Archiv für die Kategorie ‘Fotografie’.
Kreatives Parken
Es ist eine ziemlich dumme Idee, sein Fahrzeug aus Bequemlichkeitsgründen auf einem privaten Parkplatz abzustellen, der obendrein als für eine Führungskraft reserviert gekennzeichnet ist.
Mit etwas Glück wird man auf diesen Fehltritt lediglich freundlich hingewiesen, im Normalfall abgeschleppt. Mit etwas Pech allerdings ist der Besitzer des Parkplatzes nicht nur darauf aus, sein Recht geltend zu machen, sondern obendrein mit Kreativität und Humor gesegnet (scheußliches Wort!).
Denn dann kann es passieren, dass er sich rächt.
KPTWFSZ2012.1 (oder so)
… und dann lernt man auch immer in kleinerem Rahmen zu denken, wenn‘s eben statt vieler nur wenige Anwesende sind und zum Wählen eilends Wahltische als Kabinenersatz erschaffen werden und man trotzdem da sitzt und mangels Kaffees merkwürdige „Club Mate“ trinkt, bis sie irgendwann geschmacklich neutral wirkt, der örtlichen Betäubung oder jedenfalls Neutralisierung der Geschmacksnerven mittels Mateüberschusses sei Dank, und …
… muss ein bisschen lachen.
Merry ixmas.
Trotz allem ist es ja immer noch erstaunlich, was für eine Seelenkälte die weihnachtliche Schaufensterdekoration ausstrahlt:
Genau, merry xmas, denn die geweihte Nacht ist diesen Jesusverkäufern schon lange ebenso egal wie dschieses kreist, den sie immerhin konsequent aus-x-en, auf dass jeder verbliebene Zweifel an ihren Motiven verfliege. Nordamerikanische Kultur ist eben echt prima, nur dieser Glaubenskäse stört, gell?
Impressionen: Romantische Betrachtung eines Nachmittags in der Adventszeit (Versuch 6)
Man latscht bedächtig durch die engen Straßen der Stadt, vorbei an Menschen, deren Hektik der offen gelebten Besinnlichkeit zuwiderläuft. Bereits von Weitem ist der Weihnachtsmarkt zu erahnen, zwar noch nicht mit Weihnachtsliedern beschallt, aber von vielfachen Stimmen und Imbissduft umwölkt. Nachdenklich sieht sich der stille Beobachter inmitten unecht lächelnder Zeitgenossen stehen und hört aus den zwischen Tand und Tinnef sowie Wurst- und Fischverkäufern nur leidlich gut versteckten Glühweinbuden das leiernde Lachen offenbar enger Freunde des Weihnachtsfestes, dem auch das Karussell gegenüber nicht viel entgegenzusetzen vermag.
„Ein Fest für die ganze Familie“, denkt man und verzieht sein zweites Gesicht zu einem gequälten Lächeln, sieht man doch ganze Familien hier beim Versuch, ihre weihnachtliche Stimmung um keinen Preis zu verlieren. Glücklich sehen hier eher die Augen der Budenbesitzer als die der Kinder aus, aber vielleicht täuscht dieser Eindruck auch, ziehen doch die Rauchschwaden der Imbisse unvermindert vorüber.
Nach einigen Minuten erwacht man aus seiner Gedankenwelt und tritt, noch immer beeindruckt, den Rückzug durch die festlich geschmückte Stadt an, in der sich doch nicht vieles geändert hat.
Wie damals in Alassio beginnt auch hier die Luft sich mit Benzin und Tabakqualm zu füllen, je weiter man sich vom Ort des Geschehens entfernt. Das „quack-quack-quack“ der Enten klingt, als lachten sie den Vorübergehenden aus.
Vielleicht tun sie das.
Überraschung!
Ihr kennt das sicher: Ihr wollt noch unterwegs ein Geschenk für liebe Wegbegleiter kaufen, aber findet einfach nicht das richtige Mitbringsel.
Zum Glück gibt es Geschäfte, die sich darauf spezialisiert haben, diesem Missstand ein Ende zu bereiten; zum Beispiel den „Überraschungs-Basar“ in einer nicht näher erwähnenswerten deutschen Kleinstadt, dessen Angebot bereits von Weitem zu bestechen weiß:
Da werden die lieben Weggefährten sicher überrascht sein!
Leben am Feuer
(… und dann ergibt sich plötzlich diese Gelegenheit, und man findet sich im Kreise unbekannter Gleichaltriger wieder, geschart um ein Feuer nach alter Feuermachtradition; „Wein, Weib und Gesang“ mit enttäuschend wenig Wein, aber um so mehr Likören. Das Singen übernimmt zur allgemeinen Erleichterung die Konserve, batteriebetrieben wie damals in‘nen Neunzigern und ohne MP3 und Internet drin.
Irritiert, doch amüsiert beobachtet man die Szenerie, wie Äste und Jägermobiliar Opfer der Flammen werden, ebenso verschiedene Flaschen, und dass eine dieser Flaschen im Verlauf der Nacht detoniert und unangenehme Folgen für die eigene körperliche Unversehrtheit mit sich bringt, ist einem dann so was von egal, denn man fühlt sich nicht nur zehn Jahre jünger, sondern auch zehn Jahre älter, und da macht es einem sowohl noch nichts als auch nichts mehr aus, denn immerhin ist diese Zeit auch schon wieder bald zehn Jahre her.
Wildfremde Betrunkene, die gern Bruderschaft trinken würden, stören ebenso wenig wie die klirrende Kälte um die Feuerstelle herum, denn ein Blick nach oben offenbart Grenzenlosigkeit. Während Rage Against The Machine vom Töten in fremdem Namen singen, ist all das unendlich weit weg; man würde gern seufzen, aber im Kreise unbekannter Gleichaltriger würde dem unweigerlich eine Diskussion folgen, also seufzt man still in sich hinein. Die Sterne tanzen ihren Namen. „Weil wir oben auf sind und trocken hinter den Ohren“, und der Betrunkene am Szenenrand könnte davon sicherlich ein schmutziges Lied singen, schliefe er nicht.)
„Life is what happens to you while you‘re busy making other plans.“
- John Lennon
Der leckerste aller Kaiser
Erstaunliches eröffnete sich mir heute in einer Filiale einer bekannten Handelskette: Ein Kollege von Wilhelm, Franz und Karl dem Großen ist offenbar in Tütenform erhältlich.
(“Wie, Bindestriche sind noch nicht abgeschafft?“)
Auch nicht schlecht übrigens staunte ich, als ich beim Verlassen der Filiale ein Gespräch vernahm. Eine Kundin schickte sich an, der ausgeschriebenen Inventur beizuwohnen. Es scheiterte daran, dass sie nicht Schülerin, Studentin oder Rentnerin, sondern schnöde Arbeitslose („Arbeitssuchende“, das sagen sie alle und meinen es eigentlich selten) war. Es tue ihr somit Leid, plapperte die Zuständige im Auftrag der Filiale, aber Arbeitslose stellten sie nicht ein.
Das war etwas surreal, denn wem, wenn nicht Arbeitslosen, gibt man denn heutzutage Beschäftigung? (Und sind Studenten nicht auch eigentlich Arbeitslose unter anderem Namen?) – Andererseits erklärt dieses Szenario, wieso ich in besagter Filiale nur selten neue Mitarbeiter erspähe: Ein Großteil der Interessenten ist vermutlich ohne anderweitige Beschäftigung.
(Immerhin ist das mal ein gelungener Anreiz, nicht länger arbeitslos zu sein: Man darf an der Inventur teilnehmen, ist man es nicht mehr. Vielleicht ist das ein gutes Motiv für eine spätere Werbekampagne in der Arbeitsagentur: „Sie sind mit Hartz IV zufrieden? Wussten Sie, dass Ihnen so die Chance entgeht, bei der Inventur zu helfen?“ – Der anschließende Andrang dürfte überwältigend sein!)
Wenn der kleine Hunger kommt
Beeindruckt von dem Erfolg der Produkte eines großen US-amerikanischen Produzenten ungesunden Fraßes, der, dessen war er sich sicher, auch auf den prägnanten Produktbezeichnungen fußte, beschloss Lebensmittelhändler N. N., der seit einiger Zeit schwächelnden Produktsparte der Getränke neuen Aufwind zu geben.
(Na, dann prost Mahlzeit.)






















