Sonstiges
Gratis wäre zu billig: yourfone.de, das teuerste Kostenlos der Welt

Gerade rauschte dieser bezaubernde Werbefilm an mir vorüber:

Yourfone.de TV Spot

Der Sprecher behauptet darin, Betonungen inklusive, dies:

Yourfone bringt dich kostenlos ins Festnetz, kostenlos in alle Handynetze und unbegrenzt ins Internet. Alles drin. Für die günstigsten 19,90 der Welt.

Das heißt, die 19,90 Euro werden nur für den Internetzugang erhoben; klar, ist ja auch unbegrenzt und nicht kostenlos.

Ach wat, „unbegrenzt”, gucken wir doch mal auf die beworbene Internetseite (yourfone.de, immerhin nicht yourphone.de, denn dann würde mich das .de sehr wundern):

DIE WELTENTSPANNTESTE
ALLNET FLAT (sic!)

  • Flat ins Festnetz
  • Flat in alle Handynetze
  • Flat ins Internet

Klingt neckisch, aber an dem „Internet” hängt noch eine winzige Hochzwei dran und verweist auf eine Fußnote, die immerhin auch beim Überfahren mit der Maus erscheint:

„Unbegrenzt ins Internet”, bis zur nächsten Grenze halt – Bürger der „ehemaligen” DDR kennen dieses Verständnis von „unbegrenzter” Freiheit eventuell noch von früher. Der angebotene Internetzugang also ist weder kostenlos noch unbegrenzt. (Möge ein gelangweilter Jurist alsbald ein wenig Zubrot oder auch einen Zumercedes mit der Beschäftigung mit der Frage verdienen, ob aus kommerziellem Interesse heraus massenhaft in die Wohnzimmer getrötete Unwahrheiten nicht eine allzu einfache Zielscheibe bieten.)

Vielleicht eignet sich yourfone.de aber für Besitzer eines gewöhnlichen Mobiltelefons, für das sie keinen Internetzugang benötigen: Telefonieren ist ja laut Eigenwerbung kostenfrei enthalten, und eventuell kann man das Internet beim Vertragsabschluss ja weglassen. („Einmal Pommes und Cola ohne Cola bitte.”) Andererseits verwendet yourfone.de laut eigenen Angaben das E-Plus-Netz, und ein etwaiger Interessent wäre also wahrscheinlich mit BASE oder ALDI Talk besser bedient – die funken im gleichen Netz und kosten etwas, lügen jedoch wenigstens nicht so offensichtlich.

Manche Windbeutel erkennt man am Wind, den sie machen.

Senfecke

Bisher gibt es 30 Senfe:

  1. Du, wie auch so manch anderer, kapierst es nicht: RAe werden im Auftrag tätig, es sei denn, es sind eigene Interessen oder Rechte betroffen. Wende Dich an einen Verbraucherschutzverband mit der Bitte um weitere Veranlassung.

  2. Warum sollte ich? Ich bin nicht der Geschädigte. Aber vielleicht möchte ja ein „Kunde” des Ladens mal nachhaken.

  3. Dann hätte es nahe gelegen, dies auch so zum Ausdruck zu bringen.

  4. Das habe ich. Die „Beschäftigung mit der Frage” erfolgt i.d.R. nach Veranlassung, dachte ich.

  5. Für das, was man sich in einer Klausur gedacht, aber nicht geschrieben hat, gibt es meist ein „Ungenügend”.

  6. Ich erhebe keinen Anspruch auf formale Korrektheit meiner hier getätigten Aussagen, inhaltliche Korrektheit genügt mir.

  7. Dann behalte es doch für Dich. Denn Deiner Leserschaft genügt Dein inhaltlicher Minimalismus nicht.

  8. Meine Leserschaft möge den Sinn des Artikels, nämlich die Zurschaustellung der Doofheit yourfone.des, richtig erfassen und sich nicht an einem einigermaßen unbedeutenden Nebensatz hochziehen, in dem ich einzig das Wort „Zumercedes” wirklich gelungen finde.

  9. Deine Leserschaft, die aus mir besteht, setzt ihre Schwerpunkte nicht in schnödem Ossimaterialismus.

  10. Abwegiger Gedanke, dass ein Jurist an materiellen Werten interessiert sein könnte.

  11. Richtig: Juristerei ist Geisteswissenschaft.

  12. Genau wie Informatik.

    Weshalb verlangen Juristen dann horrende Summen für immateriell erbrachte Dienstleistungen?

  13. Um die sich die teuren Wochenendlehrgänge, die letztlich ihrer Mandantschaft zugute kommen, leisten zu können.

  14. Eigentlich kommt es vor allem ihnen selbst zugute, denn sie dienen der Abkassierung.

  15. Da der Adressatenkreis Deiner Aussage auf eingeschränkt ist, käme hier der Verdacht einer Straftat, insbesondere eine solche der §§ 185 ff StGB in Betracht. Gut, dass die Einschaltung der StA nichts kostet.

  16. Wenn wir uns über die „horrenden Summen” einig sind, was ja der Fall zu sein scheint, ist der Vorwurf der Abkassierung keinesfalls als Beleidigung zu werten.

    Worttrennung:
    ab|kas|sie|ren

    Bedeutung:
    Geld von jemandem kassieren

  17. Mit Dir bin ich über gar nichts einig. Schon alleine diese Behauptung erfüllt den o. g. Straftatbestand.

  18. Dabei begründetest du es oben sogar.

  19. Das, was Du als horrend ansiehst, ist eine noch nicht einmal angemessene Entschädigung für schwer erworbenes und mitgeteiltes Wissen.

  20. Eigenartig: Wenn Microsoft so argumentiert (Windows ist ein Produkt von Geisteswissenschaftlern), machst du dich darüber lustig.

  21. Ja, denn MS lügt, wenn es nur den Mund öffnet. Da liegt der Unterschied zu Juristen.

  22. … Gravenreuth … :mrgreen:

  23. …Tron… :mrgreen:

  24. In Tron ging es gar nicht um Windows.

  25. In Tron?

  26. In Tron.

  27. Der Tron.

  28. Ach so. Der hat aber auch nichts mit Windows zu tun gehabt.

  29. Er war Informatiker und Hacker. Kommt mir bekannt vor. Leider habe sich viele andere Informatiker und kriminelle Arschlöcher an ihm ein Beispiel genommen, um sich mittels ihrer technischen Kenntnisse zu bereichern.

  30. Frechheit, sich mittels seiner Kenntnisse bereichern zu wollen, nicht wahr, Herr Jurist?

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