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Katrin (CDU): Vogel.

Der Preis für größtmöglichen Realitätsabstand geht in diesem Monat traditionell wieder an die CDU, diesmal an das dortige Mitglied Katrin Vogel, die irgendjemand blöd genug war zu wählen und die deshalb folgenden Unsinn unredigiert in irgendein – zum Glück nur lokales – Quatschblatt drucken lassen durfte:

Wahr ist, dass die Piratenpartei sich für eine Lockerung des Betäubungsmittelgesetzes einsetzt, um so etwa der Drogenmafia das Geschäft zu ruinieren und sie so letztendlich überflüssig zu machen. Komplett daneben liegt sie aber mit der Behauptung, die Piratenpartei unterstütze den freien Zugang zu Kinderpornografie im Internet. Inzwischen habe sie das eingesehen, schreibt Frau Vogel:

Im Programm der Piraten habe ich viele Punkte zur Ablehnung der Zensur im Internet gefunden aber keine Äußerung zur Verurteilung von Kinderpornographie im Internet oder Vorschläge zur deren Bekämpfung.
Durch hunderte von emails, als Reaktion auf meinen Artikel, ist mir deutlich geworden, dass es offensichtlich Ziel vieler Mitglieder oder Anhänger der Piraten ist, kinderpornographische Seiten komplett zu löschen.

Sie wirkt ehrlich überrascht. Wie, die Piratenpartei steht gar nicht für kostenlose Kinderporno-Flatrates?!

Fünf Jahre Piratenpartei kann man eben schon mal verschlafen, wenn man in der CDU ist, und mit dem langweiligen Geschwätz, das Parteien von sich geben, die nicht mal im Bundestag sitzen, muss man sich ja ohnehin nicht beschäftigen. Da steht die Union drüber, gelle? – Ich frage mich, ob die Entschuldigung es ebenfalls in dasselbe Quatschblatt schafft. Ich bin kein Jurist, aber ich bezweifle, dass dieses halbherzige „hoppla!” die bereits geschehene üble Nachrede nebst negativen Folgen für das Ansehen der Piratenpartei bei Lesern des Quatschblattes im Nachhinein aufhebt. Um es mit Katrin Vogel zu sagen:

Demokratie hat auch Grenzen.

Aber nur so ein Denkanstoß, Frau Vogel: Wofür genau steht eigentlich Ihre CDU, die Kinder für ihren Wahlkampf missbraucht und nicht davor zurückschreckt, entsprechendes Material auch öffentlich vorzuführen? Für angewandtes Arschlochtum?

Das wird man ja wohl noch fragen dürfen in diesem Land.


Nachtrag vom 30. November 2011: In den Kommentaren zu diesem Beitrag hat Katrin Vogel meine Vermutung, eine Korrektur würde ausbleiben, widerlegt. Danke hierfür.

Senfecke

Bisher gibt es 21 Senfe:

  1. Wie!? Die Piraten sind KEINE Gruppe KiPo-liebender, drogenabhängiger Hausbesetzer!?

    Mein Weltbild bricht zusammen! :shock:

    Wenn ich das meinen Kumpels bei der Jungen Union erzähle, die halten mich glatt für bekifft!

  2. Aber Rockstars kiffen doch nicht, sie saufen! Du musst noch viel lernen.

  3. Ich bin Hippiepunk. Punks saufen, Hippies kiffen, ich darf beides.

  4. Bist du denn schon 18?

  5. Piraten sind fiese Hausbesetzer? Occupy your house? OMG FAIL! Dein Theme ist hässlich.

  6. Dr. House?

  7. Dr Roundhouse! :evil:

  8. Chuck Norris hat bestimmt auch abgeschrieben.

  9. in diesem sinne *tanz*

  10. Ich bin schon ganz kaputt von all dem Spaß!

  11. Was für ein sexy gekleideter Mann! :twisted:

  12. Leider geben auch Sie keine Antwort darauf, warum „Löschen statt Sperren” nicht ins Programm der Piraten aufgenommen wurde. Wo die Haltung Ihrer Partei in dieser Richtung doch so klar ist.
    Und zu Ihrer Information, meine Stellungnahme erscheint in der nächsten Print-Version (Dezember) des Dörferblickes, nebst Stellungnahme vom Landesvorstand der Piraten.

  13. Muss ich Ihnen jetzt glauben – ich bin sehr gespannt.

    „Löschen statt sperren” steht nicht im Programm, weil Sperren ohnehin nicht mehr zur Debatte steht, falls Sie auch das verschlafen haben sollten. Wie die Piratenpartei darüber denkt, hat sie allerdings im Bundestagswahlkampf und anlässlich der „Löschen-statt-Sperren”-Demonstrationen oft genug kundgetan.

    Sie aber behaupteten, die Piratenpartei stünde für freien Zugang zu Kinderpornografie, erwarten jedoch, dass man Ihnen das Gegenteil nachweist. Umkehr der Beweislast ist zum Glück in diesem Land noch nicht der Regelfall, so dass schon die Voraussetzungen gänzlich absurd sind. Ansonsten könnte ich auch behaupten, Sie selbst seien Kinderpornografie-Befürworterin – denn ich konnte bislang keine Quelle finden, die das widerlegt.

    Verstehen Sie? Nein? Dachte ich mir.

    (Ja, ich bin mitunter recht polemisch.)

  14. Ich schicke Ihnen gerne den Link, wenn die Zeitung online ist.

    “Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.“ (Konrad Adenauer)

    Auszug aud em Programm der Piraten:
    Die digitale Gesellschaft teilt sich für ihre Kommunikation das weltumspannende Internet und viele daran angeschlossene Teilnetzwerke, die von einer Vielzahl an Providern betrieben werden. Sie bilden einen virtuellen öffentlichen Raum, dessen Nutzung jedem gleichermaßen zur Verfügung stehen muss. Die Kontrolle über diesen virtuellen öffentlichen Raum durch die Betreiber seiner Teilnetzwerke darf nicht dazu genutzt werden einzelne Kommunikationsteilnehmer gezielt einzuschränken. Sowohl die Anbieter eines Dienstes als auch dessen Konsumenten würden von einer gezielten Sperrung oder Drosselung ihrer Übertragungen auf inakzeptable Weise eingeschränkt. Nur wenn jeder Nutzer und jeder Dienst, der von ihm angeboten wird, gleich behandelt wird, kann sich auch jeder in gleichem Maße frei im Internet entfalten. Die Diskriminierung einzelner würde die Monopolbildung fördern, die Innovationskraft des Internets insgesamt schmälern und zu Einschränkungen der Meinungsfreiheit führen.

  15. Klar – würde mich freuen.

    Richtig, Sperrvorrichtungen im Internet haben drei wesentliche Nachteile: Zum Einen sind sie von jedem Schulkind heutzutage problemlos zu umgehen (man braucht nicht einmal kriminelle Energie dafür), zum Anderen beseitigen sie ja die fraglichen Inhalte nicht, sondern verstecken sie nur. Kinderpornografie würde damit nicht bekämpft, denn sie wäre weiterhin abrufbar. (Abgesehen davon, dass ich nicht so genau weiß, welches Kind davon profitiert, dass man seine Schändung hinterher nicht mehr so leicht sehen kann.) – Zu guter Letzt: Eine staatliche Zensurliste, die nicht von außen einsehbar ist, lädt zu Missbrauch ein. Wer Inhalte sperren kann, wird das tun. Das Internet ist nun mal weltweit, seine Inhalte fallen nicht unter deutsche Gesetzgebung, sofern sie nicht auf deutschen Servern liegen. In den USA zum Beispiel ist manches legal, was hierzulande eher nicht so gern gesehen wird, zum Beispiel die Anbetung von Adolf Hitler. Es heißt „Inter”net und nicht „Deutsch”net. Wer soll denn bestimmen, was zu sehen sein darf und was nicht – und vor allem: Wieso? Manch einer könnte argumentieren, der Internetauftritt der NPD sei sperrwürdig, und schon hat man den Salat?

    Das Internet konnte nur seine heutige Kraft erreichen, weil es frei von staatlicher Kontrolle wachsen kann. Unterhalten Sie sich mal mit Journalisten, die versucht haben, auf chinesischen Computern Recherchen zu betreiben, wenn Sie immer noch nicht verstehen, wo das Problem liegt,

    Sie sind übrigens immer noch nicht darauf eingegangen, dass die CDU Mitglieder, die Kinderpornos öffentlich vorführen, in irgendwelche Ämter wählt. Kommt das noch? ;)

  16. Verdammte Politikerin. In ihrem schlauen Text steht nichts, gar nichts darüber, dass die Piraten Kinderpornographie erlauben möchten. Ist verwunderlich wie manche sich etwas zusammenreimen können, was gar nicht da steht um das „Dumm & Glücklich”-Volk zu halten.

    Sie zitiert Konrad Adenauer – war das ein Diss oder wollte sie Punkte sammeln?

    Aaaah jetzt geht mir das Lichtlein auf! Es macht sich einfach besser, die anderen grundsätzlich schlecht zu machen. Riiichtig. Haben die großen in der Schule auch immer gemacht: Wenn man klüger war, eine aufs Maul gehauen. Interessant … vielleicht folgt das bei der CDU auch noch.

    XYPartei: „Herr XY der CDU hat KiPo auf seinem Handy!”
    CDU: „Hatter nich! *BAM IN DIE FRESSE*”

  17. Konrad Adenauer ist bei den Konservativen vermutlich der kleinste gemeinsame Nenner. Keine Experimente! Keine Piraten! :)
    Aber was soll mir dieser Kommentar nun sagen?

  18. So, hier der LInk zur Printausgabe : http://www.kietzblick.de/doerferblick/ausgaben/index.php?issue=180&page=04&year=2011&month=12

    Läuft hier einwenig suboptimal mit der Linkeingabe!

  19. Ach, geht schon – könnte auch ein Fehler sein, in den Benachrichtigungs-Mails kam es richtig an. Ich werde die beiden „defekten” Links mal entfernen und oben auf die Kommentare verweisen, danke.

  20. Jetzt noch mal eine kurze Verständnisfrage: Wo steht jetzt das mit dem Löschen von Seiten mit Kinderpornographie in Ihrem Programm? Ich habs bisher noch immer nicht finden können.

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