Archiv für die Kategorie ‘Musikalisches’.

Liedzitate und Erinnerungen an gute Lieder säumen meine Artikel. Jedenfalls diejenigen in dieser Kategorie.

In den NachrichtenMusikalischesPolitik
Tom Waits – Rain Dogs

Jene, die mit meinen musikalischen Empfehlungen konfrontiert werden, attestieren mir mitunter ein fehlendes Gespür für die schöne Kunst und einen Hang zu möglichst Abstraktem. Dabei ist dem gar nicht so. Ich schätze jedoch Texte mit Tiefgang, eine extrovertierte Darbietung und komplexe Melodien.

Zum Beispiel „Rain Dogs“ von Tom Waits, enthalten auf dem gleichnamigen Album.

Hübsch, nicht? :)

(Mit spätem Dank an T.!)


Warum die F.D.P. am Wochenende nicht Philipp Rösler nominiert hat, sondern Carsten Maschmeyers persönlichen Freund Joachim Gauck, bleibt mir übrigens ein Rätsel, hat ersterer doch seine ihm offenbar von einer Mehrheit der Parteimitglieder zugetrauten Führungsqualitäten bereits erfolgreich unter Beweis stellen dürfen, immerhin gibt‘s die F.D.P. noch; aber sei‘s drum.

In den NachrichtenMusikalischesPolitik
Talking Heads – Burning Down the House

Das haben wir jetzt davon:

Bei gewaltsamen Protesten gegen den radikalen Sparkurs sind in Athen mehr als 80 Menschen verletzt worden. (…) Cafés, Geschäfte und historische Kinos standen am Sonntag in Flammen, als vermummte Randalierer im Zentrum der Hauptstadt mit Brandsätzen und Steinen warfen.

Da höre ich doch lieber noch ein wenig Musik:

People on their way to work -
and, baby, what did you expect -
gonna burst into flames;
ah, burning down the house …

Einen angenehmen Montag wünsche ich.

KaufbefehleMusikalisches
Cowboys From Hell – Big Fish

Wie ein Stück von Pantera heißt das Schweizer Trio Cowboys From Hell, Kuhtreiber aus der Hölle also. Es sei den drei Herren verziehen, dass sie trotzdem keinen Brüllmetal oder Gähncountry zu Gehör bringen, sondern feinsten instrumentalen Jazzcore. „Big Fish“ heißt der am vergangenen Mittwoch erschienene Zweitling und gefällt.

War „Monster Rodeo“, das Debüt von 2008, noch schräg-avantgardesk, ist man auf „Big Fish“ beinahe schon diszipliniert. Von anderen Jazzcore-Bands wie den Landsleuten vom Lucien Dubuis Trio oder etwa dem Münchner Quintett Panzerballett unterscheidet sich das hier Dargebotene dadurch, dass es nicht die Metalschiene befährt, sondern eher den Geist von Frank Zappa und seinen Zöglingen atmet.

Geblieben ist das verfremdete Saxophon als Universalinstrument, Gastsänger Andi Peter ist aber nicht mehr dabei. Eine Konzentration auf das Wesentliche also: Bass, Saxophon, Schlagzeug und reichlich Elektronik. Die Besetzung erinnert vielleicht an Van der Graaf Generator oder Morphine, die Musik aber keinesfalls. Stattdessen taucht man in seine ganz eigenen Klangwelten ab. Etwas übertrieben klingt das dann so:

Mit waghalsigen Arrangements und kräftigen Klängen erzeugt die Band einen wahren Sound-Orkan. Mal dampfen Funk-Grooves, dann rauchen die Rock-Kanonen oder spruzelt die Elektronik. Man mag an Frank Zappa und Rage Against The Machine denken, und doch ist die Musik eigenständig und frisch, geprägt von unbändigem Spielwitz und brachialer Energie.

Von seltsamem RIO („Horror Show“) über groovenden Funk („Hymn For The Sailor“, eingeleitet natürlich mit Ozeangeräuschen und mit großartiger Bassarbeit) bis hin zu einem Jazzcover von Panteras (da sind‘se ja) „Walk“ wird allerlei geboten. Was fehlt? Nun, mir persönlich der Gesang – aber es muss ja andererseits auch nicht ständig wer dazwischengrölen.

Wer jedenfalls die von mir bereits vor einiger Zeit für gut befundene Band Weltpinguintag mag, dem dürften die „Cowboys“ ebenfalls zusagen. Zurzeit ist das Album „Big Fish“ in einer frühen Fassung – statt „Hymn For The Traitor“ ist „Blubber“ enthalten – und etwas anderer Reihenfolge auf soundcloud.com zu hören. Eine angenehme Hörerfahrung wünsche ich.

Musikalisches
Jazz hat den Blues

Dass die Jugend von Musik keinen Schimmer hat, ist nichts Neues. Dass aber auch die Lehranstalten, deren Auftrag es eigentlich ist, das zu ändern, bei der Vermittlung der grundlegenden Musikkenntnisse versagen, war mir neu, bis mir durch Zufall folgende Klausur in die Hände fiel:

Ein Musiktest zum Thema Jazz mag mir wohl gefallen. Wenn aber fünf von sechs Fragen sich mit dem Blues befassen und die sechste Spielarten von Blues, Jazz und völlig andere Richtungen bunt durcheinanderwirft, bleibt mir nur mehr ein Kopfschütteln. Und die Kinder lernen nicht etwa, sich über die Hintergründe und Unterschiede zu informieren, sondern bekommen eine gute Note dafür, sich falsche Zusammenhänge richtig zu merken. Stumpfes Pauken also.

Kein Wunder, dass sie zu ihrer Unterhaltung nur noch diesen scheußlichen Pophiphopunfug hören, wenn ihnen die Schule den Jazz madig macht.

Musikalisches
Grauzone – Eisbär

(… und dann sitzt man am Fenster und guckt auf endlos scheinende weiße Flächen hinab und würde gern schreien, aber dann würden die Leute komisch gucken.)

Und überhaupt: Kalt.

Ich möchte ein Eisbär sein im kalten Polar,
dann müsste ich nicht mehr schrei‘n, alles wär‘ so klar…

Die 80-er. Ein furchtbares Jahrzehnt.

KaufbefehleMusikkritik
Tetrafusion – Horizons EP

Ich wurde heute via E-Mail auf die CD „Horizons“ der US-Amerikaner Tetrafusion hingewiesen, die mir ganz gut gefällt. Tetrafusion ist eine ehemalige Instrumentalband, die nunmehr auch Gesang in die eigene Musik einbaut. Ich zitiere:

Tetrafusion begannen als Instrumentalband und nahmen so ein Album auf („Absolute Zero“). (…) Ihre neue CD ist eine EP namens „Horizons“ und wurde im Vorfeld komplett von Fans finanziert. Daher hat die Band beschlossen, die Musik als Gratis-Download anzubieten. Wer will, darf aber auch einen selbst gewählten Preis zahlen oder für $7 einfach die CD-Version bestellen.

Sich selbst bezeichnen sie als Progressive-Metal-Band, und das progressive Element hat tatsächlich einen hohen Stellenwert. Jazzig-verspielte Soli, vielerlei Takt- und Rhythmuswechsel und die Dominanz des Keyboards klingen den Ohren des Dream-Theater-Freundes vertraut, da sei auch die kurze Spielzeit von durchschnittlich ungefähr vier Minuten (mal mehr, mal weniger) verziehen.

Ein wenig schade ist es, dass die Stücke immer etwas abrupt enden, aber womöglich legt sich das noch auf späteren Aufnahmen. Der (neue) Gesang nämlich scheint seinen Teil zu diesem Eindruck beizutragen, indem er selten mehr ist als bloße Begleitung der Melodie. An wen mich der Sänger stimmlich erinnert, weiß ich gerade nicht. Ich glaube, an die Smiths.

Ansonsten gibt es an „Horizons“ nichts zu meckern. Einem geschenkten Gaul schaut man als Musikfreund zwar ins Maul, aber man schläfert ihn nicht ein, wenn das Maul intakt erscheint, sondern behält ihn und gewinnt ein paar Rennen mit ihm.

Was fehlt? Ach so, der Verweis. Der führt zu Bandcamp.com, und wer genannte Beschreibung für positiv interessant befindet, dem lege ich nahe, ihm zu folgen. Gern geschehen.

MusikalischesNetzfundstücke
Kurz verlinkt LXXX: Edison und die abscheuliche Musik

Forscher haben zwischen anderen alten, verrauschten Aufnahmen eine alte, verrauschte Aufnahme von Otto von Bismarck entdeckt, der dem von Thomas Alva Edison erfundenen Phonographen etwas vorgesungen hatte. Für Historiker sicher recht interessant, musikalisch auch besser als das, was die Hirne der Radiohörer heutzutage so weichkocht. „Paraaaa, Paraaaa, Paradise!“, entschuldigt mich, ich werde kurz kotzen gehen.

Folgt ihr so lange dem Verweis zur Aufnahme, so landet ihr auf der Internetpräsenz des National Park Service, der noch mehr solcher Aufnahmen – zum Teil ebenfalls musikalischer Natur – bereithält. Darunter befindet sich auch eine Aufnahme des Komponisten Arthur Sullivan, der nach einer Präsentation des Phonographen etwas gestelzt zu Protokoll gab:

(…) I am astonished and somewhat terrified at the results of this evening‘s experiment — astonished at the wonderful power you have developed, and terrified at the thought that so much hideous and bad music may be put on record forever.

Frei übersetzt:

(…) Ich bin überrascht und etwas erschreckt über die Ergebnisse des Experiments dieses Nachmittags — überrascht über die wundervolle Kraft, die Sie entwickelt haben, und erschreckt ob des Gedankens, dass so viel abscheuliche und schlechte Musik auf ewig auf eine Aufnahme gelangen könnte.

Kassandra? Rasputin? Nostradamus? Alles kalter Kaffee. Die düstere Prophezeiung des Arthur Sullivan wurde schreckliche Wirklichkeit und hat den Propheten bis in die Gegenwart überdauert.
Wo bleibt eigentlich dieser verdammte Weltuntergang?

(Indirekt: Danke an L.!)

Musikalisches
Bröselmaschine – Gedanken

Helge Schneider? Das war doch der „Katzeklo“-Komiker?

Ja. Auch.

… look up to the sky, heads are flying by …

Guten Morgen.

In den NachrichtenMusikkritik
AbACAB

Interessant ist übrigens auch diese Meldung:

ACAB (…) steht für „All Cops are Bastards“. Das ist mittlerweile weithin bekannt.

Und dem 36jährigen Ronny K., der am Mittwoch wegen Beleidigung vor dem Amtsgericht Regensburg stand, mochte man es nicht so recht abnehmen, als er sagte: „Das sind Buchstaben aus dem deutschen Alphabet. Die können viel bedeuten.“

Die Regensburger Staatsanwaltschaft hatte dem arbeitslosen Bürokaufmann einen Strafbefehl wegen zweifacher Beleidigung zukommen lassen, weil er sich im vergangenen Jahr mit einem T-Shirt mit der Aufschrift „Copacabana“ am Hauptbahnhof aufgehalten hatte.

So weit, so blöde; aber, Regensburger Staatsanwaltschaft, macht doch gleich Nägel mit Köpfen. Vor 31 Jahren veröffentlichte die Musikgruppe „Genesis“, nur wenige Jahre zuvor noch eine Größe des Progressive Rocks, das wirre, unausgegorene Musikalbum „Abacab“; ja, richtig: Abacab. Nachdem bis heute niemand so recht weiß, was Stücke wie das merkwürdige (aber immer noch vergleichsweise erträgliche) „Who Dunnit?“ (verdächtiger Titel auch: „Wer war‘s?“) eigentlich bedeuten sollen, schlage ich vor, das Album sicherheitshalber beschlagnahmen zu lassen. Phil Collins nervt.

Übrigens:

Das T-Shirt bleibt in Gewahrsam der Justiz.

Hoffentlich in einer Einzelzelle ohne Freigang!

Musikalisches
417.3: Saublöder Name, saugute Musik.

Aus Russland stammen außer Pornofilmen anrüchigen Inhalts auch die Musiker von 417.3, einer instrumentalen Postrock-Gruppe mit viel Melancholie und ein bisschen Streicherunterstützung.

2008 erschien der/die/das EP „-‌-“, 2011 schob man das Vollzeitdebüt „_(-_-)_“ hinterher. Wie wohl der Nachfolger heißen wird? Die Stücke tragen jedenfalls Namen wie „+3″, „~“ und „27″ und sind trotzdem spitze. Vergleichspunkte: „Godspeed You! Black Emperor“ und „A Silver Mt. Zion“. Ohne Gesang mit wohligen Schauern. Großartig.

Das Album kann der geneigte Musikfreund für lau per myspace.com (von wegen tot) und via eMule herunterladen.

Er möge davon reichlich Gebrauch machen!

KaufbefehleMusikkritik
Discipline. – To Shatter All Accord

Heute ist ja bekanntlich der Tag des kollektiven Abschaltens, anlässlich dessen sich jetzt jedes kleine Hobbyblog mal so richtig in Szene setzen könnte. Diesen mir geschenkten Status als wegen der Nichtteilnahme an diesem Kinderkram heute wahrscheinlich überdurchschnittlich viele Leser erhaltender Insinternetschreiber könnte ich jetzt natürlich ausnutzen, um mich wortreich über SOPA, PIPA, LEGO und Teewurst auszulassen, aber die Innenpolitik der USA interessiert mich weniger als gute Musik, also nutze ich die Aufmerksamkeit, um ein weiteres gutes Musikalbum zu empfehlen.

Zu den Musikalben, die die Frechheit besaßen, sich für die Aufnahme in die Jahresbestenliste 12/2011 nicht rechtzeitig bei mir zu melden, gehört außer Opeths ebenfalls unbedingt hörenswertem, weil mit Grölmetal nicht mehr eng verbundenem „Heritage“ auch „To Shatter All Accord“ von der US-amerikanischen Progressive-Rock-Band Discipline. (ganz diszipliniert mit Punkt am Ende).

Nun ist das Album augenscheinlich recht kurz, enthält es doch lediglich fünf Stücke. Allein die letzten beiden überschreiten gemeinsam jedoch bereits 30 Minuten. Radiogewohnte, schlichte Gemüter, denen die Geduld für Lieder jenseits der drei bis vier Minuten fehlt, sind hier also wahrscheinlich überfordert. Schade eigentlich.

Denn das Gehörte ist klasse. Seit dem Album „Unfolded Like Staircase“ sind immerhin vierzehn Jahre vergangen, so hatte das Quartett viel Zeit, den Nachfolger zu perfektionieren, und diese Zeit hat es wahrlich genutzt. Zu hören ist gitarren- und keyboardlastiger Retro-Prog, der die bedrohliche Atmosphäre von Van der Graaf Generator (zu „Godbluff“-Zeiten) einfängt und modernisiert. Dabei ist trotz häufigen Zitierens von „VdGG“-Melodien die Aufnahme so klar und modern, dass der Rückgriff auf die 1970-er Jahre kaum auffällt.

Ausgedehnte Instrumentalpassagen, in denen Keyboards und Gitarre sich duellieren, besonders beeindruckend im 24-minütigen Abschluss „Rogue“, dem auch der Titel des Albums entnommen ist, treffen auf hervorragenden Gesang. Genregrenzen sind hier völlig irrelevant, zwischen Hard Rock, Jazzrock und Funk wird variiert, gelegentlich (etwa fünf Minuten vor dem Ende von „Rogue“) winken auch die klassischen Genesis ebenso um die Ecke wie Rush und Led Zeppelin. Rock, Alter.

Wie gesagt: Frechheit, dass ich dieses Album erst jetzt entdecke. Das Warten hat sich aber allemal gelohnt.

Nachvollziehbar ist meine Freude an „To Shatter All Accord“ auf Grooveshark.com. Viel Spaß!

Musikalisches
Wise Guys – Goldeneye

Golden, Golden Eye.

Badaah.

Musikalisches
Jaga Jazzist – 220 V

Huch, schon wieder Montag?

Da hilft nur Jazz.

Um es mit einem der Kommentierthabenden zu sagen:

Amazing Fucking Epic Awesome Music.


Das mit dem „fucking“ ist im Englischen ja auch so eine Sache. Puddle of Mudd hatten einst einen veritablen hit mit dem Lied „She hates me“, im Refrain „She fucking hates me“, also „sie mag mich wirklich nicht sonderlich“. Eine einfache Umstellung des Fluches kann dem Lied eine ganz andere Wendung geben:

“Fucking she hates me“ = „Die verdammte Oide mag mich nicht sonderlich.“
“She fucking hates me“ = „Sie mag mich wirklich nicht sonderlich.“
“She hates fucking me“ = „Sie mag den Beischlaf mit mir nicht sonderlich.“
“She hates me fucking“ = „Sie mag es nicht sonderlich, wie ich beischlafe.“

Ich bin oft sehr stolz auf die Vielfalt des deutschen Wortschatzes.

KaufbefehleMusikalisches
The Rolling Stones – Miss You

Letztes Jahr erschien mal wieder eine Neuauflage des Albums „Some Girls“ der verehrten Rolling Stones, meines Empfindens das einzige Album der ehemaligen Jungs, das die Medien in der Regel nicht mit angemessener Würdigung versehen (stattdessen schreiben sie das öde „Their Satanic Majesties Request“ in den Rockolymp, wo es nicht viel zu suchen hat).

2012: 35 Jahre erster Tod der Rockmusik, 34 Jahre „Some Girls“.
Und somit 34 Jahre „Miss You“:

Ich mag es, wenn es groovt.

Guten Morgen.

Musikalisches
John Lennon – How do you sleep?

Zum 44. Jubiläum der Weltpremiere des Beatles-Films „Magical Mystery Tour“ ist Paul McCartney der letzte Beatle, der noch regelmäßig in Föjetong und Musikpresse auftaucht. Das ist schade.

Dass seine Werke noch immer gepriesen werden, ist möglicherweise Geschmackssache. Man sollte aber auch nicht vergessen, was John Lennon einst über ihn sang:

Those freaks was right when they said you was dead
The one mistake you made was in your head

Guten Morgen!