine Konzentration auf das Wesentliche also: Bass, Saxophon, Schlagzeug und reichlich Elektronik. Die Besetzung erinnert vielleicht an Van der Graaf Generator oder Morphine, die Musik aber keinesfalls. Stattdessen taucht man in seine ganz eigenen Klangwelten ab. Etwas übertrieben klingt das dann so:

Mit waghalsigen Arrangements und kräftigen Klängen erzeugt die Band einen wahren Sound-Orkan. Mal dampfen Funk-Grooves, dann rauchen die Rock-Kanonen oder spruzelt die Elektronik. Man mag an Frank Zappa und Rage Against The Machine denken, und doch ist die Musik eigenständig und frisch, geprägt von unbändigem Spielwitz und brachialer Energie.

Von seltsamem RIO („Horror Show“) über groovenden Funk („Hymn For The Sailor“, eingeleitet natürlich mit Ozeangeräuschen und mit großartiger Bassarbeit) bis hin zu einem Jazzcover von Panteras (da sind‘se ja) „Walk“ wird allerlei geboten. Was fehlt? Nun, mir persönlich der Gesang – aber es muss ja andererseits auch nicht ständig wer dazwischengrölen.

Wer jedenfalls die von mir bereits vor einiger Zeit für gut befundene Band Weltpinguintag mag, dem dürften die „Cowboys“ ebenfalls zusagen. Zurzeit ist das Album „Big Fish“ in einer frühen Fassung – statt „Hymn For The Traitor“ ist „Blubber“ enthalten – und etwas anderer Reihenfolge auf soundcloud.com zu hören. Eine angenehme Hörerfahrung wünsche ich.

Musikalisches
Jazz hat den Blues

Dass die Jugend von Musik keinen Schimmer hat, ist nichts Neues. Dass aber auch die Lehranstalten, deren Auftrag es eigentlich ist, das zu ändern, bei der Vermittlung der grundlegenden Musikkenntnisse versagen, war mir neu, bis mir durch Zufall folgende Klausur in die Hände fiel:

Ein Musiktest zum Thema Jazz mag mir wohl gefallen. Wenn aber fünf von sechs Fragen sich mit dem Blues befassen und die sechste Spielarten von Blues, Jazz und völlig andere Richtungen bunt durcheinanderwirft, bleibt mir nur mehr ein Kopfschütteln. Und die Kinder lernen nicht etwa, sich über die Hintergründe und Unterschiede zu informieren, sondern bekommen eine gute Note dafür, sich falsche Zusammenhänge richtig zu merken. Stumpfes Pauken also.

Kein Wunder, dass sie zu ihrer Unterhaltung nur noch diesen scheußlichen Pophiphopunfug hören, wenn ihnen die Schule den Jazz madig macht.

Musikalisches
Grauzone – Eisbär

(… und dann sitzt man am Fenster und guckt auf endlos scheinende weiße Flächen hinab und würde gern schreien, aber dann würden die Leute komisch gucken.)

Und überhaupt: Kalt.

Ich möchte ein Eisbär sein im kalten Polar,
dann müsste ich nicht mehr schrei‘n, alles wär‘ so klar…

Die 80-er. Ein furchtbares Jahrzehnt.

KaufbefehleMusikkritik
Tetrafusion – Horizons EP

Ich wurde heute via E-Mail auf die CD „Horizons“ der US-Amerikaner Tetrafusion hingewiesen, die mir ganz gut gefällt. Tetrafusion ist eine ehemalige Instrumentalband, die nunmehr auch Gesang in die eigene Musik einbaut. Ich zitiere:

Tetrafusion begannen als Instrumentalband und nahmen so ein Album auf („Absolute Zero“). (…) Ihre neue CD ist eine EP namens „Horizons“ und wurde im Vorfeld komplett von Fans finanziert. Daher hat die Band beschlossen, die Musik als Gratis-Download anzubieten. Wer will, darf aber auch einen selbst gewählten Preis zahlen oder für $7 einfach die CD-Version bestellen.

Sich selbst bezeichnen sie als Progressive-Metal-Band, und das progressive Element hat tatsächlich einen hohen Stellenwert. Jazzig-verspielte Soli, vielerlei Takt- und Rhythmuswechsel und die Dominanz des Keyboards klingen den Ohren des Dream-Theater-Freundes vertraut, da sei auch die kurze Spielzeit von durchschnittlich ungefähr vier Minuten (mal mehr, mal weniger) verziehen.

Ein wenig schade ist es, dass die Stücke immer etwas abrupt enden, aber womöglich legt sich das noch auf späteren Aufnahmen. Der (neue) Gesang nämlich scheint seinen Teil zu diesem Eindruck beizutragen, indem er selten mehr ist als bloße Begleitung der Melodie. An wen mich der Sänger stimmlich erinnert, weiß ich gerade nicht. Ich glaube, an die Smiths.

Ansonsten gibt es an „Horizons“ nichts zu meckern. Einem geschenkten Gaul schaut man als Musikfreund zwar ins Maul, aber man schläfert ihn nicht ein, wenn das Maul intakt erscheint, sondern behält ihn und gewinnt ein paar Rennen mit ihm.

Was fehlt? Ach so, der Verweis. Der führt zu Bandcamp.com, und wer genannte Beschreibung für positiv interessant befindet, dem lege ich nahe, ihm zu folgen. Gern geschehen.

MusikalischesNetzfundstücke
Kurz verlinkt LXXX: Edison und die abscheuliche Musik

Forscher haben zwischen anderen alten, verrauschten Aufnahmen eine alte, verrauschte Aufnahme von Otto von Bismarck entdeckt, der dem von Thomas Alva Edison erfundenen Phonographen etwas vorgesungen hatte. Für Historiker sicher recht interessant, musikalisch auch besser als das, was die Hirne der Radiohörer heutzutage so weichkocht. „Paraaaa, Paraaaa, Paradise!“, entschuldigt mich, ich werde kurz kotzen gehen.

Folgt ihr so lange dem Verweis zur Aufnahme, so landet ihr auf der Internetpräsenz des National Park Service, der noch mehr solcher Aufnahmen – zum Teil ebenfalls musikalischer Natur – bereithält. Darunter befindet sich auch eine Aufnahme des Komponisten Arthur Sullivan, der nach einer Präsentation des Phonographen etwas gestelzt zu Protokoll gab:

(…) I am astonished and somewhat terrified at the results of this evening‘s experiment — astonished at the wonderful power you have developed, and terrified at the thought that so much hideous and bad music may be put on record forever.

Frei übersetzt:

(…) Ich bin überrascht und etwas erschreckt über die Ergebnisse des Experiments dieses Nachmittags — überrascht über die wundervolle Kraft, die Sie entwickelt haben, und erschreckt ob des Gedankens, dass so viel abscheuliche und schlechte Musik auf ewig auf eine Aufnahme gelangen könnte.

Kassandra? Rasputin? Nostradamus? Alles kalter Kaffee. Die düstere Prophezeiung des Arthur Sullivan wurde schreckliche Wirklichkeit und hat den Propheten bis in die Gegenwart überdauert.
Wo bleibt eigentlich dieser verdammte Weltuntergang?

(Indirekt: Danke an L.!)

Musikalisches
Bröselmaschine – Gedanken

Helge Schneider? Das war doch der „Katzeklo“-Komiker?

Ja. Auch.

… look up to the sky, heads are flying by …

Guten Morgen.

In den NachrichtenMusikkritik
AbACAB

Interessant ist übrigens auch diese Meldung:

ACAB (…) steht für „All Cops are Bastards“. Das ist mittlerweile weithin bekannt.

Und dem 36jährigen Ronny K., der am Mittwoch wegen Beleidigung vor dem Amtsgericht Regensburg stand, mochte man es nicht so recht abnehmen, als er sagte: „Das sind Buchstaben aus dem deutschen Alphabet. Die können viel bedeuten.“

Die Regensburger Staatsanwaltschaft hatte dem arbeitslosen Bürokaufmann einen Strafbefehl wegen zweifacher Beleidigung zukommen lassen, weil er sich im vergangenen Jahr mit einem T-Shirt mit der Aufschrift „Copacabana“ am Hauptbahnhof aufgehalten hatte.

So weit, so blöde; aber, Regensburger Staatsanwaltschaft, macht doch gleich Nägel mit Köpfen. Vor 31 Jahren veröffentlichte die Musikgruppe „Genesis“, nur wenige Jahre zuvor noch eine Größe des Progressive Rocks, das wirre, unausgegorene Musikalbum „Abacab„; ja, richtig: Abacab. Nachdem bis heute niemand so recht weiß, was Stücke wie das merkwürdige (aber immer noch vergleichsweise erträgliche) „Who Dunnit?“ (verdächtiger Titel auch: „Wer war‘s?“) eigentlich bedeuten sollen, schlage ich vor, das Album sicherheitshalber beschlagnahmen zu lassen. Phil Collins nervt.

Übrigens:

Das T-Shirt bleibt in Gewahrsam der Justiz.

Hoffentlich in einer Einzelzelle ohne Freigang!

Musikalisches
417.3: Saublöder Name, saugute Musik.

Aus Russland stammen außer Pornofilmen anrüchigen Inhalts auch die Musiker von 417.3, einer instrumentalen Postrock-Gruppe mit viel Melancholie und ein bisschen Streicherunterstützung.

2008 erschien der/die/das EP „-‌-“, 2011 schob man das Vollzeitdebüt „_(-_-)_“ hinterher. Wie wohl der Nachfolger heißen wird? Die Stücke tragen jedenfalls Namen wie „+3″, „~“ und „27″ und sind trotzdem spitze. Vergleichspunkte: „Godspeed You! Black Emperor“ und „A Silver Mt. Zion“. Ohne Gesang mit wohligen Schauern. Großartig.

Das Album kann der geneigte Musikfreund für lau per myspace.com (von wegen tot) und via eMule herunterladen.

Er möge davon reichlich Gebrauch machen!